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Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Uns führte unsere Reise dieses Jahr wieder in unser Lieblingsurlaubsland, den USA, doch dieses Mal haben wir uns nicht nur auf die Vereinigten Staaten konzentriert, sondern habe ich noch einige schöne Plätzchen in Kanada mit eingebaut. Tja und zum Erzählen haben wir natürlich allerhand und damit möchte ich jetzt gleich einmal beginnen:

****3. August 2009**** WASHINGTON D.C. - USA
Wir versuchen jedes zweite Jahr in die USA zu reisen und das ist auch gut so, denn schließlich muss alles perfekt vorbereitet sein und das braucht schon seine Zeit (nein, sparen müssen wir gar nicht ;-D). Dieses Mal habe ich zum ersten Mal nichts über ein Reisebüro laufen lassen, sondern habe alles selbst gebucht, Hotels, Mietwagen, Flug und daher war ich schon sehr gespannt, wie das alles laufen würde. Zwei Jahre sind also vergangen, in denen wir Hotelbewertungen gelesen, Ausflugsziele erkundschaftet, Voucher zusammengetragen, Reisebrochüren angefordert und Fluglinienangebote verglichen haben, doch endlich war es soweit.
Mein Schwager brachte uns zu einer christlichen Zeit, nämlich 8.00 Uhr morgens, auf den Wiener Flughafen, wo wir gegen Mittag eine bis auf den letzten Platz gefüllte Maschine der Austrian Airlines bestiegen (warum die AUA so dermaßen in Schwierigkeiten ist, verwundert mich immer wieder).

Der Nonstop-Flug verlief problemlos und so sind wir gegen 15.00 Uhr Ortszeit in Washington D.C. gelandet. In der Rekordzeit von 25 Minuten sind wir vom Flugzeug ausgestiegen, zum Zoll gegangen, eingereist (keinerlei komische Fragen beantwortet), Koffer geholt und zum Alamo-Shuttel gedüst. Die Einreise in die USA wird ja oft als ziemlich problematisch beschrieben, aber wir hatten noch kein einziges Mal Probleme, so auch heuer nicht. Für die Mietwagenfirma Alamo haben wir uns entschieden, weil sie recht günstig den Equinox anbietet. Da aber fast keine Station in den USA dieses Auto auch tatsächlich stehen hat, sind die Chancen recht gut, gratis auf einen SUV upgegradet zu werden.
Das hat auch dieses Mal gut geklappt und wir konnten aus der SUV Choiceline so aus insgesamt sieben Wagen auswählen. Da wir dieses Mal nicht vorhatten, irgendwelche Dirt Roads oder schwierige Strecken zu fahren, haben wir uns für einen weißen Toyota RAV4 entschieden. Ein geniales Auto, das ich auch gerne zu Hause haben möchte. Es hat uns sicher die vier Wochen begleitet und nicht einmal Mucken gemacht. Platz war in Hülle und Fülle und so konnten wir unsere zwei Riesenkoffer, zwei Sporttaschen und vier Rucksäcke gut verstauen und für eine noch zu kaufende Kühlbox war auch noch Platz.
Nachdem wir uns mit dem Auto vertraut gemacht, unser Hotel in das mitgebrachte Navigationssystem (TomTom 930T)
eingegeben und noch mit demPortier von Alamo gescherzt haben, ging es in Richtung Washington D.C.. Gleich auf unserem ersten Weg machten wir Bekanntschaft mit dem Mautsystem im Osten. Ich weiß ja gar nicht, wie viel wir in Mautgebühren abgelegt haben in den vier Wochen, aber wenig war es ganz sicher nicht.
Nach ungefähr 40 Minuten und dem allerersten Eindruck vom Washington Monument kamen wir dann in unserem Hotel, dem Holiday Inn Capitol, direkt hinter dem Air & Space Museum (das wir aber leider nie von Innen gesehen haben, was ein Wiederkommen unumgänglich macht) an. Das Hotel war einwandfrei, die Lage ohnehin perfekt und da es über einen Kühlschrank verfügte, machten wir uns gleich auf, um einen Supermarkt zu finden. Nach einiger Sucherei haben wir auch einen Safeway gefunden und da ich diesen noch vom Westen her kenne und mich immer geärgert habe, weil ich kein Mitglied war, dachte ich, der sei wohl überall in den USA zu finden und ließ mir gleich mal eine Clubkarte ausstellen, um mir viel Geld in diversesten Orten zu sparen. Tja, einen Safeway haben wir dann leider nie wieder gefunden, aber ich hebe die Karte auf, im Westen werde ich sie schon wieder brauchen können.
Danach ging es nicht anders und wir mussten noch ins Pool. Meine Tochter würde im Leben nicht schlafen gehen, ohne vorher im Pool gewesen zu sein und so machten wir uns auf den Weg aufs Dach, wo man einen herrlichen Blick auf das Capitol erhaschen kann. Endlich ging es dann ins Bett und wir haben gut bis zum nächsten Tag durchgeschlafen.
****4. August 2009**** WASHINGTON D.C. - USA
An diesem Tag war unser erster offizieller Urlaubstag, denn es ging auf Entdeckungsreise. Zuerst spazierten wir gemütlich zum naheliegenden, im klassizistischen Baustil gehaltene, Capitol, das wirklich beeindruckend war. Wir besichtigen die bekannte Westseite, die dem Washington Monument und noch weiter weg dem Lincoln Memorial gegenübersteht. Das Capitol ist Sitz des Kongresses und hier finden Sitzungen des Senates und des Repräsentantenhauses statt.

Von diesem Blickwinkel aus wurde uns aber auch klar, dass es unmöglich ist, alles, was wir sehen wollten, zu Fuß zu erreichen, da Washington D.C. einfach zu weitläufig ist. Daher haben wir uns ein Ticket für den Hop on, Hop off Bus gekauft und sind so die nächsten Stationen abgefahren. Beeindruckt haben uns unter anderem die mächtigen Memorials der ehemaligen Präsidenten Jefferson, Roosevelt und Lincoln.


Hier in Österreich kann man von Glück sagen, wenn man irgendwo eine Statue bekommt als wichtiger Staatsmann, aber in den USA ist eben einfach alles größer, bedeutender, mächtiger! Nachdem wir unsere Füße auch noch in den Brunnen rund bzw. inmitten des World War II Memorials gehalten hatten, gingen wir zu Fuß weiter, um einerseits das Washington Monument ganz genau unter die Lupe zu nehmen und andererseits dem Wohnsitz des mächtigsten Mannes der Welt einen Besuch abzustatten, dem an der Pennsylvania Avenue 1600 liegende Weißen Haus. Sowohl von der Vor- als auch von der Rückseite schaut es genauso aus, wie man es aus all den Filmen bekannt ist. Ich habe auch nicht erwartet, dass es größer ist, wie ich oft gelesen habe - beeindruckend ist es allemal.


Von hier aus haben wir dann wieder den Bus genommen und es ging, vorbei am FBI Building zur Union Station. Dort haben wir uns von der Atmosphäre des riesigen Bahnhofes einfangen lassen, denn der Großteil der Leute kommt hier nicht her, um etwa zu verreisen oder anzukommen, sondern um einen Flanier- und Gourmettempel der besonderen Art zu genießen. Die riesige Halle, verziert mit Gold, Marmor und zahlreichen Statuen ist ebenso beeindruckend wie die Geschäfte, die sich hier aneinander reihen. Einen Besuch kann ich auf jeden Fall empfehlen, auch, da an der Vorderseite eine Kopie der sich in Philadelphia befindlichen Liberty Bell befindet. Nun war es aber gut mit Sightseeing, wir haben uns vom Bus direkt vor das Air & Space Museum bringen lassen und sind direkt ins Hotel gegangen, wo die Kinder natürlich noch eine Abschlussrunde im Pool drehen mussten.
Washington ist auf jeden Fall eine Stadt, die ihresgleichen sucht. Nirgends sind Sehenswürdigkeiten und Polizisten so aneinandergereiht, nirgends sonst fahren Sightseeingbusse im Minutentakt und wirklich nirgends wird Patriotismus so offen zur Schau gestellt und gefeiert wie hier.

****5. August 2009**** HARLEY DAVIDSON FACTORY / AMISH COUNTY - USA
Trotz eines kleinen Jetlags waren wir pünktlich beim Auschecken und haben uns aufgemacht, die den großen weiten Osten zu erkunden. Unser erstes Ziel lag an diesem Tag in York, Pennsylvania. Hier gibt es eine große Harley Davidson Fabrik und Führungen in der Fertigungshalle sind gratis. Da mein Göttergatte bekennender Harley Fan ist, musste dieser Stopp natürlich sein. Obwohl wir zuvor alles genau eruiert hatten, hatten wir übersehen, dass Kinder erst ab 12 Jahren in die Fabrik dürfen. Was also tun, wenn Claudia und Angelina erst 11 und 9 sind?
Ich würde sagen, das ist ein klarer Fall von Notlüge. Hat auch gut geklappt und nachdem wir unsere Flip Flops gegen feste Schuhe getauscht hatten (wie gut, dass im Auto rund 5 Paar Schuhe für jeden warteten) ging es nach einem kurzen Einführungsfilm los in die „Heiligen Hallen“.
Die Führung war wirklich beeindruckend - sogar für mich als nicht Harley Davidson Fan. Es ist unglaublich, wie aus einem Stück Blech ein ganzes Motorrad wird.

