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Nach Kuba steht nun Südafrika auf unserer Liste und wir wollten da immer schon mal hin. In diesem Jahr war es nun soweit. Die Flüge waren günstig und so fiel uns die Entscheidung nicht schwer. Gebucht haben wir mit KLM.
Es gibt dort Exit-Sitze, die man allerdings erst 30 Stunden vor Abflug buchen kann. Und so haben wir es getan. Um 4.15 in der Frühe haben wir die begehrten Plätze bekommen. Auch blöd, dass sie das bei KLM so handhaben, denn die Plätze kosten pro Person 70,- €. Man sollte sie sofort buchen können. Aber das ist es uns wert. Bezahlen brauchten wir auf Grund eines Systemfehlers (habe mir das von KLM bestätigen lassen)nur einen Platz. War bei meinen Sitznachbarn auch so, wie ich später erfahre. Für den Rückflug versucht Antje aus unserem Reisebüro die Plätze zu buchen. Am 18. November geht es dann endlich los. Wir sind urlaubsreif wie schon lange nicht mehr. Der letzte richtige Urlaub liegt immerhin ein Jahr zurück. Der Flug ab Düsseldorf startet um 6.20 Uhr. Das heißt, wir stehen um 1.15 Uhr auf und fahren nach Wattenscheid, von wo aus uns mein Vater netterweise morgens um 4.00 Uhr zum Flughafen fährt. Am Flughafen sind wir zu früh und der Schalter zum Gepäck aufgeben hat noch nicht geöffnet. E-Tickets haben wir ja schon. Es ist erst 4.30 Uhr. Also gehen wir einen Kaffee trinken, um nicht noch vor Abflug einzuschlafen. Uns wie wir da so sitzen, sehen meine müden Augen ein Mann und eine Frau, die mir irgendwie bekannt vorkommen. Ich kann‘s nicht fassen, es sind Ingrid und Chris, die sich noch verabschieden wollen. Sie sind von Frechen nach Düsseldorf gekommen. Mitten in der Nacht !!! Ich freue mich total darüber !! So wird die Wartezeit kurzweilig. Irgendwann müssen wir uns aber verabschieden. Unser Flieger, eine Fokker irgendwas, ist nur mit 20 Personen belegt. Nach gut 45 Minuten sind wir in Amsterdam. 3 Stunden später checken wir nach Kapstadt ein. Alles ein bisschen chaotisch, denn es wurde ein kleineres Flugzeug eingesetzt. Wir bekommen Plätze in der 37. und 12. Reihe. Das geht natürlich nicht. Außerdem haben wir ja die Exit-Plätze gebucht und wollen natürlich auch zusammen sitzen.Ich schnarche ungerne neben Fremden... Wir müssen das ändern lassen. Es sind nur noch 2 Plätze in der 51. Reihe. Allerdings nicht nebeneinander. Egal, Hauptsache Platz mit Beinfreiheit. So sitze ich mit einem sehr netten Ehepaar aus Manchester und Erny mit zwei Holländerinnen zusammen. Ich unterhalte mich sehr nett mit meinen Nachbarn übers Reisen, schlafe zwischendurch oder lese. Trotzdem bin ich froh, dass die 12 Stunden endlich um sind.

Mit dem Taxi fahren wir die ungefähr 500 Meter zum Hotel. Der Taxifahrer „muss“ einen Umweg fahren und wir bezahlen umgerechnet 4,- €. Soll er haben. Tat uns ja auch leid, dass wir nicht weiter weg wollten. Die Road Lodge ist sehr einfach und das einzige Airport-Hotel. Das ist alles egal, wir sind müde und schlafen auch sofort ein.

Donnerstag, 19. November 2009
Wir wachen um 08.00 Uhr auf. Die Sonne scheint, wir haben einen strahlend blauen Himmel und es ist kuschelig warm. Der Flughafen Kapstadt ist eine riesige Baustelle. Bis zur WM ist hier noch einiges zu tun. Wir könnten gegen einen Aufpreis im Hotel frühstücken, aber weil das sehr einfach ist, ist das Frühstück sicher ähnlich. Und wir haben Hunger auf ein richtiges Frühstück. Obwohl, der Kaffee, der für die Gäste angeboten wird, ist gut und tut vor allem gut.

Mit einem Shuttle fahren wir die paar Meter wieder zurück zum Flughafen.


Ich habe keine Lust die Koffer durch die Baustellen zu zerren. Ein Koffer-Träger schnappt sich unsere Koffer und bringt uns zum Europcar/ALAMO-Schalter. Ich bin ganz geplättet ! Keine Nachfrage nach einem Upgrading oder zusätzlicher Versicherungen. Ich werfe kurz ein, dass ich als 2. Fahrer eingetragen werden möchte. Hat der Bearbeiter alles schon fertig. Eine Choice-Line gibt es nicht und wir bekommen einen Hyundai Tucson. Der selbe Koffer-Träger(er trägt die Koffer natürlich nicht, sondern hat einen Trolley) bringt uns zu den Fahrzeugen. Unterwegs unterhalten wir uns mit ihm. Er fragt, ob wir ihn nicht adoptieren und mit nach Deutschland nehmen wollen. Das geht natürlich nicht, weil wir ja auch nur 20 kg Gepäck haben dürfen… Das Wetter ist einfach traumhaft und wir wollen als erstes auf den Tafelberg, bevor der im Nebel liegt. Aber erst müssen wir frühstücken. Dazu fahren wir an die Victoria & Albert Waterfront.

In einer Shoppingmall sitzen wir draußen und lassen es uns gut gehen. Im Vergleich zum Amsterdamer Flughafen ist das Frühstück x-mal leckerer und absolut billig. Wir sehen uns die Waterfront an, wo wir schon mal hier sind. An vielen Ecken stehen Musiker und es ist viel los.

Es werden von dort aus einige Schiffstouren angeboten. Das möchte ich später machen.

Wir gönnen uns noch ein Eis bei Häagen Daz und kaufen im Supermarkt Kühlbox, Eis und Getränke. Dann fahren wir zum Tafelberg. Mit der Seilbahn geht es steil bergauf.

Wäre die Aussicht nicht so spektakulär, würde mir glatt übel werden vor Angst…

Oben angekommen ist die Aussicht überwältigend. Wir laufen einen Rundweg und treffen auf die ersten wilden Tiere. Lurchis und eine Schlange. Eine kleine Schlange, aber immerhin. Mir fällt eine Gruppen Deutscher da oben auf. Davon eine Frau mit starken Berliner Akzent, die einen furchtbaren Sonnenbrand im Gesicht hat. Sie sieht aus wie eine Tomate mit Strohbüschel. Die Haare sind so blondiert, dass ihr oberer Teil Sonne leuchtet. Wir schauen uns schon mal von oben an, was wir morgen machen möchten. Morgen wollen wir zum Kap der Guten Hoffnung.

