USAFreunde



Suedwest 2009 Logo




Südwesten 09: From the Ocean to the Mountains
18.09. – 06.10.

Nach 2002 und 2006 widmen wir unsere Reiseplanung
im Jahr 2009 mal wieder dem Südwesten der
Vereinigten Staaten. In der Schublade hätten
wir für die Ecke Pläne für mindestens drei
weitere ausgedehnte Reisen,aber alles auf einmal geht ja nicht.
Also nehmen wir uns vor, Los Angeles einen Besuch abzustatten
und dann vor allem Escalante und Moab
als Ausgangsorte für allerlei Ausflüge und Wanderungen
im südlichen Utah anzufahren.
Und weil wir die Rocky Mountains noch nicht kennen,
wollen wir von Denver zurückfliegen.


Hollywood5


Road3


Clouds


Den passenden Flug gibt es im April bei British Airways
für schlappe 476 EUR.
Die Flugpreise sind in diesem Jahr so was
von im Keller. Wenn man bedenkt,
dass wir letztes Jahr für nur 40 EUR weniger
an die Ostküste geflogen sind...
Wir hätten uns auch mit dieser Buchung gar
nicht beeilen müssen, aber irgendwann muss man ja anfangen.
Mit British Airways fliegen wir zum ersten Mal über den Atlantik.
Für 538 EUR buchen wir für 20 Tage einen Midsize-SUV bzw.
Equinox via usa-mietwagen.de bei Alamo,
dazu bei Expedia das erste Hotel in Los Angeles.
Ansonsten wollen wir uns die Route flexibel halten für den Fall,
dass das Wetter nicht so ganz mitspielt.
Da Escalante und Moab absehbar voll sein werden,
reservieren wir auch hier schon die Zimmer,
allerdings stornierbar. Das war’s an Vorbereitung.
TomTom sollte uns wieder gute Dienste tun,
dazu nehmen wir natürlich unser Läppi mit.
Der Rest ist Vorfreude.


 




Tag 1 18.09. FRA–LHR–LAX – Santa Monica

Nun geht sie endlich los: unsere dritte Rundreise
durch den Südwesten der USA.
 Beim Online Check-In von British Airways schnappte ich uns
schon am Vortag für den langen Flug von Heathrow nach LAX Gang-
und Fensterplatz in einer 3er-Reihe in der
Hoffnung der Mittelplatz möge frei bleiben.
Und obwohl der Flug ziemlich voll ist, geht der Plan auf.
Das macht die 11 Stunden in der 747 aber nur ein wenig erträglicher.
Bisher hatten wir auf unseren beiden langen Nonstop-Flügen an die
 Westküste das Glück, in der Business Class fliegen zu können.
 Diesmal nicht. Okay, für das Geld darf man halt auch keine
Wunder erwarten.


1 Umsteigen


 




Der Abflug in Frankfurt verläuft reibungslos.
Um 7 Uhr ist im Terminal 2 noch so gar nichts los.
Pünktlich um kurz vor halb acht heben wir ab,
wir zwei schön bequem am Notausgang sitzend, der Platz
neben uns frei, so dass ich mich mit meiner Zeitung ausbreiten kann.
In Heathrow beginnt der unangenehme Teil des Fluges.
Erstmal ist um die Uhrzeit in LHR Rush-Hour und die Flugzeuge stehen im
Stau. Natürlich haben wir dann eine Parkposition
weit draußen und es geht per Bus ins Terminal 5.
 Hier gleich Schlangestehen: Bordkartencheck, Security.
Hallo? Wir kommen gerade aus einem Flugzeug!
Aber so ist das hier: im Terminal 5 wird sämtlichen Passagiere
noch mal das volle Programm gegeben, egal wo sie hinfliegen.
Großbritannien hat ja ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis im Flugverkehr.

 
1 LHR


Nach etwa 45 Minuten sind wir durch,
unter einer Stunde Umsteigezeit kann man eine Verbindung über
Heathrow morgens vergessen. Wir haben zum Glück 90 Minuten.
Das reicht für einen Stopp bei Starbucks
(wo Conny statt eines Chai Tea Latte dünnen Beuteltee bekommt
– diese Engländer...), dann geht es, richtig, in den nächsten Bus.
Der fährt uns gefühlt nach London City, hält aber dann doch vor einer 747.
Als alle an Bord sind, dauert es wieder eine Stunde,
ehe der Flieger Richtung Startbahn rollen darf.
 Nun gut, ist alles in die Flugzeit eingerechnet.


1 Flug


Dank In-Seat-Entertainment gibt es auf dem Flug
immerhin jede Menge Filme anzuschauen. Für mich: der
sehr lässige Woody Allen-Film „Vicky Christina Barcelona“,
die durchaus amüsante Komödie
 „The Proposal“ mit Sandra Bullock und „Searching Eric“,
ein englischer Fußballfilm. Über Kanada reißt die
Wolkendecke auf, so dass auch der Blick nach draußen lohnt.
Das Essen finde ich ziemlich schlecht,
habe ich bei einer britischen Airline aber nicht
anders erwartet. Zwei Mal Rotwein
sorgt für etwas Bettschwere,
so dass immerhin ein kurzes Mittagsschläfchen drin ist.
Übel: diese 747 hat keine Düsen
zur Frischluftzufuhr über den Sitzen.
Vor allem am Fenster ist die Luft daher richtig schlecht.
Aber jeder Flug endet ja irgendwann und schließlich
geht es über dem Valley Of Fire und Las Vegas so
langsam in den Sinkflug.


1 Anflug LAX


Los Angeles ist aus der Luft betrachtet
ein einziger smoküberzogener Häuserbrei.
Hier bekommt man gleich eine Ahnung von den Dimensionen,
die diese „Stadt“ einnimmt. Zusammen mit uns kommen am
International Terminal Flieger aus Frankfurt,Taipei, Dubai
(wie lange fliegt man DA eigentlich nonstop???)
und Seoul an, so dass bei der Immigration
einiges los ist. Nach 20 Minuten Warten und der
Abnahme aller Fingerabdrücke bei einem
sehr freundlichen Officer sind wir aber auch hier
(wie immer ohne Probleme) durch.
Unsere Taschen sind auch schon da –
wobei ich nie verstehen werde, warum an einigen Flughäfen
Mitarbeiter das Gepäck NEBEN dem Band stapeln,
wo doch darauf keinesfalls Platzmangel herrscht.
 Das habe ich mir aber schon gedacht und so finde ich die Hälfte
unserer Sachen in einem großen Haufen Koffer und Taschen.
Der Zoll ist wie üblich kein Hindernis - ab zum Shuttle-Bus von Alamo.
Der hält direkt vor dem Terminal, kann man nicht verpassen.


1 Alamo


In der Mietwagenstation dann die nächste Warteschlange.
Die wird allerdings recht zügig abgefertigt
und so stehen wir bald vor einer recht überschaubaren
Choice-Line der Midsize-SUV Kategorie.
 Zwei Rav4, ein Nissan, ein Equinox – das war’s,
wenn man etwas Bodenfreiheit und Vierrad-Antrieb will.
Warum der Chevrolet HHR in diese Kategorie fällt,
ist mir zum Beispiel ein Rätsel. Wir entscheiden uns
für einen Rav4, schon der dritte Urlaub hintereinander
mit einem Toyota unter dem Hintern.
 Sollte für unsere Fahrt ausreichend sein.
Da es mittlerweile schon 15:30 Uhr ist,
kommen wir nun mitten in den Freitagnachmittag-Verkehr.
Ein LA-Klischee wird also schon mal erfüllt: der ewige Stau.
 Wir brauchen eine geschlagene Stunde bis zum
Hotel (einen kurzen Stopp beim Vitamine Shoppe eingerechnet),
das Angeleno im Norden von LA.
Das gefällt uns dafür sehr gut: das ehemalige Holiday Inn
wurde zu einem schicken Boutique Hotel umgemodelt,
die Zimmer sind geräumig und modern.
Wir machen uns kurz frisch und dann auf den Weg nach Santa Monica.
 Bei dem herrlichen Sonnenscheinwollen wir den Strand genießen...


1 SM Pier
 

1 SM Beach Conny


1 SM Beach Baywatch
 

Aber: klarer Fall von „denkste“.
Nach ein paar Minuten verschwindet die Sonne hinter einer Nebelbank,
die sich an die Küste gelegt hat.
Kennt man ja eher aus der Gegend um San Francisco und so sind wir
über das trübe Wetter nun doch etwas enttäuscht.
Conny hält mal kurz die Füße in den Pazifik –
das Wasser hat in etwa Lufttemperatur, also etwas über 20 Grad.
Obwohl sich das nicht all zu warm anhört,
klebt einem die dreckige, feuchte Luft hier doch ganz schön am Leib.


1 SM Palisades
 

1 SM Third St


Vom Pier bummeln wir über den Palisades Park
Richtung Third Street, der sehr trubeligen Fußgängerzone von Santa Monica.
Hier ist an diesem Freitagabend einiges los, wobei man die Straßenmusikanten nicht
immer von den Bettlern unterscheiden kann, die es wirklich in Massen gibt.
Sehr auffällig.
Obwohl u.a. ein Abercrombie & Fitch lockt,
 ist uns am ersten Abend noch nicht nach Shopping.
Stattdessen lässt Conny sich breitschlagen
zu Bubba Gump auf den Pier zurückzugehen.
Hier gibt es frittierte Meerestiere satt und somit
einen guten Ausklang dieses langen ersten Tages.
Nach 25 Stunden fallen wir total erledigt in die sehr bequemen Betten.



Gefahrene Meilen: 26
Übernachtung: Hotel Angeleno, 71 EUR via Expedia (+ 20$ Parken)




Tag 2 19.09. Los Angeles

„Ersttätern“ wird in jedem Amerika-Forum geraten,
sich nicht zu viel für einen Tag vorzunehmen. Man
unterschätzt in den USA  ja gerne mal die zu
bewältigenden Entfernungen und hat das nachvollziehbare
Gefühl, dieses oder jenes nun auch noch mitnehmen zu müssen,
wo man „schon mal da ist“.
 Auf den heutigen Tag zurückblickend muss ich
 da selbst über uns lachen. Aber: erstens sind wir ja vielfache
Wiederholungstäter und zweitens ist so ein
Tag halt auch verdammt lang, wenn man ihn um 3:30 Uhr beginnt.
Aber der Reihe nach.
Jetlag-bedingt sind wir also früh wach.
Ansonsten hätte uns aber eh um Punkt 4 Uhr der Wecker im
Nachbarzimmer aus den Träumen gerissen.
Nach 20 Minuten beeep-beeep-beeep rufe ich mal an der
Rezeption an und lasse jemanden raufkommen das Ding abschalten.
 Wird auch prompt erledigt.
 Conny hat sich über Nacht nicht von der Idee abbringen
 lassen Six Flags Magic Mountain einen Besuch abzustatten.
Da waren wir schon mal und ich müsste nicht unbedingt wieder hin, aber gut.
 Sie bestellt im Internet die Tickets („buy 1 get 1 free“).
 Bis der Park um 10:30 Uhr öffnet ist noch jede Menge Zeit für
Sightseeing und so brechen wir um 6 Uhr auf Richtung Hollywood.


2 HW BLVD


2 Abdrücke
 

2 Mobbing


Um die Uhrzeit hat man an einem Samstagmorgen
immerhin keine Staus auf den Autobahnen von LA.
Sogar fast wie ausgestorben präsentiert sich dann
der Hollywood Boulevard. Wir sind die einzigen vor dem
Chinese Theater, wo die Hand- und Fußabdrücke
der Filmstars im Zement verewigt sind.
Die Sterne auf dem „Walk of Fame“ werden von einem fleißigen
Moppschwinger auf Hochglanz gebracht.
Ansonsten drücken sich hier vor allem eher zwielichtige Gestalten herum.
Einer von ihnen, Typ mexikanischer Kleinstadt-Gangster,
verfolgt mich sogar bis in einen Kaffeeladen,
weil er meint, ich hätte ihn unerlaubterweise fotografiert.
Ich kann ihn beruhigen und nach einem letzten bösen Blick trollt er sich wieder.
Wenn man partout nicht fotografiert werden will,
ist der Hollywood Boulevard aber auch ein seltsamer Ort zum Abhängen...


2 Kino
 

2 Art Deco1


2 Mouse

 
Ansonsten ist das hier wirklich überhaupt nichts Aufregendes.
 Das elegante Hotel Roosevelt und das
Art-Deco-Kino „El Capital“ versprühen noch
 etwas vom alten Glanze Hollywoods und mit dem
Hollywood & Highland-Komplex hat man ein modernes,
 wenn auch kitschiges Vergnügungszentrum mit allerlei
Geschäften, Kinos und Restaurants gebaut.
 Wir sind jetzt auch mal hier gewesen.
 Been there, done that.


2 HWland
 

2 Beachwood Dr
 

Nach einer mächtigen Cinnamon Roll zum Frühstück
fahren wir zum Beachwood Drive.
An dessen Ende kommt man nach
 „Hollywoodland“,genau das Viertel für das einst
das berühmte Schild in die Hügel gesetzt wurde.
 Das hat man von hier  denn auch gut im Blick
(heutezutage natürlich ohne „land“)
und wir bewundern die traumhaften Häuser,
die sich in den Hügeln verstecken. Hat was.
An ungefähr jedem zweiten hängt ein Schild:
„For Lease“ oder „For Sale“. Die Krise, die Krise...


Nebel1
 

San Fernando Valley
 

Weil wir dann immer noch jede Menge Zeit übrig haben,
steuern wir als nächstes den Mulholland Drive an,
 eine tolle Panorama-Straße,
die sich von Hollywood bis Malibu über die Berge schlängelt.
Diese Straße sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen.
Sie führt durch traumhafte Wohngegenden,
an Naturschutzgebieten vorbei und bietet
immer wieder spektakuläre Ausblicke.
Auch wenn es mit der Fernsicht bei
dem Nebel heute nicht weit her ist.