Danach ging es weiter ins Amish County. Wir wollten eine Kutschenfahrt direkt zu einer Working Farm in Pennsylvania machen und da kam uns Ed’s Budgy Ride gerade recht. Das war vielleicht ein surreales Erlebnis. Die Hauptstrassen sind völlig vermarktet, aber biegt man in eine Seitenstrasse, sieht es aus wie bei uns, massenweise Maisfelder und andere Äcker und zwischen den Riesenvans, die da vorbeidüsen, der eine oder andere Pferdekutschenwagen.
Einer davon war unserer, mit einer weiteren Familie aus Illinois sind wir also zu einer Farm eines Amish Ehepaars gefahren. Die beiden hatten 11 Kinder und alle sind in der Community geblieben. Es wird hier natürlich sehr viel untereinander geheiratet, was vor allem gesundheitliche Probleme verursacht, aber bei ihnen ist alles gut.
Dennoch ist es der Wahnsinn, ich könnte das nicht, denn Frauen haben hier keine Stimme, der Ehemann ist der Master und er und die Söhne müssen am Tisch zuerst bedient werden. Aber sie scheinen glücklich zu sein. Wir haben unglaublich viel gelernt und erfahren, etwa, dass es in 16 US-Staaten Amish Communities gibt, die nicht, wie oft angenommen, aus Deutschland oder den Niederlanden kommen, sondern aus der Schweiz. In Pennsylvania befindet sich die zweitgrößte Anzahl an Amish People, nur Ohio hat noch einen größeren Amish Anteil. Die Kinder besuchen zwar eine Schule, aber keine öffentliche. Sie werden zumeist von einer unverheirateten Amish-Dame unterrichtet, diese Sonderstellung der Schulpflicht scheint auch das Überleben der Amish zu sichern, denn hier wird nur unterrichtet, was „sein darf“ und Kinder bekommen keinen Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen oder anderen Lebensoptionen. Aber wie gesagt, sie scheinen gut damit klar zu kommen und vielleicht sind sie sogar glücklicher ohne all die Modernisierungen und digitalen Eindrücke, denen wir uns kaum erwehren können.

Genächtigt haben wir als Zwischenstopp in Williamsport, keine wirklich schöne Gegend, aber eben gut liegend auf dem Weg in Richtung Norden.
****6. August 2009**** LETCHWORTH STATE PARK, NEW YORK - USA
Nach einem leckeren Frühstück im Fairfield Inn Williamsport, das ich jedem nur empfehlen kann, ging es weiter nördlich zum Letchworth State Park. Dort habe ich mich mit meiner Brieffreundin Sarah, deren Mann Butch und deren Tochter Angel Rose getroffen. Der Letchworth State Park ist wunderschön, grün durch die vielen Laubbaume (was im Herbst ein einzigartiges Farbenspiel zur Folge haben wird) und gut ausgeschildert. Es ist natürlich sehr gut, wenn man mit jemandem unterwegs ist, der jährlich zumindest einmal vor Ort ist und so haben wir die Lower, Middle und Upper Falls schnell gefunden und auch besichtigt. Während sowohl die Middle und die Upper Falls sehr einfach zu erreichen sind, muss man zu den Lower Falls knappe 130 Stufen hinunter gehen - und diese dann selbstverständlich auch wieder hinauf, aber das klappte ganz gut und die Aussicht ist im ganzen Park wirklich traumhaft.



Nach einem lustigen und gesprächigen Tag, hat uns Sarah noch zu sich nach Hause eingeladen und da erfolgte dann die Ernüchterung. Sie wohnen in einem Haus, besser gesagt in einer Bruchbude mit 5 Hunden und 4 Katzen. Der Geruch dort war kaum auszuhalten, überall lagen Büschel an Hundehaaren herum und generell war einfach alles verwahrlost. Wir waren wirklich geschockt - sogar die Kinder - aber wir haben tapfer bis 22.00 Uhr durchgehalten. Danach haben wir uns verabschiedet, um im riesigen Walmart Supercenter mit 24 Stunden Betrieb einkaufen zu gehen. Bei Walmart muss man aufpassen. Nur das Supercenter hat alles, angefangen von Obst und Gemüse, über Gebäck bis hin zu frischer Wurst und Käse. In den üblichen Walmarts ist das nicht zu finden.
Als wir dann gegen 23.30 endlich in unser Hotel Best Western Crowne Inn & Suites kamen, kam der nächste Schock. Hier hat man sich wohl an Sarah ein Beispiel genommen, denn das Bett und das Badezimmer waren übersäht mit Haaren. Nein, nicht einfach ein Haar da und ein Haar dort, sondern wirklich Büscheln von Haaren. Vor dem Bett lag ein Büschel, das gerade noch in meine Hand passte, es war einfach ekelerregend. Also bin ich um kurz vor Mitternacht das allererste Mal überhaupt in meinem Leben zur Rezeption gehirscht und habe mich beschwert. Man hat sich zwar entschuldigt und uns neue Bettüberzüge gegeben, aber gut schlafen konnte ich dennoch nicht. Mir graust heute noch, also kann ich euch das Best Western Crowne Inn & Suites in Batavia auf keinen Fall empfehlen, nur das wirklich leckere Frühstück am nächsten Tag hat uns einigermaßen versöhnt.
****7. August 2009**** NIAGARAFÄLLE; ONTARIO - KANADA
Heute ging es zu einem Ort, der sich als eines der Highlights unserer ganzen Reise entpuppen sollte - die Niagara Fälle.
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Die Einreise nach Kanada war schnell erledigt, doch da wir bereits um 10.00 Uhr dort waren, gab es natürlich noch kein Zimmer für uns. Also haben wir unser Gepäck abgegeben und machten uns zu Fuß auf Richtung Fälle. Die Lage unseres Hotels Country Inn war sehr gut, nahe der Vergnügungsmeile Clifton Hill und in etwa 10 Minuten waren die Niagara Fälle zu erreichen.

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Bereits der erste Anblick war überwältigend. Die Fälle sind zwar nicht hoch, aber unglaublich massiv und wasserreich. Der Niagara River, der den Eriesee mit dem Ontariosee verbindet und die östliche Begrenzung der Niagara-Halbinsel bildet, stürzt hier 58 Meter in die Tiefe. Dabei werden die Fälle durch die oben gelegene Insel Goat Island (zu Deutsch Ziegeninsel) in zwei Teile gespalten. Aus diesem Grund gibt es einerseits die American Falls und andererseits die Canadian Falls, doch nur von Kanada aus ist es möglich, beide Fälle auf einmal zu sehen. Wer die Fälle von den USA ansehen möchte, der bleibt auf die American Falls (mit seitlichem Blick) beschränkt. Die Fälle waren schon jetzt beeindruckend, wenn man aber bedenkt, dass allerhöchstens die Hälfte des tatsächlichen Wassers auch wirklich dort hinunterstürzen darf (der restliche Teil wird umgeleitet und zur Stromgewinnung eingesetzt), dann muss hier, bevor alles touristisch und ökonomisch vermarktet wurde, eine gigantische Natur geherrscht haben.

Natürlich wollten wir so nah wie möglich an die Fälle heran und daher war eine Fahrt auf der „Maid of the Mist“ unumgänglich. Peter, Claudia und mir hat es auch wahnsinnig gut gefallen, aber Angelina hat die ganze Fahrt über geweint. Sie dachte wohl, die Fälle brechen über ihr zusammen. Es war aber ein überwältigendes Gefühl, als wir uns den tobenden Canadian Falls näherten, Wind blies dir um die Ohren, Wasser schoss dir ins Gesicht und das Boot ging mit den Wellen einher, und plötzlich kam durch den Lautsprecher: „Yes, ladies and gentlemen, these are the Niagara Falls!“.

Aus Rücksicht auf Angelina haben wir dann die Journey behind the Falls gestrichen und sind zum Clifton Hill gegangen. Dort haben wir den Ausblick auf die Fälle vom Skywheel aus genossen, haben einiges an Geld in der Spielhölle verspielt und eine Runde am Minigolfplatz gedreht. Danach ging es kurz zum Baden ins Hotel, bevor wir uns abends wieder aufmachten, um die beleuchteten Niagara Fälle und vor allem das Feuerwerk zu bestaunen. Alles in allem ein wirklich gelungener, erlebnisreicher und atemberaubender Tag!