Wieder unten angekommen fahren wir nochmals an der Küste entlang zur Waterfront. Wir wollen einen kleinen Haps essen und dort ist alles vertreten. Wir gönnen uns einen Hamburger an einem Imbiss-Stand. Die nächsten drei Nächte schlafen wir in der Nähe von Stellenbosch bei einer Familie, dessen Tochter zum Schüleraustausch bei Ernys Bruder war. Sie haben Guest Cottages, aber wir wohnen bei ihnen im Haus.

Leider ist Rush Hour und wir stehen im Stau. Irgendwann kommen wir aber doch an und dank Karls guter Beschreibung finden wir das Weingut schnell. Es ist schön Anine wieder zu sehen und ihre Mutter Lucille kennen zulernen, mit ich ein paar mal gemailt habe. Wir bekommen ein schönes Schlaf- und Wohnzimmer plus Bad.

Wir ruhen uns noch ein bisschen aus und fahren dann die Straße hoch in ein Restaurant, das uns die Rooses empfohlen haben, La Pineta. Besser wir umkreisen es erst bevor wir es im Dunkeln finden… In diesem Restaurant gibt es ein absolutes Spitzenklasse-Essen für ganz wenig Geld. Die Kellner sind so nett und zuvorkommend höflich, dass wir uns zu einem Nachtisch überreden lassen. Familie Roos schläft schon, als wir wieder kommen, aber wir haben einen Schlüssel bekommen. Auch wir sind froh, dass wir endlich ins Bett können.
Freitag, 20. November 2009
Ich bin früh wach. Wir waren ja auch gegen 22.30 Uhr schon im Bett und sind sofort eingeschlafen. Lucille hat für uns das Frühstück gemacht. Sie hat Zeit für uns und wir unterhalten uns dabei. Sie haben jede Menge schwarze Angestellte für Haus, Hof und Gut, die auch mit auf dem Gut wohnen. Sie sind wie eine große Familie. Wir wollen das Gut noch besichtigen. Das Wetter ist wieder wie wir es uns wünschen ! Der Himmel strahlend blau und es ist warm. Es soll heute sehr heiß werden. Tut’s dann auch. Unser Plan für heute ist eine Rundtour zum Kap der Guten Hoffnung zu machen. Wir fahren nicht die Autobahn, sondern die Küstenstraße. Wie gestern in der Flughafen Gegend sehen wir die Wellblechhütten der Schwarzen. Diesmal erstrecken sie sich kilometerweit und wir sind erschreckt über so viel Armut. Auf dem Weg zum Kap halten wir in Boulderbei Simon’s Town, um uns eine Brillen-Pinguin Kolonie anzusehen. Wir hätten ihnen stundenlang zusehen können,haben aber die Zeit gut abgepaßt zwischen einem japanischen und französischen Reisebus die befrackten Zwerge zu beobachten.


Wir halten immer wieder an, denn der Ausblick an den Klippen ist gigantisch. Zuerst fahren wir zum Cape Point, einem Leuchtturm. Das letzte Stück muss man steil bergauf laufen oder man kann ein Cable Car nehmen. Ich sehen alte und gebrechliche Menschen in Flip Flops den Berg erklimmen. Also können wir das auch.Ich möchte nur kurz erwähnen, dass wir schon über 30°C haben Oben angekommen ,schnaufe ich wie eine Dampflok und bin am Ende meiner Kräfte. Die Aussicht ist wunderschön und meine Strapazen haben sich gelohnt. Runter nehmen wir die Bahn


Dann geht es zum Cape of Good Hope.

Wir haben keine Chance ein Bild von dem Schild dort zu machen, weil mit uns Meiers Weltreisen eingetroffen ist…
Mit ihnen die Tomate !!Ich kann sie schon von weitem hören. Man könnte auf den Berg steigen, wenn man wollte. Wollen wir aber nicht. Der ist genauso steil wie der andere und es gibt keine Bahn rauf. Also lassen wir das.Um eine gute Aussicht zu haben, sind wir im Uhrzeigersinn gefahren. In Südafrika ist Linksverkehr, was heißt, an der Westseite des Kaps sind wir an der Wasserseite. Wir fahren den Chapmann’s Peak entlang, der bis vor kurzem noch gesperrt war wegen herab gefallender Steine. Man hat jahrelang die Straßen erneuert und sicherer gemacht. Und es hat sich gelohnt. Ich gebe es nur ungerne zu, aber der Chapmann’s Peak hat uns besser gefallen als der Highway No. 1 von San Francisco und Los Angeles.

Wir fahren bis Hout Bay, wo Karl uns das Fisch-Restaurant Mariner’s Warf empfohlen hat.

Und so tun wir es. Mittlerweile ist es 16.30 Uhr und wir haben Hunger. Wir essen Kingsklips mit Zitronen-Butter und Pommes. Sehr lecker ! Und wieder sind wir angenehm überrascht,weil es nicht teuer ist. Auf dem Rückweg liegt das Weingut Groote Constantia, wo wir anhalten und uns ein wenig umsehen. Das Wohnhaus kann man besichtigen, ist aber jetzt schon geschlossen. Es ist schön ohne diese Menschenmassen durch den Park zu laufen.



