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Di 06.05.2008, 2.Woche, 13.Tag, Fruita – Escalante
Donut-Toast-Bagel-Breakfast, der Cafe geht so. Outchecken, bei Shell tanken und im Citymarkt alles nötige für unseren heutigen BBC-Abend kaufen. Halb neun sind wir auf der I-70 und verlassen eine Viertelstunde später Colorado. Die Präriedogs rechts und links der Autobahn grüssen wir auch wieder. Wir halten kurz am Visitorcenter bei Thompson Springs und holen uns dort Karten zum Goblin Valley State Park. Etwa halb elf verlassen wir die Interstate und fahren die Utah 24 South bis zum Abzweig des State Parks. Dort kostet’s $7 Eintritt per Vehicle und es ist meines Erachtens das Geld auch wert.



Wir unternehmen einen kleinen Rundgang im brennend heissen Valley und holen uns danach noch Shirts und Karten im Visitorcenter. Direkt anschliessend geht’s zum Little Wild Horse Canyon. Nach 10 min Offroad, die auch mit PKW oder Womo zu bewältigen wären, sind wir am Trailhead. Oberhalb der San Rafael Swell sind dunkle Gewitterwolken aufgezogen.

Trotzdem (und mehr als leichtsinnig!) lassen wir uns die Chance nicht entgehen und machen einen etwa zweistündigen Hike in den Canyon.


 Wer Platzangst hat, für den ist nach 20 min Schluß. Ca. 80 cmbreit ist der Slotcanyon an dieser Stelle. Wir gehen noch ein ganzes Ende weiter. Leider werden die Wolken immer dunkler. Immer wenn am Himmel ein Flugzeug vorbei zieht und wir es nicht sehen können, überlegen wir, ob es nicht auch eine Flashflood sein könnte.

Da die Zeit für den kompletten Loop nicht reichen wird und die Eindrücke schon so überwältigend genug sind, drehen wir irgendwann schweren Herzens um. An der Parking Area machen wir einen Lunch und fahren dann zurück zum Highway 24. Rechts und links der Strasse sehen wir kleine Sandsturmtornados, die uns bis Hanksville begleiten.

Von hier geht’s ohne Unterbrechung westwärts bis zum Visitorcenter des Capitol Reef Nationalparks, wo wir eine kurze Pause einlegen.



Dann über Torrey zu einem der schönsten Scenic Byways im Südwesten, dem Utah-Highway 12. Unterwegs sehen wir noch, dass „unser“ Comfort Inn von 2006 inzwischen closed ist und zum Verkauf steht. Jetzt geht’s in die Boulder Mountains auf fast 10.000 ft. Von hier oben gibt’s tolle Views auf’s Capitol Reef.


Wir passieren Boulder und danach die faszinierende Calf Creek Recreation Area. Immer wieder beeindruckend, selbst von der Strasse aus. Etwa 18:00 erreichen wir Escalante und nach einigen Suchen finden wir die Zufahrt zum von Deutschland gebuchten Slot Canyon Inn. Liegt fünf Meilen südlich der Stadt am Escalante River.

Joette empfängt uns freundlich, präsentiert uns nicht ohne Stolz ihre Herberge und führt uns zu unserem Spooky-Gulch-Appartment. Eine Two-Bedroom-Suite mit Kitchenette, Terrasse und Grill. Wir laden die Autos aus, schmeissen den Grill an und geniessen bei untergehender Sonne die Ribeye-, Sirloin- und T-Bonesteaks.


Abends wird’s dann frischer, aber mit langen Hosen, warmen Pulli und kaltem Bier lässt sich’s gut aushalten. Selbstverständlich gibt’s hier „fernab der Zivilisation“ auch ein gut funktionierendes W-Lan. Die ganze Anlage macht einen sehr gepflegten und vor allem geschmackvollen Eindruck. In vielen Kleinigkeiten sieht man die Liebe zum Detail. Es gibt 6 Zimmer, 2 Suiten und eine etwas separat auf einer Anhöhe gelegene Hütte, namens Isaac Riddle Cabin. Dadurch dass wir uns die Kosten für die Suite teilen können, ist es gar nicht mal sooo teuer. Der $-Kurs tut ein Übriges zur guten Laune. Um zehn reicht’s für alle. Wir duschen nacheinander und freuen uns auf die Betten.
Gefahrene Meilen / Kilometer: 300 / 483
Übernachtung: slot canyon inn, escalante, $117 ****
Mi 07.05.2008, 2.Woche, 14.Tag, Escalante (Golden Cathedral)
Um sieben sind wir wach. Wer unbedingt was zu meckern braucht, die Betten sind etwas weich und es ist relativ hellhörig.

Wir gehen zu unserem allerersten Bed & Breakfast Frühstück. Alle anwesenden Gäste sitzen an einem riesigen Tisch und nebenan in der gemütlichen Küche bereitet Joette das Essen. Jeder kann sich holen, was er will und ab acht gibt’s noch frisch zubereitete Leckerlies. Neben den üblichen Toast, Donuts, Cerealien gibt es jede Menge frisches Obst und Säfte. Als warme Zutat werden heute leckere Buttermilch-Nuss-Banana-Pancakes gereicht. Das relativ abgehobene Publikum haut sich die Taschen voll und berichtet von erfolgreich bezwungenen Wahnsinns-Hikes wie Emeraldpools oder Riversidewalk im Zion. Trotz des Geschwafels der „Hardcore-Hiker“ sind wir angenehm überrascht vom Bed & Breakfast. Gefällt uns ausgesprochen gut. Jetzt packen wir unsere Wanderklamotten, fahren tanken und hauen in Escalante zu erstaunlich günstigen Konditionen die Coolbox noch mal voll Steaks. Danach zur Hole-in-the-Rock Road und auf dieser erstmal 16 Meilen bis zum Abzweig Little Egypt.

Die Strasse ist in gutem Zustand, nur die Waschbrett-Passagen nerven ein wenig. Die folgenden 10 Meilen nach dem Abzweig haben es dann in sich. Erst Waschbrett und Sand, etwa ab Meile fünf wird’s dann felsig. Für normale PKW und SUV ohne HC ist hier wohl Schluß. Wir können’s uns nicht erklären, wie ein Honda Accord und ein Van es bis hierher geschafft haben. Am Trailhead angelangt, schnüren wir die Schuhe und los geht’s. Erst den Hang steil hinunter, dann immer etwas links vom in der Ferne sichtbaren Round-Dome. Nach etwa 15 min bin ich mir nicht mehr sicher, das Auto verschlossen zu haben. Also noch mal hoch und kontrollieren. Schon jetzt merke ich sofort, dass es der Anstieg in sich hat. Was soll das erst heute Abend werden? Nach ca. zwei Stunden und Überquerung diverser kleinerer Canyons sind wir am Rim des Escalante Canyons angelangt.