****8: August 2009**** TORONTO; ONTARIO - KANADA
Nach nur einem Tag kehrten wir den Niagara Fällen den Rücken und machten uns auf in die Stadt, von der wir uns sehr viel erhofft hatten - Toronto. Leider zeigte sich Toronto nicht gerade freundlich, eher grau in grau, doch es regnete nicht und so beschlossen wir, bei unserem ursprünglichen Plan zu bleiben und mit dem Boot auf die Toronto Islands zu fahren. Die Toronto Islands sind eine Inselgruppe, die südlich der Harbourfront liegt und ein eigenes Stadtviertel im Old Toronto bildet. Alleine der Ausblick auf die Skyline von Toronto ist hier die Überfahrt wert. Die Insel ist durch seinen Vergnügungspark, seine Sandstrände und dem alten Leuchtturm Gibraltar Point Lighthouse auch für Touristen ein großer Anziehungspunkt.
Wir haben fast fünf Stunden auf den Toronto Islands verbracht, bevor uns einsetzender Regen zur Heimkehr zwang. Aber es war ohnehin in Ordnung, mal etwas auszuspannen.
****9. August 2009**** TORONTO, ONTARIO - KANADA
Der zweite Tag in Toronto begann mit einem opulenten Frühstück in unserem Hotel Westin Harbour Castle. Die Rezeptionistin hat sich vertan (da kamen wir aber erst später drauf) und hat uns anstelle des Continental Breakfasts, das nur aus Croissants und Bagel samt Kaffee und Saft, bestehen sollte, im „Mizzen“ eingebucht und so haben wir ein Frühstück genossen, das einfach überwältigend war. Erinnerte irgendwie an das Riesenbuffet im MGM in Las Vegas und war bestimmt das mit Abstand beste Frühstück unserer Reise.
Danach machten wir uns auf, um die Stadt zu erkunden. Da die Hop on Hop off Tour hier eindeutig zu teuer war (obwohl sie für eine Woche gegolten hätte und damit wieder billig war), machten wir uns mit der U-Bahn auf den Weg. Zuvor aber haben wir noch dem CN Tower einen Besuch abgestattet. Hier sollte sich ja in schwindelerregender Höhe eine Glasplattform befinden, die wir unbedingt sehen sollten. Aufgrund des schlechten Wetters gab es keinerlei Wartezeiten und so waren wir schnell bei besagter Plattform angekommen. Enttäuschend war aber, dass diese Plattform wirklich minimal war, zwei Felder, die höchstens drei Meter lang waren, sollten alles sein, was wir zu sehen bekamen. Die Aussicht von oben wäre bei Schönwetter auch sicher atemberaubend gewesen, aber da hatten wir leider Pech. Anderseits hat sicher selten jemand Blitze und Donner direkt am CN Tower erlebt - wir schon! Die Abfahrt allerdings war gigantisch. Da der Lift schneller abwärts ging, als die Regentropfen, sahen wir den Regen quasi davon fliegen, das war wirklich witzig. Unten angekommen beschlossen wir, uns ein Taxi zu holen und zurück zum Hotel zu fahren. Doch also wir ins Freie traten, war kein Regentropfen mehr zu sehen - und so sollte es auch für den restlichen Vor- und Nachmittag bleiben. Daher hatten wir die Gelegenheit, neben dem berühmten Rogers Center, ein Baseball Stadion der Superlative, auch noch das Schlösschen Casa Loma sowie das neue und alte Rathaus und das Legislative Building zu besichtigen.


Natürlich musste auch in Besuch im Eaton Center, einer riesigen Einkaufsmall, auf dem Plan stehen.

Am Abend allerdings gab es ein Gewitter, das im nächsten Tag im Wetterkanal als das heftigste der letzten Jahre beschrieben wurde. Uns war es egal, wir saßen gemütlich auf der Fenster Bank in dem wasweißichwievielten Stock und genossen die zahlreichen Blitze über dem Ontariosee.
****10. August 2009**** 1000 ISLANDS; ONTARIO
In der Früh machten wir uns nach einem gemütlichen Frühstück im Zimmer auf. um nach Gananoque zu fahren. Gananoque ist quasi das Tor zu den 1000 Islands, wobei oftmals auch die weitaus größere Stadt Kingston als Ausgangspunkt gewählt wird.

Da wir aber ohnehin genug Städte am Plan hatten, beschlossen wir, etwas weiter den Ontariosee entlang zu fahren und eben in Gananoque zu übernachten. Die 1000 Islands, die in Wahrheit aus 1864 Inseln bestehen, befinden sich in der Grenzregion zwischen Kanada und den USA, kurz bevor der St. Lorenz Strom beginnt. Die beste Möglichkeit, diese Inseln zu erkunden, ist natürlich per Boot. Wir haben lange überlegt, für welche Tour wir uns entscheiden sollten, denn das auf dem amerikanischen Boden befindliche Boldt Castle gilt als große Touristenattraktion in den 1000 Islands.

Da der Ausflug dorthin aber fünf Stunden dauern sollte und mit zahlreichen Einreisebestimmungen verbunden war, beschlossen wir, eine einfache Tour durch die umliegenden Inseln zu machen. In Gananoque gibt es im Grunde genau eine Linie, die verschiedene Touren anbietet, die Gananoque Boat Line und wenn man sich vorab Broschüren von der Homepage www.visit1000 islands.com bestellt, findet sich hier ein Gutschein daran, der den Preis etwas nach unten drückt.
Die Fahrt am Ontariosee war sehr schön und es ist in mir der Wunsch erwacht, hier doch auch ein Häuschen und ein kleines Boot zu besitzen. Als ich allerdings hörte, dass die Temperatur des Sees in dieser Gegend selten auf mehr als 13 °C steigt, hat sich dieser Wunsch doch wieder etwas relativiert. Abends haben wir noch die Dämmerstimmung am Sandstrand genossen und selbst die Wassertemperaturen konnten die Kinder nicht davon abhalten, schwimmen zu gehen. Da ich eher der Thermalwasserliebhaber bin, habe ich mich mit einem Buch in den Schatten gelegt und einfach nur gelesen und gefaulenzt.
****11. August 2009**** OTTAWA, ONTARIO - KANADA
Der kurze Abstecher in die Natur war schnell vorbei und schon ging es weiter zur kanadischen Hauptstadt Ottawa. Ich habe mir von dieser Stadt nicht viel erwartet, aber ich wollte sie auf jeden Fall sehen, da es eben die Hauptstadt ist. Unser Hotel war zentral gelegen und die große Einkaufsmall Rideau Center lag gleich gegenüber. Das war auch gut so, denn ich habe meine bequemsten geschlossenen Schuhe in Toronto vergessen und so musste Ersatz her, was zum Glück auch wunderbar klappte. Nach dem Einkaufsbummel ging es dann zu Fuß zum Parliament Hill, wo die grünen Kupferdächer der gotischen Bauwerke schon von weitem leuchten. Der Hügel liegt zwischen dem Stadtzentrum und dem Ottawa Fluss und das Regierungsviertel, das aus den Teilen Center Block, East Block und West Block, besteht, gilt als Hauptsehenswürdigkeit. Mit dem 92 m hohen Peace Tower verfügt das Parlamentsgebäude auch über einen der höchsten Türme der Stadt. Das überhaupt höchste Gebäude der Stadt ist nur um 20 m höher.




Nachdem wir alle Bauwerke von außen besichtigt haben, begaben wir uns auf die andere Straßenseite, um das „Changing of the guards“, eine Wachablöse wie in London mit Militär und Dudelsackspieler, bestaunen zu können.
Da wir aber nicht nur das Regierungsviertel besichtigen wollten, ging es von hier aus weiter zum modern gehaltenen Rathaus, vor dem gerade eine Feuerübung stattfand. Da es zu regnen begann, standen wir, wie sämtliche Rathausmitarbeiter, für eine Viertel Stunde unter dem schützenden Dach der City Hall, bevor wir uns auf den Weg ins Hotel machten.
Das Wetter änderte sich bald und so hatten wir auch abends noch die Gelegenheit, einerseits die Aussicht auf den Rideau River und den dazugehörigen Sonnenuntergang und andererseits die Ottawa Locks, eine Schleusenanlage, die mithilfe von 8 Locks einen Höhenunterschied von 24 m zu bewältigen hat, zu genießen.


Da es am Abend richtig lau war, entschieden wir uns, durch den Major’s Hill Park zu schlendern und auch noch der ältesten Kirche der Stadt, der Basilica Notre Dame, einen Besuch abzustatten. Leider war es uns aufgrund der fortgeschrittenen Stunde nicht mehr möglich, einen Blick in das Innere zu erhaschen, aber von außen sieht sie mit ihren silbernen Spitztürmen ziemlich edel aus.
Zurück geht es dann durch den immer noch belebten Byward Market und wir waren wirklich froh, mit dem Novotel ein so lagegünstiges Hotel gefunden zu haben.
Ottawa war für uns die schönste Stadt in Kanada, dennoch lohnt es sich meiner Meinung nach nicht, hier viele Tage einzuplanen. Hat meinen einen ganzen Tag Zeit, denn genügt das auf jeden Fall, um die Highlights der Stadt zu besichtigen - und zwar ganz ohne Stress.
****12. August 2009**** MONTREAL, QUEBEK - KANADA
Als letzte Stadt in Kanada haben wir uns Montreal ausgesucht. Kurz überlegten wir auch noch, Quebec zu besuchen, aber das ging sich zeitlich einfach nicht mehr aus. So blieb Montreal unsere letzte Stadt in Kanada. Die Anreise in die zweitgrößte Stadt Kanadas (nach Toronto) gestaltete sich eher schwierig, der Verkehr war ziemlich hektisch und wieder einmal wurde uns bewusst, dass wir ohne unser Navigationssystem aufgeschmissen wären.