In einem Einkaufs Center kaufen wir uns Paninis für später, wenn wir wieder hungrig sind. Wir fragen in einer Apotheke nach einem Malaria-Mittel. Der nette Apotheker erklärt uns, dass man das nur mit einem Rezept bekommt. Das gute jedenfalls. Das schlechte, mit den vielen Nebenwirkungen, kann man frei kaufen. Wir sollen am besten zu einem Arzt in Südafrika und uns ein Rezept ausstellen lassen. Das hören wir zum ersten mal und beschließen unsere Gastfamilie danach zu fragen. Um dieses mal dem Feierabend Verkehr zu umgehen, fahren wir wieder die Küste entlang. Es ist auch recht voll auf der Straße, nach einer Weile aber geht’s flott voran. Wieder kommen wir an den Hütten vorbei und sehen,wie groß das Areal ist. Wahnsinn. Wieder zurück bei Familie Roos frage ich Lucille und Anine nach der Malaria Prophylaxe. Sie wissen nichts davon,das das rezeptpflichtig ist. Sie ruft morgen ihren Arzt an und fragt danach.
Samstag 21. November 2009
Lucille hat mit ihrem Arzt gesprochen. Wir benötigen neuerdings ein Rezept für das Malaria-Mittel. Also werden wir uns am Montag einen Doktor suchen,der uns das Rezept ausstellt. Nach unserem Frühstück zeigt uns Johan nicht ohne Stolz das Weingut. Es umfasst 200 ha mit Weinpflanzen und Zitronenbäumen. Sie machen auf dem Weingut qualitativ hochwertigen Wein,der auch selbst abgefüllt wird. Den einzigen Wein, den ich kenne, der dort angebaut wird, ist Marlot. Auf dem Gut sind 45 Leute beschäftigt. Einige wohnen dort auch mit ihren Familien. Die Häuser werden vom Chef instand gehalten. Ich bin ganz froh, dass die Menschen nicht in Baracken hausen. Wir fahren an den Häusern vorbei und sie begrüßen uns freundlich. Wir brechen wieder auf nach Kapstadt. Die Fahrt dorthin beträgt ca. 30 Minuten. Als erstes fahren wir zum Castle of Good Hope, dem ältesten Gebäude Kapstadts. Abends findet dort ein Military Tattoo statt, also Dudelsack Musik. Würde ich ja gerne hören, aber ich möchte nicht nachts durch Kapstadt fahren. Außerdem haben wir nicht Bescheid gesagt, dass wir später kommen. Ich habe auch keine Telefon-Nummer dabei.


Vor dem Rathaus ist ein Markt, auf dem es hauptsächlich Textilien zu kaufen gibt. Für uns alles sehr billig. Wir gehen bis zum botanischen Garten. Nicht wirklich spektakulär. Und so entscheiden wir wieder an die Waterfront zu fahren. Einfach da sitzen, ausruhen und Kaffee trinken. Das gefällt uns wirklich gut. Es ist später Mittag und wir gehen etwas essen. Wieder ist aus jeder Ecke Musik zu hören. Anschließend schauen wir nach den Bootstouren, die ich gerne machen würde. Es gibt ein Catamaran, mit dem ich gerne geschippert wäre, doch das ist schon weg und fährt erst wieder zum Sonnenuntergang. Die anderen Boote sind mir zu klein. Ich könnte schon beim bloßen Anblick würgen. Also lassen wir das. Wir sitzen einfach mal so da, hören den Musikern zu, essen Eis und trinken Kaffee. Dann gehen wir durch das Einkauf-Center und überlegen, was wir Lucille schönes mitbringen können. Ich sehe einen Seifenladen und suche eine Auswahl für sie aus. Das bekommt sie zum Abschied für ihre Bemühungen uns den Aufenthalt so schön zu machen.


Dann fahren wir zum Bo-Kaap Viertel,wo es bunt bemalte Häuser gibt. Es sind sehr viele Menschen auf der Straße,weshalb ich keine Fotos mache. Wir fahren einen Berg hoch, von dem man einen schönen Ausblick auf den Tafelberg hat,der oben rum von Nebel umhüllt ist.



Es wird Zeit für den Sonnenuntergang. Dafür geht es auf den Signal Hill. Die Idee haben wir nicht alleine und es gibt durch die hoch und runter fahrenden Autos auf der engen Straße ein Chaos. Zufällig finden wir einen Parkplatz. Da oben ist es ganz schön kalt und wir brauchen unsere Jacken. Es sind jede Menge Menschen hier oben mit Picknick-Körben. Wir haben nur Wasser und eine angefangen Tüte Chips im Auto… Leider geht die Sonne heute nicht schön unter und die versinkt im Nebel. Bevor sich die Massen wieder nach unten bewegen fahren wir schon mal. Gen Heimat. Es ist schlagartig dunkel und wir sehen nicht mehr viel. Was gefährlich ist, denn auf der Autobahn laufen auch Leute rum oder die Autos haben nur spärliches Licht an.



Wir machen einen kurzen Stop bei den Rooses und fahren dann nochmal in das nette Restaurant in ihrer Gegend,dem La Pineta. Richtig Hunger habe ich eigentlich nicht,aber ich will ja auch keinen aufkommen lassen. Wir essen eine sehr leckere Pizza.
Sonntag, 22. November 2009
Wir frühstücken mit den Rooses, bevor es für uns Abschied nehmen heißt. Wir bekommen noch selbstgemachte Plätzchen und eine Flasche Wein mit auf den Weg. Unsere heutige Route geht über Stellenbosch nach Franschhoek. Wir laufen ein wenig durch Stellenbosch, tanken(35,- € für die Tankfüllung !), versorgen uns mit Sandwiches und Getränken und brechen dann nach Franschhoek auf, was uns besser gefällt. Es reihen sich kleine Cafés und Kunstgewerbe-Lädchen aneinander. Wir trinken einen Kaffee bevor es weiter geht.



den Franschhoek-Pass fahren wir durch Berge. Die Ausblicke von oben sind gewaltig. Über den Sir Lawry Pass, an dem wir natürlich auch anhalten und die Aussicht aufs Meer genießen, fliegen wir fast weg, so stürmig ist es.


Das eignet sich nicht besonders für ein Picknick. In Gordon’s Bay finden wir einen schönen Platz mit Blick über die ganze Bucht. Wir haben Sandwiches, Obst und Anine’s gebackene Plätzchen und Muffins und könnten Stunden so sitzen

Es geht weiter die Küste entlang. Leider können wir nicht an jedem Aussichtspunkt anhalten. Sonst würden wir nie unser Ziel erreichen. Wir wollen bis Hermanus fahren und uns dort ein Zimmer suchen. Und so tun wir es. Direkt am Wasser ist das Windsor Hotel

Wir nehmen ein Zimmer mit mit Meerblick,das wir für 840 Rand, etwa 73,- €, inklusive Frühstück bekommen.Das Zimmer ist schön, noch schöner der Ausblick.Hermanus ist fürs Whale Watching bekannt. Wir sehen auch unseren ersten Wal,als wir zu einem kleinen Spaziergang aufbrechen. Nachher auf dem Zimmer schreibe ich Karten,Erny schläft, als ich wieder einen Wal oder zwei sehe. Natürlich wecke ich Erny dafür auf. Das Hotel ist wirklich klasse ! Wo kann man sonst vom Zimmer aus Wale beobachten ?