Unter uns sehen wir, wie der Fluß sich, gesäumt von einem grünen Band, durch den Canyonground schlängelt. Weiter rechts ist eine große Schleife zu erkennen, wo sich der Eingang zum Neon Canyon befinden soll. Erstmal heißt es: Wie runterkommen? Wir suchen fast eine Stunde nach Möglichkeiten, die uns aber durchweg als viel zu gefährlich erscheinen. Irgendwann entdecken wir an der Seitenflanke zum Fency Canyon doch noch eine Art Weg. Über die große Düne gelangen wir zum Flussbett. Nun gilt es, sich zehn Minuten durch’s Dickicht zu schlagen, dann stehen wir am Ufer des Escalante River. Ca. 10 m breit und eine nicht zu unterschätzende Strömung. Schuhe, Socken und Hosen aus und ab durch’s maximal 1 m tiefe Wasser. Barfuß über die Steine balancierend und sich ständig gegen die Strömung stemmend bewältigen wir paarlaufend auch dieses Hindernis.
Am anderen Ufer alles wieder anziehen und weiter Das Ganze erfolgt allein auf dem Hinweg noch zweimal und hält natürlich gewaltig auf. Abgesehen davon ist es natürlich fast unmöglich, sich keinen Sand mit in die Socken zu holen. Das soll sich später noch bemerkbar machen … Zehn Minuten nach der letzten Flussquerung finden wir im dichten Gestrüpp den Abzweig zum Neon Canyon. An einer kleinen Lichtung machen wir eine kurze Rast und gehen dann in den angenehm kühlen Canyon.



Zu allem Überfluß erscheinen am Himmel dunkle Wolken und es wird selbst hier unten in der engen Schlucht merkwürdig windig. Nach etwa eineinhalb Meilen kommt unser heutiges Tagesziel in Sichtweite, die Golden Cathedral.

Die beiden Durchbrüche mit dem darunter liegenden See sind sehr schön anzusehen. Leider ist aufgrund der fehlenden Sonne kein ideales Fotolicht. Wir bleiben eine ganze Weile und machen eine ausgiebige Rast. Halb vier machen wir uns auf zum Rückweg.


Die Flussquerungen nerven noch mehr und der Sand in den Schuhen hat schon angefangen zu arbeiten. Die Aufstiege haben es in sich und sämtliche Wasservorräte sind kurz vor dem finalen Aufstieg zum Trailhead aufgebraucht. Mit dem Wissen, dass ausreichend Wasser im Auto ist, schaff ich mit letzter Kraft die Kletterei. Der Sand in den Schuhen hat dafür gesorgt, dass ich denke, beide Fußsohlen seien eine einzige Blase. Die rückwärtigen Aussichten auf den Escalante Canyon entschädigen für die Mühe. Die jetzt tolle Beleuchtung, lässt schöne Fotos zu.



Die Tour war schätzungsweise 10 Meilen lang und für uns alle eine der anstrengenderen Sorte. Wieder am Trailhead angelangt, ins Auto und ab auf den Rückweg nach Escalante gemacht. Der Trailblazer bringt uns über alle Hindernisse der Hole-in-the-Rock zum Highway 12 und halb acht sind wir wieder im Slot Canyon Inn. Duschen, warme Klamotten an und Steaks auf den Grill. Das Budweiser schmeckt heute noch besser und die Steaks, inklusive A1-Sauce sind vorzüglich. Viel brauchen wir heute alle nicht und so ist etwa um zehn nur noch schlafen angesagt.
Gefahrene Meilen / Kilometer: 81 / 130
Übernachtung: slot canyon inn, escalante, $117 ****
Do 08.05.2008, 3.Woche, 15.Tag, Escalante – St.George
Um acht sitzen wir wieder bei Joette am Tisch. Komischerweise sind wir die einzigen. Heute gibt’s zu allem üblichen noch Joette’s American Pizza, eine Art Veggie Omelette mit Teigboden. Nach dem Frühstück packen wir die Klamotten in die Cars, verabschieden uns erst von Joette und ihrer schönen Anlage und danach wieder mal von Bine und Matti. Die nächsten fünf Tage trennen wir uns wieder und werden uns erst am Montagabend im Yosemite wieder sehen. Schnell sind wir über den Bryce- und Red Canyon am Highway 89 und folgen diesem bis Kanab.



Dort machen wir einen Stopp am Tourist Information. Die Dame ist recht maulfaul und auf meine Frage, wie der Strassenzustand zum Toroweap Point ist, antwortet sie, dass es last night heavy rainshowers gab und diverse Abschnitte nicht passierbar sind. „Na toll!“ Falls wir’s doch probieren wollen, dann nur auf eigene Gefahr und mit viel Zeit. Wie sonst? Um zwölf stehen wir am Abzweig auf dem Highway 389. Toroweap 61 miles, kein Service, kein Telefonempfang, schlechte Strasse, Flashflood Gefahr und der Himmel mehr als bewölkt. Entgegen jeglicher Vernunft probieren wir’s trotzdem. Die ersten 30 Meilen ist die Road in relativ gutem Zustand, von Regenschäden keine Spur. Der Boden sieht aus, als wenn es eine Woche nicht geregnet hat.

Später in Sichtweite des Mount Troumble wird es bergig und steiniger, so daß etwas Strassenleserei erforderlich ist. Der Himmel ist zwar noch cloudly, aber dunklere Wolken sind nur noch entfernt sichtbar. Kurz vor dem Nationalpark-Schild des Grand Canyon gibt’s noch eine heftige Sandpassage, die ich im Regen nicht erleben möchte.

Bleibt noch zu erwähnen, dass durch die recht flotte Offroaderei Staub ohne Ende durch alle Ritzen auch ins Fahrzeuginnere drängt. Wir, unsere Koffer, die Kühltasche, alles sieht aus wie ein Aschkasten. Das kleine Visitorcenter ist leider geschlossen, RR sind open. Jetzt sind’s noch acht Meilen bis zum Colorado. Die letzten vier sind dann wieder Autokletterei auf Felsabschnitten. Obwohl das Fahren die ganze Aufmerksamkeit erfordert, fällt uns die Kakteen-Vielfalt auf. Die meisten blühen gerade und bieten herrliche Anblicke.

13:45 sind wir da, außer uns noch zwei ältere Damen, die mit einem Riesen-Toyota hier her getrudelt sind.

Gewaltig, wie die Canyonwände hier steil nach unten fallen. Wir stolzieren eine Weile am Abgrund und machen natürlich unzählige Fotos. Nach Westen hin kann man trotz Gegenlichts sehr gut die Lava-Falls erkennen. Hier gab’s vor Urzeiten schon mal einen (natürlichen) Staudamm. Der Colorado-River hat ihn weg gespült.