Six Flags Einfahrt


Conny macht dann irgendwann die Ansage, dass es nun doch langsam Zeit wird,
Richtung Magic Mountain zu fahren. Das geht recht fix und so rollen wir pünktlich
um 10.30 Uhr auf den gigantischen Parkplatz.
Und nicht nur wir! Menschenmassen strömen bereits Richtung Eingang.
Ach Du Schande!
Da habe ich ja schon gleich keinen Bock mehr.
Schon gar nicht bei 30 Grad.


SixFlags Busses


Conny ist allerdings motiviert die Geschichte durchzuziehen,
also heißt es auf die Zähne beißen.
Vielleicht muss ich ja dafür nie wieder in so einen Park.
Diese ganzen „I was kinda like you know“-Teenies
nerven einfach kolossal, dazu wird man fast taub,
weil man in jeder Warteschlange von
vorne bis hinten beschallt wird.
Als ob die ganzen Rides nicht schon Reizüberflutung genug wären.


Six Flags Terminator


Meine Laune bessert sich etwas nach dem ersten,
durch einen irren Drop auf der nigelnagelneuen
Holzachterbahn „Terminator“ ausgelösten Adrenalinschub.
Diese Bahn wären wir am liebsten gleich noch
mal gefahren – leider werden die Schlangen immer länger.
Immerhin: ein paar Achterbahnen klappern wir ab,
ehe ich nach zwei Touren hintereinander
auf der gigantischen Holzachterbahn
„Colossus“ gegen 15 Uhr die Segel streiche.


Six Flags Ride

 
Auch Conny hat genug von der Hitze und den Menschenmassen.
Nach einer letzten Fahrt mit der legendären
„Revolution“, dem ältesten Ride von Magic Mountain
und schon im Katastrophenfilm „Achterbahn“ aus den
70er Jahren zu sehen, schleppen wir uns zurück zum Auto,
das geschätzte 80 Grad Innenraumtemperatur hat.
Zurück zum Hotel geht es natürlich nicht ohne Stau –
jetzt ist erstmal Erfrischung im Hotelpool angesagt.
Top!


GrifObs


HW Sign Sunset


Zum Sonnenuntergang wollen wir zum Griffith Observatory hochfahren.
Leider entscheiden wir uns für das
falsche Ziel namens „Griffith Park“ in unserem TomTom.
Der kleine Kasten schickt uns zwar prinzipiell
in die richtige Gegend, dann aber doch durch ein Wohngebiet.
Das ist zwar auch nett anzuschauen,
aber bis wir dann endlich den richtigen Weg und
auch noch einen Parkplatz gefunden haben,
ist die Sonne schon im Dunst über dem Meer verschwunden.


Sunset Hills


GrifObs View


GrifObs blue


Wir genießen trotzdem die schöne Abendstimmung rund
um das Planetarium (hier spielte u.a. James Dean in
 „Denn sie wissen nicht, was sie tun“).

 



Das Griffith Observatory ist ein sehr beliebtes
Ausflugsziel, unzählige Familien kommen auch spätabends
noch hierher und vor allen Vorführungen gibt es lange Schlangen.
Da Astronomie nun kein Hobby von uns ist,
ziehen wir unseren Aufenthalt nicht unnötig in die Länge.
Immerhin erfahren wir, dass der erste und hellste
Stern am Abendhimmel zur Zeit
gar kein Stern ist, sondern der Planet Jupiter.


GrifObs Night


Univ


Uns knurrt nun mächtig der Magen – höchste Zeit fürs Abendessen.
Conny meint erst, sie hätte Lust auf Pizza,
schlägt dann aber einen Besuch von Tony Roma’s vor.
Nun ja, denke ich mir, nichts dagegen.
Für Tony Roma’s bin ich immer zu haben.
Also lassen wir uns zum nächstgelegenen Restaurant lotsen.
Als wir auf einmal an einer Parkhauseinfahrt
stehen und 10$ zahlen müssen,
wird uns klar, dass dieser Tony Roma’s am Citywalk
der Universal Studios liegt.
Die hatten wir nicht auf unserer Liste der
zu besuchenden Touristen-Attraktionen,
und man kann sich vorstellen, was Samstagabend an dieser
Vergnügungsmeile los ist.
Conny hat da schon einen Riesenhals, der noch mehr anschwillt,
als Ihr aufgeht, dass Tony Roma’s ja gar keine Pizzakette ist.
Hat sie doch glatt mit Bartucci’s verwechselt.
Tja, Pech.
Ich freue mich (nach kurzer Wartezeit auf einen Tisch)
auf meine St. Louis Ribs und Conny
bekommt dann immerhin einen gar deliziösen Burger serviert.
Es ist schon nach elf, als wir endlich wieder
auf dem Hotelzimmer sind und damit ist der heutige Tag
für uns nur wenige Stunden kürzer als der gestrige gewesen.



Gefahrene Meilen: 129


Tag 3 20.09. Los Angeles – Las Vegas – Valley Of Fire - Mesquite

Ein gewaltiger Fahrtag liegt vor uns – da ist es hilfreich,
dass wir auch heute Morgen wieder früh wach sind.
 Fix gepackt und um 6 Uhr lasse ich unseren Wagen vorfahren.
Es geht von West nach Ost einmal quer durch den Ballungsraum
Los Angeles bis hinter San Bernardino schließlich die Wüste erreicht ist.
Da sind wir dann immerhin schon 67 Meilen
gefahren und endlich aus der Nebelbank heraus, die sich heute Morgen
wie ein Wattebausch über das ganze Becken von LA gelegt hat.
 Good-bye, Wolken.
Für die nächsten zwei Wochen sollte uns der
typisch stahlblaue Himmel des Südwestens täglicher Anblick sein.


Sunrise


Ich hätte eigentlich drauf wetten sollen:
mitten auf der Autobahn meldet sich eine Warnlampe am
Armaturenbrett - „maintenance required“,
also „Wartung notwendig“. Ist schon fast ein Running-Gag:
jedes Mal, wenn wir an Las Vegas vorbeikommen,
müssen wir unseren Mietwagen tauschen.
Passiert auf der dritten Reise zum dritten Mal.
Bisher: eine nach Steinschlag gerissene Windschutzscheibe
sowie defekte Bremsen.
Ein Anruf bei Alamo bringt eine Auswahl möglicher
Defekte als Ursache für die Warnlampe.
Könnte zum Beispiel nur sein,dass ich den Ölstand checken sollte.
Aber bevor wir mit der Karre
irgendwo in einer Wüste Utahs oder in den
Rocky Mountains liegen bleiben,
holen wir uns lieber einen neuen Untersatz.
Gegen Mittag sollten wir ja in Las Vegas sein.


Breakfast8


Erstmal aber frühstücken wir im Wüstenkaff
Barstow bei Denny’s – üppig und lecker.
Nur den Kaffee sollte man lieber weglassen.
 Barstow besteht vor allem aus Outlet-Shops.
Die haben so früh aber noch nicht auf.
Die in Primm direkt hinter der Staatsgrenze zu Nevada dann schon.
Also investieren wir hier ein paar Dollars.
Conny blickt ein bisschen wehmütig zur Achterbahn,
die in Primm um ein Hotel fährt...


NV


Jetzt sind es nur noch ein paar Meilen bis Las Vegas.
Dort haben sich sämtliche Mietwagenfirmen in
einem gigantischen Parkhaus in der Nähe des
Flughafens niedergelassen.
Der Tausch ist schnell erledigt. Wir hatten ja ein bisschen gehofft,
dass sie für uns kein passendes Auto vorrätig hätten und
wir so an ein Upgrade kommen würden.
Aber, richtig, wir tauschen den Rav4 gegen einen Rav4.
Rot statt hellblau. Immerhin hat der neue einen V6-Motor,
was gleich mal einen Gang mehr macht, und nagelneue Reifen.
Die sahen bei unserem alten Wagen schon arg abgefahren aus
und gute Reifen sollten wir noch zu schätzen wissen.
Also was soll’s. Ab dafür.


LAS Sign


Am berühmten Las Vegas-Sign haben wir noch nie gehalten,
also fahren wir da jetzt für die entsprechenden Fotos hin.
Früher war dort wildes Parken angesagt, mittlerweile hat es einen
ordentlichen Parkplatz und die Touristen stehen brav in der Schlange,
bis sie für ihr Foto an der Reihe sind.
Ich bin mir sicher, dass sich in Deutschland
einfach nur ein großes Menschenknäuel um dieses Schild bilden würde...


LAS Sign nah


Unser nächstes Ziel ist die Filiale des
Outdoor-Ausstatters REI ganz im Westen von Las Vegas.
Hier haben sich die Wohnviertel schon bis an die
Berge herangefressen. Straßen, Brücken, Häuser –
alles nagelneu. Und oft leer.
Womit wir wieder beim Thema Wirtschaftskrise sind.
Der begegnen wir durch einige Einkäufe bei REI.
Hier gibt es wirklich ALLES, was man beim Wandern,
Zelten oder für sonstige
Aktivitäten an der frischen Luft gebrauchen könnte.
Wir sind dann sogar gewillt, noch mehr Geld in den
Premium Outlets zwischen Downtown und Strip zu lassen.
Hier ist es aber so voll, dass wir uns einig sind,
dass die Wirtschaftskrise soeben für beendet erklärt worden sein muss.
Wir genehmigen uns nur ein schnelles Essen im Food Court und sehen dann zu,
die Stadt möglichst fix hinter uns zu lassen.


Highway


VoF Zufahrt
 

Hinter Las Vegas gibt es außer ein paar
Stromleitungen neben der Interstate 15 nichts.
Nach ca. 40 Meilen erreichen wir aber eine Tankstelle,
die gleichzeitig ein von Indianern geführter Supermarkt ist.
In dem Laden gibt es alle möglichen Spirituosen
in gigantischen Flaschen - steuerfrei.
Außer einer 12er-Kiste Budweiser und Wasser
nehmen wir aber nichts Flüssiges mit,
viel wichtiger ist uns hier der Abzweig zum Valley Of Fire.
Die Straße windet sich bald durch hübsch anzuschauende Berge,
macht total Spaß hier zu fahren.


VoF Sign
 

VoF Rock


VoF Arch rock

 
Schließlich erreichen wir den Eingang zum State Park,
wo 6$ Eintritt fällig sind - der ist aber auch jeden Cent wert.
Dass wir hier noch nie waren... völlig unverständlich.
 Im Licht der Nachmittagssonne
leuchten die Felsen knallrot und wir halten
an allerlei bizarren Formationen wie
dem Arch Rock und dem Atlatl Rock.
Ist auch gar nicht mehr so heiß und
so lassen wir einfach die Fenster unten und uns die
angenehme Luft um die Nase wehen.


VoF View


VoF View 2


VoF Desert


VoF Dip

 
Besonders gut gefällt uns die Straße,
die am Rainbow Vista vorbei in den Norden des Parks führt.
Grandiose Farben.


VoF Road


VoF Elefant front
 

Schließlich fahren wir noch zum Elephant Rock,
der freilich so spät keine Sonne mehr hat,aber trotzdem ein Must-See ist.
Hier begegnen wir dann auch noch einigen anderen Besuchern,
ansonsten ist es schon recht einsam.
Die Ausflügler und Hochzeitsgesellschaften von Las Vegas
sind wohl schon auf dem Weg zum Buffet.


VoF Elefant

 
Die Aussicht vom Elephant Rock ist großartig
und reicht bis zum Lake Mead. Raus aus dem Park geht es
dann an dessen Ost-Eingang und durch das
erstaunlich grüne Moapa Valley fahren wir zurück Richtung
I-15.


VoF Sunset
 
 
Unser Hotel befindet sich in Mesquite,
an dem man immer vorbeifährt und denkt:
"Warum zum Geier stehen
hier so riesige Kasinos mitten im nichts?"
Ist aber gar kein nichts, denn der Virgin River liefert
hier das Wasser und der Ort steht direkt an der
Staatsgrenze zu Arizona bzw. kurz dahinter Utah und
die haben ja keine Kasinos.
Jedenfalls ist Mesquite enorm gewachsen
in den letzten Jahren. Lauter Neubaugebiete und Shopping Center.
 Wir haben uns entschieden hier zu übernachten
und nicht in Las Vegas, weil für eine Nacht ein
Strip-Hotel arg umständlich wäre und wir
nach der langen Fahrt eh nichts großes mehr unternommen hätten.
Also warum nicht gleich die paar Meilen weiter
fahren und damit näher an die geliebten Nationalparks im Süden Utahs heran?
Eben. Dazu kommt, dass man im Falcon Ridge Hotel für schlappe 38 EUR
eine Suite samt Balkon mieten kann.
Nichts zu meckern.
 
Das Hotel ist schnell gefunden, unsere Reservierung von gestern nicht,
aber schließlich klärt sich alles auf.
Wir tragen unsere Sachen aufs Zimmer und statten
dann noch dem Außenpool einen Besuch ab.
Der ist herrlich erfrischend nach Staub und Hitze dieses langen Tages.
Morgen noch ein Fahrtag, dann lassen wir uns mehr Zeit beim Urlaub machen...
 


Gefahrene Meilen: 423
Übernachtung: Falcon Ridge Hotel Mesquite, 38 EUR via Expedia


 

468x60_Hotel_neu


Tag 4 21.09. Mesquite - Zion - Bryce - Escalante
 
Frühstück ist inkludiert im Falcon Ridge,
auch wenn in der Reservierung ausdrücklich das Gegenteil steht.
Kriegt hier aber jeder. Der übliche Plastikkram, aber immerhin.