Später gehen wir zum Village Square,wo jede Menge Restaurants sind. Wir entscheiden uns für das Ocean Basket,einem Fisch Restaurant. Sehr leckerer und frischer Fisch. Wir sind zu müde um noch etwas anderes zu machen und gehen zurück zum Hotel.
Montag 23. November 2009
Das Frühstück ist sehr gut und wie können von unserem Tisch aus durch die offenen Fenster wieder Wale sehen. Dann suchen wir als erstes einen Arzt,der uns ein Malaria-Mittel-Rezept ausstellt. So kommen wir zu Dr. Abel, der uns sehr viele gute Ratschläge mit auf den Weg gibt. Wir kaufen noch das übliche. Getränke, Eiswürfel, Sandwiches und Obst. Dann fahren wir die Küste entlang nach Cape Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas. Hier kommen der Indische Ozean und der Atlantik zusammen. Es ist so stürmisch, dass wir lieber im Auto essen



Auf dem Weg nach Oudtshoorn halten wir in Swellendam.

Die Kirche dort gehört zu den meist fotografierten Spots in Südafrika, also machen wir auch Fotos. Sie ist neugotisch und wirklich schön.


Wir sehen uns noch ein bisschen um und fahren dann weiter über diverse Pässe nach Oudtshoorn. Oudtshoorn ist bekannt für die Straußen-Farmen. Uns gefällt das Queens Hotel ganz gut, also checken wir dort ein.

Für umgerechnet ca. 100,- € inkl. Full English Breakfast kann man nichts gegen das riesige Zimmer sagen. Gegenüber ist ein Spur Steakhouse, wo ich Straussen-Filet esse. Das Fleisch ist ganz mager und schmeckt einfach gut.
Dienstag, 24. November 2009
Das Frühstück schmeckt ! Kaltes Buffet mit lecker Lachs und Eier alle Art. Wir sitzen draußen und genießen das gute Leben.


Im Hotel hat man uns die Highgate Ostrich Farm südlich der Stadt empfohlen. Draußen sind schon über 40°C. Das Thermometer steigt später auf 43°C. Meine besten Freunde werden diese Federviecher nicht. Zu groß für einen Vogel. Wir schauen uns an, wie den Vögeln die Federn gezogen wird als eineGruppe Strauße auf uns zu kommt. Mein Nachbar springt mir fast auf den Schoss, krallt sich an meinem Bein fest, ich schreie und der Held (Erny)neben mir sagt,stell Dich nicht so an, die tun doch nichts. Weiß man‘s ? Die Männer von der Farm haben uns gerettet und die Vögel verscheucht.

Wir haben bis 43°C. Aber es ist erträglich, weil es eine trockene Hitze ist. Danach fahren wir zu einem Round-Trip nach Prince Albert. Bis dahin sehr schön, aber uns nicht spektakulär genug. Ab Prince Albert bis zurück nach Oudthoorn sind wir auf einer unbefestigten Straße. Die Aussicht ist einfach klasse. Schöner als der Apalachen-Trail in USA. Wir können von oben bis zur Grossen Karoo sehen.


Es geht weiter wieder bis ans Meer nach Knysna, wo wir ein Zimmer im Knysna Manor House bekommen
Auch sehr schön und inklusivFrühstück für ca. 60,- € für das riesen Zimmer. Wir essen wieder im Ocean Basket Fisch,weil das in Laufnähe ist und wir nicht mehr fahren wollen.
Mittwoch, 25. November 09
Wir haben Internet im Manor House !! Ich kann nach dem Frühstück endlich meine E-Mails verschicken.



Nach dem Auschecken fahren wir in die Stadtund kaufen unser Proviant für heute und eine bessere Kühltasche. Ich finde ein paar neue Crocs, die es hier wirklich in jeder Ausführung gibt und die jeder trägt. Auf unserem Weg nach Osten halten wir in Plettenberg Bay, sehen uns um und trinken einen Kaffee dort. Wir finden den Ort nicht so spannend und sehen zu, dass wir weiter in den Tsitsikama NP kommen. Wir wollen eine alte Straße fahren, die aber nach ca. 10 km gesperrt ist. Also wieder zurück. Wir versuchen es an einer anderen Stelle. Auch gesperrt. Wir wollen gerade drehen, als eine Frau in einem Transporter vorbei kommt und uns erklärt, dass wir ruhig durch die Absperrung fahren können, weil wir einen Geländewagen haben, der hoch genug ist. Die Straße wurde 2007 überflutet und teilweise weggespült. Sie fährt sie jeden Tag. Also haben wir es auch gemacht und es ging ganz gut. Unterwegs haben wir sogar wieder Barboons, Paviane, gesehen. Danach sind wir rein in den Tsitsikamma NP. Wir picknicken direkt an der Küste,wo meterhoch die Wellen springen.


Es ist unglaublich schön dort.

Doch irgendwann müssen wir weiter. Außerdem macht sich ein Bus deutscher Touristen breit. Ich befürchte, Tomate ist dabei… Was natürlich nicht heißen will, ich habe etwas dagegen. Wir treffen sehr viele Deutsche unterwegs. Aber mit unserer Ruhe wäre es dann vorbei gewesen. Wir fahren nach Kirkwood, nahe dem Addo Elephant Park, und suchen uns dort eine Übernachtungsmöglichkeit. Hier scheint der Hund verfroren, es ist dreckig und es sieht wirklich nichts so aus als würde ich dort gerne übernachten. Am Ortseingang gibt es das 4 Sterne Kronenhoff Guesthouse ,wo wir hin zurück fahren
 und nehmen dort ein Zimmer. Wirklich klasse mit einer eigenen Terrasse. Das Zimmer ist bestimmt 60qm groß, sehr geschmackvoll eingerichtet und im Bad gibt es eine Badewanne mit Dackelbeinen !! Natürlich auch eine Dusche. Wir essen hier auch zu Abend. Beide haben wir Rinderfilet mit gebackener Kartoffel. Für umgerechnet 9,- € !!!

Donnerstag 26. November 2009
Nach dem Frühstück fahren wir in den 30 km entfernten Addo Elephant Park.

Hier treffen wir auf die ersten der Big Five ! Elefanten und Wasserbüffel ! Außerdem sehen wir Zebras, Kudus, Erdhörnchen, Yellow Mungoos und jede Menge Warzenschweine und Schildkröten. Wir sind absolut fasziniert von den vielen Elefanten,die wir an den Wasserlöchern sehen. Einfach nur schön den Dickhäutern beim Baden zuzusehen. Und das könnten wir stundenlang . Leider sehen wir keine Löwen. Immer, wenn wir denken, da sitzt einer, ist es doch nur wieder ein Warzenschwein.