Die ganze Szenerie macht auf uns einen fast schon zu gewaltigen Eindruck. Wir sind uns einig, dass uns die „kleineren“ Sehenswürdigkeiten doch mehr liegen. Ein unvergesslicher Anblick ist es natürlich trotzdem. Während der ganzen Zeit müssen wir uns gegen Schwalben-Attacken wehren. Die fliegen einem hier mit affenartigem Speed nur wenige Zentimeter am Kopf vorbei, als wenn sie ihr Revier gegen Angreifer verteidigen wollen. Nachdem wir die Impressionen wirken lassen haben, entern wir einen der Picnicplätze und bereiten uns einen Lunch aus der Coolbox. In dieser Atmosphäre sehr lecker.

Dann geht’s wieder zurück. Nach ca. 15 mls nehmen wir den Abzweig nach Colorado City. Hier geht’s durch teilweise sehr tiefe Sandabschnitte, wo ich manches mal vorher nicht weiß, ob wir da überhaupt durchkommen. Aber der Trailblazer mit zugeschalteten Allrad wühlt sich erfolgreich überall durch, auch wenn die ursprünglich weisse Außenlackierung nur noch zu erahnen ist. Etwa um fünf kommt Colorado City in Sichtweite und kurz danach sind wir wieder in der Zivilisation. Entgegen der Aussage der Tourist-Info-Tante gab’s keine frischen Regenschäden und der von ihr für afternoon vorhergesagte Thunderstorm ist auch nicht eingetreten. Die manchmal irreführenden Aussagen dieser Mitarbeiter in Ehren, aber die Hinweise dieser Frau waren schlicht falsch. Sowas ist uns in diesem Jahr mehrmals und sogar in Nationalparks aufgefallen. Wenn sie’s nicht wissen, sollen sie lieber gar nichts sagen. Der Highway 389 bringt uns schnell nach Hurricane. Von dort via Utah 12 und Interstate 15 nach St.George. Hier finden wir dank Room Saver das Super 8 mitten in der Stadt für $42+. Große Zimmer, Kühlschrank und Mikrowelle. Bei schöner Abendsonne und noch immer erstaunlicher Hitze, liegen wir um sieben am Pool zum sonnen, schwimmen und hot tuben. Um acht geht’s zum Büfet Chinesen, etwa 300m weiter. Natürlich nicht zu Fuß …
All you can eat and drink für $10 pro Person. Uns erwartet ein sehr großes Angebot und neben allen üblichen Bekannten gibt’s hier auch Seafood, Obst und Nachspeisen im Überfluß. Hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wieder zurück im wirklich empfehlenswerten Super 8 gibt’s noch Tagebuch, E-Mails, TV und Bud, bevor wir um elf den Tag beenden.
Gefahrene Meilen / Kilometer: 301 / 485
Übernachtung: super 8, st.george, $49 ***
Fr 09.05.2008, 3.Woche, 16.Tag, St.George – Las Vegas
Um sieben stehen wir am Büfet des Hotelfrühstücks. Geht so, wohl auch weil wir so früh da sind. Danach heißt es erstmal, das Auto einigermaßen zu entstauben. Um acht ist Start. Es folgt sogleich die schon lieb gewonnene Schussfahrt durch die Virgin Gorge. Ankunft in Nevada, also Uhren umstellen. Halb acht sind wir in Mesquite. Ich setz Uti im Walmart ab und will tanken fahren. Vor zwei Wochen $3,50, jetzt $3,80! Da gibt’s nur eine Minimalspritze, in der Hoffnung, dass es in Las Vegas günstiger ist. Beim Walmart dauert’s etwas länger als sonst, wir kümmern uns gleich um die Geschenke für die Daheimgebliebenen. Halb elf sind wir wieder auf der Interstate. Schon seit gestern abend in St.George fällt uns der Radiosender 97.1 angenehm auf. Echt erholsam, nach der ganzen Cowboy-Duselei mal wieder Yes, Cream oder die Allmans zu hören. Da wir morgen ganz früh weg wollen, hab ich gestern paar Hotels im äussersten Nordwesten von Las Vegas ausfindig gemacht. Wir lassen uns von TomTom zum Hampton Inn am Cascade Valley Drive lotsen. Sind punkt zwölf da und beim Anblick des nagelneuen Hotels auf eine deftige Rate gefasst. Aber mit AAA bekommen wir hier ein schönes Zimmer mit zwei Queensize, Refri und Micro für $89+. Erstmal alles auf’s Zimmer und einen kurzen Lunch. W-Lan funktioniert, wie in allen Unterkünften bisher einwandfrei. Um eins fahren wir zum Strip, parken schwarz in irgendeiner Nebenstrasse am Wynn und wollen uns um Inga’s Juicy-Klamotten kümmern. Bei der Größe der Fashion-Show-Mall ist das nicht in 10 min getan. Irgendwann sehen wir im Saks-Fifth-Avenue die Juicy Ecke, finden was passendes und dann nichts wie raus hier. Freiwillig würde uns hier niemand reinkriegen … Zurück zum hoffentlich noch nicht abgeschleppten Auto und jetzt noch ab zum Beltz Outlet am South Las Vegas Boulevard. Dabei machen wir Bekanntschaft mit dem Strip-Afternoon-Stau.
Macht absolut keinen Spaß und der Anblick der zahlreichen Baustellen erfreut uns auch nicht gerade. Erst am Las-Vegas-Schild gibt’s wieder bessere Laune.

An unserem altbekannten Outlet gibt’s wenigstens Parkplätze, dafür (wie hier überall) Menschenmassen ohne Ende. Wir verabreden uns, in zwei Stunden wieder am Auto zu sein. Ich bin eigentlich schon nach 10 min fertig. Als wir halb fünf das Gelände mit fast leeren Taschen verlassen, sind wir uns einig, dass wieder alles preislich angezogen hat. Die Rennerei hat selbst Uti nicht allzu viel Freude bereitet. Allein im Canyon bringt uns definitiv entschieden mehr! Wir fahren noch bei 7-eleven für $3,60 tanken und kämpfen uns dann durch den Stau in den Nordwesten von Las Vegas. Wieder im Hampton heißt es Cafe und Cookies fassen und ab an den Pool.