Mesq Hotel
 

Mesq View
 
 
Nach einem Tankstellen- und Drogeriebesuch fahren
wir wieder auf die I-15, die sich durch den
spektakulären Canyon des Virgin River schlängelt
und schließlich in St. George rauskommt,
 so ziemlich die größte Stadt im Süden Utahs.
Auch die ist in den letzten Jahren geradezu explosionsartig auf
mittlerweile 80.000 Einwohner gewachsen.
Wenn man bedenkt, dass hier früher der radioaktive
Niederschlag der Atombombentests runterkam...


Zion Rd 1
 
 
Irgendwann müssen wir hier mal länger bleiben
und uns die Dinosaurier-Fundstellen anschauen. Hotels
hat es jede Menge. Heute geht es aber in St. George nur
von der Autobahn ab und Richtung Zion National Park.
Schon als wir nach Springdale reinfahren, tut es uns leid,
dass wir dieses Mal nicht länger da bleiben -
die Kulisse des Zion Canyon ist einfach wunderschön.


Springdale1
 
 
Da Conny gestern in Las Vegas vergessen hat,Wanderschuhe zu kaufen,
wird diese Übung nun in Springdale nachgeholt. Ist ja zum Glück gerade alles "on sale"
und nachdem sie in einem Laden alle, wirklich alle Schuhe ausprobiert hat,
wird sie tatsächlich fündig.


Zion Rd 2
 
 
Zion Rd 3
 

Zion Rd 4
 
 
Am Parkeingang kaufen wir erstmal für 80$ einen neuen Jahrespass,
 dann fahren wir unterbrochen von dem einen oder anderen Foto-
und die-schöne-Aussicht-genieß-Stopp Richtung Tunnel.
Der Stau davor hält sich in Grenzen und so sind wir bald durch
und finden direkt dahinter sogar im ersten Anlauf einen Parkplatz.
Wir wollen den Trail zum Canyon Overlook laufen.


Zion Parkplatz
 

Zion Overlook Tr 1
 

Zion Overlook Tr 2
 

Zion Butterfly
 

Zion Overlook


Die Wanderung (ca. 45 Minuten one-way)
ist äußerst abwechslungsreich und macht uns richtig Spaß.
Vor allem: endlich mal kein Autofahren.
Der Blick vom Aussichtspunkt ins Tal ist grandios,
wirklich eine Pflichtwanderung im Zion und dazu angenehm kurz.


Zion Rd 5


Zion Rd 6


Zion Mesa


Zion Bighorn


Weiter geht es auf der 9 Richtung Osten und natürlich halten
wir bei jeder Gelegenheit - zum Beispiel
wenn eine Herde Dickhorn-Schafe am Straßenrand auftaucht.
So Tierchen muss man ja immer fotografieren.


89 Sign


89 River


89 Rocks


In Mt Carmel Junction biegen wir dann auf die 89 ab
- Traumstraße! - und von der auf die 12 - erst recht Traumstraße!
Als wir durch den unglaublich leuchtenden
Red Canyon kommen, beschließen wir statt
der Cottonwood Canyon Road und dem Kodachrome State Park
lieber dem Bryce Canyon einen Besuch
abzustatten. Licht und Wetter sind einfach so toll,
da können wir unmöglich dran vorbeifahren.


Red Canyon 1


Red Canyon 2


Red Canyon 3


Zuerst stillen wir aber beim Imbiss des Ruby’s Inn unseren Hunger.
Es gibt Hot Dog und Pommes.
Jawoll!
Conny ist derart begeistert von diesem Hot Dog,
dass sie ihn prompt zum besten Essen des Urlaubs kürt
– und bis zum Schluss der Reise dabei bleibt.
Ich glaube ja, dass sie einfach so hungrig war, dass ihr Urteilsvermögen...
Aber lassen wir das.
In dem Imbiss muss ich daran denken,wie hier vor Jahren mal
eine Frau vor mir im schönsten sächsisch ihrem Mann mitteilte,
dass es hier ja „gor keene Bömmes“ hätte. Zu Ruby’s Imperium gehört
auch das neue Best Western Hotel gegenüber.
Sieht gut aus.


Bryce 2


Bryce 3


Bryce 4


Bryce 5


Wir biegen erstmal kurz vor dem Eingang in den
 Nationalpark Richtung Fairyland Point ab.
Und sind beim ersten Anblick der von der
Sonne angestrahlten Steinsoldaten einmal mehr begeistert.
Wobei: ich bin begeistert, Conny friert sich den A.... ab.
Es ist aber auch kalt hier oben. Glatte 20° Celsius
weniger als in Vegas gestern. In Fahrenheit: von 105 auf 62°.


Bryce 1


Bryce 6

 
Bryce 7
 

Bryce 8


Bryce 9
 

Bryce 10
 

Bryce 11
 

Bryce 12
 

Trotzdem, und obwohl hier wirklich unglaublich viele
 (vor allem französische) Bustouristen unterwegs sind,
steuern wir noch sämtliche bekannten View Points entlang des Canyonrands an.
 Bryce ist zwar eher eine Sunrise Location, aber auch zum Sonnenuntergang wunderschön.


Bryce Rehe


Bryce Pronghorns


Auf dem Weg zum Ausgang begegnen uns noch
einige Rehe und Gabelböcke. Hat reichlich Wildlife heute.
Zurück auf der 12 wird das von freilaufenden Rindern abgelöst.
Aber die gehören hier ja auch irgendwie immer dazu.


12 cows
 

13
 

12 Escalante
 

12 Sunset
 

Über Tropic und Henrieville erreichen wir schließlich Escalante,
wo wir die nächsten vier Nächte im Circle D reserviert haben.
Das ist auch gut so, denn der kleine Ort ist so was von ausgebucht.
Wir werden sehr nett empfangen, über die
aktuelle Anzahl der deutschen Gäste informiert und dann mit
einem Schlüssel für das allerletzte Zimmer ausgestattet.
„Allerletzte“ im Sinne von „ganz hinten“
Was aber nichts Schlimmes ist, denn hinten gibt es
im Circle D die neuen Zimmer und ganz hinten verspricht
einigermaßen Ruhe. Der Room ist denn auch sehr schön,
sauber und mit Kühlschrank, Mikrowelle und Flatscreen TV ausgestattet.
Zum Abendessen genehmigen wir uns eine (geniale) Pizza im Outfitters,
einer Mischung aus Outdoorladen, Souvenirshop,
Motel und Restaurant und so was wie DER Treffpunkt in Escalante.
Satt und hundemüde sinken wir schließlich in die sehr komfortablen Betten.



Gefahrene Meilen: 225
Unterkunft: Circle D, 65$ (+ Tax)


Tag 5 21.09. Escalante: Calf Creeks Falls - Moqui Hill

Heute schlafen wir aus. Bis 7:30 Uhr.
Hilfreich ist dabei, dass wir ja jetzt eine Zeitzone
Richtung Osten gekommen sind. Und da wir heute keinen
Ort 200 Meilen entfernt erreichen müssen,
lassen wir den Tag ganz gemütlich angehen.


Escalante1


Nach monatelanger Ankündigung hat heute das Restaurant
des Circle D aufgemacht. Da schauen wir doch gleich mal zum Frühstück vorbei.
Mein frisch geröstetes Müsli und Connys Crepe mit Frischkäse und
Erdbeeren sind sehr lecker, eine nette Abwechslung
zum üblichen Egg-Bacon-Bagel-Breakfast.
Warum in der Karte die meisten Speisen „organic“ sind,
das Essen aber auf Plastiktellern serviert wird,
erschließt sich uns nicht so ganz.
Immerhin: den Kaffee gibt es in schicken Porzellantassen.
Vielleicht sind die Teller noch nicht geliefert worden.
Typisch Amerika: als ich meinen O-Saft quer
über den Tresen schütte, bekomme ich sofort kostenlos
einen neuen Becher gebracht. Ups...


cc sign
 

cc trail start
 

cc trail 1


Los geht unser Wanderprogramm, für die nächsten Tage
haben wir einiges auf dem Zettel.
Das erste Ziel: die Lower Calf Creek Falls.
Den Parkplatz mit dem Trailhead erreicht man über die 12 Richtung Boulder.
Die Wanderung ist wunderschön. Zwar nicht gerade einsam,
aber so viel schöne Natur wollen eben nicht nur wir genießen.
Der Trail ist recht sandig und geht immer am Bach entlang.
Der schlängelt sich zwischen hoch aufragenden Felswänden durch ein grünes Tal.


cc trail 2


cc trail 3
 

cc trail 4
 

cc trail 5


Etwas ratlos stehen wir immer wieder vor
nummerierten Pfosten am Wegesrand. Am Ende sehen wir,
dass wir uns am Parkplatz eine kleine Broschüre mit
Beschreibungen hätten mitnehmen können.
Von ganz allein entdecken wir aber einen indianischen Lagerplatz
in einer Höhle oben am Canyonrand. Stammt wohl von
den Fremont Indianern, die hier vor über 800 Jahren lebten.
Interessant zu beobachten sind auch die Kolibris,
die so rasend schnell von Blüte zu Blüte zischen,
dass es unmöglich ist, ein Foto zu machen.
Dafür begegnen wir Schlangen, den allgegenwärtigen Streifenhörnchen
und Forellen im Bach.


cc snake
 

cc trail 6


cc falls 1cc falls 2
 

Nicht verpassen kann man schließlich den herrlichen Wasserfall am Ende des Canyons.
Könnte gar nicht schöner sein!
Durch das Wasser ist es hier auch bedeutend kühler als auf dem Weg und so rasten wir
eine ganze Weile an dem kleinen Sandstrand.
Conny rutscht beim Versuch die Fälle von der anderen Seite
zu fotografieren im Schlamm aus und setzt sich ordentlich auf den Hosenboden.
Geht ja gut los.


cc wall
 

sheff rd 1
 

sheff rd 2


Nach gut drei Stunden sind wir zurück am Auto
und schicken anschließend den Rav4 auf dem Weg Richtung
Escalante erstmals zur Asphalt-Entwöhnung.
Es geht über die Old Sheffield Road dahin, wo die Moquis
(oder Mokis) liegen. Der so genannte "Moqui Hill"
ist nicht schwer zu erreichen und die Murmeln aus
Eisen-Sandstein-Verbindungen sind wirklich sehr sehenswert.
Man findet sie überall am Grand Staircase,
an der Sheffield Road liegen sie immer wieder direkt am Weg.
Mitnehmen darf man die Moquis nicht - so
geben wir uns mit ein paar Hundert Fotos zufrieden.


moki 2
 

moki 3
 
 
moki 4
 

moki 5
 

moki 6
 

Übrigens nannten die weißen Siedler früher
die vorgeschichtlichen Indianervölker, deren Ruinen sie fanden,
Moquis.
Heute werden die meistens mit dem Navajo-Wort Anasazi bezeichnet,
aber der eine oder andere Moqui-Geist soll noch durch die Canyons spuken.
Aber das ist eine andere Geschichte...


sheff rd 3


12 view 1 

 
Wir überlegen noch kurz, den Escalante Vulcano zu erwandern,
aber das wäre von der Sheffield Road aus doch etwas heftig.
So genießen wir auf dem Rückweg noch einige spektakuläre
View Points entlang der Scenic Route 12.


12 view 2
 

12 view 3
 

outfitter

 
Nach einer Dusche gehen wir wieder quer über die Hauptstraße zum Outfitters.
Heute Abend ist eine große 16-Inch-Pizza fällig,
die wir zusammen mitein paar Bierchen restlos wegputzen.
Lecker!
Alkohol gibt es im Outfitters übrigens nur in Verbindung mit einer Mahlzeit.
Der Laden hat keine Bar- sondern eine Restaurant-Lizenz.
Ist hier in Utah ja alles streng geregelt.
Wer auf ein Bierchen vorbeikommen mag,
muss wenigstens auch einen Muffin dazu bestellen.


Outfitter pizza
 



Gefahrene Meilen: 50


Tag 6 23.09. Escalante - Hole-in-the-Rock-Road - Spooky Gulch - Devil's Garden
 
Heute stehen wir wieder mit der Sonne auf.
So um 7:30 Uhr schickt sie ihre Strahlen durch unser Fenster.
Frühstück gibt es im Golden Loop Café.
Ein, hmm, sagen wir mal, uriges Restaurant mitten in Escalante.
Frühstück ist aber prima. Hab leider kein Foto davon.
Die Herren vom Cowboy-Stammtisch nebendran
hätten das bestimmt seltsam gefunden...


12 Ri HRR


HRR Sign
 
 
Nach dem Frühstück und einem kurzen Besuch des
Visitor Centers geht es auf die Hole-in-the-Rock-Road
Richtung Dry Fork Trailhead. Bis dort sind es
26 Meilen Schotterpiste und die ziehen sich ganz schön.
Vor allem im zweiten Teil werden wir gut durchgerüttelt,
insgesamt ist die Straße aber ganz gut
befahrbar nach der Trockenheit der letzten Tage.
Ausnahme vielleicht ein Abschnitt, wo Gips den Untergrund bildet.
Es gibt hier auch eine seitliche Umfahrung, auf dem Hinweg
brettern wir aber mittendurch,so dass das Auto hinterher ausschaut,
als hätten wir es in eine Puderdose geschmissen.
Absolut Pflicht auf dieser Straße: Fenster zu und Klimaanlage auf Umluft stellen!


HRR Gips


Parken1
 
 
Die letzten 1,7 Meilen nach dem Abzweig von
der HRR Richtung Parkplatz haben es dann aber doch in sich
und wir staunen nicht schlecht, als neben uns ein Coupé hält.
Die Insassen kommen aber auch aus Alaska
und sind wahrscheinlich noch ganz andere "Straßen" gewohnt.