Dieses Mal lag unser Hotel, das Square Phillips, leider nicht zentral und so dauerte es gute 20 Minuten, bis wir zum Hafen kamen. Dort bzw. in der Umgebung befinden sich allerdings die meisten Sehenswürdigkeiten und so kann ich euch nur empfehlen, euch in Hotel in Hafengegend zu suchen, obwohl unser All-Suite-Hotel eines der besten auf der ganzen Reise war.
Montreal selbst liegt am Sankt Lorenz Strom im südwestlichen Teil von Quebec, also dort, wo Französisch die Amtssprache ist. Das Stadtbild, das man am besten vom Mont-Royal aus bestaunen kann, wird wie in Toronto und ganz zum Gegenteil von Ottawa von Hochhäusern geprägt. Da wir bereits seit einiger Zeit die Touristenbusse, die sowohl zu Land als auch zu Wasser fahren, bewundern, haben wir uns entschlossen, uns hier ein Ticket zu leisten, was allerdings im Nachhinein als ziemlicher Reinfall zu bewerten ist. Erstens haben wir leider einen Bus erwischt, bei dem die Fenster zu fahren, d.h. Fotografieren war sehr schwierig, und zweitens war die Tour eher langatmig und fad und vom Wasser aus konnte man auch nur einen kurzen Blick auf die Skyline werfen. Daher hier wirklich der Tipp: Spart euch das Geld. Flaniert stattdessen am alten Hafen entlang, stattet dem IMAX Kino einen Besuch ab oder bestaunt die silberne Kuppel des Marché Bonsecours. Leider sind von der über 40 km langen Hafenstrecke für Touristen gerade mal 2 km zugänglich, aber dennoch lässt es sich hier gut verweilen. Generell hat uns die Stadt allerdings nicht so gut gefallen, weshalb wir uns bald wieder nachdem wir einem herrlichen Magier bei seinen Kunststücken bestaunt, die Kirche Notre Dame besucht und durch Chinatown gewandert sind

auf den Rückweg machten, um die letzten Montreal Stunden am Pool zu genießen.
****13. August 2009**** LINCOLN, NEW HAMPSHIRE - USA
„Die Heimat ruft“, so lautete die Überschrift für diesen Tag. Die Wiedereinreise in die USA stand bevor und davor hatten wir doch etwas Bammel. Wir hatten nämlich eine vollgefüllte Kühltasche und wollten die Lebensmittel nicht wegwerfen, allerdings darf Essen nicht in die Staaten eingeführt werden. Egal, wir wollten es versuchen und hatten auch Glück. Am Zoll haben wir eine richtige Plaudertasche erwischt, die sich sehr gefreut hat, Österreichern zu begegnen. Der Zollbeamte erklärte uns, dass „The Sound of Music“, der ja von der österreichischen Trapp Familie handelt, sein Lieblingsfilm ist, dass er in Vermont gedreht wurde, wo wir überall Drehorte finden, was uns so an Österreich und den USA gefällt und so weiter und so fort. Hinter uns standen keine Autos und so hatte er es auch nicht besonders eilig. Egal, er hat nur geplaudert, aber nichts kontrolliert, daher konnten wir alles ins Land bringen, was wir so hatten und haben uns sehr gefreut.
Unser erster Stopp waren die White Mountains in New Hamphire, genauer gesagt die kleine Stadt Lincoln. Dort war das Wetter zwar nicht so toll, wir haben uns aber dennoch entschlossen, in den bereits fix eingeplanten Wasserpark zu gehen. $ 120 Doller hat uns als Familie der Spaß gekostet und das Wasser war mal wieder so eisig kalt, dass ich kein einziges Mal hineingegangen bin.

Den Kindern hat es aber natürlich wahnsinnig gut gefallen, sie haben sämtliche Rutschen der Anlage getestet und wollten am Abend gar nicht nach Hause gehen. Für uns war es wichtig, auch immer wieder etwas für die Kinder zu unternehmen, damit auch sie etwas vom Urlaub haben, denn in Wirklichkeit interessierten sie die Städte nicht sonderlich und so war dieser Tag eine gute Möglichkeit für die beiden.
Unser Comfort Inn Hotel war auch günstig gelegen, direkt gegenüber der Minigolfanlage und der Abfahrt einer Scenic Railroad, daher kann ich das Haus wirklich nur empfehlen.
****14. August 2009**** LINCOLN, NEW HAMPSHIRE - USA
Dieser Tag war ganz für’s Wandern reserviert. Gut, so richtige Wanderungen wie im Südwesten gab es für uns heuer nicht wirklich, aber dennoch wollten wir ein bisschen etwas tun. Zuerst fuhren wir in die im Franconia Notch State Park liegende Flume Gorge und haben dort gut und gerne zwei Stunden verbracht.



Die etwas mehr als 3 Kilometer lange Gorge, auf Deutsch würde man sagen Klamm, war beeindruckend und hier stehen auch zwei der vielen Covered Bridges, also überdachte Brücken, die so typisch sind für diese Gegend.

Danach setzten wir unsere Fahrt fort und hielten bei diversen Aussichtspunkten wie etwa dem „The Basin“.

Danach ging es in die andere Richtung, denn ich wollte auch noch den „Lost River“ erkunden. Diese Klamm war zwar auch schön, doch leider habe ich die Warnungen am Parkeingang falsch übersetzt. Ich habe das mit den „1000 steps“, also den tausend Stufen, schon gelesen, dachte aber, ich verstehe da was falsch und die meinen sicher tausend Schritte oder so.

Gut im Nachhinein kann ich sagen, sie meinten wirklich tausend Stufen, die es da munter rauf und runter ging. Zum Glück gab es am Weg zahlreiche Höhlen, die die Kinder erkundschaften konnten, was mir wiederum Zeit zum Verschnaufen gab. Aber egal, ich habe es heil überstanden und kann einen Abstecher dorthin wirklich empfehlen.

****15. August 2009**** NORTH CONWAY, NEW HAMPSHIRE - USA
Da wir die White Mountains noch nicht verlassen,

aber den Ausgangspunkt wechseln wollten, ging es an diesem Tag in das eine Stunde entfernt liegende Touristenstädtchen North Conway. Wir fuhren den Kancamagus Highway entlang, der bestimmt die landschaftlich schönste Strecke in den White Mountains darstellt. Wieder einmal tut es mir sehr leid, dass wir nicht im Herbst da sind, denn Laubbäume säumen die Straße links und rechts und bei der Foliage muss es hier einfach traumhaft schön sein.
Heute steht mit Storyland in Glen ein weiterer Höhepunkt für die Kinder auf dem Programm.

Der Vergnügungspark ist vor allem für Kinder bis 12 Jahren geeignet und bietet alles, was das Kinderherz höher schlagen lässt. Da sämtliche Rides gratis sind, versuchen wir hier, soviel wie möglich zu ergattern und das gelingt auch gut, denn die Warteschlangen halten sich in Grenzen.
Über Storyland thront das große Cinderella Schloss, wo man die schöne Maid auch in Person treffen kann. Selbst meine ältere Tochter hat es sich nicht nehmen lassen, noch für ein Foto mit Aschenputtel zu posieren. Ansonsten gibt es Piratenschiffe, einen eher harmlosen Rollercoaster, einen Wasserbahn, einen Wilden Fluss (ich war mal wieder die einzige, die völlig durchnässt ausgestiegen ist) und vieles, vieles mehr.
Für mich persönlich war der Höhepunkt aber der Zirkus und hier genauer gesagt die „Quick Change Performers“. Vielleicht habt ihr es schon irgendwo im Fernsehen oder auf youtube einen Ausschnitt gesehen, ich war jedenfalls restlos begeistert! Wenn ihr also Kinder habt, in der Gegend seid und einen Tag mal abschalten wollt, dann eignet sich Storyland in Glen auf jeden Fall. Eine Alternative wäre noch die Santa Village, wo das ganze Jahr über Weihnachten ist, doch dafür war dann leider keine Zeit.

Die normalerweise kurze Fahrt von Glen nach North Conway gestaltete sich dann endlos. Es war unglaublich, wie viel Verkehr in dieser klein Stadt war und der Stau wollte einfach kein Ende nehmen. So kamen wir ziemlich geschlaucht in unserem Hotel, dem Hampton Inn, an. Dieses Hotel war Angelinas Wahl, denn es beherbergte einen Wasserpark mit insgesamt 4 Rutschen und das war gerade das richtige für unsere kleine Maus. Wenn ihr die White Mountains besuchen wollt, empfehle ich aufgrund meiner jetzigen Erfahrung, eher in Lincoln zu übernachten, doch natürlich kommt es darauf an, was ihr machen wollt und welche Ausgangslage wofür am besten ist.
****16. August 2009**** NORTH CONWAY, NEW HAMPSHIRE - USA
An diesem Tag stand die Fahrt auf den Mount Washington an. Wir wollten das unbedingt machen, denn wann kommt man schon so bequem auf einen Berg mit fast 2.000 Metern? Das Wetter war auch annehmbar, obwohl es leider etwas nebelig war und somit die Fotos nicht so genial gelungen sind, aber die Fahrt hinauf war es für mich allemal wert. Man bekommt sogar eine CD, die man sich während der Auf- und Abfahrt anhören kann, um so alles Wissenswerte über den Mount Washington zu erfahren. Quasi als Trophäe gibt es dann auch noch einen Sticker mit der Aufschrift „This car climed the Mount Washington“, aber leider durften wir das ja nicht auf unser Mietauto kleben!
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Da wir nach der Abfahrt noch genügend Zeit hatten, habe ich meinen eher nicht so darüber begeisterten Mann überredet, doch noch hoch zum Mount Washington Hotel zu fahren. Er dachte, dass es viel zu weit sei, um durch die „Pampa“ zu fahren, aber er wurde eines Besseren belehrt. Erstens ist schon alleine der Blick von der Straße aus auf das majestätisch daliegende Hotel eine Wucht und zweitens fährt man durch den Crawford Notch State Park und der hat dann doch das eine oder andere Highlight, wie etwa die Silver Cascade, zu bieten.

