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Rheinsteig – Wandern in Deutschland
Der Rheinsteig ist ein im Jahre 2005 neu eingerichteter Wanderweg, auf dem man zwischen Bonn und Wiesbaden auf rechtsrheinischer Seite 320 km zurücklegen kann. Er lockt mit grandiosen Aussichten, Felsenpfaden, spektakulären Steigungen, Burgen und Schlössern. Hierbei wird meist versucht, die Strecke auf den Höhenwegen zu halten; darum wirbt der Rheinsteig auch mit „Wandern auf hohem Niveau“.
Zu diesem Wanderweg gibt es 2 empfehlenswerte Links: * Rheinsteig.de
 Rheinsteig.com *
Inzwischen sind auch Bücher zum Rheinsteig erschienen (s. Amazon). Bei der Anzahl der einzelnen Touren und ihrer Länge gibt es verschiedene Variationen, manche haben 20 Touren aus der gesamten Strecke gemacht, andere nur 14 aber dafür längere.
Da ich lange Zeit in Bonn und Umgebung gelebt habe und ich immer mal wieder dort bin, habe ich mich entschlossen, die erste Etappe des Rheinsteigs von Bonn bis zum Drachenfels im Siebengebirge zu wandern. Diese gut 23 km lange Strecke ist mit Sicherheit nicht die spektakulärste und anspruchsvollste Tour des gesamten Rheinsteigs, aber immerhin ein Anfang!
Die Markierung des Weges erfolgt durch Schilder, Aufkleber oder Anstriche eines geschwungenen weißen ‚R’s auf blauem Grund
 Markierungen des Wanderweges sind grundsätzlich ausreichend vorhanden, dies ist allerdings m.E. noch verbesserungswürdig. Man muss schon recht aufmerksam sein, sonst verpasst man eventuell einen Abzweig vom Hauptweg und läuft eine Weile falsch. Manchmal hat man mehrere Möglichkeiten zum weiter wandern und nach Murphys Gesetzen läuft man erst mal in die falsche Richtung, da die nächste Markierung nicht so leicht zu sehen ist. Leider war auch eine Markierung definitiv falsch angebracht! Ich denke, dass dies sich im Laufe der Zeit noch verbessern wird.
Mein Wandertag war zum 12. Juli 2006 geplant, leider war der Tag sehr warm bis drückend, bedauerlicherweise meist bedeckt und die Aussichten ziemlich getrübt. Bei klarerem Wetter wären die Bilder sicher besser geworden und man hätte z.B. bis in die Eifel schauen können.
Meinen Wagen habe ich an der S-Bahn-Haltestelle „Ramersdorf“ abgestellt und bin mit der S-Bahn 66 bis zur Haltestelle Uni/Markt gefahren. Dies hatte den Vorteil, dass diese Bahn von Königswinter (beim Drachenfels) auch wieder zurück zum Parkplatz fährt.
Der Startpunkt des Rheinsteigs in Richtung Süden ist der linksrheinische Bonner Markt mit seinem Rathaus.
Von dort geht man an der Friedrich-Wilhelm-Universität vorbei

bis zum alten Zoll, wo man im trüben Hintergrund im rechtesten Berg mein Etappenziel erkennen kann/könnte – den Drachenfels mit seiner Burgruine.
Über die Kennedy-Brücke geht es auf die andere Rheinseite und für die weiteren 319 km bleibt der Rheinsteig auch auf der „Schäl Sick“. Die nächsten Kilometer wandert man relativ unspannend auf ebener Strecke am Rhein entlang . Auf der gegenüberliegenden linken Rheinseite sieht man den Protz-Post-Tower und daneben den „Langen Eugen“, welcher ehemals die Büros der Bundestagsabgeordneten beherbergte, jetzt unter Denkmalschutz steht und diversen Einrichtungen der Vereinten Nationen Platz bietet.
Bei den Rheinauen lässt man Bebauung und Verkehrslärm endlich weitgehend hinter sich und hat die erste Steigung zu überwinden. Rast kann man dann an einem renovierten Foveaux-Häuschen von 1820 machen
Der Weg führt jetzt meist durch Wald und bietet immer wieder schöne Aussichten – bei klarem Wetter mit Sicherheit noch schöner!
Blick auf den ehemaligen Steinbruch Dornheckensee
Aussicht Richtung Westen auf Bonn und den Rhein
Blick Richtung Süden – links das Siebengebirge
Und das Ziel rückt langsam näher
Durch den Wald geht’s weiter und am Nücker Felsweg erst mal wieder abwärts