Trailhead 
 

Trail
 

Was machen wir hier draußen?
Vom Dry Fork Trailhead aus erreicht man nach einem kurzen und für uns
nicht schwierig zu gehenden Abstieg ein
(zu dieser Jahreszeit) trockenes Flussbett namens Coyote Gulch.
Dessen Erkundung wäre an sich schon eine längere Wanderung wert,
ist aber nicht unser eigentliches Ziel.


Peek 1
 

Wir wollen in noch engere Canyons krabbeln, zum Beispiel in den Peek-A-Boo.
Der gehört zu den bekanntesten Slot Canyons überhaupt,
dummerweise steht aber bei unserer Ankunft genau davor eine große,
ungefähr knietiefe Pfütze.
Angenommen,wir würden diese überwinden, müssten wir uns noch eine
über zwei Meter hohe glatte Felswand hinauf hangeln,
um dann vor einer weiteren tiefen Pfütze zu stehen.
So berichtet es uns ein Amerikaner,
den wir vor dem Einstieg treffen und der gerade versucht
Socken und Schuhe zu trocknen. Erstaunlich daran ist,
dass es vor einer Woche das letzte Mal geregnet hat
und man in dieser Wüstengegend ja davon ausgehen müsste,
dass das Wasser rasch verdunstet. Dem ist aber nicht so.
Schade.


Spooky 9Spooky 10
Spooky 3


Statt uns im Peek-A-Boo einzusauen, entscheiden wir uns dafür,
mit dem Spooky Gulch den zweiten Slot
Canyon in direkter Nachbarschaft anzusteuern.
Der Weg dort hin ist leicht zu finden und so stehen wir
bald in dieser wahnsinnig engen Felsspalte.
Toll!


Spooky 11Spooky 12 
Spooky 7
 
 
Für den Spooky Gulch sollte man unbedingt so wenig Gepäck wie möglich dabei haben.
Selbst unseren kleinen Rucksack muss ich beim Durchsteigen des Canyons
öfter abnehmen und an Conny durchreichen.
Ein all zu dicker Bauch wäre ebenfalls extrem hinderlich
und so ist diese Tour nur  einigermaßen sportlichen Menschen zu empfehlen.
Ein italienisches Pärchen direkt vor uns bekommt
es wohl mit der Angst zu tun und macht kehrt.
Hinter uns ist aber noch eine kleine Gruppe mit einem Guide,
der an auf den ersten Blick schwer zu überwindenden Stellen gute Tipps hat.
Wir haben jedenfalls einen Riesenspaß
und sind uns jetzt schon einig, dass Spooky Gulch eines
der Highlights der Reise ist.


Spooky 8
 

Peek 2
 

Der Spalte an ihrem Ende entstiegen suchen wir
uns den Weg über ein Plateau zum Hintereingang des Peek-A-Boo.
Aber auch von der Seite kommen wir nicht all zu weit,
wir müssten uns derbe dreckig machen,
um den Canyon zu durchlaufen, und darauf haben wir keine Lust.
Also wieder raus, am oberen Rand entlang und schließlich
wieder die Klippe runter in die Coyote Gulch.


Peek 3
 

Gulch
 

Dry Fork
 
 
Der Parkplatz oben heißt ja "Dry Fork Trailhead",
also gibt es hier auch eine Dry Fork, nämlich einen weiteren Canyon,
in den wir jetzt hineingehen. Auch ganz hübsch,
wenn auch natürlich nicht so eng und verwinkelt.
Nach gut einem Kilometer steigen wir wieder aus
der Dry Fork und gehen querfeldein Richtung Parkplatz.
Die Orientierung in der Gegend ist ziemlich einfach,
weil man oben am Rand der Höhe die Autos parken sieht.


View


Rocks
 

HRR

 
Zurück am Parkplatz genießen wir noch einmal die
herrliche Aussicht und machen uns dann wieder auf
Richtung Escalante. Conny hatte in einem Guide was
von Dinosaurier-Spuren an irgendeinem Felsen in der
Nähe des 20-Mile-Wash gelesen. Einen entsprechend markierten Abzweig
von der HRR finden wir auch, aber der Weg wird im
weiteren Verlauf dann doch in seinem Zustand ein wenig unabsehbar,
so dass ich gegen Connys Protest entscheide umzudrehen.
Immerhin gibt es ja mit Devil's Garden noch ein Ziel anzusteuern.


DG 1


dg 2
 

DG 3
 

DG 4
 
 
An einem der schönen Picknickplätze am Devil's Garden
rasten wir eine Weile und klettern dann kreuz
und quer zwischen den knubbeligen Felsen herum.
Auch wieder eine ganz tolle Ecke hier, absolutes
Must-See! Das Wetter ist natürlich auch perfekt
und so lasse ich die Speicherkarte ordentlich glühen.


DG 5


DG 6 
 

DG 7
 

DG 8
 

Außer Fotografen begegnet man hier auch Malern.
Die haben sich mit ihrer Staffelei jeweils ein schattiges Plätzchen gesucht.
Was besser auch das italienische Paar von heute Morgen getan hätte,
 denn die beiden haben mittlerweile die Farbe von gekochtem Hummer angenommen.
Tut schon beim Anschauen weh.
Ich bin jedenfalls froh, mir noch eine Sonnencreme mit LF 30 gekauft zu haben.
 Farbe bekommen wir trotzdem - immerhin sind wir in
 Escalante der Sonne über 1.700 Höhenmeter näher als daheim am Rhein.
 Nachdem wir uns den Staub vom Körper geduscht haben,
 geht es zum Abendessen ins Cowboy Blues Café.
Wir hätten auch mal das Circle D Restaurant gecheckt,
dort hat aber eine Adventure Tour von REI
die Terrasse komplett in Beschlag genommen.
 Da wir uns nicht ganz sicher sind, wie weit die Straße hinauf
sich das Cowboy Blues befindet, fahren wir mit dem Auto los.
Zwei Häuser weiter parken wir dann auf der anderen Straßenseite.
Das ging fix.


Steak1
 
 
Auf den ersten Blick macht der Laden zwar nicht viel her,
 die Ausstattung ist einfach und nur mit ein paar Cowboy-Accessoires gepimpt.
Burger und Steak sind aber in Ordnung
(wenn auch etwas zu durch) und die Getränkekarte lässt keine Wünsche offen.
 Kann man hingehen.


Dinnerparty
 
 
Zurück am Circle D warten dann schon Petra
 vom USA-Stammtisch und Birgit darauf zum Abendessen ins,
richtig, Cowboy Blues zu gehen.
Da schließen wir uns doch noch mal an.
Für ein Bud und einen Daiquiri haben wir allemal Platz gelassen
 und so plaudern wir sehr nett über allerlei USA-Erlebnisse.
Als Vorletzte verlassen wir den Laden -
was in Escalante aber noch nicht um die Nachtruhe fürchten lässt:
um 21 Uhr werden die Bürgersteige hochgeklappt.
 



Gefahrene Meilen: 68


Tag 7 24.09. Escalante: Neon Canyon
 
An Zimmer 7 im Circle D ist heute Morgen um 8 Uhr
noch kein Lebenszeichen zu vernehmen - Petra und
Birgit schlafen also aus. Würde ich auch,
wenn ich nach mehreren Nächten bei zwei Grad im Auto mal
wieder ein Hotelbett unter dem Hintern hätte.
Also machen wir uns zu zweit auf zum Neon Canyon.
Die Golden Cathedral ist das Ziel,
die längste geplante Wanderung für diesen Urlaub.
Wir holen uns ein Frühstück im Outfitters und machen
uns wieder ab auf die Hole-in-the-Rock Road. Bis
zum Abzweig zum Egypt-Trailhead ist die ja super befahrbar.
Die ersten drei, vier Meilen auf der Egypt
Road sind dann noch besser.
Ich lasse uns schön durch den Sand driften - bis irgendeine
Traktions-Kontrolle meckert. Tschuldigung.

 
road4

 
Das letzte Stück der Road spottet dann eigentlich jeder Beschreibung,
es geht über blanken Fels, durch ein Bachbett und über knietiefe Schlaglöcher.
Aber die Straße kann noch so schlecht sein, am Parkplatz
steht dann doch irgendein Wahnsinniger mit PKW.
Aber dazu später mehr.


trail start


Gegen 9:30 Uhr machen wir uns auf die Socken.
Pflicht für diese Wanderung: GPS. Was haben wir nicht?
GPS. So lassen wir uns von allerlei Steinmännchen
schön vom kürzesten Weg abbringen.
st aber auch ein bisschen tricky, weil die Wegbeschreibung,
 die man am Visitor Center bekommt und die daher wohl die
meisten Ami-Hiker nehmen, einen anderen Weg beschreibt,
als den direkt zur Düne, die zum Escalante River hinunterführt.
Ich habe die Beschreibung von Fritz Zehrers Website
dabei und die gibt zusammen mit einem Gelände, das nicht viele Wegmarken hat,
relativ wenig her - womit ich keinesfalls die
hervorragende Arbeit kritisieren will, die sich Fritz mit seiner Seite macht.
Speziell hier wäre eben ein GPS-Gerät hilfreich gewesen.


schatten1
 
 
Schließlich beherzigen wir den Hinweis,
man solle sich rechts vom vermeintlich leichter zu gehenden
felsigen Gelände halten, und finden den Abstieg zum Fluss.
Puh, erstmal Pause machen.


Escalante view 1

 
Escalante view 2
 

Escalante ufer
 
 
Unten am Ufer wechseln wir die Schuhe
(bzw. Conny, die ihr zweites Paar vergessen hat, stellt auf barfuß um),
tapsen durch den Schlamm eines
halbtrockenen Seitenarms und steigen schließlich vorsichtig
in das erfrischend kalte, aber nur 20 Zentimeter tiefe Wasser des Escalante.


escalante querungcanyon

 
Nach der Flussquerung sind wir im Neon Canyon und
der Rest des Weges ist ein Kinderspiel.
Wir müssen nur dem Verlauf der Schlucht folgen.
Die präsentiert sich nicht ganz so idyllisch wie in mancher
Beschreibung, sondern eher so als wäre neulich erst
eine größerer Flash Food durchgerauscht:
überall Felsbrocken, umgeknickte Bäume und sonstiges Treibgut.
Beeindruckend sind die roten Felswände des Canyons trotzdem.


canyon wallgc 2
 
 
 Schließlich stehen wir in der Golden Cathedral,
einer riesigen Sandsteinkuppel mit zwei Löchern in der Decke,
davor ein brackiger Tümpel. Hmm,
irgendwie fehlt uns an dieser Stelle das Wow-Gefühl. So schön
wie auf den einschlägigen Fotos ist es hier nicht.
Selbst unsere Knipsi-Bilder sehen toller aus als die Realität.


gc
 

Wenn wir eine Viertelstunde früher hier gewesen wären,
hätten wir zwei Canyoneers beim Abseilen durch
das Loch in der Decke der Cathedral erleben können.
Sehr cool das. Den beiden gehört auch das Honda
Coupé auf dem Parkplatz. Ist ihnen selbst ein bisschen peinlich
und ich verstehe bis jetzt nicht,
wie  die das mit der Karre zum Trailhead schaffen konnten.


echse
 

spuren
 

frog


kaefer 


spider
 
 
Nach einer guten halben Stunde machen wir uns auf den Rückweg.
Die letzte Erfrischung ist die Flussquerung,der Rest die Hölle!
 Beim Weg durch den Sand die Düne rauf wird mir klar,
warum die Sahara sich bisher nicht als Top-Hiking-Location hat durchsetzen können.


sand1
 
 
Danach geht es zwar durch eine faszinierende Felsenlandschaft,
aaaber: die Sonne bratzelt uns genau ins Gesicht,
der Weg ist bestenfalls zu erahnen und als Krönung
steht der Anstieg eine Felswand hinauf zum Parkplatz an.
Vor uns schleppt sich das Paar aus der Golden Cathedral mit dem ganzen
Kletter-Equipment auf dem Rücken die Serpentinen hinauf:
Respekt!


trailhead view
 

Nach sieben Stunden sind wir wieder am Auto und
freuen uns über eiskalte Getränke aus der Kühlbox.
Würde ich diese Wanderung noch einmal unternehmen? Nein.
Würde ich sie meinen Freunden empfehlen?
Auf keinen Fall. Im Ernst: Bei der Golden Cathedral ist nicht der Weg das Ziel
und das Ziel meiner Meinung nach den Weg nicht wert.
Aber gut, die Geschmäcker sind verschieden.
Einigkeit in Sachen Geschmack herrscht dann abends
bei der Pizza im Outfitters. Zusammen mit Volker a.k.a. Lala und Uli
leeren wir ein paar Pitcher und hören
von zwei Schweizern, dass Petra und Birgit
am Volcano aus tiefem Sand gerettet werden mussten.
Aber Ende gut, alles gut.
 Das gilt auch für diesen Tag.
 


Gefahrene Meilen: 62


Tag 8 25.09. Escalante - Capitol Reef - Moab
 
Heute geht es nach Moab, es heißt also Abschied nehmen
von Escalante. Hat uns gut gefallen.
Der Durchreisende sieht von dem kleinen Ort ja nur ein paar Motels,
Tankstellen, Restaurants und Läden,
zur Erkundung des Grand Staircase eignet sich Escalante
aber hervorragend. Da wir auf unserer Liste
für diese abgelegene Ecke der USA in den letzten Tagen
nur die wichtigsten Ziele abhaken konnten,
werden wir ganz sicher in nicht all zu ferner Zukunft
hier mal wieder Station machen.
Falls das Grand Staircase Escalante National Monument
irgendwann mal zum Nationalpark erklärt werden sollte, ist meine
Prognose eh, dass Escalante das zweite Moab wird.
Wenn sie genug Wasser haben.