Alles in allem also wieder ein weiterer gelungener Tag.
****17. August 2009**** BAR HARBOR, MAINE - USA
Nach vier Tagen in den White Mountains, wo man gut und gerne auch eine Woche oder länger verbringen könnte, ging es für uns an diesem Tag weiter - und zwar endlich ans Meer. Die Fahrt nach Bar Harbor war ziemlich lange und so haben wir am ersten Tag dort nicht mehr viel unternommen. Wir checkten im Bar Harbor Motel ein, das ich, wie alle anderen Hotels, vorab über’s Internet gebucht hatte und fuhren mit dem Island Shuttle direkt in den Fischerort Bar Harbor. Der Shuttle wurde uns empfohlen, weil Parkplätze in der Innenstadt rar sind und damit lagen wir auch genau richtig. An diesem Tag haben wir nicht viel gemacht, außer herumgeschlendert und daher gibt es hier nicht viel mehr zu berichten.

****18. August 2009**** BAR HARBOR, MAINE - USA
Heute machten wir uns auf, um den Acadia Nationalpark zu besuchen. Es gäbe vom Hotel aus einen direkten Zugang zum NP, aber wir haben beschlossen, doch mit dem Auto zu fahren. Nachdem wir uns ein Ticket für den Park im Tourist Office geholt hatten, das zu unserem Erstaunen 7 Tage gültig war, ging es entlang der insgesamt 43,2 km langen Park Loop Road in den Nationalpark. Am Sand Beach suchten wir uns einen Parkplatz, denn von hier aus geht der insgesamt vier Meilen lange Ocean Drive Trail weg.

Dieser sehr leicht zu gehende Wanderweg führt über das Thunder Hole zum Otter Point und wieder zurück. Das Problem bei diesem Weg, der schön angelegt ist, ist, dass man direkt neben der Straße geht und das finde ich persönlich sehr störend. Die Aussicht auf diesem Trail ist aber wunderbar und die vier Meilen vergehen wie im Flug, denn man hat immer etwas zum Staunen und zum Fotografieren.

Nach etwa der Hälfte des Weges kommt man zum Thunder Hole, wo das Meer bei guten Bedingungen ein tosendes Geräusch machen soll. Überall wird es als Touristenhöhepunkt beschrieben, aber wir haben leider nicht viel donnern gehört. Möglicherweise ist es auch nur bei Flut ein Erlebnis, wer weiß! Auch der Otter Point ist nicht spektakulär, aber man hat ebenfalls einen tollen Ausblick über die Gegend.

Nach etwa zwei Stunden waren wir wieder zurück beim Sand Beach, doch anstatt die zweite geplante Wanderung von hier aus zum Great Head zu machen, haben wir uns entschlossen, am Sand Beach zu chillen, denn die Hitze machte uns allen doch sehr zu schaffen. Bereits am Eingang steht, dass das Schwimmen nur für die Tapfersten möglich ist, weil das Wasser auch an warmen Sommertagen nicht mehr als 10 °C hatte. Tja, ich in meiner Großspurigkeit habe dann demjenigen von meiner Familie ein riesiges Eis versprochen, der sich ins Wasser traut. Gut, um eine lange Geschichte kurz zu machen: Ich war die einzige, die keines bekam. Sowohl mein Mann als auch meine Töchter stürzten sich in die Fluten, ich bin gerade mal bis zu den Knöcheln gekommen. Die spinnen ja, 10 °C!.
Peter holte dann mit den Kindern das Rieseneis, doch beim Nachhausekommen gab es dann eine sehr, sehr unangenehme Entdeckung. Meine Kinder hatten Viecher in den Haaren. Welche genau, das wissen wir bis heute nicht, aber verhalten haben sie sich wie Läuse. Es war einfach unglaublich. Vor allem auf Claudias Kopf wimmelte es nur so von lebenden kleinen Insekten und natürlich hatte um 22.00 Uhr in einem Kaff wie Bar Harbour keine Apotheke mehr offen. So haben wir Haare nass gemacht, alles so gut wie möglich rausgekämmt und dann die Haare in ein Handtuch eingewickelt. Schon alleine, wenn ich darüber schreibe juckt es mich schon wieder! Na dann, gute Nacht.
****19. August 2009**** BAR HARBOR, MAINE - USA
Dieser Tag wäre eigentlich für’s Ausspannen einkalkuliert gewesen, aber anstatt dessen stand ich pünktlich um 8.00 Uhr morgens vor der Apotheke. Die komischen Tierchen habe ich „eingefangen“ und in einem gut verschlossenen Taschentuch mitgebracht, doch der Apotheker war ratlos. Er meinte, Läuse seien es nicht, aber er hat so etwas noch nie gesehen. Mittlerweile war der Kopf meiner kleinen Tochter aber schon von Nissen übersät und so sagte ich ihm, ich möchte ein Shampoo, das alle Tiere tötet, egal wie. Das habe ich dann auch bekommen und so verbrachten wir den Vormittag mit shampoonieren, auswaschen, kämmen, shampoonieren, auswaschen, kämmen,…
Die größte Strafe für die Kinder war allerdings, dass sie nicht mehr ins Pool durften. Die Leute vom Bar Harbor Motel waren klasse, sie haben uns unterstützt wo sie konnten, nur die Putzfrau hat sich geweigert, in unser Zimmer zu kommen. Irgendwie verständlich, aber wir konnten schließlich auch nichts dafür.
Zu Mittag mussten wir dem Spuk ein Ende bereiten, denn wir hatten bereits zu Hause per Internet eine Fahrt zur Walbeobachtung gebucht und die wollten wir natürlich nicht versäumen. Es sollte eines der schönsten Erlebnisse des gesamten Urlaubs werden. Vorsorglich habe ich schon Kaugummis gegen Seekrankheit gekauft, nachdem mir auf unserer Kreuzfahrt schlecht geworden ist und so konnten wir die fast einstündige Fahrt aufs offene Meer richtig genießen. Das Boot hatte einen ganz schönen Zahn drauf und schaukelte wie wild, aber uns hat das zum Glück nichts gemacht. Ungefähr eine Stunde hatten wir dann Zeit, die Wale in der freien Natur zu beobachten und das war einfach gigantisch. Selten habe ich mich mit der Natur so verbunden gefühlt wie in diesem Augenblick. So eine Tour kann ich jedem empfehlen und die Fotos sind auch richtig gut geworden!




Den Abend haben wir dann bei einem Essen mit Meerblick verbracht. Insgesamt waren wir nur dreimal essen (Mc Donald’s nicht mitgerechnet), ansonsten haben wir vom Supermarkt gelebt, aber hier wollten wir uns ein Restaurant gönnen, denn mein Mann wollte unbedingt einen Lobster essen. Man kann jetzt von der Zubereitung des Hummers halten, was man will, aber wir wollten es auf alle Fälle einmal versuchen. Einen ganzen Hummer wollte ich dann doch nicht verdrücken uns so habe ich mir einen Meeresfrüchtesalat mit Hummerschwanz, Jakobsmuscheln und Garnelen bestellt, das war vielleicht lecker, mir läuft noch jetzt das Wasser im Mund zusammen. So haben wir den Tag gut ausklingen lassen, bevor es am nächsten Morgen ab geht in die nächste Stadt!
****20. August 2009**** BOSTON, MASSACHUTTES - USA
Ein Stopp in Boston, der Hauptstadt Massachuttes, musste sein, weil es verkehrstechnisch sehr günstig zwischen Bar Harbor und Cape Cod lag. Außerdem wurde dort eine meiner Lieblingsserien gedreht „Crossing Jordan“ und daher freute ich mich schon sehr auf unseren Besuch. Vielen ist Boston vor allem durch die „Boston Tea Party“ von 1773 ein Begriff. Durch Proteste wegen erhöhter Teesteuer wurde damals der Unabhängigkeitskrieg ausgelöst.
Da wir für diese Stadt aber nur einen halben Tag Zeit hatten und auch das Wetter nicht sonderlich schön war, beschlossen wir, nur den touristisch interessanten Freedom Trail zu gehen. Diese etwa 4 Kilometer lange, großteils aus roten Pflastersteinen gelegte Spur führt durch die Altstadt an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei. Der Trail beginnt am Boston Common, einem recht überschaubaren Park und endet, einmal den Charles River überquerend, am Bunker Hill Monument. Witzig war, dass sich die Kinder eingebildet haben, dass sie nur auf der roten Spur gehen und keinen Zentimeter abweichen dürften. Das ging auch so lange gut, bis wir an einen Brunnen kamen, die Spur plötzlich aufhörte und erst am Ende des Brunnens wieder anfing. Man spürte förmlich, wie die Köpfe der Kinder arbeiteten, schlussendlich haben sie sich aber doch dagegen entschieden, durch den Brunnen hindurch zu gehen. ;-D