Danach gibt’s ein Roomdiner und nach Tagebuch und Internet geht’s heute schon vor zehn in die Queensizebeds.
Gefahrene Meilen / Kilometer: 199 / 320
Übernachtung: hampton inn, las vegas, $94 ****
Sa 10.05.2008, 3.Woche, 17.Tag, Las Vegas – Porterville
Um sechs aufstehen, halb sieben sitzen wir beim großzügigen Hampton-Breakfast mit frischem Obst, Joghurt und Eye-Opener-Cafe. 7:00 sind wir auf dem Highway 95, halten in Indian Springs zum Scheiben waschen und in Amagosa Valley am RR. Das Fort Amagosa, wo wir schon öfters gut und günstig gefrühstückt haben, ist mittlerweile closed. Ein Tipp an alle anderen RR-User: Die Tanke gegenüber hat die besseren Rooms als die RR-Area am Abzweig. Danach geht’s schnurgerade Richtung Death Valley Junction. An der Boarderline Nevada/California gibt’s jetzt ein relativ großes Casino-Hotel. Interessant für Leute, die möglichst früh im Death Valley sein, aber nicht dort übernachten wollen. Am Nationalpark-Schild werden die üblichen Fotos gemacht.

Dann parken wir am Zabriskie Point. Etwas Morgensonne ist zum Fotografieren noch übrig. Sehr viele Leute sind auch noch nicht hier.


Wir fahren weiter, vorbei am Furnace Creek Inn und am Abzweig nach Badwater. An der Furnace Creek Oase machen wir halt und visiten das gleichnamige Center. Wie immer um diese Jahreszeit geht’s hauptsächlich darum, ob der Tiogapass offen ist. Wenn nicht, wo lang?! Uns interessiert diese Frage diesmal nicht. Ich laß’ mir vom Ranger die Route durch die südliche High Sierra erklären. Danach verlassen wir das Visitorcenter und verlassen vorbei an den großen Sanddünen das Tal. In Panamint Springs machen wir eine Cafe-Pause und gönnen uns Eiskreme. Hier finden wir auch die bisher teuerste Tankstelle der USA.

Ich kann mich erinnern, dass die Gallone vor vier Jahren hier knapp unter $3 gekostet hat. Damals unvorstellbar teuer und wir meinten, man müsste ja beknackt sein, hier zu tanken … Nach den Bergauf und Bergab-Passagen kommen irgendwann die Reste des großen Salzsees im Owens-Valley in Sichtweite. Kurz vor der California 395 halten wir am Visitorcenter und lassen uns Maps für die Alabama-Hills aushändigen. In Lone Pine biegen wir an der Whitney-Portal-Road ab, folgen dieser drei Meilen und biegen dann auf die Movie-Flat. Hier sind wir im Nu mitten in den Alabama-Hills.

Golden Brown Rocks, welche die tollsten Formationen bilden. Und alles vor der Kulisse der schneebedeckten Sierra Nevada. Wir machen eine herrliche Rundwanderung, vorbei an diversen Arches. Besonders gut hat uns der kleine Heart-Arch gefallen.
Am Nationalpark-Pass-Arch machen wir eine Fotoserie und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Diese Area verdient definitiv einen längeren Besuch!





Zurück in Lone Pine gönnen wir uns im High Sierra Cafe Salad und Cafe. Dann geht’s die 395 südwärts. Unterwegs fallen uns die riesigen Joshuas mit ihren fetten Fruchtständen auf.


An der Shell in Pearsonville müssen wir tanken. Seit wir heute früh California erreicht haben, ist uns unangenehm aufgefallen, dass der Preis fürs billigste Regular um die $4 liegt. So auch hier. Wir kommen nicht drumrum, für $4,01 voll zu tanken. Bei Inyokern verlassen wir die 395 und fahren ab jetzt auf dem Highway 178 westwärts. Sollte jemand Gefallen an Joshua Trees finden und der gleichnamige Nationalpark ist gerade nicht in Reichweite, dann ist er/sie hier richtig. Etwa zehn Meilen fährt man fast durch einen Wald von Joshuas. In der schon tief stehenden Sonne ist das sehr schön anzusehen. Nach einiger Zeit erreichen wir den Lake Isabella. Auch hier ist sehr gut zu erkennen, dass ca. 10m zum normalen Wasserstand fehlen. Auch sonst reißt uns der Anblick nicht gerade vom Hocker , hatten wir uns mehr erhofft. Jetzt geht’s über Glenville und Woody in endlosen Serpentinen bergab aus der Sierra Nevada raus. Dabei wird Uti so schlecht, dass wir nur noch sehr langsam fahren können und mehrere Pausen machen müssen. Etwa um acht erreichen wir den Highway 65, der uns schnurgerade eine halbe Stunde später in Porterville einlaufen lässt.
Hier gibt’s diverse Unterkünfte und wir lassen uns von tomtom zum Motel 6 bringen. Der Zimmerpreis ist mit $54+ okay. Wir wollen nur noch schlafen. Glücklicherweise sehen wir uns die Rooms meist vor dem Check Inn an. Bettwäsche ist nicht sauber und es riecht nach Tabakqualm. Haben wir keine Lust drauf, also weitersuchen. Die in dieser Situation sehr praktische Suchfunktion des Navis will uns zum Best Western an Stadtrand führen. Als wir fast da sind „stolpern“ wir über ein soeben eröffnetes Holiday Inn und nicken uns übereinstimmend zu. Mit AAA bekommen wir das Zimmer für $89+ angeboten. Ein wirklich großes Kingsizebed und alles (TV, Refri, Micro, Bad) nagelneu. Kurz nach neun checken wir ein. Zum „auf Bude essen“ fehlen uns jetzt die Lust und der Nerv. Also fahren wir die 200m zum Dennys und hauen uns für $25 die Bäuche voll. Halb elf sind wir wieder im Hotel. Nach dem Duschen ist nur noch schlafen angesagt.
Gefahrene Meilen / Kilometer: 526 / 847
Übernachtung: holiday inn, porterville, $96 ****
So 11.05.2008, 3.Woche, 18.Tag, Porterville – Fresno
Heute ist der seit Tagen in allen Radiostationen angekündigte Mothersday. Wir haben in dem komfortablen Kingsizebed und bei weit geöffnetem Fenster bis nach acht geschlafen. Der gestrige Tag war daran wohl nicht ganz unschuldig. Das Holiday-Inn-Complementary-Breakfast ist wie immer ausgezeichnet. Sogar Scrambled Eggs und ausreichend frisches Obst ist im Angebot. Etwa um neun checken wir aus, füllen die Cafe-Becher und machen uns auf die Socken Richtung Sequoia. In Lindsay gibt’s für $3,80 noch mal relativ günstigen Sprit. Danach halten wir an einer der recht vielen Verkaufsstände und holen uns für einen Dollar ein Tüte frisch gepflückter Orangen. Die werden gleich im Anschluß während der Fahrt verputzt und schmecken vorzüglich. Vorbei am Kaweah-Stausee erreichen wir Three Rivers, passieren unsere geliebte Lazy-J-Ranch und sind kurz danach am Nationalparkeingang.