12 1


12 2
 

12 3


12 4

 
Der Abschied von Escalante fällt etwas leichter,
wenn man weiß, dass die Fahrt heute Morgen über den
Highway 12 geht. Der hat als "Scenic Byway"
sozusagen nationale Relevanz und wird mittlerweile sogar
als "All American Road" vermarktet.
Schöner geht's also gar nicht.
Wenn man jemanden so richtig mit
dem USA-Virus anfixen will, muss man ihn nur über
diese Traumstraße schicken. Und Bonus zu dieser
Jahreszeit: die Herbstfarben in den höheren Lagen.
Einfach nur wunderschön!


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breakfast 1


breakfast 2 


Nach 100 Kilometern erreichen wir Torrey und hier
wird es höchste Zeit fürs Frühstück. Das haben wir
in Escalante ausfallen lassen, als ich mich erinnerte,
dass man ja im Capitol Reef Inn superlecker
frühstücken kann. Wir werden denn auch nicht enttäuscht,
es hat sich gelohnt mit leerem Magen bis Torrey zu fahren.


c reef sign


c reef 1


c reef 2


c reef 3

 
Derart gestärkt machen wir uns auf in den Capitol Reef National Park.
Wanderprogramm haben wir heute keins nach dem anstrengenden Tag gestern.
Also besuchen wir einfach nur das Besucherzentrum und fahren
den 10 Meilen langen Scenic Drive. An dessen Ende
führt eine Dirt Road in die Capitol Gorge.


c reef 4


c reef 5


c reef 6

 
Vom Picknickplatz aus laufen wir ein bisschen in die tiefe Schlucht hinein.
 Seit der vorletzten Jahrhundertwende und bis zur Fertigstellung des
Highway 24 entlang des Fremont Rivers weiter nördlich
im Jahr 1964 war die Gorge die wichtigste Passage
durch das gigantische Capitol Reef.
Allerlei Reisende haben sich in den Wänden verewigt -
und damit einige Petroglyphen der Fremont Indianer ruiniert.
Neue Graffiti in den Stein zu ritzen ist denn auch mittlerweile verboten.


c reef 9


c reef 11


c reef 12


c reef 13


c reef 14

 
Auf dem Trail ist ziemlich viel los und da wir
heute keine Lust zu laufen haben, drehen wir bald um
und machen uns an die Rückfahrt über den Scenic Drive.


fruita schoolhouse
 

Wieder auf dem Highway 24 halten wir noch am
alten Schulhaus der Siedlung Fruita und den bekannten
Petroglyphen in direkter Nachbarschaft.


fruita petros 1
 

fruita petros 2

 
Wurden die wirklich als Zielscheiben benutzt?
Sieht so aus. Idiotisch.


24

 
Von der weiteren Fahrt Richtung Moab gibt es nichts zu berichten.
 Geht halt lange gerade aus durch mal mehr, mal weniger pittoreske Wüste.


junction

Das von uns gebuchte Holiday Inn Express in Moab liegt gleich rechts,
nachdem man den Colorado überfahren hat.

 



Damit übernachten wir nur ein paar hundert Meter
neben der  riesigen ehemaligen Müllhalde für radioaktiven Abfall
aus dem Uran-Bergbau, dessen Welthauptstadt Moab vor 50 Jahren  war
Jetzt wird das Ganze mit Milliarden-Aufwand saniert.
Nicht umsonst versprach man sich von der
Atomindustrie eine strahlende Zukunft.
Bitte schön. In Moab wird die gerade abtransportiert.
Das Hotel macht einen prima Eindruck,
ist allerdings auch nicht ganz billig.
Da wir ja aber übers Wochenende in Moab bleiben und früh absehbar war,
dass die Stadt ausgebucht sein würde, haben wir das
HIE schon vor Monaten reserviert und nicht
auf irgendwelche Last-Minute-Schnäppchen spekuliert.
Das einzige, was mir an unserem Zimmer auf Anhieb nicht gefällt,
ist der geringe Stauraum. In den beiden
Queen Size Betten könnten ja bis zu vier Personen übernachten,
da würde man etwas mehr als eine
Kommode mit drei Schubladen und eine Hutablage erwarten.
Kühlschrank wäre auch super, aber so lange es
eine Eismaschine zum Auffüllen der Kühlbox gibt...
Jetzt stecken wir erstmal einen Riesenberg Wäsche
in gleich zwei Maschinen und gehen anschließend zu Pasta Jay's.
So einen guten Italiener findet man selbst daheim nicht überall.
Großartig und unbedingt zu empfehlen.




Gefahrene Meilen: 240
Unterkunft: Holiday Inn Express, 133$ + Tax


Tag 9 26.09. Moab: Negro Bill Canyon - Manti La Sal Mountains
 
Die Nacht im Holiday Inn Express ist erstaunlich ruhig.
Bei so ausgebuchten Hotels, wo auch der eine oder andere
Reisebus abgefertigt wird,ist ja gerne mal Action auf den Fluren
aber nicht hier. Die Betten sind auch äußerst bequem -
fällt uns schon die ganze Reise auf, dass Hotel-Amerika anscheinend
komplett mit neuen Matratzen ausgestattet wurde...

Die Ruhe endet mit dem Frühstück.
Das ist beim HIE included und es gibt sogar
Cheese-Omelette mit Zubehör. Wobei wir uns fragen,
ob es Analog-Eier gibt.
Jedenfalls ist dieses ganze Junkfood Plunder
und Frühstücksräume in amerikanischen Hotels grundsätzlich zu klein.
Wollen wir uns nicht unbedingt jeden Morgen antun.


Colorado River

 
Wir tanken unseren Rav4 mal wieder voll
und biegen nördlich von Moab auf die 128 ein, die immer
schön am Colorado River entlangführt.
Ziel ist der Trailhead zum Negro Bill Canyon.
In dem hat einst ein früher Pionier seine Rinder gehalten und
da er der einzige Schwarze weit und breit war, ging dieser
Pionier unter dem Namen "Negro Bill" in die Geschichte Moabs ein.
Na ja,  nicht ganz: bis in die Zeit
der Bürgerrechtsbewegung erinnerte man sich an Bill unter
einem politisch noch unkorrekteren Namen...
Jedenfalls wartet am Ende des Trails die Morning Glory Bridge,
eine Felsbrücke von gewaltigen Ausmaßen.


Negro Bill Sign


Negro Bill Canyon

 
Die Wanderung ist so recht nach unserem Geschmack:
teils im Schatten, teils in der Sonne durch einen
schönen Canyon, es geht immer mal über einen Bach
und der Weg ist leicht zu finden. Die Idylle wird
nur durch die Arbeiter des Bureau of Land Management
(BLM) gestört, die mit Motorsägen das Ufer von
Tamarisken befreien. Das tun sie praktisch den gesamten
Lauf des Colorado und seiner Zuflüsse in
Südutah entlang - eine Sisyphos-Arbeit, denn die einst
zum Schutz der Uferböschungen ausgesetzten
Pflanzen haben einfach alles zugewuchert.
Immer wieder die gleiche Geschichte: kleiner Eingriff ins
Ökosystem, große Wirkung...


Morning Glory Bridge View


Nach etwa drei Meilen sieht man die Bridge am Ende des Canyons -
noch beeindruckender ist sie, wenn man drunter steht.
Und gar nicht so leicht aufs Foto zu bekommen.
 Toll!


Morning Glory Bridge

Plötzlich kommt neben uns ein Seil runter
und kurz darauf krabbelt tatsächlich jemand über die Kante
der Bridge und seilt sich ab. Wahnsinn!
Mich würden da keine zehn Pferde zu bringen.


Abseilen 1


Abseilen 2


Weil eine Person am Seil noch nicht spektakulär genug ist,
gibt es das Ganze auch noch im Parallelflug.
Als die kleine Gruppe dann unten angekommen ist,
machen sich oben schon wieder die
nächsten Mutigen bereit. Scheint eine sehr populäre Tour zu sein.


Abseilen 3


Der Rückweg durch den Negro Bill Canyon läuft sich
dann genauso angenehm wie der Hinweg, auch wenn es
langsam richtig warm wird. Die Temperaturen sollten
heute über die 90-Grad-Marke klettern. Jede Menge
Leute kommen uns jetzt entgegen. Ist ja immer lustig,
die Wanderer zu vergleichen: die einen sehen
ganz standesgemäß aus in ihren Columbia- und North Face-Klamotten,
bei anderen denkt man, sie wollten
eigentlich ihr Glitzertop in die Mall ausführen.
Den Vogel schießt aber ein Trio von Joggern ab, das
uns auf dem Weg entgegenkommt. Geht's noch?
Man muss doch nicht auf einem 30 Zentimeter breiten Trail,
der durch einen Canyon führt, joggen. Immer wenn man denkt,
man hätte schon alles gesehen...


Castle Valley

 
Weiter geht es die 128 am Colorado entlang,
an den Weinbergen der Castle Creek Winery vorbei bis zum
Abzweig ins Castle Valley. Hier beginnt die Loop Road
durch die Manti La Sal Mountains und die nehmen wir uns jetzt vor.


La Sal Sign


La Sal 2


La Sal 3


La Sal 4


Was sich von unten schon andeutet:
der Indian Summer ist in den Bergen angekommen.
Die Espen mit den strahlend weißen Stämmen haben
herrlich gelbe Blätter, die Eichen gibt es in den
Ausgaben orange, rot und braun. Traumhaft.


La Sal 5
 
 
So cruisen wir ein paar Stunden durch diese
Berge und nehmen auch die eine oder andere Gravel Road
unter die Reifen, z.B. die zum sehr idyllischen Oowah Lake.


La Sal 6


La Sal 8
 

La Sal 9
 
 
Die höchsten Gipfel sind über 3.800 Meter hoch,
mit dem Auto kommt man auf knapp 3.000. Das
erstaunlichste ist, wenn sich der Blick Richtung
Canyonlands öffnet und man sich wieder bewusst wird,
dass da unten ja Wüste ist, während man gerade an einer
lauschigen Waldlichtung vorbeikommt.
Die La Sal Mountains sehe ich ab sofort als
Moab-Pflichtprogramm, vor allem im Herbst.


La Sal 10
 

La Sal 11
 

Zum Abendessen geht es in die allseits gelobte Moab Brewery.
Erstaunlicherweise haben wir schon nach
fünf Minuten einen Tisch und nach einem Ale
zum Warm-Up lasse ich mir den Sampler mit zehn
verschiedenen Biersorten bringen, die hier gebraut werden.
Neun Sorten gibt es immer in der Brewery,
dazu kommt das aktuelle Special: Kölsch.
Schmeckt wie aufgelöster Honig. Wie die Biere überhaupt sehr
eigenwillige Geschmäcker haben. Aber interessant.
Lustig auch, dass Pilsener hier ein "German-style
Lager" ist. Aha. Ich bleibe in Moab beim Ale.
Das Lizard, das Dead Horse und das Derailleur Ale sind
alle gut trinkbar.


Beers
 
 
Nach den 10 Bier ist man gut voll, das finale
Stout bekomme ich einfach nicht mehr runter. Nebenbei
habe ich ja auch schon ein Full Rack Ribs im Magen verstaut. Uff!
 Als Verdauungsspaziergang drehen wir eine Runde
durch die Souvenir-Läden und hüpfen zurück im Hotel noch in den Pool.
Wo wir den um die Uhrzeit schon mal für uns allein haben...
Der Hot Tub hier ist übrigens so was von hot - hat bestimmt 40 Grad.
Aber entspannt ungemein.



Gefahrene Meilen: 90


Tag 10 27.09. Moab: Potash Road - Island in the Sky
 
Die Biere von gestern Abend haben keine Spätfolgen,
bin um halb acht fit wie ein Turnschuh. Nach dem
Frühstück (statt Cheese Omelette gibt es heute Rührei und Bacon,
gar nicht schlecht) folgen wir dem
Colorado flussabwärts Richtung Potash-Factory.


Colo River
 

Petros 1


Petros 2


Petros 3

Am Straßenrand gibt es mal wieder Petroglyphen
und Dinospuren zu entdecken. Ich frage mich an dieser Stelle,
was die Indianer dachten, wenn sie solche Monsterspuren im Stein fanden.
Fanden sie die überhaupt oder sind die eine Entdeckung der Neuzeit?