In Boston hat unser Navigationssystem allerdings doch etwas versagt und so mussten wir dreimal umkehren, bevor wir unser Hotel, das Doubletree Guests am Charles River, beziehen konnten. Dieses Mal hatten wir eine Suite und es war toll, endlich einmal an einem Tisch zu sitzen und zu Abend zu essen. Ein üblichen Hotelzimmern gibt es normalerweise zwei, höchstens drei Sitzgelegenheiten und so musste immer zumindest einer am Bett sitzen beim Mittag- oder Abendessen.
Bosten an sich hat mich allerdings nicht überzeugt und das, obwohl sie als eine der kulturell interessantesten Städte der USA gilt. Naja, vielleicht hat der einsetzende Regen mein Touristenauge getrübt, aber ich fand die Stadt nun nicht sehr überwältigend.
****21. August 2009**** DENNISPORT, CAPE COD, MASSACHUTTES - USA
Bevor wir uns auf den Weg machten, um endlich ein paar Tage Sonne, Sand und Meer schnuppern zu können, machten wir uns noch auf, um die weltberühmte Harvard University in Cambridge zu besichtigen, da unser Hotel fast gegenüber lag. Insgesamt 8 von 44 Präsidenten brachte die Harvard University hervor, darunter auch der Aktuelle, Barack Obama. Ich fand es sehr interessant, am Campus herumzuschlendern und ein wenig blutete mir das Herz, dass ich nur ein Kolleg-Studium und kein Universitätsstudium abgeschlossen habe. Gut, vielleicht wäre ich für Harvard auch nicht schlau genug gewesen, aber so ein Studentenleben hatte sicher etwas für sich. Auf halbem Weg nach Cape Cod blieben wir noch in Plymouth stehen und statteten zuerst der Mayflower II und danach der Plimouth Plantation einen Besuch ab.

Hier erfuhren wir sehr viel über die ersten Siedler, die sogenannten Pilgrims und das Leben, das sie nicht wirklich im Einklang mit den amerikanischen Ureinwohnern führten.


Danach sind wir weiter nach Dennisport auf der Halbinsel Cape Cod. Je weiter wir der Insel aber kamen, als wir ankamen, regnete es sogar. Jetzt hatten wir endlich unser Strandmotel, das zwar nicht sonderlich schick, aber dafür herrlich gelegen war, und nun dieses miese Wetter. Tja, da ließ sich an diesem Tag nichts machen, außer noch schnell einkaufen zu gehen und den Abend vor dem Fernseher zu verbringen.
****22. August 2009**** DENNISPORT, CAPE COD, MASSACHUTTES - USA
Leider war uns auch am heutigen Tag die Wetterfee nicht hold. Der Vormittag hatte aber noch einige Sonnenstunden und so habe ich mir an den Füßen einen massiven Sonnenbrand geholt. In den Nachrichten lief aber mit der Zeit immer öfter, dass die Strände von Cape Cod und Martha’s Vineyard nun wohl bald aufgrund von Hurrikan Bill geschlossen werden würden, und so entschlossen wir uns noch schnell dazu, mal ein bisschen die Natur zu besichtigen, schließlich schaute noch hie und da ein Stückchen blauer Himmel aus dem dichten Sumpf von Wolken heraus. Also führen wir nach Eastham, wo ich mir einige leichte Wanderungen ausgesucht hatte und genossen die Natur.


Das Wetter wurde allerdings immer schlechter und nun wurde es wirklich ernst mit den Strandschließungen und wir beschlossen, zurück zum Motel zu fahren. Dort angekommen, klarte der Himmel kurzzeitig noch einmal auf und wir nutzten die Gelegenheit, nochmals schwimmen zu gehen, bevor der Wind dann doch ganz schön heftig vorbeizog. Vom Desasterszenario, das im TV veranschlagt wurde, war in Dennisport allerdings dennoch nichts zu spüren.
****23. August 2010*** NEW YORK CITY, NEW YORK - USA
An diesem Tag hieß es, früh aufzustehen, denn eine lange Fahrt nach New York City stand uns bevor.

Nach einigen Pausen auf sogenannten Service Areas, also Raststationen, kamen war am frühen Nachmittag in Manhattan an. Die Fahrt bis dorthin war sehr gut, aber vor allem in Downtown Manhattan wurde es dann schlimm und die Durchfahrt durch den Holland Tunnel schien eine „Mission impossible“ zu werden.
Nach gefühlten 10 Stunden kamen wir aber doch durch und kurz darauf kamen wir bei unserem Hotel, dem Hyatt Regency Jersey City, an. Obwohl es schon 15.00 Uhr war, hatte man noch kein Zimmer für uns zur Verfügung und so schauten wir uns erstmal die Stadt an. Dort war im Grunde die Hölle los, denn die Immigranten von Puerto Rico feierten ein riesiges Fest. Also schlenderten wir durch die aufgebauten Stände, hörten uns fremdländisch klingende Musik an und genossen den Trubel. Nachdem wir schließlich unser Zimmer doch bezogen hatten, ging es mit der Path Train, deren Station genau gegenüber dem Hotel lag, zurück nach Manhattan. Die Path Train hielt am World Trade Center, zumindest die Station heißt noch so, denn bekanntlicherweise gibt es das WTC, so wie wir es kannten, ja seit 2001 nicht mehr. Natürlich haben wir uns den Ort des Schreckens auch angesehen, aber außer einem riesigen Loch, das wohl immer noch wie eine tiefe Wunde über Manhattan klafft, und einigen Baukränen war nichts zu sehen.
Ich bin schon sehr enttäuscht, dass man nach 7 Jahren nur wenige sichtbare Wiederaufbauspuren erkennen kann. Das WTC 8 ist bereits fertig gestellt und steht am gleichen Platz wie das erste Gebäude, das ebenfalls 2001 mit WTC 1, 2 und 3 eingestürzt ist. Die WTC 4, 5 und 6 waren so schwer beschädigt, dass sie damals in weiterer Folge abgerissen werden mussten. Gut, Nummer 7 steht also, aber ansonsten passiert am
Ground Zero nicht sehr viel. Hie und da sieht man Straßenverkäufer, die versuchen, mit Videos, Gedenkbüchern oder Souvenirs noch ein paar Cents zu erhaschen, doch ansonsten ist von der Tragödie des 11. Septembers nicht mehr viel zu sehen. Den besten Blick auf die Baugrube bekommt man, wenn man zum überdachten Durchgang des World Financial Centers geht.
Ansonsten gestaltet es sich ziemlich schwierig, durch die Planen eine gute Sicht zu bekommen. An diesem Tag kamen meine Kinder zum ersten Mal in ihrem Leben mit dem Wort „Terrorismus“ in Berührung. Angelina konnten die Tragweite der damaligen Ereignisse weder begreifen noch realisieren, aber Claudia interessierte sich sehr dafür, weshalb die Straßenverkäufer auch mit uns ihr Geschäft gemacht haben, da wir eines der Gedenkbücher kauften, um mit ihr den tragischen Tag rekonstruieren zu können.
Nachdem wir doch einige Zeit am Ground Zero verbracht haben, gingen wir noch weiter zum Rathaus und ein Stück zur Brooklyn Bridge. Einsetzender Regen verhinderte jedoch, dass wir die Brücke schon an diesem Tag überquerten und so fuhren wir zurück zum Hotel und genossen die Abendstunden mal wieder am Pool.
****24. August 2009**** NEW YORK CITY, NEW YORK - USA
Heute hieß es früh aufstehen, denn die Tickets zur Freiheitsstatue habe ich bereits von zu Hause aus gebucht und unsere Fähre ging um 10.00 Uhr. Zuvor genossen wir noch ein herrliches Frühstück mit Blick auf eben diese Statue und die Skyline von Manhattan. Ein Vorteil, wenn man in New Jersey wohnt, ist, dass man auch die Fähre zu Ellis Island und der Statue of Liberty in New Jersey besteigen kann. Das kann ich wirklich jedem nur empfehlen, denn während wir sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt fast alleine auf dem Boot waren, waren die Boote, die vom Battery Park in Manhattan und wieder retour überfall und die Schlangen, die sich für dieses Boot anstellten, unübersichtlich lang. Wir aber genossen alles im Eiltempo. Nachdem wir durch die Sicherheitskontrollen, die an einen Airportterminal erinnern, kamen, konnten wir uns schon mit einer Fähre früher auf den Weg machen, um endlich auch die Freiheitsstatue von der Nähe zu sehen. Schade nur, dass wir uns für Ellis Island nur eine Dreiviertelstunde Zeit nehmen konnten, denn dieses Museum über die amerikanische Einwanderung ist etwas, wofür Museumspädagogen in den Himmel gelobt werden sollten. Hier entstand eine detailreiche, übersichtliche Ausstellung über die Zuwanderung und man könnte Stunden mit den vielen sowohl positiven als auch negativen Geschichten der Menschen, die einst ihr Glück im fernen Amerika suchten, verbringen. Einzigartige Erinnerungsstücke reihen sich hier an moderne Erkenntnisse und Statistiken und ich weiß genau, dass ich schon alleine wegen Ellis Island noch einmal nach New York muss.
Die Fahrt zur Freiheitsstatue war dann auch ein Erlebnis, denn die grüne Dame kam immer näher und von keiner Sehenswürdigkeit haben wir so viele Fotos gemacht, wie von der Statue of Liberty.