Zum Picknicken halten wir in einerextra umzäumten Picknick-Area. Als wir fertig sind,kommen uns Warzenschweine entgegen. Gut, dass wir schon im Auto sitzen. Sie sehen nicht besonders zutraulich aus mit ihren langen Hauern. Der Park macht Spaß und Vorfreude auf den Krüger NP. Unser Tagesziel ist heute Graaff Reinet. Auf dem Weg dorthin überlegen wir, wo wir übernachten möchten. Im letzen Hotel haben wir uns ein Verzeichnisfür B&Bs und Guesthouses mitgenommen. Im Reiseführer ist ein Hotel empfohlen. Das historische Drostdy Hotel

Wir halten da und bekommen ein nettes Zimmer für ca. 75,- € inkl. Full English Breakfast. Wir wohnen in umgebauten Sklavenunterkünften. Natürlich schön hergerichtet Das Hotel ist wirklich geschichtsträchtig und ich mache viele Fotos von innen und außen. Unser Abendessen nehmen wir wieder in einem Spur Steakhaus ein. Das Essen ist sehr gut und außerdem absolut billig ! Ich bin begeistert ! Wir werden hier noch zu Sparfüchsen…


Freitag, 27. November 2009
Unser Frühstück ist wirklich gut und Graaff Reinet ist eine sehr schöne Stadt, wir schauen uns die schönen alten Häuser an. Auch hier wieder der kapholländische Stil, es gefällt uns sehr gut.



Nach unserem täglichen Einkaufen fahren wir ins Valley of Desolution. Von dort aus haben wir nicht nur die wundervolle Aussicht aufs Valley, sondern auch über die ganze Stadt, die wie in einem Kessel liegt. Die Sonne brennt heiß und ich verbrenne mir den Pelz !


Wir fahren noch weiter bis Bloemfontein. Ganz schön lang zu fahren. Bestimmt 400 km. Und dann auch noch durch ödestes Land, die Große Karoo. Wir halten wieder zum Picknicken an und schauen kilometerweit über das trockene Land. Es gibt nichts,was man besichtigen könnte, also fahren wir durch. In unserem Bed & Beakfast Führer finden wir ein Haus, dass uns gefällt.

Also fahren wir hin. TomTom sei Dank auch kein Problem es zu finden.
Ist in einer ganz normalen Wohngegend, es gibt nur noch ein Zimmer im Haus. Alle anderen haben einen separaten Eingang,es ist ein sehr schönes Zimmer,so dass wir es nehmen. Preislich liegt es wie die anderen auch.

Wir sind überrascht, wie günstig die Unterkünfte hier sind. Unsere Wirtin ist einfach nett. Sie war auch schon öfters in Deutschland. Sie empfiehlt uns für den Abend das Vasco’s Steakhouse. Es schmeckt wirklich sehr gut dort,wenn wir auch sehr lange aufs Essen warten müssen und mir der Kellner auf den Wecker fällt,wir haben einen Bärenhunger.
Samstag 28. November 2009
Unser Frühstück nehmen wir mit dem anderen Gästen im Esszimmer ein. Alles sehr familiär. Wir bekommen noch jede Menge Tips mit auf den Weg. Weiter geht’s in Richtung Drakensberge im Norden. Unsere Wirtin hat uns einiges aufgeschrieben, was wir uns ansehen sollen. Wir halten in Clarens, einem Künstlerstädtchen. Das habe ich so gar nicht erwartet nachdem die anderen kleinen Städte eher trostlos scheinen. Nette kleine Cafés und Gallerien. Wir trinken dort einen Kaffee und essen Waffeln.


Dann fahren wir zum Golden Gate Highlands NP. Toll ! Endlich rote Steine … Nicht ganz so gigantisch wie amerikanische National Parks, aber auch nett. Wir wundern uns, dass auf der rechten Seite das Gras relativ frisch und grün aussieht und auf der anderen Fahrbahnseite von der Sonne total verdörrt. Nach einer Weile kommt Erny darauf, daß es gebrannt haben muß und das Gras auf der rechten Seite grün nachgewachsen ist. Hat eine Zeit gedauert, aber so können wir uns jetzt einen Reim darauf machen.


Wir sehen uns noch ein Dorf der Sothos an. Wir sind hier direkt an der Grenze zu Lesotho. Hier sind verschiedene Baustile verschiedener Epochen nachgestellt. In der Gegend von Bergville suchen wir uns ein Zimmer. Wieder eine Stadt, die nicht besonders einladend ist. Überall Müll und Dreck. Wir finden durch Zufall ein „Resort“

Relativ teuer, aber es ist ja sonst nichts in der Gegend. Im Dunkeln sollte man besser nicht fahren und weiter wollen wir nicht, weil wir in der Nähe in einen Park wollen, wo es Nashörner gibt. Das Abendessen ist inklusive, ist aber auch gar nichts. Außerdem werden wir hier von bewaffneten Männern rund ums Hotel bewacht. Deshalb fühle ich mich hier noch lange nicht sicher. In Natal ist die Kriminalität besonders hoch und wir sind an der Grenze zu Lesotho.
Sonntag 29. November 2009
Nachts schlafe ich kaum, weil wir nicht alle Viecher aus dem Zimmer bekommen haben…
 Ich höre wie die Käfer mit ihren Rücken an die Decke stoßen. So sehe ich aber wenigstens um 5.30 Uhr den Sonnenaufgang . Das Frühstück gefällt mir auch nicht besonders. Und zum ersten mal sind die Bedienungen absolut unfreundlich. Heute ist dann wieder fast ein reiner Fahrtag. Morgens schauen wir uns den Spionkop Game Reserve Park an Nashörner sehen wir zwar nicht, jede Menge Giraffen, Kudus, Antilopen und Zebras sehen wir absolut nahe. Ein tolles Erlebnis !!



Dann fahren wir fast durch bis Nelspruit,wo wir auch übernachten. Weil ich letzte Nacht so mies geschlafen habe, gönnen wir uns heute mal etwas Besseres. Ein nettes 5-Sterne Guesthouse auch aus unserem B&B-Führer.
 Das ist der Luxus, den ich liebe !!Wenn wir mehr Zeit hätten, könnten wir uns noch verwöhnen lassen, denn es ist auch ein Spa. Das Besitzerehepaar ist absolut nett. Das ist auch das schöne an Bed & Breakfast oder Guesthouses, daß man mit den Menschen mehr in Kontakt kommt. Wir haben ein Riesenzimmer mit Schlaf- und Wohnbereich. Das Bad ist offen integriert. Sie empfehlen uns zwei verschiedene Steakhäuser, die aber beide geschlossen haben, als wir sie endlich finden. Also gehen wir wieder zu Spur. Und wieder war das Essen absolut gut und billig. Jeder Sparfuchs würde hier auf seine Kosten kommen


Montag 30. November 2009
Hier im Ort rüstet man sich für die WM. Es wird sogar ein Stadion gebaut. Wenn man die WM ansehen möchte sicher eine Alternative zu anderen Städten, weil man von hier aus noch viel unternehmen kann. So wie wir heute. Wir wollen an den Blyde River Canyon. Unterwegs nehmen wir noch ein paar Wasserfälle mit. Wir treffen ein deutsches Paar am Mac Mac Fall und treffen uns anschließend ständig. Wir unterhalten uns ein bisschen darüber was wir schon gesehen haben oder noch unbedingt muß.Der Canyon gefällt uns. Wir halten an den Potholes, die wirklich aussehen wie Schlaglöcher. Nur viel grösser.
 