Ein paar Minuten weiter erwartet uns das Vicitorcenter. Spätestens hier merken wir, dass heute Sonntag ist, es ist total voll! Nun folgt die ewige Kurverei bis hoch zum Sequoia-Museum.

Wir nehmen den Abzweig zum Moro-Rock und schon an einer der ersten Kurven sehen wir an einer Lichtung termingerecht zum Muttertag Frau Bear-Mother und ihren Nachwuchs. Auto stoppen, Tele auf die Kamera und auf Position.
Wir verbringen etwa eine Viertelstunde bei den beiden. Nach all den Jahren unsere ersten frei laufenden Bären. Beim Moro-Rock machen wir den Trail bis oben auf den Gipfel. Bei den anwesenden Menschenmassen ist es nicht gerade ein Super-Vergnügen.
Danach zurück zum Museum, dort einen Spaziergang über die Meadows und dann ab zur Grant Grove.

Hier gefällt’s uns wieder am besten. Wir lassen uns viel Zeit für den Loop und geniessen den majestätischen Anblick der uralten Riesen.



Jetzt heißt’s wieder in Serpentinen bergab. Uti wirft nach der Vortageserfahrung schon vorher ’ne Tablette ein. So kommen wir nach schneller Fahrt um vier in Fresno an. Aus dem Roomsaver haben wir uns diesmal das Americas-Best-Value-Inn im Nordosten rausgesucht. Couponpreis $59. Für 65 bekommen wir unseren Wunschroom, direkt am Pool und verbringen die nächsten drei Stunden bei voller Sonne mit SSB (schwimmen-schreiben-budweiser). Später am Abend fahren wir noch in den Walmart. Wir merken schnell, dass es kein Superstore und an Food nur eine „Überlebensauswahl“ da ist. Uti holt paar Klamotten, dann fahren wir zu Food-Maxx, was sich als günstiger Discounter für Lebensmittel herausstellt. Hier bekommen wir u.a. günstige Steaks für die nächsten Tage. Halb elf sind wir wieder im Hotel. Während wir am Tage den Eindruck hatten in einer Geisterstadt zu sein, sind die Strassen voller Leute und alles ist hell erleuchtet. Liegt vielleicht auch daran, dass die Temperaturen jetzt erträglicher sind. Nach paar Drinks am Pool ist Mitternacht Schluß für uns.
Gefahrene Meilen / Kilometer: 191 / 308
Übernachtung: americas best value inn, fresno, $69 ***
Mo 12.05.2008, 3.Woche, 19.Tag, Fresno – El Portal
Wiederum super bis um acht geschlafen, dann gibt’s ein Hotelfrühstück eher im unteren Durchschnitt. Um neun checken wir out und starten. Nach paar Ampeln gibt’s inmitten von 4-$-Tankstellen eine für 3,81, wo wir noch mal so viel wie möglich reinhauen. Dann geht’s auf den Freeway 41 und nach nicht ganz einer Stunde haben wir via Oakhurst den Eingang zum Yosemite Nationalpark erreicht.

Nochmal eine Stunde weiter sind wir am Abzweig der Glacier-Point-Road.

Diese fahren wir 16 mls hoch und stellen den Trailblazer auf dem riesigen Parkplatz ab.



Trotzdem es hier recht voll ist, verläuft sich alles ein wenig und wir geniessen die tolle Aussicht auf den östlichen hinteren Teil des Valleys.


Auf der Rückfahrt treffen wir Bine und Matti im Gegenverkehr. Die Wiedersehensfreude ist groß und wir verabreden uns zum Grillen im Park.


Am Merced River erwartet uns eine Baustelle, die den vorderen westlichen Teil des Yosemite-Valleys im Stau ersticken lässt. Wir fahren noch zum Visitorcenter und kommen zur selben Ansicht wie zuletzt vor drei Jahren: Zu viele Leute hier unten!

Halb vier fahren wir zur Picnic-Area an der Fußgängerbrücke, suchen uns Tisch und Grill nahe am Fluß und geniessen ein wiederum vorzügliches Barbescue. Dauert bis halb sechs, dann ziehen am Himmel dunkle Wolken auf und es wird mit einem mal sehr windig. Wir packen zusammen, löschen den Grill und fahren zum Parkexit. Noch die etwa zehn Meilen am Merced River entlang und kurz nach sechs sind wir an der Cedar Lodge.

Von Deutschland für zwei Nächte gebucht. War auch gut so, denn es ist alles ausgebucht. Eigentlich halten wir die Anlage für überteuert, aber hier gibt’s nicht viele Alternativen. Wir bekommen Room 531, die anderen beiden ein Zimmer fast unter uns. Danach treffen wir uns zum gemütlichen Beisammensein, tauschen die Erlebnisse der letzten Tage aus und leeren dabei Vermouth und Budweiser. Um zehn fallen wir berauscht und geschafft in die Queensizebeds der großen Rooms, nicht ohne vorher noch alles Essbare aus den Autos zu holen, „Bärenalarm!“
Gefahrene Meilen / Kilometer: 179 / 288
Übernachtung: cedar lodge, el portal, $142 ***
Di 13.05.2008, 3.Woche, 20.Tag, El Portal (Yosemite)
Dank Ruhe und frischer Luft gut bis um acht geschlafen. Dann gehen wir zum Hotel-Büfet-Frühstück. Kostet $10 pro Person plus Getränke und ist auch dank des vielen Obst gar nicht so verkehrt. Nachdem wir uns viel Zeit gelassen haben, packen wir die Wandersachen ins Auto und fahren in den Park. Schon der Anblick des tosenden, in der Sonne funkelnden Merced, versetzt uns in gute Laune. Wegen der Baustelle dauert’s diesmal entschieden länger, bis wir die Parking-Area Curry-Village erreichen. Wir stellen das Auto ab, fahren mit dem kostenlosen Shuttle zur Station 17 und laufen dann zum Mirror-Lake. Hier wollen wir heute den Lake-Loop machen, 3 Meilen ohne nennenswerte Höhenunterschiede, eigentlich mehr ein Spaziergang.

Bei schönstem Sonnenschein erreichen wir den See unterhalb des Half Dom.


Blickt man zurück, kann man hoch oben den Glacier Point erkennen. Der Trail um den See ist recht einfach, hat aber durchaus auch seinen Reiz.


Bei den Mirror-Meadows machen wir eine ausgiebige Rast und nutzen das tolle Wetter zum Sonnenbaden. Nach knapp fünf Stunden sind wir wieder an der Busstation, fahren mit dem Shuttle zum Auto und dann zur Wiese vor den Yosemite-Falls. Bei schöner Beleuchtung gibt’s hier noch paar Fotos mit den Wasserfällen als Hintergrund.