und wieder aufwärts zur Hütte „Hülle“. Die Hütte hatte wohl heute Ausgang – ich hab jedenfalls keine entdeckt und bin an einem Weingut entlang
 bis zum Kloster Heisterbach gegangen - einem Zisterzienser Kloster, deren Ursprünge bis zum Ende des 12. Jahrhunderts zurückreichen.
Nach 3,5 Stunden Wanderung und rund 14 km Strecke (plus diversen Umwegen und Irrwegen!) hab ich im Klosterstübchen erst mal gerastet. Die 0,7 l Flasche kalten Mineralwassers (4,50 €) war in Windeseile verdunstet!
Nach kurzer Besichtigung der Chorruine
ging es weiter auf dem Rheinsteig und jetzt wurde es zum ersten Mal richtig steil und anstrengend. Hinauf auf den Petersberg; dabei kann man (eigentlich) bis zur Eifel gucken – die ist da auch irgendwo im Dunst!
Auf dem Gipfel des Petersbergs steht das ehemalig Gästehaus der Bundesregierung, darum ist das Gelände auch abgesperrt und man geht durch das ein oder andere Tor. Jetzt ist der Bau ein Steigenberger Hotel.
Die Aussicht der Terrasse ist ganz nett, zum Verweilen haben mich die „illustren“ Gäste aber nicht animiert. Auf einen verschwitzten Wanderer hatten die sicherlich keinen Bock!
Aussicht auf den Drachenfels, jetzt ist die Burgruine mal sichtbar; unterhalb das in Restaurierung befindliche Schloss Drachenburg
Runter geht es vom Petersberg – nur um wieder rauf auf die Kuppe des Gaisberges zu steigen. Dieses Stück fand ich nicht nur recht lang sondern teilweise auch mega-anstrengend! Dafür gibt’s einen schönen Blick auf Drachenfels und Rhein.
 Zum Glück befindet sich am Fuße des benachbarten Schallenberges eine Raststation – das Milchhäuschen, ein beliebtes Ausflugsziel. Der halbe Liter Apfelschorle (3,90 €) schmeckte bedeutend besser als das inzwischen warm gewordene Wasser aus dem Rucksack!
 Auf zum letzten Teil der Etappe! Zunächst ein Blick von unten auf den Petersberg mit seinem Hotel.
Jetzt kraxelt man wieder hoch - auf den Drachenfels. Einen Besuch des Schlosses Drachenburg habe ich nicht gemacht, da sich das Schloss in einer heftigen Renovierungsphase befindet und zum Teil eingerüstet ist.

Man kommt an der Mittelstation der Drachenfelsbahn vorbei, das letzte Stück ist aber auch noch zu Fuß machbar!
Oben auf dem Drachenfels habe ich erst mal auf der Terrasse des Drachenfels-Restaurants die Aussicht genossen (0,4 l Mineralwasser für 2,90 €) und die Beine baumeln lassen. Für die 9 km (wieder ohne Irrwege gerechnet!) habe über 3 Stunden gebraucht!
 Die Burgruine des Drachenfels, der Bergfried erbaut im 12.Jahrhundert, ist größtenteils begehbar. Einem Drachen bin ich nicht begegnet!
Der Blick vom Drachenfels ist klasse – bei klarer Sicht sicherlich noch besser, wenn man bis zur Eifel blicken kann!
Das Siebengebirge vom Drachenfels aus gesehen
Blick Richtung Süden
Der Rheinsteig führt jetzt noch fast 300 km weiter südlich, vom Drachenfels erst mal steil runter – aber heute definitiv ohne mich! Mit diversen Irrwegen und kleinen Add-Ons sind das heute über 30 km Wanderstrecke bei teilweise mehr als 30 Grad gewesen – meinen Füssen und mir hats gereicht!
 Darum hab ich auch den Abstieg runter nach Königswinter mit der Drachenfelsbahn gemacht (Ticket nur abwärts 6,50 €).
 Die Talfahrt war ganz nett, unter anderem hat der WDR einen .Bericht gedreht – vielleicht komm ich ja noch ins Fernsehen
An der Talstation kann man neben anderen Ausstellungsstücken auch eine alte Lokomotive, die Dampflok Nr. 2’’, besichtigen.
Mit der S-Bahn zurück zum Auto und dann bin ich noch 120 km zum Niederrhein nach hause gefahren. *
 Fazit: Diese Etappe des Rheinsteigs ist sicherlich nicht sonderlich spektakulär und kann mit einigen Wanderstrecken in Deutschland oder im Südwesten der USA nicht so mithalten. Mir hat es trotz der Anstrengung und der drückenden Hitze viel Spaß gemacht (ok – teilweise hab ich ganz schön gejapst!). Den ganzen Rheinsteig zu bewandern werde ich anderen überlassen, aber die ein oder andere Etappe wie z.B. die mit der Ruppertsklamm werde ich irgendwann mal machen! An der Beschilderung der Wegstrecke sollten die Verantwortlichen noch arbeiten! Auch wenn man genügend Getränke im Rucksack hat, ich habe gerne die (meisten) Angebote zur Einkehr angenommen!
Hinter dem * verbirgt sich immer ein Link
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