Es gibt noch den einen oder anderen schönen Aussichtspunkt. Und immer treffen wir die beiden anderen. Dann trennen sich unsere Wege endgültig. Der kürzeste Weg nach Hazyview, wo wir unsere nächste Übernachtung haben, ist der Weg zurück. Aber wir fahren den längeren und sehen die Rückseite des Canyons. Die ganze Strecke ist sehr schön und auch die Orte sehen nicht ganz so arm aus. Heute übernachten wir in der Casa Do Sol

in Hazyview. Das hatte ich schon vorher gebucht. Im Moment haben wir ein heftiges Gewitter. Das hört sich gar nicht gut an. Über den Tag hatten wir fast ständig über 30°C und die Luftfeuchte war sehr hoch. Da tut das Gewitter eigentlich ganz gut. Wenn man so etwas mag… Abendessen ist inklusive im Hotel. Ein gutes Buffet und die Bedienungen sind sehr nett. Wir unterhalten uns mit America, dem Restaurantleiter. Es ist nicht viel los um diese Zeit und er freut sich über ein Pläuschchen. Er erkennt, dass wir aus Europa kommen. Die weißen, südafrikanischen Männer haben einen verkniffenen Zug um den Mund…

Dienstag, 1. Dezember 2009
Nach dem Frühstück im Casa da Sol fahren wir nach Graskop. Alternativ hätten wir nebenan mit Elefanten laufen können. Aber ich habe keine Lust knietief im Matsch neben den Dickhäutern zu gehen. Es hat so sehr geregnet, daß vieles überschwemmt ist. Außerdem fühle ich mich nicht richtig wohl dabei. Elefanten sind ja sehr groß. Alles schaffen wir nicht also fahren wir unsere Runde. Unser erster Stop heute ist Pilgrim’s Rest wo Südafrikas größter Goldrausch statt fand. Hier stehen immer noch schöne alte Gebäude mit kleinen Geschäften. Man fühlt sich in eine andere Zeit zurück versetzt. Leider sind wir noch zu satt um uns in ein Café zu setzen.


Weiter geht es über Lyndenburg den Long Tom Pass hoch. Hier fängt es an zu regnen und die Sicht ist fast null. Zwischendurch kann man die Devil’s Knuckels, eine Serie steiler Hügel, an denen die Kanonen zum letzen Mal gegen die Briten gerichtet wurden, erkennen. In Sabie machen wir eine Mittagspause und essen Pfannekuchen. Dann geht’s endlich in den Krüger National Park. Wir fahren wieder nach Nelspruit und von dort aus nach Osten. Unser Eingang ist die Crocodile Bridge Gate, fast an der Grenze zu Mosambique. Auf dem Weg dorthin ist ein Schild, daß diese gesperrt ist. Also müssen wir schon vorher durchs Melalane Gate den Park. Von dort aus sind es 3 Stunden bis zum Hotel. Im Park kann und soll man nicht schneller als 40 km/h fahren. Außerdem sehen wir viele Tiere und halten ständig an. Zum Schluss treffen wir noch auf einen Elefanten, der nicht amüsiert über uns ist.
 Er wackelt mit den Ohren und will uns scheinbar nicht passieren lassen. Dann weicht er doch ein Stück zurück und Erny kann das Auto an ihm vorbei rangieren. Wir kommen wirklich kurz vorm Dunkel werden in der Lodge an. Man darf dort nur bis 18.30 Uhr durch den Park fahren.


Die Shishangeni Lodge ist sehr schön und das Personal absolut freundlich. Wir haben ein strammes Programm zu erwarten.


Im Preis inklusive sind 2 Pirschfahrten am Tag. Die erste ist morgens um 5.30 Uhr, um 5.00 Uhr werden wir dafür vom Ranger geweckt. Danach ist Frühstück und relaxe um 13.00 Uhr Mittagsessen, relaxen, um 15.30 Uhr Kaffee,Tee und Kuchen mit dem Ranger, 16.00 Uhr zweite Pirschfahrt, danach Abendessen. Der Rest steht dann zur freien Verfügung. Puh, das ist Urlaub ? Egal, wir wollen ja die großen Tiere sehen.

Das Abendessen ist sehr gut. Außer uns ist noch eine kleine Gruppe Deutscher da, 2 Kanadier, die in München wohnen und 2 Amerikanerinnen. In der deutschen Gruppe ist eine Frau, die nervt und ohne Punkt und Komma redet. Wir wollen zusehen, dass wir morgen nicht mit ihr zusammen fahren müssen. Am nächsten Tag reisen sie sowieso ab Wir gehen zeitig ins Bett, weil die Nacht kurz wird…
Mittwoch, 2 Dezember 2009
Ich habe nicht gut geschlafen und war immer wieder wach. Ich habe Angst zu verschlafen ! Letztendlich stehe ich früher auf, weil ich sowieso wach bin. Um 5.00 Uhr ruft der Ranger an. Eine Viertelstunde später treffen wir uns auf einen Kaffee mit ihm. Die Landrover stehen schon bereit. Unser Ranger heißt Dixon und wir teilen uns den Wagen mit den beiden Amerikanerinnen, Jennifer und Dena. Und dann geht es auch schon los. Dixon fährt natürlich nicht auf den normalen befestigten und unbefestigten Wegen. Auf engen Pfaden schlingert er den Landrover durch den Park. Er schaut genau in alle Richtungen. Der Dschungel scheint genauso verschlafen wie wir. Wir pirschen uns durchs Dickicht, schauen nach kaputten Ästen und frischen Fuß- und Dungpuren, immer aufmerksam, damit uns kein Tier entgeht. Lange noch bevor wir etwas ausmachen können, hat Dixon schon erspäht, was dort kreucht und fleucht. So kommen wir an Elefanten, Giraffen, Gnus, Warzenschweine, Kudu, Millionen Impalas, Wasserbüffeln, Wasserböcken und Vögeln, deren Namen ich vergessen habe, vorbei. Unterwegs halten wir an einem besonders schönen Aussichtspunkt und trinken Kaffee. Von hier oben kann man kilometerweit sehen. Gigantisch.