Leider waren bereits um 11.00 Uhr so viele Leute auf der Insel, dass es zwei Stunden gedauert hätte, auf den Sockel der Statue zu kommen. Seit heuer ist es auch wieder möglich, bis zur Krone zu gehen, aber wir haben trotz vorab Internet Buchung keine Tickets mehr ergattern können. Daher haben wir uns entschlossen, auch die Sockelbesichtigung sein zu lassen und einfach den ohnehin besseren Blick von unten zu genießen.

Gegen 13.00 Uhr ging es dann wieder retour nach New Jersey und für uns war es wieder einmal Zeit, einen Supermarkt zu finden. Das machen wir immer im gleichen Verfahren. Wir fahren durch die Gegend und suchen am Straßenrand nach einem „Grocery Store“. Auch in New Jersey haben wir einen gefunden, drin bekamen wir aber ein ungutes Gefühl, denn die Leute sahen uns teilweise ganz komisch an.
Erst da bemerkten wir, dass wir die einzigen Weißen unter etwa 200 Schwarzen waren. Naja, ich rühme mich selbst ja als nicht rassistisch und vollkommen vorurteilsfrei, aber das war dann doch eher ungewöhnlich, um nicht zu sagen „ungut“.
Nachdem uns im TV immer von schwarzen Gangs und Straßenschlachten erzählt wird, hat unser Unterbewusstsein wohl doch so eine Art Angst entwickelt. Also suchten wir schnell zusammen, was wir so brauchten, bezahlten einen wirklich niedrigen Preis für das, was wir eingekauft hatten, und weg waren wir.
Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder in Manhattan. Wir kauften uns ein 48 Stunden Hop on Hop off All-Loops Ticket und los ging’s. Unser erster Stopp für diesen Tag war der Central Park, denn ich wollte unbedingt John Lennon’s Gedenkstätte „Strawberry Fields“ sehen.

Wir hatten einen Plan, der uns aber nichts gebracht hat, weil im Central Park keine Wegweiser zu finden sind. So kam es, dass dies das einzige Mal während unserer Reise war, wo wir ins hoffnungslos verlaufen hatten. Irgendwann beschlossen wir, einfach zu einem Rand zu gehen, die 72. Straße zu suchen und dann nach Strawberry Fields Ausschau zu halten.
Das klappte zum Glück auch und so konnten wir das im Boden eingelassene Memorial mit der Aufschrift „Image“ auch finden. Die Stimmung dort war einerseits sehr besinnlich, andererseits auch rührend, denn ein junger Mann hatte seine Gitarre mitgebracht und einige umstehende Passanten sangen mit ihm Beatles Songs. War wirklich nett.

Danach ging es noch zum See und zu einigen Brücken, die wir von Filmen her kannten, bevor wir wieder Richtung Sightseeingbus gingen. Auch im Central Park könnte man gut und gerne einen ganzen Tag verbringen. Es gibt dort einen Vergnügungspark, zwei riesige Seen, viele romantische Plätze, die Möglichkeit, Boot zu fahren oder mit einem Radtaxi oder mit einer Pferdekutsche den Park zu besichtigen, aber wir hatten ja natürlich mal wieder viel zu wenig Zeit und daher war unser nächster Stopp der Times Square.
Es war noch hell und obwohl der Times Square jetzt schon beeindruckend war, beschlossen wir, mit dem Bus mal eine ganze Runde (Dauer 2 Stunden) zu fahren, alle Sehenswürdigkeit mitsamt den detailreichen Schilderungen der Guides anzusehen und danach den Square am Abend anzusehen. Dieses Vorhaben wurde fast vereitelt, denn auf unserem Weg zur Busstation kamen wir in eine Menschenmasse und konnten weder vor noch zurück. Eine Berühmtheit sollte kommen, doch die konnte keineswegs so wichtig sein, wie unsere Nachttour mit dem Bus. Egal, wir konnten ohnehin nicht weg und so warteten wir ca. 20 Minuten, bis sie endlich aus einem Bus stieg. Sie, das war Britney Spears, und dieses kurze Intermezzo sollte für Claudia das Highlight unseres gesamten Urlaubs werden.
Ich persönlich fand’s eher schlimm. Sie kam mit einem Bus, winkte kurz, schmiss sich in einen Sightseeingbus und weg war sie. Das ganze hat vielleicht drei Minuten gedauert und hat nicht dazu beigetragen, meine zuvor gebildete Meinung über diese Dame zu verändern.
Sie hätte ja wenigstens am offenen Bus stehen bleiben und runterwinken können, jeder hätte ein Foto bekommen und wäre zufrieden gewesen, aber das war zuviel verlangt. Naja, wie gesagt, Claudia konnte ihr Glück kaum fassen, doch ich finde es eher bedenklich, wenn Britney Spears ein Vorbild für meine Tochter ist.
Zum Glück haben wir es zu unserer Tour doch noch geschafft und so genossen wir Manhattan mal bei Nacht, die Strecke führte vorbei am Flatiron Building,

am Rockefeller Center, am Empire State Building,

am Woolworth Building, an diversen, einem gewissen Herrn Trump gehörenden, Gebäuden, am Battery Park, am Hafen und noch an vielen anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zurück am Times Square war dort natürlich die Hölle los, alles war beleuchtet, die Stadt schien zu glühen.

So etwas kann man nur schwer beschreiben, das muss man erlebt haben, aber wir waren wirklich mehr als begeistert. Danach kauften wir noch einen Jahresvorrat an M & Ms im riesigsten M & Ms Geschäft, das ich je gesehen habe und dann ging’s gegen 23.00 Uhr mit der Subway zurück zur Path Station. Völlig erschöpft fielen wir am Abend ins Bett und schliefen in Sekundenschnelle ein.
****25. August 2009**** NEW YORK CITY, NEW YORK - USA
Am Programm stand eigentlich das WTC Tribute Museum doch gerade am Dienstag öffnete das erst um 12.00 Uhr und so lange konnten wir keinesfalls warten. So gingen wir zuerst zur Trinity Church und danach bestiegen wir am Hafen unseren Bus, der uns nach Brooklyn bringen sollte. Von dort aus gingen wir dann die Brooklyn Bridge hinüber nach Manhattan. Ich habe zuvor in vielen Berichten gelesen, dass man es auf alle Fälle von dieser Seite aus gehen sollte, denn so hat man Manhattan immer im Blick und das ist sicher auch richtig so.

Den Einstieg zur Brooklyn Bridge darf man aber nicht versäumen, denn im Grunde beginnt das schon viel früher, als die eigentliche Brücke.

Mittlerweile gab es einen Verkaufsschrei, den ich schon nicht mehr hören konnte. Überall, wo man in New York hinkommt, hört man „Cold water, one dollar“ und das machte mich mit der Zeit echt schon wahnsinnig. Aber egal, wir sind also gut über die Brücke gekommen und in der Nähe des Rathauses wieder in den Bus gestiegen, der uns zum Rockefeller Center brachte. Wir haben beschlossen, die ellenlange Schlage beim Empire State Building zu meiden und stattdessen der Aussichtsplattform am Rockefeller Center einen Besuch abzustatten. Das Rockefeller Center an sich erstreckt sich über drei Straßen und besteht aus 21 Hochhäusern. Mit 70 Stockwerken und 259 Metern ist das GE Building das höchste des gesamten Komplexes und hier befindet sich auch die Aussichtsplattform. Es wäre gelogen, würde ich euch weismachen wollen, dass die Auffahrt billig ist, aber der Ausblick ist einfach gigantisch.

Während sich auf der einen Seite das Empire State Building über die Stadt erhebt, sieht man auf der anderen Seite die grüne Lunge Manhattans, den überdimensionalen Central Park. Ich kann euch versichern, dass der Blick über die Stadt den Preis wert ist.
Danach ging es weiter zum Empire State Building, zum UN Gebäude und zurück zum Central Park, wo wir den Bus für eine Rundfahrt im „Uptown Manhattan“ bestiegen. Diese Fahrt dauerte auch zwei Stunden, kann aber mit der Faszination, die der Downtown Loop bietet, meiner Meinung nach nicht mithalten.
Aber man erfährt viel über Stars, die hier ihre Wohnungen haben und man kommt an Museen vorbei, die ich unbedingt einmal besuchen möchte, z.B. das Museum of Modern Art, das Solomon R. Guggenheim Museum oder die Frick Collection. Ja und auch das Air & Space Museum auf einem Flugzeugträger steht beim nächsten Besuch auf der Liste.
Tja und dann war es irgendwie schon wieder spät am Abend und nachdem wir nochmals dem Times Square einen Besuch abgestattet hatten, ging es schweren Herzens zurück nach New Jersey. Es hieß Goodbye New York, we’ll see us soon.