Nun aber zur Lodge, wo wir etwa halb vier eintrudeln. In die Badesachen und für die nächsten zwei Stunden an den Outdoorpool, herrlich! Danach packen wir Steaks und Bud in die Kühltasche, gehen zum Fluß und bereiten uns in der zur Lodge gehörenden Picnic-Area ein herrliches BBC. Wir richten uns den Sitzplatz in der Abendsonne ein, schmeissen den Grill an und geniessen ein letztes mal die Ribeye-Steaks und das kühle Bier.


Als die Sonne hinter den Bergen verschwindet, sind Hunger und Durst befriedigt. Im Room 531 tauschen wir zu diversen Absackern noch unsere gesammelten State-Quarter untereinander aus. Danach ist halb elf Feierabend.
Gefahrene Meilen / Kilometer: 41 / 66
Übernachtung: cedar lodge, el portal, $142 ***
Mi 14.05.2008, 3.Woche, 21.Tag, El Portal - Vacaville
Halb acht sind wir wieder beim Breakfast-Büfet und lassen uns noch mal insbesondere das viele Obst schmecken. Vor allem die frischen Erdbeeren haben’s uns angetan. Danach die Klamotten ins Auto, Check out und wir trennen uns wieder mal. Wir verlassen die High Sierra über den Highway 140, stoßen in Merced auf die California 99, um dann kurz vor Stockton in Richtung San Francisco abzubiegen. Kurz vor der Bay fahren wir wieder nordwärts bis Vallejo. Dort hab ich ein großes Outlet im Hinterkopf. Als wir nach einiger Sucherei kein Outlet finden, frag ich nach und man sagt uns, dass es hier auch gar keins gibt. Das von uns gesuchte ist in Vacaville, etwa 20 mls nördlich von hier. Da hab ich wohl mal wieder was mit den Städtenamen durcheinander gebracht. Also in die Karre und ab nach Vacaville. Über die Interstate 80 sind wir schnell da. Die Vacaville Premium Outlets sind riesig. Ähnlich wie letztes Jahr in Castle Rock ist alles von aussen begehbar. Hier wollen wir aber erst heute abend einkehren. Wir suchen uns ein Hotel in der Nähe und finden i m Quality Inn and Suites für $62+ eine geeignete Unterkunft. Gegen 14:00 legen wir uns für paar Stunden an den Pool. Nach der Fahrerei tut das Relaxen gut.
Um fünf gibt’s einen kleinen Snack und Cafe, dann fahren wir die zwei Meilen zum Einkaufscenter. Für uns das bisher größte Outlet. Ca. 120 Stores und alle sehr großzügig angelegt. Und was für uns das angenehmste ist: Fast kein Publikum! Trotzdem so gut wie alles erheblich günstiger als in Las Vegas ist, gähnende Leere. Kann man ohne Probleme weiter empfehlen. Wer auf seiner Route San Francisco von Norden anfährt, kann hier seine Einkäufe in aller Ruhe erledigen. Günstig und völlig stressfrei.


Bis um neun dauert die Einkauferei, begleitet vom schönsten Sonnenuntergang der ganzen Tour.

Wir lassen uns beim Chinafood zwei Teller zusammenstellen, suchen uns outside einen Tisch und geniessen das leckere Essen. Danach noch zum Quickstop tanken. Ohne Zip-Code geht hier gar nichts und nach paar erfolglosen Eingaben komme ich nicht drumrum, zum Casheer zu gehen und $40 im voraus zu bezahlen. Dafür gibt’s knapp elf Gallonen und die sollten bis zur Wagen-Rückgabe reichen. Wieder im Hotel ist es noch immer sauheiß und zum schlafen müssen wir mal wieder die Air-Condition durchlaufen lassen. Halb zwölf ist Ruhe im Schiff.
Gefahrene Meilen / Kilometer: 287 / 462
Übernachtung: quality inn and suites, vacaville, $69 ***
Do 15.05.2008, 4.Woche, 22.Tag, Vacaville - San Francisco
Nachdem wir bis um acht geratzt und auch das übliche Toast-Bagel-Cafe-Hotelfrühstück hinter uns gebracht haben, verlassen wir Vacaville und fahren die Interstate 80 südwärts. 30 min später sind wir via California 37, vorbei an Vallejo und Novato am Highway 101 angelangt. Wir folgen dieser hier als Autobahn ausgebauten Strasse bis kurz vor San Rafaell, um dort in den ersten und einzigen richtigen Stau der diesjährigen Tour zu geraten. Auf allen fünf Spuren in Richtung San Francisco geht’s nur noch im Schritttempo. Wir brauchen ca. eine halbe Stunde bis zum next exit und lassen uns dann vom Navi durch die Wälder und Hügel, vorbei am Nicasio Reservoir und der Nordeinfahrt zum Laurel-Canyon zum Highway 1 bringen. Das erweist sich als Glücksgriff. Die wunderschöne Landschaft entschädigt für das bißchen Stau. Nachdem wir Olema passiert haben, fahren wir durch dichte alte Eukalyptuswälder.

Als nächstes erwartet uns die Bolinas-Lagune und der Stinson-Beach.


Danach erreichen wir den Abzweig zum Mt.Tamalpais State Park. An der Ranger Station bezahlen wir $6 Eintritt und fahren dann zum East Peak hoch.
Dort stellen wir den Wagen ab und gehen den Plankenweg zum Gipfel. Oben angekommen, haben wir einen herrlichen Rundumblick. Die nördliche Hälfte der San Francisco Bay liegt uns zu Füßen.
Blickt man in die andere Richtung, präsentieren sich Alpine- und Bone Tempe Lake.
Leider ist mal wieder Mittagslicht (ist mittags hier so üblich!), was zum fotografieren nicht gerade ideal ist.
Faszinierend indes ist, wie die riesigen rotköpfigen Turkey Vultures um uns kreisen. Sie werden oft mit Adlern verwechselt und sehen denen auch zum täuschen ähnlich.

Danach geht’s in einer steilen Abfahrt zum Muir Woods National Monument.
 Eintritt für uns als NP-Pass Inhaber natürlich frei. Herr Ranger am Einlaß ist trotzdem nicht davon abzubringen, uns eine Rechnung unter die Nase zu halten. Zu zahlender Betrag: $0,00!