Man merkt schnell, dass Dixon die Tiere liebt.Er weicht jedem Käfer und Tausendfüßler aus. Wir unterhalten uns später noch mit ihm darüber. Zurück im Camp wartet schon unser Frühstück. Wir duschen schnell und machen uns mit unserem Wagen auf den Weg zum Hippo-Pool. Wir sind ja nicht zum Vergnügen hier… Dort angekommen sehen wir auf Anhieb nichts. Ein Ranger sitzt mit einem Gewehr auf einem Felsen und zeigt uns, wo die Hippos aus dem Wasser sehen. Es sind auch ein paar kleine Krokodile da, die wir ohne ihn nicht gesehen hätten. Er begleitet uns mit der Flinte auf einen Felsen, von wo aus wir eine bessere Sicht über den Fluss haben. Die Flusspferde lassen nur kurz den Hintern oder die Augen mit Öhrchen auftauchen. Eines muss gähnen !

Es wird Zeit zum Camp zurück zu kehren, weil es Mittagessen gibt.

Wir haben ein strammes Programm ! Danach legen wir uns ein wenig hin . Wir sind schließlich schon früh auf den Beinen gewesen. Um 15.30 Uhr treffen wir Dixon, Dena und Jennifer zum Kaffee. Eine halbe Stunde später brechen wir auf. Wir vier wollen unbedingt Löwen sehen. Die Ranger sind untereinander mit Funk verbundenund sobald einer etwas Interessantes sieht, teilt er es netterweise den anderen mit. So bekommen wir die Durchsage, dass zwei Löwinnen gesichtet wurden. Allerdings sehr weit im Norden. Dixon will aber mit uns dahin. Schließlich haben wir ja auch Löwen gebucht… Wir halten uns nicht lange mit Nashörnern, Giraffen und Zebras auf. Angehalten wird nur, wenn es wirklich nötig ist. Dann sind wir auf der Straße mit den Löwen. Dixon findet sie auch. Sie sind ziemlich weit weg und liegen auf der Seite. Zwei Weibchen. Hätten auch Baumstämme sein können.Unsereins hätte sie ja gar nicht erkannt. Aber alleine der Gedanken auf Löwen zu treffen,macht uns alle ganz hibbelig. Ach ja, wir haben vorher strikte Anweisungen bekommen weder im Wagen aufzuspringen, noch „Pussycat“ zu rufen, wenn wir einen Löwen oder ähnliches sehen.So tun wir das auch nicht.



Es ist mittlerweile so spät, dass Dixon ziemlich schnell fahren muss, weil wir uns schon nichtmehr im Park aufhalten dürfen. Er rast durch den Park, wir werden ganz schön durchgeschüttelt und von dicken Käfern bombardiert, die durch die Luft schwirren. Mir krabbelt ein dicker Käfer das Hosenbein hoch, Erny befreit sie später aus seinen Schuhen.Wir haben das Gefühl bei der Ralley Paris-Dakarmitgefahren zu sein und sind froh, als wir endlich auf dem privaten Grund der Lodge sind. Der zweite Wagen mit den Kanadiern ist auch da. Wir halten an, trinken etwas, tauschen unsere Erfahrungen aus und nehmen einen Snack zu uns. Auf dem letzten Stück treffen wir auf Hippos, die ihren Fluss verlassen haben. Sie sind durch die große Lampe, die Dixon hält, so erschreckt, dass sie davon laufen. In der Lodge angekommen wartet Advice, ein sehr lieber Kellner, schon mit dem Essen auf uns.Wir 6 sind die einzigen Gäste im Moment und gehen wieder alle zeitig schlafen.
Donnerstag, 3. Dezember 2009 Das Aufstehen macht mir nichts aus und ich binschon vor dem Weckruf wach. Das ist so aufregend !Dixon wartet schon mit dem Kaffee auf uns. Die Kanadier sind weg – wir sind sind jetzt nur noch 4 Gäste. Dixon hat von einem Kollegen in einer anderen Lodge gehört, dass ganz in der Nähe Löwen etwas gerissen haben müssen. Wir fahren also in die Richtung. Wir kommen um eine Kurve und da sind sie !

Nur 4 Meter von mir entfernthaben 3 männlich Löwen haben 2 Wasserbüffel getötetund fressen nun an ihrer Beute. So etwas hat unser erfahrener Ranger sogar noch nie gesehen. Mein erster Gedanke, haben wir ein Gewehr dabei ! Nein, wir haben kein Gewehr. Ich hätte nicht gedacht, dass wir den Löwen so nahe kommen. Eine Mischung aus Aufregung und Angst macht sich breit. Auch bei den Mädels hinter mir. Erny – ganz Mann – bleibt cool. Er weiß ja, wir wären nicht hier, wenn es gefährlich wäre. Dixon ist auch ruhig, er kennt die Löwen ja. Die Pussies sind aber auch so träge, dass sie sich nicht die Mühe machen uns anzusehen. Wir knipsen wie die Wilden.



Nach einiger Zeit steht ein Löwe auf, streckt sich und kommt direkt auf uns zu. Dixon telefoniert und bekommt das nicht mitJennifer hinter mir klopft mir auf die Schulter,damit ich Dixon alamiere. Mache ich. Und er macht nichts ! Der Löwe geht einen Meter an uns vorbei und beachtet uns nicht die Bohne.Er hat Durst und will zu einem Wasserloch. Die anderen Katzen räkeln sich hin und her und genießen das gute Leben. Wir schauen dann weiter was die anderen Tiere so früh am Morgen machen.



Die Kanadier sind weg, das Crocoldile Bridge Gate immer noch geschlossen, die Hotelangestellten deshalb quasi gefangen. Unser Frühstückstisch ist am Pool gedeckt, sie nutzen die Zeit und machen groß reine wo wir ja nur noch zu viert dort sind. Den Vormittag verbringen wir vier am Pool, trinken Mojitos, die allerdings nicht so gut sind wie in Kuba, und wir Mädels schwimmen. Happy Hippos. Vom Pool aus kann man wunderschön hinaus in die Natur sehen. Mittagessen bekommen wir auch dort. Es gibt Salat und ein leichtes Curry. Advice verwöhnt uns. Das Essen in der Lodge ist sowieso ausgezeichnet. Ich sage ihm, dass er einen sehr schönen Namen hat (vorher trafen wir einen Kellner, der Promise heißt). Er fragt mich was das in deutsch heißt. Ratschlag. Er findet Advice schöner. Ich auch.