****26. August 2009**** PHILADELPHIA, PENNSYLVANIA - USA
In knapp zwei Stunden schafften wir die Strecke Jersey City - Philadelphia und dort bekamen wir auch gleich unser Zimmer im Hampton Inn Philadelphia City Center. Pünktlich um 12.00 Uhr holte uns meine Brieffreundin Bikki zu einer Stadtbesichtigung ab. Ich muss zugeben, dass ich mich für diese Stadt am wenigsten vorbereitet habe, denn ich wusste, dass ich quasi einen persönlichen Guide haben werde. Bikki brachte uns zuerst zur Cityhall, einem wirklich eindrucksvolles, viktorianisches Gebäude am Penn Square, das den Mittelpunkt des historischen Stadtkerns bildet.
Danach gingen wir in die Nähe des Museum of Art, wo die Zufahrtsstraße mit Fahnen aller Länder der Welt beflaggt ist. Bekannt wurde das Museum aber vor allem durch die „Rocky“ Filme, da es als Kulisse gedient hatte.
Bevor wir uns bei einer Runde Minigolf etwas ausruhen konnten, ging es noch zur Independence Hall und zur Liberty Bell.

Die Führung in der Independence Hall ist gratis, doch die Tickets müssen vorab im gegenüberliegenden Visitor Center abgeholt werden. Das Pennsylvania State House, das in Independence Hall umbenannt wurde, um Touristen in die Stadt zu locken, ist Schauplatz wichtiger historischer Ereignisse. 1776 wurde hier die Unabhängigkeitserklärung angenommen und 1787 traf sich hier die Philadelphia Convention, die die Verfassung der Vereinigten Staaten hervorbrachte.

Danach gingen wir in einem typischen amerikanischen Diner zum Abendessen, bevor uns Bikki zu sich nach Hause einlud. Aufgrund meiner Vorerfahrungen mit Sarah am Beginn unserer Reise, wusste ich gar nicht so recht, ob ich mir das zumuten sollte, bin aber froh, dass ich es doch getan habe. Bikki wohnte nämlich in einem Luxusappartement mit eigenem Concierge und 24 h Service, also das ganze Gegenteil zu dem, was wir zuvor bei Sarah erlebt hatten.
****27. August 2009**** STERLING, VIRGINIA - USA
Der letzte ganze Tag in den USA brach heran. Gegen Mittag erreichten wir den National Zoo in Washington D.C., den wir in den ersten Tagen ausgelassen hatten und gönnten uns ein paar schöne Stunden mit Tigern, Elefanten, Bären und Robben. Die Anlage ist sehr schön und das Beste am ganzen Park ist, dass der Eintritt frei ist. Danach wollte Peter noch unbedingt zum Pentagon. Der Verkehr dorthin war beängstigend, weil wir gerade zur Rush Hour fuhren und auch in der Umgebung fanden wir keinen Parkplatz, an dem wir stehen bleiben durften. Also ließ mich Peter kurz aus dem Auto springen, um Fotos zu machen. Genau zwei habe ich zusammen gebracht, bevor ein Militärangehöriger mich schon aufforderte, das Gelände sofort zu verlassen, ich fotografiere eine „protected area“ und das sei verboten. Gut, ich habe also meine Füße in die Hände genommen und habe mich von diesem geschützten Areal verabschiedet. Aber immerhin, zwei Fotos habe ich, vielleicht kann ich die ja teuer an irgendeinen Spion verkaufen.
Danach sind wir nur mehr ins Hotel, um die letzten USA Stunden noch einmal in aller Ruhe zu genießen. Das Fairfield Inn by Mariott ist ein schönes Haus. Es liegt in Sterling, Virginia und ist vom Dulles Airport gerade mal 4 Minuten entfernt. Noch schnell online eingecheckt und auch tatsächlich 4 Sitze nebeneinander ergattert und damit und dem Planschen im Pool ging der Tag auch schon zu Ende.
****28. August 2009**** DULLES AIRPORT, STERLING - USA
Es war sehr günstig, dass wir erst zu Mittag aus dem Hotel auschecken mussten, so blieben wir bis zum Schluss im Zimmer, haben ferngesehen, gespielt und uns noch einmal entspannt. Danach hieß es, Abschied nehmen von unserem uns lieb gewordenen Mietauto bevor uns der Airport Shuttle zum Flughafen brachte. Gegen 13.00 Uhr mussten wir lesen, dass der Austrian Airlines Schalter erst um 14.40 Uhr geöffnet wird, daher haben wir uns erstmal ein leckeres Mittagessen gegönnt. Die nächsten Stunden vergingen vor allem damit, dass wir im Duty Free noch nach Souvenirs für zu Hause Ausschau gehalten haben. Gegen 17.30 Uhr konnten wir dann die Maschine besteigen, doch es dauerte noch über eine Stunde, bevor wir starteten, denn das Warten auf Passagiere von Anschlussflügen und ein heftiges Gewitter in New York brachte einiges an Zeitverzögerung mit sich.
****29. August 2009**** WIEN, ÖSTERREICH
Dadurch, dass unsere Flugroute nunmehr noch über Grönland, sondern mitten durch den Atlantik verlief, konnten wir eine Stunde Flugzeit sparen und kamen pünktlich um 8.40 Uhr in Wien an. Natürlich haben wir keine einzige Minute geschlafen und so waren wir den ganzen Tag über ziemlich groggy. Tapfer haben wir aber bis Abends durchgehalten, bevor wir ins Bett gingen, um dem Jetlag vorzubeugen, was glücklicherweise gut funktioniert hat.
~~~~~~~~~~~ ****FAZIT**** ~~~~~~~~~~~
Man kann von den USA halten, was man möchte und ich denke, bei keinem anderen Land gehen die Meinungen derart auseinander wie von den USA. Natürlich gibt es mal jede Menge Klischees: die Amerikaner sind viel zu oberflächlich, fastfoodversessen, übertrieben patriotisch und natürlich verschmutzen sie mit ihren Riesenkübeln auch noch die Umwelt. Amerikaner sind prüde, konservativ, doppelmoralisch und kriegsfreundlich. Sie halten nichts von Mülltrennung, die Regierung mischt sich überall ein und lässt einen sogar am Flughafen die Schuhe ausziehen, die Toiletten haben an der Klobrille komische Auslassungen und egal wie intensiv man auch sucht, man wird kein gescheites Gebäck finden. Außerdem liegt dort die Wurzel des Übels „Wirtschaftskrise“.
Doch die USA ist auch ganz anders. Es ist ein Land der Superlative. In keinem anderen Urlaubsland wird man als Tourist so herzlich empfangen, nirgendwo anders fragt man dich im Fahrstuhl, wie es dir geht, nirgendwo anders hilft dir jemand, die Karte zu lesen, ohne, dass du ihn darum bittest. Die USA ist ein Land der extremen Naturvielfalt. Gletscher findet man hier ebenso wie die Wüste. Meer gibt es hier ebenso wie Berge. Einsame Orte und Buchten stehen gigantischen Städten gegenüber. Besonders im Westen reiht sich ein Nationalpark an den andern und jeder ist in seiner Besonderheit einzigartig. Amerikaner sind herzlich, locker und schaffen es, alles in Ruhe zu bewältigen. Da gibt es vor keiner Sehenswürdigkeit ein Gedränge, jeder wartet, bis er dran ist. Amerikaner haben einen lebendigen, auch selbstironischen Humor und sie sind tolerant. Sie haben die Nachbarschaftshilfe quasi erfunden, spenden Unsummen im Jahr und setzen sich für jeden ein, der Hilfe braucht. Die Einwohner der USA haben es geschafft, aus einem multikulturellen und multinationalen Einwandererstaat die „Vereinigten Staaten“ als Gesamtidentität aufzubauen.
Ich denke, entweder liebt oder hasst man die USA. Gehasst wird sie normalerweise nur von Menschen, die noch nie „drüben“ waren. Wir sind begeisterte USA Reisende und solange ich mich auf meinen Füßen bewegen und es mir finanziell leisten kann, wird immer wieder mal eine Reise in dieses Land gehen. Jeder muss sich seine eigene Meinung bilden, doch für uns sind die Vereinigten Staaten von Amerika auf jeden Fall etwas Besonderes.
Von Kanada haben wir bestimmt nicht gerade die attraktivste Ecke gesehen und wir haben uns in diesem Land auch immer ein bisschen fremd gefühlt. Ich bin zwar froh, dass ich die Städte gesehen habe, aber mich wird wohl eher nichts mehr in diese Gegend führen.
Eine Kombinationsreise USA und Kanada gerade auf diesem Teil des nordamerikanischen Kontinents kann ich aber auf jeden Fall empfehlen. Es liegt sehr günstig und einmal sollte man das schon gesehen haben!
Für uns war es wieder einmal ein lohnenswerter und ereignisreicher Urlaub, den wir nicht missen möchten!
 
www.usa-stammtisch.de
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