Der Park ist nicht schlecht. Wenn man jedoch gerade im Sequoia war, haut’s einen nicht wirklich um. Südwärts fahren wir nun zum Pacific Shoreline Highway und dieser führt uns etwas nördlich von Sausalito wieder zur 101. Einige Minuten später kommt die Golden Gate Bridge in Sichtweite. Die Überfahrt ist noch immer ein Moment, wo nicht viel gequatscht wird.
Auf der San Francisco Seite die Toll-Fee von mittlerweile $5 bezahlen, sich rechtshaltend zur Ausfahrt Golden Gate Park orientieren und der 101 folgen.
Quer durch die westlichen Stadtteile fahren wir ohne Probleme fleißig durch bis zum Airport und sind etwa 14:30 an der verabredeten Unterkunft, der Travelodge Airport North. Sold Out! In der nächsten Stunde klappern wir etwa zehn Hotels am South Airport Blvd ab, alle sold out! In Airportnähe findet angeblich irgendeine Conference statt und daher dieses Dilemma. Bine und Matti waren so schlau, sich gestern einen Room in der Lodge zu reservieren und warten jetzt am Pool vergeblich auf uns. Glücklicherweise bekommen wir noch eines der letzten Zimmer im Quality Inn für relativ teure $89+. Check In, rein in die Badesachen, die 300m zur Travelodge, um uns dort wie normale Gäste an den Pool zu legen. So verbingen wir zu viert den Nachmittag, erholen uns bei (für diese Jahreszeit viel zu heißen) 35° und geniessen das warme Poolwasser.
Wir haben den Eindruck, dass der Travelodge-Pool von allen möglichen Leuten, aber am wenigsten von den Hotelgästen genutzt wird. Trifft ja auch auf uns zu. Um sechs fahren wir wieder zum Quality Inn. Hier gibt’s keinen Pool. Wir nehmen auch den letzten Rest aus dem Auto und sind mal wieder „begeistert“, was sich in den letzten drei Wochen so angesammelt hat. Um sieben holt Matti uns ab. Wir nehmen alle noch übrigen Getränke aus dem Refri mit. Stopfen alles in Bines Kühlschrank und gehen nebenan zum ihop Abendessen. Es gibt Prime-Ribs, die hier preiswert sind und gar nicht mal so schlecht schmecken. Danach richten wir uns einen Tisch am Pool zurecht und bei Budweiser, Oak-Creek-Redwine und immer noch 90°F geniessen wir den Sonnenuntergang. Danach gehen wir zu Fuß(!) die 300m zu unserem Hotel. Nach zehn werden noch paar EMails erledigt und danach legen wir uns ein vorerst letztes Mal in die erholsam harten Queensizebeds.
Gefahrene Meilen / Kilometer: 184 / 296
Übernachtung: quality inn and suites at the airport, san francisco, $98 ***
Fr 16.05.2008, 4.Woche, 23.Tag, San Francisco – Berlin
Sieben Uhr heißt’s Aufstehen! Um acht sitzen wir zu viert im ihop neben der Traveloge. Es gibt noch mal irgendeine Starter-Combo für jeden und Cafe bis zum Abwinken. Danach zum Quality Inn, Koffer packen, aus checken und zur Travelodge. Hier verbringen wir noch eine Stunde bei schönstem Sonnenschein am Pool. Um elf fahren wir die drei Meilen zur Alamo-Rentalcar-Return-Station, stellen die Chevies ab, nehmen alles Persönliche raus, bekommen eine Quittung in die Hand gedrückt und das war’s.
Ab zum Airtrain, der uns schnell zum Terminal 1G des San Francisco International Airport bringt. Dort stellen wir uns in der Check-In-Schlange der United-Economy-Gates an. Ausser uns werden parallel an denselben Schaltern United Flüge nach Mexico-City, London und Taipeh abgefertigt. Daher gibt’s eine relativ große Schlange, aber in 30 min sind wir dran. Wir bekommen die Boardcards nur für den Transatlantik-Flug nach Frankfurt, aber wenigstens unsere seit 9 Monaten reservierten Plätze. Gepäck wird durchgecheckt, aber Bordkarten für den Lufthansa-Inlandflug in Deutschland können sie uns hier nicht ausstellen. Sollen wir uns in Frankfurt drum kümmern. Beim Anstehen zum Security-Check werden alle noch vorhandenen Wasservorräte „eingepumpt“. Danach kann man das gleiche Wasser völlig überteuert neu erwerben. Hoffentlich hat das bald ein Ende! Im Bistro gibt’s noch ein Sandwich. Dann gehen wir zum Gate G94 und beobachten das geschäftige Treiben des Abfertigungspersonals. Als fast alle eingestiegen sind, gehen auch wir zum Boarding, marschieren durch bis zum Ende der 747-400 und nehmen unsere Seats 59H und J ein. Vorletzte Reihe, 2er Sitz rechts außen mit ca. 40cm Abstand zum Fenster und der Möglichkeit, die Beine schräg auszustrecken. Sehr angenehm! Bine und Matti sitzen direkt hinter uns und sind mit ihren Plätzen auch zufrieden.
14:20 hebt United Airlines 900 mit eine halben Stunde Verspätung ab. Wir starten in Richtung Pacific und machen anschließend eine Schleife über die Golden Gate Bridge mit Panoramablick auf San Francisco.
Danach geht’s fast direkt in nördliche Richtung über Sacramento, Oregon und später Calgary mit wunderbarer Sicht auf die kanadischen Rockies.
Gleich nach dem Start gibt’ Getränke und Snacks. Alkoholika kosten durchweg $5. Nach einer Stunde gibt’s Pasta or Beef. Wir ordern letzteres, was sich nach dem Auspacken als Hackfleisch entpuppt. Egal. Im Bordkino (kein In-Seat) läuft „The Great Debaters“, Audio auch in deutsch. Es gibt auch die Möglichkeit, XM-Satelliten-Radio zu hören. Aber erstens nur stark eingeschränkte Senderauswahl und zweitens sind die Headphones wie aus Pappe. Zweiter Film „Book of Secrets“, Mt.Rushmore-Schwachsinn! Als Drittes: „Mad Money“ mit Diane Keaton, Queen Latifa und einer (entgegen meiner sonstigen Sympathien) bezaubernden Katie Holmes. Der Film ist echt lustig. Zwischendurch gibt’s immer wieder Drinks und Snacks. Wem’s nicht reicht, der kann sich auch was holen. Dadurch, dass wir zu relativ früher Tageszeit so weit nördlich sind, wird’s draussen nicht dunkel. Irgendwann stellen wir die Uhren wieder auf Mitteleuropäische Sommerzeit, also neun Stunden vor.
Sa 17.05.2008, 4.Woche, 24.Tag, Ankunft Berlin
So wird aus 22:00 sieben Uhr früh und laut Bordcomputer sind es nur noch drei Stunden und vier Minuten bis Frankfurt.