Erny und ich fangen nach dem Mittagessen an zu packen. Morgen geht’s heim in die Kälte. Die Amerikanerinnen wollten noch einen Tag in Pretoria bleiben. Unsere Kühltasche schenken wir Dixon, der mir dafür um den Hals fällt. Um 16.00 Uhr fahren wir zu unserer letzten Pirschfahrt.

Wir haben auch Leoparden gebucht, die letzten der BIG FIVE, die wir noch nicht gesehen haben. Die Gegend, in die er uns fährt sieht auf einmal ganz anders aus. Viele Bäume, auf denen aber nicht ein Leopard liegt. Dafür kommen wir an die Grenze von Mosambique und Dixon erklärt uns einiges dazu.



Wir sehen noch eine Herde junger, puscheliger Wasserböcke. Dann fahren wir wieder zu den Löwen. Die beiden Büffel sind deutlich geschrumpftund die Geier warten schon. Auf den Bäumen drumrum.Sie sind so aufgeregt. Ein zweiter Jeeaus einem anderen Camp kommt dazu. Von dem Fahrer hat Dixon den Tip bekommen



Irgendwann fahren wir dann wieder zurück. Ich habe wieder Käfer im Hosenbein und die dicken Brummer fliegen mir ins Ohr. Bin ich froh, daß wir endlich die Lodge erreichen. Dixon nimmt uns alle in die Arme und beteuert, wieviel Spass er mit uns hatte. Heute Abend essen wir Kudu-Kebab. Lecker ! Wir verabschieden uns von Dena und Jennifer und tauschen zum ersten mal im Urlaub Adressen aus. Die beiden sind schon mal in Deutschland und wir wollen uns dann mal treffen. Dena lädt uns ein sie in Instanbul zu besuchen. Gute Nacht Jim-Bob, gute Nacht Mary-Ellen…. Wir gehen früh ins Bett.
Freitag, 4. Dezember 2009
Wir lassen uns um 6.30 Uhr von Dixon Wecken. Diesmal nicht zum Pirschen, sondern wir wollen früh los nach Johannesburg . Das Gate ist immer noch überflutet und geschlossen und wir müssen 40 km durch den Park zurück zum Melalane Gate. Beim Frühstück treffen wir doch noch einmal auf die Amerikanerinnen, die eigentlich später fahren wollten. Dann machen wir uns auf. Erny fährt recht zügig und wir halten außer am Gate nicht mehr an. Die Strecke zieht sich ganz schön. Gegen 15.00 Uhr sind wir bei Ernys Onkel Alfons und seiner Tante Bruni, die wir am letzten Tag besuchen wollen. Sie wohnen in einem wunderschönen Haus mit tollem Pool auf einem Berg, von dem aus man weit sehen kann. Sie freuen sich uns zu sehen und verbringen eine schöne Zeit miteinander. Alfons grillt, man nennt das hier Braai, als ruck zuck ein Gewitter aufzieht. Wir sitzen unter Dach auf der Terrasse und der Regen kann uns nichts anhaben.
 
Um 21.30 Uhr fahren wir ab Richtung Flughafen. Ich fahre, Erny und TomTom sind die Navigatoren. Haben beide versagt und wir irren ziemlich herum. Es sind keine Schilder zum Flughafen zu sehen. Davon abgesehen, kann ich auch nicht viel erkennen. Die Straßen sind nass, ich sehe im Dunkeln schlecht, es gibt keine Straßenbeleuchtung, überall Baustellen und Unfälle (so erleuchten die Blaulichter wenigstens die Straßen) und Leute rennen einfach über die Fahrbahn. In einem Industriegebiet halten wir und ICH speise Tom neu. So kommen wir dann auch zum Flughafen.
Unser Auto ist von Europcar (dort ehemals ALAMO). Ich finde alle möglich Vermieter, aber die nicht. Wieder raus aus dem Parkhaus, neue Runde gedreht. Dann sehen wir wo wir hinmüssen. Es ist kein Mensch mehr da. Inzwischen ist es 23.45 Uhr. In einer Stunde geht unser Flieger. Jemand sagt uns, dass es noch einen Schalter weiter unten gibt. Das Auto stellen wir einfach ab und flitzen zu dem Schalter. Ich gebe nur den Schlüssel ab und sage ihnen wir haben keine Zeit. Kein Problem. Getankt haben wir auch nicht mehr. Das Benzin ist hier so billig, dass es uns jetzt egal ist. Leider vergesse ich ihnen zu sagen, dass unsere Scheibe ein Loch hat. Egal, sehen sie ja dann.
Am Schalter von KLM sagt uns der nette Mann, sorry, die Schalter sind schon geschlossen. Ich bekomme einen totalen Schreck. Aber der First Class Schalter ist noch geöffnet, da können wir einchecken. Es hat zwar nicht mit unseren Exit-Seats geklappt auf dem Rückweg, aber wir hatten andere Sitze reserviert, die wir auch bekommen. Schnell noch durch die Kontrollen (anstelle Haarfestiger hatte ich diesmal Sonnenmilch im Rucksack…) und nach ein paar Minuten sitzen wir schon im Flugzeug. Nach dem Start schlafe ich vor Erschöpfung ein. Erny auch.
Samstag, 5. Dezember 2009
Um 11.45 Uhr schlagen wir in Amsterdam auf. 2 Stunden später fliegen wir weiter nach Düsseldorf. Mein Vater holt uns mit meinem super-sauber-geputzen Auto vom Flughafen ab. Wir trauen uns gar nicht mit Schuhen einzusteigen. Es gibt noch lecker Essen bei meinen Eltern und dann fahren wir gen Sauerland. Hundemüde.
Fazit Wieder mal habe ich vorher sehr viel über Kriminalität gehört, was sich für uns nicht bestätigt hat. Genau wie in Kuba. Wenn man sich entsprechend verhält ist Südafrika ein sicheres Land, das sich zu bereisen lohnt. Wir haben so viele nette Menschen kennengelernt. Angefangen bei den Rooses in Stellenbosch bis zu Dixon, Jen und Dena im Krüger NP, mit denen wir eine schöne Zeit verbracht haben. Wir fahren 100%tig nochmal hin. Dann mit mehr Ruhe. Wir sind in der Zeit über 5000 km gefahren, was zum Teil ganz schön lange Strecken beinhaltet.
  www.usa-stammtisch.de
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