Dinotracks


arches2
 
 
Den ersten längeren Stopp legen wir ein für die
Wanderung zum Corona und zum Bowtie Arch. Angenehm
kurz (ca. 40 Min. one-way), wunderschön und mit
einem grandiosen Ziel. Gefällt uns sehr gut.


trail1


bowtie arch 
 

corona arch
 
 
Lustig das Gesicht, das hinter dem Arch im Fels wacht.
Das kann aber auch nicht das Erscheinen einer
unheimlich lärmenden Familie verhindern.
Wir könnten noch den Pinto Arch erklettern, begnügen uns aber
damit, den auf dem Rückweg nur von Ferne anzuschauen.
Auch ganz schön.


pinto arch
 

colorado view
 

potash factory

 
Weiter den Colorado runter. Am Ende der Asphaltstraße
geht es auf die Potash Road. Ich hatte ja die
naive Vorstellung, dass die in etwa mit der Hole-in-the-Rock
vergleichbar sein könnte, was
Beschaffenheit und Zustand angeht. Aber weit gefehlt!
Ist teilweise echt grenzwertig. Mit PKW
definitiv nicht machbar - auch wenn es sicher Verrückte gibt,
die das probieren. Wir sehen heute aber keine.


potash rd 1


potash rd 2 
 
 
Immerhin werden wir mit herrlichen Aussichten
auf den Colorado tief unter uns belohnt.


potash rd 3

 
potash rd 4


Irgendwann führt die Potash Road dann in den Canyonlands National Park.
Am katastrophalen Zustand der "Straße" ändert das nichts.
Der Witz des Tages ist für mich dieses Schild:


potash speedlimit
 

Schließlich kraxeln wir mit unserem Auto den steilen Shafer Trail hinauf.
 Kaum zu glauben,dass diese Road mal für Lastwagen angelegt wurde.
Wenn man sie wie wir von unten fährt, hat man es danach
immerhin geschafft. Von oben kommend wird es auf
der weiteren Fahrt Richtung Moab ja nicht besser.
Muss ich nicht noch mal haben.


shafer trail view 2
 

shafer trail view
 

Wir statten wie üblich dem Visitor Center
des Nationalparks einen Besuch ab und klappern danach die
diversen View Points im Island in the Sky Disctrict des Parks ab.
Leider ist die Sicht nach Südwesten sehr diesig, beeindruckend ist der Blick in
diese Canyon-Landschaft trotzdem.


mesa arch
 
 
Super gefällt uns der Mesa Arch - nicht umsonst
ein unglaublich beliebtes Fotomotiv.
Aber eben auch sehr weit draußen von Moab.
Um das perfekte Foto zum Sonnenaufgang zu machen,
muss man schon verdammt früh aufstehen. Haben wir nicht vor,
schließlich sind wir im Urlaub.


grand view

 
An einem Aussichtspunkt höre ich, wie eine ältere Amerikanerin
zu ihrem Mann sagt: "Oh look, see that
lake? I wonder if you could go swimming in there?"
Yeah, right...
Das weckt den Klugscheißer in mir und ich erkläre ihnen,
dass die blau schimmernden Becken
da unten der Pottasche-Gewinnung dienen.
Nix swimming!


coyote
 
 
Vom Grand View Point aus fahren wir schließlich zurück nach Moab.
Wir sind ziemlich geschlaucht von dem Ritt über die Buckelpiste
 und der schwülen Hitze.Zum Dinner wollen wir dann nicht schon wieder nach
 "Downtown" fahren und checken Buck's Grill House
gleich neben unserem Hotel - das sich als tolles Restaurant herausstellt!


bucks steak
 
 
Was auf dem Foto zu sehen ist, summiert sich
auf die stolze Rechnung von 89$ (inkl. Service),
aber die Steaks sind es absolut wert.

Dazu ein sehr guter Service, schöner Garten - nice one!
 
Gefahrene Meilen: 86


Tag 11 28.09. Moab: Arches

Wir haben entschieden, ein paar Tage länger als
ursprünglich geplant in Moab zu bleiben.
Eigentlich wollten wir nach vier Nächten nach Cortez fahren
und dann über Durango und Silverton die Rocky Mountains erobern.
Da aber eine Kaltfront angekündigt ist, die in Moab vielleicht Regen,
in den Bergen aber einen heftigen Temperatursturz
mit Schnee und Eis bringen soll, dürfte es nicht die schlechteste
Idee sein, diesen Wetterwechsel in Moab abzuwarten.
Genug auf dem Zettel haben wir hier allemal und so
auch Zeit, die nächsten Tage ganz entspannt anzugehen.


arches sign


Das Wochenende ist vorbei. Damit leert sich Moab
etwas und wir können es wagen, den Arches National
Park zu besuchen. Da waren wir natürlich schon mal,
aber da war das Wetter nicht so dolle. Heute mit
sieben Sonnen am Himmel ist es perfekt.


Arches park av


arches gossips1


arches courthouse


Auch beim wiederholten Besuch sind die Formationen
im Nationalpark toll anzuschauen. Rote Felsen in allen Variationen.


arches eden


arches road


arches turet


arches turet back


In die Windows Section haben wir es beim letzten
Besuch nicht geschafft. Ein kurzer Spazierweg führt
zum Turret Arch, zum North und zum South Window.
Und weil hier doch einiges an Volk unterwegs ist,
kriegt man die Windows gar nicht so leicht ohne Menschen vor die Linse...


arches walk


arches windows


Der größte Trubel herrscht am Double Arch.
Und: man spricht deutsch... 


arches elephants


arches double1


arches close


Ich muss beim Double Arch immer an den jungen Indiana Jones denken,
der hier auf der Flucht vor Schatzräubern auf ein Pferd springt,
durch die Prärie reitet und dann auf einen Zug springt.
Hollywood...


lions


Mein Lieblings-Rat des Tages: Fight back.
Was sonst?


arches delicate


Delicate Arch vom gleichnamigen View Point aus gesehen.
Den wollen wir uns zum Sonnenuntergang noch
mal von der anderen Seite anschauen.
Und weil es langsam echt heiß wird,
machen wir erstmal Pause mit Arches.
Im bestens sortierten City Market in Moab –
hier könnte ich ja Stunden verbringen - decken wir uns mit
Picknick-Fressalien fürs Abendessen ein und chillen
dann erstmal ein bisschen im Hotel. Am späten
Nachmittag geht es zurück in den Park zu besagtem Delicate Arch.


da 1


Das Panorama da oben ist großartig.


da crowd


Natürlich hat sich schon jede Menge Volk zum anstehenden Schauspiel versammelt.
Womit man sich ja auf jeden Fall unbeliebt machen kann: zum besten Licht
in den Arch latschen, sich da vom Freund fotografieren lassen,
noch ein bisschen rumhocken...
Das Murren in der Herde wird lauter bis sich irgendwann jemand traut
 "Move" zu rufen.
Dann stimmen alle ein. Lustig.


da 2


da 3


da 4


Leider haben sich am westlichen Horizont ein paar
Wolken an den Himmel geschoben.
Hinter denen geht die Sonne einen Tick zu früh unter.
Ist aber trotzdem ein wunderschönes Erlebnis und wir bleiben noch
eine ganze Weile sitzen.


da 5
 

Auch nach Sonnenuntergang kann man den
Arch im nachglühenden Abendlicht fotografieren.


balanced rock1
 

Den Weg zurück leuchtet uns dann der Mond und
meine kleine Taschenlampe, während die Wüste ringsum zum
Leben erwacht. Unzählige Grillen zirpen, die Sterne funkeln - sehr schön.
Der Balanced Rock schläft aber schon...



Gefahrene Meilen: 76



Tag 12 29.09. Moab: Little Wild Horse Canyon

Heute fahren wir zum Little Wild Horse Canyon. LWHC?
Der liegt doch 100 Meilen zurück Richtung
Hanksville! Stimmt. Aber obwohl wir schon mal dort gewesen sind,
steht der Canyon immernoch ganz oben
auf Connys Wunschliste und wo es um Moab ja keine Slot Canyons gibt,
fahren wir eben noch mal da raus.
Zieht sich ja auch so gar nicht die Fahrt...


lwhc anfahrt


Kurios: an der Zufahrt vom Highway 24
Richtung Goblin Valley State Park ist eine Baustelle.
Eigentlich einfach nur ein Stück Gravel Road,
aber vorne und hinten steht jeweils ein Flagman.
Der hält ab und zu den Verkehr an, wenn von der
Gegenseite ein schwerer Truck kommt und klärt darüber auf, dass man auf
die Baufahrzeuge achten soll (es gibt hier genau drei davon!),
auf den Gegenverkehr aufpassen muss
(den er ja eh meist aufhält) und unbedingt rechts fahren soll
(hmm, klar...). Wir fühlen uns gleich viel sicherer.
Das letzte Stück zum Goblin Valley ist frisch asphaltiert,
zum LWHC raus ganz gute Dirt Road.


goblin sign
 

lwhc sign


lwhc einstieg
 

lwhc conny


lwhc 3 


Eigentlich wollen wir den Rundweg laufen über
den Bell Canyon zurück. Daraus wird aber nichts, weil
wir den Abzweig nicht finden. Bzw. 
wahrscheinlich laufen wir schon richtig,
ist uns dann aber zu unwegsam. Der Canyon sieht da hinten aus,
als wären mehrere Felsstürze runtergekommen.
Also gehen wir einfach nur in den LWHC rein und
auf gleichem Weg wieder raus. Gefällt uns aber trotzdem wieder super,
dieser Canyon ist einfach so abwechslungsreich - toll!


lwhc 1


lwhc2lwhc 4


lwhc olilwhc stripes


Nicht so toll ist der immer stärker aufkommende Wind.
Ist teilweise wie Duschen mit dem Sandstrahler.
Deshalb lassen wir dann auch das Goblin Valley liegen.
Würde einen glatt von der Prärie fegen.


dirtroad


unterwegs
 

Nach 3 Stunden im LWHC fahren wir die 100 Meilen zurück nach Moab.
Hier checken wir im Ramada ein, das für die nächsten drei Nächte gebucht ist.
Die Vorteile gegenüber dem Holiday Inn Express:
nagelneue Zimmer, mitten in der Stadt, State Liquor Store gegenüber,
Kühlschrank auf dem Room und ein Outdoor-Pool.
In den springe ich denn auch gleich mal rein.


ramada room


ramada pool 
 

Zum Abendessen kehren wir wieder bei Pasta Jay's
ein und sitzen am gleichen Tisch auf der Terrasse wie
die Tage schon. Essen und Wein sind wieder super
und zum Hotel sind es nur zwei Blocks zu Fuß.



Gefahrene Meilen: 201


Tag 13 30.09. Moab

Für heute ist der große Wetterumschwung angesagt -
so liest sich die offizielle Vorhersage:

... WINDY TODAY AND MUCH COLDER TONIGHT...
.A STRONG COLD FRONT PUSHES ACROSS THE REGION
THIS AFTERNOON AND TONIGHT... PRODUCING STRONG AND GUSTY
SOUTHWEST WINDS. ONCE THE FRONT DOES MOVE THROUGH...
MUCH COLDER AIR WILL FILTER THROUGH THE REGION...
BRINGING A SEASON ENDING KILLING FROST TO MANY
LOW LYING SHELTERED AREAS ACROSS THE LOWER VALLEYS OF
WESTERN COLORADO AND EASTERN UTAH.

Schon in der Nacht bläst ein heftiger Wind ums Hotel.
Auch ein paar Regentropfen sind dabei. Unser
Auto ist heute Morgen so sauber wie seit zwei Wochen nicht mehr.
Von einer größeren Regenfront, wie
noch vor ein paar Tagen angekündigt,
sollten wir aber verschont bleiben.


north window
 

Wegen des potentiell unbeständigen Wetters nehmen
wir uns nichts Großes vor und gehen den Tag ganz entspannt an.
 Frühstück gibt es im benachbarten "Pancake Haus".
 Ganz okay, aber nichts Besonderes und
noch dazu ziemlich teuer. Dann geht es ins Arches Visitor Center,
um noch ein paar Bücher und Souvenirs zu erstehen.
Dort erinnert mich ein Bild daran, dass man den Turret Arch durch das North
Window fotografieren kann. Habe ich nicht dran gedacht,
als wir vor zwei Tagen dort waren. Und weil
wir nichts Besseres zu tun haben und die Sonne gerade so schön scheint,
fahren wir noch einmal in die Windows Section.


moab 1
 

moab 2


moab 3 


Der Wind hat sich mittlerweile zum Sandsturm ausgewachsen.
Wir hatten erst überlegt, nördlich von Moab
auf Suche nach Dinosaurier-Knochen zu gehen,
aber bei dem Sturm kann man das vergessen.
Also zurück in die Stadt und ein bisschen bummeln und shoppen.
Den Rest des Mittags verbringen wir relaxt im Hotel:
ein kurzer Sprung in den Pool, lesen, dösen,
fernsehen. Seit Tagen unser Lieblings-TV-Sender:
Home & Garden Television. Den ganzen Tag geht es dort
um Hauskäufer, Makler, Mieter und Renovierer.
Das Strickmuster der verschiedenen Formate ist natürlich
immer das gleiche, aber wie erfährt man mehr über ein Land
als über die Menschen in ihren vier Wänden?
Super. Und wir kennen jetzt alle Arten von
„granite countertops“ und „hardwood flooring“.


fisher 1


fisher 2


fisher 3 


Nachmittags unternehmen wir dann immerhin
noch einen kleinen Ausflug, nämlich den Colorado
entlang Richtung Fisher Towers.
Richtig tolle Location zum Sonnenuntergang.


colorado sunset
 

colorado sunset 2
 

Praktisch mit dem letzten Tropfen Benzin rollen wir
dann zurück nach Moab, stopfen uns in der Brewery
voll und besuchen noch den Supermarkt. Morgen geht es in die Needles.
Zum Wandern dürfte es großartig
werden - endlich keine Hitze mehr und der
Wind soll sich dann auch gelegt haben.