Nach dem vierten Film („The Bucket List“) sehen wir auf der eingeblendeten Karte, dass wir gleich die holländische Grenze erreicht haben. Es ist mittlerweile um neun, die Crew gibt noch ein Minifrühstück aus und der Pilot kämpft mit/gegen heftige Turbulenzen. Leider empfängt uns das europäische Festland mit einer dichten Wolkendecke, in die wir etwa über Duisburg eintauchen.
Zehn Uhr landen wir in Frankfurt und stehen erstmal eine halbe Ewigkeit auf dem Vorfeld. Dann dauert’s noch mal ewig, bis alle raus sind. Im Fraport werden wir gleich wieder mit deutscher Herzlichkeit empfangen. Bei der Passkontrolle kennen die Beamten weder ein „Guten Tag“, noch ein Lächeln. Und wenn man den Pass zurück in die Hand gedrückt bekommt und „Danke“ sagt, fühlen sie sich verarscht. Bei der Vorkontrolle zum Security-Check für den Weiterflug sagt man uns, wo wir uns um unsere Lufthansa-Tickets zu kümmern haben. Nicht ohne den Hinweis „Hoffentlich haben sie genug Zeit mitgebracht!“ Irgendwann gibt’s die Tickets. Angeblich hatten wir Sitzplätze reserviert. Hatten wir definitiv nicht! Die jetzt zugewiesenen Seats sind zufällig die gleichen, wie für den Transatlantik-Hinflug in der 747 … 11:30 beginnt das Boarding, eigentlich sollten wir jetzt schon in der Luft sein. Die A 300-600 hat eine 2-4-2 Bestuhlung und bietet erstaunlich viel Platz. Fünf nach zwölf heben wir ab.
Recht schnell gibt’s noch einen Drink, dann beginnt auch schon wieder der Landeanflug. 13:00 setzen wir in Tegel auf. Die 150 Passagiere des Airbusses scheinen das Flughafenpersonal zu überfordern. Jedenfalls dauert es fast eine Stunde, bis die ersten Koffer auf dem Gepäckband erscheinen. In der Zwischenzeit ist sogar der Airbus wieder abgeflogen. Von unseren privaten Taxifahrern Kesy und Bonzo werden wir herzlich willkommen geheissen. Danach heißt es Abschied von unseren Reisebegleitern Bine und Matti zu nehmen. Etwa halb drei trudeln wir in Wandlitz ein. Inga begrüßt uns und nimmt hocherfreut ihre Geschenke entgegen. Kater Flemming ist wie immer erstmal eingeschnappt. Trotzdem wir totmüde sind, halten wir noch bis abends halb zwölf durch. Den Jetlag gibt’s diesmal mit paar Tagen Verspätung …
 Fazit
Eigentlich war alles etwas anders gedacht. Wir wollten den Urlaub in einem Strandhotel in Southern California beginnen. Unser Losglück betreffs der Wave hat uns zu einigen Änderungen veranlasst. Somit war Los Angeles dann etwas „weit vom Schuß“, Las Vegas wäre weitaus günstiger gewesen. Obwohl wir diesmal nicht so viel fahren wollten, sind doch wieder tausende Meilen zusammen gekommen. Der Trailblazer war für diese Tour genau richtig. Bequem auf langen Strecken; Platz, Power u nd entgegen allen Befürchtungen einen relativ kleinen Durst. Einzig das recht schwammige Fahrverhalten bei schnellerer Fahrweise und das hoppelige Hinterteilverspringen bei flotteren Geländeabschnitten ist/war gewöhnungsbedürftig. Ansonsten war’s ein zuverlässiges Arbeitstier. Designmäßig vielleicht nicht auf dem neuesten Stand, aber gleiches trifft ja auch auf die beiden Insassen zu. Zwei Dinge haben wir als sehr angenehm empfunden. Erstens, dass wir zu viert mit zwei Fahrzeugen unterwegs waren, uns auch mal für paar Tage getrennt haben und somit immer Neuigkeiten auszutauschen hatten. Und zweitens, dass wir in Page auf Stammtischler getroffen sind. Die Wanderungen zur Wave und zum Escalante Canyon werden wir noch eine Weile im Gedächtnis behalten. War einfach nur toll. Ein Besuch des Toroweep sollte man sich genau überlegen. Ob der immense Aufwand für den tollen View gerechtfertigt ist, muß jeder für sich selbst entscheiden. Bei 200 km Shotter sollten alle Insassen nicht nur physisch offroad-tauglich sein. Was uns immer weniger Sympathien entlocken kann, ist Las Vegas. Für uns hat die Glitzerkulisse ihren Reiz verloren. Ist aber (wie alles) Ansichtssache. Warum wir an den Alabama-Hills in den Vorjahren aus Unkenntnis schon mehrmals vorbeigefahren sind, bleibt wohl unser Geheimnis. Sequoia und Yosemite waren mal wieder beeindruckend, die Menschenmassen mal weg gedacht. Die von uns besuchten Sehenswürdigkeiten in der Golden Gate National Recreation Area sind meines Erachtens mehr was für Tagesausflüge von San Francisco aus. Die Flüge waren diesmal nicht ganz so beschwerlich. Noch nie ist bei einem Rückflug die Zeit so schnell vergangen. Lag sicherlich auch an den relativ komfortablen Plätzen. Schweren Herzens haben wir uns vorgenommen, den Südwesten nun erstmal für ’ne Weile sein zu lassen. Wenn’s dann zum Jahresende an die Urlaubsplanung für 2009 geht, wird man sehen, wie stark der Wille ist.
Zum Ende noch paar Zahlen. Wir waren insgesamt 4354 Meilen (7010 km) unterwegs. Haben 198 Gallonen (740 Liter) Sprit verfahren und dafür $730 bezahlt. Unser Chevrolet Trailblazer LT mit 4,2 V6 hat sich zu unserer allgemeinen Überraschung mit 10,6 Liter auf 100 km begnügt. Die Hotelpreise lagen zwischen $49 und $175, was einen Durchschnitt von $96 (62€) ergab. Weil eigentlich fast alles teurer geworden ist, haben wir 20% mehr Dollars als im Vorjahr ausgegeben. Dank $-Kurs ist der Euro-Betrag annähernd wie 2007.
Abschliessen möchte ich meinen kleinen Reisebericht diesmal mit einem Zitat aus einem Buch, welches uns Anregung und Wanderführer in einem war und auch irgendwann wieder sein wird.
„Bei allem Spaß am Fotografieren sollte man eines nicht vergessen: die Liebe zur Natur! Die Erinnerung an großartige Naturerlebnisse bereichert doch letztlich mehr als das großartigste Bild. Daher kann ich nur raten, gelegentlich die Kamera auch mal wegzulegen, einfach nur zu schauen und still zu genießen.“
Peter Felix Schäfer – Wandern im Südwesten der USA
 
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