Gefahrene Meilen: 90


Tag 14 01.10. Moab: Needles

Schon den zweiten Morgen hintereinander weckt mich
der Lärm draußen auf dem Parkplatz.
Der Motel-Stil des Ramada bedingt, dass man jeden Reisebus-Check-Out
direkt vor der Tür hat - und die schleusen hier jede Nacht einen anderen Bus durch.
Der schmeißt morgens um 7 Uhr den Diesel an, damit die Klimaanlage
auch schön warmlaufen kann. Dann werden die Koffer in den Laderaum geknallt.
Nach einer Stunde kehrt wieder Ruhe ein, denn dann ist das Ding vom Hof.
Normalerweise hätte ich mir da die Oropax in den
Gehörgang geschoben und nochmal an der Matratze gelauscht.
Heute Morgen wollen wir aber eh früh los,
denn es geht in die Needles und dahin ist es eine längere Fahrt.


canyonlands 1


canyonlands 2


Allein die Fahrt aber ist den Besuch dieses Teils
der Canyonlands schon wert: die 211 entlang des
Indian Creek ist eine der schönsten Scenic Routes im Südwesten.


newspaper rock sign
 

Dabei kommen wir auch am Newspaper Rock vorbei - gibt aber nix neues.


newspaper rock


canyonlands sign


Unser Ziel ist der Elephant Hill, Ausgangspunkt
für den Chesler Park Trail. Moab verlassen, ohne eine
unserer absoluten Lieblingswanderungen zu absolvieren,
ginge so gar nicht. Die Wanderung haben wir vor
drei Jahren schon einmal unternommen.
Damals war es erheblich wärmer als heute. 15°C, eine herrliche
klare Luft und strahlender Sonnenschein. Besser geht’s nicht.


needles 1


needles 2


needles 3


needles 4


needles 5


needles 6


Die Gegend mit den rot und weiß gestreiften
Felstürmen gefällt uns genauso gut wie beim letzten
Besuch. Nur zwei französische Frauen nerven:
erst holen sie uns in irrem Lauftempo ein, um dann genau
dort anzuhalten, wo wir gerade eine Pause einlegen,
und anschließend in unserem Tempo weiter zu gehen.
Da wir keine Lust auf Gesellschaft haben,
lassen wir sie am Beginn des Rundwegs auf dem Hochplateau
vorlaufen und biegen dann in die andere Richtung ab.
Schon können wir die traumhafte Landschaft wieder alleine genießen.


chesler sign


needles 7


needles 8


rattlesnake 

 
Plötzlich ein Aufschrei hinter mir 
Conny ist einer Klapperschlange begegnet und die hat direkt ihre
Rassel angeworfen. Hat funktioniert,
Conny hat sich fast zu Tode erschreckt. Komisch: mich hat die
Schlange einfach vorbeilaufen lassen...


joint trailjoint trail 2


Aufregend ist wieder die Passage durch die enge Felsspalte des Joint Trails.


needles 9


needles 10


needles 11


Nachmittags auf dem Rückweg kommen uns irre viele Leute entgegen.
Die wenigsten sehen so aus, als wollten sie hier draußen übernachten.
Oder als würden sie eine Nacht in der Wildnis auch nur
überleben. Na ja, nicht unser Problem.
Wir sind nach 5,5 Stunden wieder am Auto. War wirklich klasse.
Zurück in Moab gönnen wir unserem Rav4 eine Wäsche.
Sollten jetzt eigentlich keine Dirt Roads mehr kommen.
Schon vor ein paar Tagen haben wir einen
kleinen Besen gekauft, um wenigstens ab und zu mal
den Sand von der Ladekante zu fegen, damit wir uns nicht jedes Mal einsauen,
wenn wir den Kofferraum be- und entladen.
Jetzt rücken wir dem roten Sand mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe.


showerhead
 

Nach dem Auto ist es auch für uns Zeit für eine Dusche.
Im Ramada gibt es doppelte Duschköpfe.
Damit
kann man sich also beide Schultern gleichzeitig massieren lassen.
Kommt nach so einer Wanderung sehr gelegen.


pasta
 

Das Abendessen gestaltet sich dann kompliziert.
Wir wollen auf eine Pizza zu Zax, aber da ist wohl Family Night.
Geht zu wie im Ikea-Kinderparadies,nur die Bälle fehlen.
 Und für draußen auf der Terrasse, wo es etwas ruhiger ist,
ist es uns definitiv zu kalt.
Also landen wir wieder bei unserem
Lieblings-Italiener und ergattern zwei Plätze vor der Bar.
Großes Kino! Für die Tische sollten sie
Eintritt nehmen. Die ganze Küchen-Action in Fullscreen
und dazu noch freier Blick auf die 25köpfige
Reisegruppe, die gerade verköstigt wird.
Auch furchtbar: da hockt man den ganzen Tag in so einem Bus
aufeinander und wenn man dann abends eigentlich Freigang hat,
futtert man doch wieder mit allen
Mitreisenden das vorbestellte Standard-Menü.
Diese Art des Reisens ist für uns einfach unvorstellbar.
Amüsant auch die beiden Japaner am Nebentisch:
die versuchen der Bedienung klar zu machen, dass sie
mit dem üblichen Eiswasser so gar nichts anfangen können
und lieber heißes Wasser hätten um noch mehr
Tee aufzugießen. Bekommen sie aber nicht. Schade eigentlich.
Zurück im Hotel gibt es noch Grey's Anatomy und
eine Flasche Chardonnay aus Moab, danach wird gepackt.
Morgen verlassen wir Utah endgültig Richtung Colorado...

Gefahrene Meilen: 161





Tag 15 02.10. Moab - Sego Canyon - Colorado NM - Glenwood Springs

Zum Abschluss unseres Moab-Aufenthalts steht
noch ein Pflichtbesuch auf dem Programm - der am Dead Horse Point


dhpsp sign


dhpsp view
 

Das ist wirklich mal ein grandioser Aussichtspunkt!
Interessant auch, dass man praktisch die komplette Potash Road von oben einsehen kann.
So können wir nochmal verfolgen, wo wir vor ein paar Tagen
drübergehoppelt sind. Um 10 Uhr früh ist es noch
ziemlich ruhig am Dead Horse Point. Weit und breit
keine Reisebusse. So genießen wir in der Sonne und
in aller Ruhe unser mitgebrachtes Frühstück.


dhpsp tafel


dhpsp potash


dhpsp wildlife


Step
Dieses Foto muss sein, wiederholt Conny doch
Mantra-artig jeden Tag die Frage "Where is the wildlife?"
Dabei haben wir schon allerlei Viehzeug gesehen -
vom Dickhorn-Schaf bis zum Kojoten. Und die
Rattlesnake gestern war Conny eigentlich schon
fast ein bisschen viel Wildlife...


thompson main st


Weiter geht es dann nach Thompson Springs. Thompson Springs?
Nie gehört? Macht nichts. Der Ort ist auf
dem besten Wege eine Ghost Town zu werden.
Liegt nur eine Abfahrt von der Junction der 191 mit der
I-70 entfernt - und die Interstate ist denn
auch genau der Grund, warum der Ort tot ist.
Na gut, vor ein paar Jahrzehnten hat schon die Kohlemine zugemacht,
später Amtrak den Bahnhof geschlossen.
Die Autobahn führt nun ein paar hundert Meter an der Stadt vorbei -
und deshalb verirrt sich hier niemand mehr hin.
Nur eine Tankstelle gibt es noch - sonst nichts.


thompson motel


Besonders faszinierend an diesen Ghost Towns ist,
dass die Gebäude oft wirken, als hätten die Bewohner
fluchtartig alles stehen und liegen lassen.
Das ehemalige Café an der Main Street von Thompson Springs
sieht aus, als wären die Gäste gerade erst von der
Bar aufgestanden und im Thompson Motel stehen
teilweise noch die Möbel in den Zimmern.


petro 1


petro 2


petro 3


Fährt man von Thompson Springs nach Norden,
erreicht man den Sego Canyon - und eine der besten
Stellen, um Petroglyphen und Piktogramme verschiedener
Epochen zu studieren. Sehr faszinierend.


petro 4


petro 5


petro 6


Die ältesten Felszeichnungen stammen von einem Nomadenvolk,
das vor ca. 8.000 bis 2.000 vor Christus in der Gegend lebte.
Deren Figuren sehen ein bisschen aus wie Aliens.
Vielleicht sind ja damals welche
hier gelandet. Mehr davon findet man im
Horseshoe Canyon zwischen Green River und Hanksville
und weil der früher Barrier Canyon hieß, werden diese uralten
Malereien als "Barrier Style" bezeichnet.


petro 7


Spätere Indianervölker übermalten dann schonmal
die Galerien der Ur-Ur-Urahnen - eine Tradition, die
leider bis in die Neuzeit anhält.
Insgesamt sind die Petroglyphen aber erstaunlich gut erhalten und
neben dem Barrier Style findet man auch Zeichnungen
der Fremont und der Ute Indianer.


sego corral


sego farm


sego ghost 1


Ein Stück weiter den Canyon hinauf erreichen
wir die Ghost Town Sego. Auch hier wurde früher Kohle
abgebaut, allerdings nie besonders profitabel.
Mit dem Ende der Dampfloks in den 50er Jahren kam auch
für Sego das endgültige Aus, der Ort wurde aufgegeben.
Wasser gab es hier eh nie genug. Leider wurde
die Geisterstadt in den 70ern geplündert und in Brand gesteckt,
so dass heute nur noch zwei Gebäude und ein paar Grundmauern stehen.
Ein ebenso trauriger wie interessanter Ort.


sego ghost 2


sego ghost 3


sego ghost 4


sego specht


Erstaunlich viele Vögel leben im Sego Canyon -
auch eine Spechtfamilie, die sich über unseren Besuch nicht besonders freut.


col nm sign


"Nach diesem lohnenswerten Abstecher geht es für
uns weiter auf die I-70.


col nm road


col nm view 1


col nm view 2


 Die verlassen wir kurz nach der
Staatsgrenze in Fruita für einen Besuch des Colorado National Monument.
Mit dem Nationalpark-Ausweis kommt man für lau rein
und es gibt allerlei View Points anzusteuern.
Nach zwei Wochen in den Red Rocks
haut uns das Monument jetzt nicht gerade aus den Schuhen,
ganz nett zum Durchfahren ist es allemal.


col nm view 3


Im überraschend großen Grand Junction am Zusammenfluss
von Colorado und Gunnison River geht es dann
wieder auf die Interstate, die dem Colorado flussaufwärts
folgend eine tolle Canyon- und Gebirgslandschaft durchzieht.
 Unser Ziel heute ist Glenwood Springs,ein ganz hübsches Städtchen,
das als Tor zu den Skigebieten um Aspen dient und außerdem
das größte Freiluft-Thermalbecken der Welt
beheimatet. Sagen sie hier jedenfalls.
Ein bisschen kurios ist die Mischung aus Westernstädtchen und
Alpenromantik ja schon, aber durchaus einen Besuch wert.


glenwood pool


Kurz im Motel eingecheckt und dann der Empfehlung
des Chefs ins Restaurant Riviera gefolgt. Ganz stylisher Laden.
 Der Wein schmeckt, das frische Brot ebenfalls.
Dass Prime Rib aber nichts mit einem
gegrillten Steak zu tun hat, geht uns erst wieder auf,
als wir zwei riesige Lappen Braten vor uns
liegen haben. Nicht unsere Lieblingszubereitung von Rindfleisch,
aber der Hunger...

Unterkunft: America's Best Value Inn, Glenwood Springs, 93$ via Expedia

Gefahrene Meilen: 276



Tag 16 03.10. Glenwood Springs – Loveland

Den Thermal-Pool in Glenwood Springs besuchen wir nicht.
Scheint aber very beliebt zu sein.
Heute Morgen sind da schon wieder jede Menge Leute drin.
Um die 32°C Wassertemperatur kommen halt auch gut, wenn die Luft nur 7°C hat.
Ja, es ist kalt in den Bergen, aber dazu später mehr.


Glenwood motel
 

Wir checken recht zeitig aus unserem Motel mit den
"squeaky clean rooms" aus - war wirklich alles tiptop, wenn auch etwas old-school.
Bei den gesalzenen Hotelpreisen in Glenwood Springs zum Wochenende
war das Best Value Inn noch recht preiswert.
Mit Priceline war da jedenfalls kein Schnäppchen zu ergattern.


glenwood cafes


In einem sehr netten, szenigen Café im Ort
genehmigen wir uns ein kleines Frühstück,
statten dem örtlichen Target Supermarkt einen Besuch ab
und fahren dann auf der I-70 ein paar Meilen bis zum Exit
"Hanging Lake".


colorado 2

 
Die Autobahn geht hier entlang des Colorado
durch eine tolle Schlucht, dazu leuchten die Bäume in den schönsten Herbstfarben.


hlake trailhead

 
Der Hanging Lake ist eines der beliebtesten
Ausflugsziele in der Gegend – mir war er unbekannt bis ihn
Aljogi vom USA-Stammtisch vor ein paar Wochen in seinem Reisebericht erwähnte. 
Wir sind früh genug dran, um ohne Probleme einen Parkplatz am Trailhead zu ergattern.


hlake creek


hlake trail


hlake falls


Eine knappe Stunde klettern wir den steilen und
felsigen Wanderweg an einem klaren Gebirgsbach entlang
hinauf - dann stehen wir an einem kleinen See,
in den sich zwei Wasserfälle ergießen - ein Traum!


hlake


Conny findet sogar, das sei der schönste Ort, den sie je gesehen hätte.
Ich will da anderen tollen Zielen kein Unrecht tun, aber Top 5-verdächtig
ist der Hanging Lake auf jeden Fall.
Gut dass wir ihn auf dem Zettel hatten.


hlake oben


sprouting rock


Über einen kurzen steilen Pfad gehen wir noch
zum Spouting Rock. Hier kommt das Wasser aus dem Felsen,
das ein Stück weiter unten die Fälle in den Hanging Lake speist,
und man kann sogar dahinter in eine kleine Höhle steigen.


sprouting behindhlake unterwegs


Der Weg bergab ist recht angenehm.
Allerdings kommen uns ohne Übertreibung hunderte von Menschen entgegen.
Und je später der Tag, desto absurder das Schuhwerk.
Ohne Worte.Gucci-Stiefel sind nicht das Unpassendste...


colorado3


Vom nun völlig überfüllten Parkplatz wollen wir wieder
auf die I-70 Richtung Osten. Das kann man hier
aber nicht so einfach, denn wegen der Enge des Tals,
gibt es nur eine Auffahrt und die geht zurück Richtung Westen.
Zwei Exits weiter kann man dann wenden.
Ist aber alles eindeutig beschildert.


mountains 1


mountains 2


Aus den Bergbau-Städtchen entlang der sehr schönen
Strecke werden zunehmend Skiorte, darunter Vail mit seinen riesigen Hotels.
 Der Vail Pass schickt unsdann auf über 3.200 Meter - und damit sehen wir
erstmals Schnee nicht nur auf fernen Berggipfeln,sondern direkt am Straßenrand.


snow1
 

Noch mehr von der weißen Pracht gibt es dann auf dem Highway 40 Richtung Granby.
An zwei großen, vom hier gerade erst entsprungenen Colorado gespeisten Seen
vorbei erreichen wir den westlichen Eingang des Rocky Mountain National Park -
und jetzt ist es endgültig vorbei mit Sonnenschein.
 Genau über dem Park hängen diese grauen Dinger,
 aus denen es daheim immer regnet...ach ja, Wolken.
 Kennen wir gar nicht mehr. Seit zwei Wochen nicht gesehen.


rm pass


Auf über 3.700 Meter schraubt sich die
Trail Ridge Road durch den Nationalpark - und hier oben ist es
denn auch richtig, richtig kalt. 31°F um genau zu sein,
also knapp unter dem Gefrierpunkt.
 Conny bleibt ab jetzt im Auto sitzen.


frozen lake


cont div


Bei der Abfahrt nach Estes Park zeigen sich dann
die ersten Hirsche am Straßenrand und kurz vor dem
Parkausgang ist Megastau, weil jeder die großen Herden sehen will.
Denen macht es anscheinend auch wenig aus,
dass in ihren alten Weidegründen eine Stadt gebaut wurde
in Estes Park grasen die fast auf jeder Verkehrsinsel.


stau


Estes Park ist wahnsinnig überlaufen,
 schließlich steigt hier an diesem Wochenende das „Elk Fest“. Und
da die Hotelpreise uns unangemessen hoch erschienen,
haben wir in Loveland gebucht. Das ist noch mal
eine knappe Stunde von Estes Park entfernt.
 Aber immerhin führt die Fahrt durch die Schlucht des Big
Thompson River - und das ist denn mal wieder eine absolute Traumstraße.
 Zumindest, wenn die Sonne scheint. Darauf hoffen wir morgen.
Im Fairfield Inn, zusammen mit anderen sehr neu
aussehenden Hotels an einer riesigen Shopping Mall
gelegen, gibt es für die Gäste heute Hot Dogs
bis zum Abwinken für “umme”. Kommt uns nach der langen
Fahrt jetzt gerade recht. So sparen wir uns den
Restaurant-Besuch. Noch ein paar Runden im Pool und
einige Feierabend-Bierchen – das war’s für heute. War ein toller Tag!

Unterkunft: Fairfield Inn & Suites by Marriott, Loveland, 81$ via Priceline
Gefahrene Meilen: 265




Tag 17 04.10. Rocky Mountain National Park

Den heutigen Tag haben wir eigentlich komplett
dem Rocky Mountain National Park gewidmet - immerhin
schon der sechste Nationalpark auf dieser Reise.
Aber: erstens ist es ziemlich kalt, zweitens ist
Wochenende und der Park entsprechend voll und
drittens haben wir irgendwie so gar keine Lust mehr auf
längere Wanderungen. Gut, dass Punkt 1 hinreichend Grund liefert,
das Programm auf das Mindeste
einzudampfen. Bei Temperaturen von 6, 7°C und Schnee
an allen Wegen, kann man sich ja auch mal
zurückhalten...


bighorn 1


bighorn 2


bighorn 3


Nach dem inkludierten Frühstück im Fairfield (echt okay)
und einem Refill des Tanks rollen wir also
wieder durch den Big Thompson River Canyon Richtung Estes Park.
Top erzogen das Wildlife hier: steht direkt an der Straße
 und das Meilen vor dem Nationalpark.
Also widmen wir eine ganze Weile unseres
Morgens einer Herde Bighorn Sheep.


estes park


rm sign


Kurzer Stopp am Visitor Center für die üblichen
Souvenir-Käufe und dann nichts wie in den Park.
Übrigens haben wir gestern ziemliches Glück gehabt:
die Trail Ridge Road ist heute gesperrt.
Hat anscheinend in der Nacht ein bisschen Niederschlag
gegeben da oben und jetzt müssen die Schneepflüge
erstmal den Weg freimachen.
 DAS wäre gestern ein Umweg gewesen...


rm lake 1


rm chip 1


Wir entscheiden uns wenigstens so etwas wie die Pflicht-Wanderung
im RMNP anzugehen, die vom Bear Lake zum Emerald Lake.
 Am Trailhead ist schon der Teufel los.
Lustig wieder, wie unterschiedlich die Leute
ausgestattet sind: die einen sehen aus,
als wollten sie direkt auf den Longs Peak, die anderen sind
angezogen wie für den sonntäglichen Einkaufsbummel.
Wir bewegen uns irgendwo dazwischen. Zwei Stunden
an der frischen Luft sollten nicht gleich den Tod bedeuten.


rm peak
 

rm lake 2


rm lake 3


Insgesamt vier Bergseen gibt es zu erwandern und
je weiter wir kommen, desto geringer die Dichte der
Besucher. Zwei der Seen sind schon zugefroren.
Anscheinend den Herbst ausgelassen und gleich auf
Wintermodus gegangen. Immerhin: die Tierchen sind hier sehr agil.


rm chip 2


rm bird


Nach zwei Stunden sind wir dann doch einigermaßen durchgekühlt.
War aber durchaus eine nette Wanderung.
Unter der Woche auf jeden Fall zu empfehlen.
Und bei Sonnenschein sowieso.


rm meadows


elk 1


Unten im Tal haben schon einige Waipiti-Hirsche
(hier American Elk genannt) Position bezogen, die
besuchen wir nun. Sehr interessant die zu beobachten.
Vor allem wie viele Damen da auf einen Herren kommen...


elk 4


elk 2


Dieser Hirsch hat amourösen Notstand -und seine Weibchen
so gar keinen Bock auf Sex am hellichten Tag.
Den Unmut darüber tut er lautstark dem ganzen Tal kund...


elk 3


elk 7


elk 8


elk 9


elk 10


Einige Rivalen sind auch schon in der Nähe -
so richtig legen die aber wohl erst am späten Nachmittag
los. Dann sind wahrscheinlich auch die Mädels williger.
Besucher werden jedenfalls gebeten,
ab 17 Uhr nicht mehr auf den Wiesen zu wandern.
Nicht dass man da zwischen die Hirsch-Fronten gerät...


elk 5


Wir haben schon gegen 14 Uhr genug und machen
uns auf den Rückweg Richtung Hot Tub.
Unterwegs halten wir an einem Laden mit allerlei
Spezialitäten von den Farmen Colorados.
Mittlerweile hat ein fieser Nieselregen eingesetzt und
vor dem Store spricht uns ein Radfahrer an, ob wir ihn eventuell talwärts
nach Loveland mitnehmen könnten.
Kein Problem, im Kofferraum haben wir heute ja genug Platz,
um auch ein Fahrrad einzuladen.
So haben wir nette Gesellschaft auf dem Rückweg
und der Radler bedankt sich tausend Mal.
Wir besorgen noch ein paar Kleinigkeiten auf dem Weg ins Hotel,
dann wärmen wir uns im Whirlpool auf.
Super Sache!


steakhouse


dinner1


Abendessen gibt es im Lonestar Steakhouse gleich
gegenüber vom Hotel. Das Essen dort ist wirklich super
 kommt auf die Liste unserer Lieblings-Restaurantketten.

Gefahrene Meilen: 94




Tag 18 05.10. Loveland - Castle Rock

Heute auf der Agenda: Shopping!
Immerhin haben wir noch einigen Platz in den Reisetaschen und ich
fahre sogar noch alte Klamotten mit mir herum,
die ich gerne gegen etwas Neues austauschen würde.
Das Wetter ist ideal, nämlich sehr wechselhaft.
Das im Sinne von: wechselnde Sorten Regen. Geht von
Nieseln bis Weltuntergang. Letzteres bevorzugt,
wenn wir gerade aus dem Auto steigen. Aber wenn es
etwas gibt, worüber wir uns so gar nicht beschweren können,
ist es das Wetter in diesem Urlaub.
Eineinhalb Regentage sind leicht zu verschmerzen,
vor allem, wenn man sich eh nur von Geschäft zu Geschäft bewegt.


mall


Zur ersten Station unseres Beutezugs müssen wir nicht weit fahren,
die Outlets of Loveland sind gleich
um die Ecke vom Hotel. An Denver vorbei
(Sightseeing haben wir auf morgen verschoben)fahren wir dann
nach Lone Tree in die Park Meadows Mall.
Sehr schönes Einkaufszentrum - nur Abercrombie hat partout
nichts Passendes für mich.


castle rock rain


Nur ein paar Meilen sind es dann noch bis Castle Rock.
Dort checken wir im Holiday Inn Express ein und
weiter geht der Einkaufs-Marathon.
Die größte Outlet-Mall Colorados ist nur eine Autobahn-Abfahrt
entfernt. Obwohl hier recht viele Ladenlokale leerstehen,
gibt es einige Shops, die es in Loveland
nicht hat (Timberland, Adidas, Guess...)
und so werden wir auch hier fündig. Bin sehr zufrieden: meine
Einkaufsliste ist praktisch komplett abgehakt.


outback


Auch super: Castle Rock beherbergt ein Outback Steakhouse,
also gibt es mein Lieblingsessen Rib-Eye
Steak mit Garlic Mashed Potatoes und ein paar
Sam Adams am letzten Abend. Was will man mehr?!
Unterkunft: Holiday Inn Express, Castle Rock, 52€ via Expedia

Gefahrene Meilen: 88




Tag 19 06.10. Denver - DEN-LHR-FRA

Der letzte Urlaubstag hält noch einmal einen
strahlendblauen Himmel für uns parat. Schock aber, als
ich ans Auto komme: richtig krass vereist. Zum Kratzen haben wir  nichts da,
also kurz zum Abtauen in die Sonne gestellt.


Castle rock morning


Castle Rock view

 
Die Berge in der Ferne tragen eine frische Haube Schnee.


DEN Monument

 
Wir klappern dann noch ein paar Läden in den Outlets von Castle Rock ab.
Ich kaufe nichts mehr - Conny schon.
Gegen Mittag lassen wir uns dann von TomTom nach Downtown Denver lotsen.
 Das Auto stellen wir hinter dem sehr schmucken Capitol ab und bummeln
dann einfach kreuz und quer durch die Stadt.


DEN Downtown


DEN MAM


DEN Art Mus


DEN 16th st


DEN clocktower


Ganz nett ist die 16th Street Mall, richtig lebendig die
Innenstadt entlang dieser Straße. An sich aber auch nicht sooo besonders,
 halt die üblichen Läden,Hotels und Restaurants.
Aber man sieht Denver den Status als Boomtown an,
viele renovierte Straßenzüge und moderne Gebäude.
Scheint eine lebenswerte Stadt zu sein.
Auffällig aber auch hier: unglaublich viele Bettler.
Früher fiel mir das ja nur in San Francisco auf,
mittlerweile muss man sich da wohl in jeder Stadt dran gewöhnen.


DEN Capitol


DEN Rotunde


Wir schließen uns einer Tour durchs Capitol an.
Solche Führungen nehme ich immer gerne mit,
die Guides haben meistens ein paar schöne Anekdoten parat.
Die Dame im Capitol zu Denver ist da keine Ausnahme.
Man kann aber auch allein durch das Gebäude schlendern,
muss nur am Eingang durch eine Security.
Auf Politiker trifft man nicht unbedingt,
die Parlamentskammern kommen in Colorado nur an 120 Tagen im
Jahr zusammen - von Januar bis Mai. Das sind Arbeitszeiten...


DEN Mile High


DEN Skyline


Ein bisschen knurrt irgendwann der Magen,
für das letzte Essen dieses Urlaubs entscheiden wir uns für
das Hard Rock Café. Da waren wir schon lange nicht mehr. Solide Wahl.


DEN HRC


Dann ab Richtung Flughafen und bei Alamo den Mietwagen zurückgeben.
Geht ratzfatz und die Jungs an der
Rückgabe freuen sich über eine Kühlbox.
Die nehmen wir dieses Mal nicht wieder mit zurück,
ist beim nächsten Urlaub halt eine neue fällig.
Per Shuttle geht es zum Terminal und der Check-In bei British
Airways funktioniert ebenso problemlos.
So sind wir überpünktlich für den Abflug und gammeln noch ein
bisschen herum, während die Sonne hinter
Denver und den Rocky Mountains untergeht.


DEN Sunset


Airport 1


Airport 2


Airport 3


Mit unseren Sitzplätzen haben wir wieder Glück,
der Mittelplatz zwischen uns bleibt frei. Das macht
den Flug etwas erträglicher, ich bin aber nach wie vor kein Fan davon,
Nächte im Flugzeug zu
verbringen. Länger als 2 Stunden schlafe ich nicht.
In Heathrow dürfen wir dann wieder viel Bus fahren,
unterbrochen von einem Security Check und einem
Starbucks-Kaffee. Ich werde auch kein Fan des Terminal 5 in London,
für mich ein Grund, nicht mit BA
in die USA zu fliegen, obwohl es im Gegensatz zum
Hinflug nur sehr kurze Schlangen an der Security
hat. All unsere Flüge sind aber immerhin superpünktlich
und so endet die Reise um 16:25 Uhr am
Terminal 2 des Rhein-Main-Flughafens. Hier bekommen wir
fast einen Hitzschlag beim Verlassen des
Flugzeugs – mit schwülen 25°C haben wir nicht gerechnet.
Fühlt sich fast wieder an wie LA. Eine halbe
Stunde nach der Landung steigen wir samt Gepäck in die S-Bahn -
das war unser USA-Urlaub 2009.
 Toll war’s!


Unterkunft: BA 218, Sitzplatz 33H
Gefahrene Meilen: 50


 




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