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Viva Las Vegas
vom 4. – 12. Oktober 2006
Mittwoch 4. Oktober 2006
Der Flug
Nachdem ich den halben Dienstag damit zugebracht habe meine Sachen zu sortieren, Arbeit vorzubereiten und mich endlich entschieden hatte, welcher Koffer mit kann, bin ich mittwochs morgens um 10.30 Uhr von Paderborn

nach Frankfurt geflogen. Frankfurt – wie immer für mich fast ein Albtraum. Die Flugsteige sind nur schlecht oder gar nicht ausgeschildert. Wie jetzt auch wieder. Aber als alter Pfadfinder erreiche ich mein Gate doch noch.
Im Flieger sitzen neben mir ein ältere Herr aus Chicago, der versucht mir die Tücken seiner neuen Digitalcamera zu erklären. Links neben mir eine ältere Dame aus Dresden, die ihre Tochter und Enkelin in Los Angeles besuchen will. So wird der Flug kurzweilig und ich komme kaum zum Lesen oder Filme anzusehen. Um 12.45 Uhr erreichen wir pünktlich Chicago. Ich muß durch den Custom. Fingerabdrücke, Foto, Unmengen blöder Fragen weiter dünkt mich der Hunger und ich mache den Fehler mich bei McDoof zu versorgen. Da nirgends Sitzplätze sind, hocke ich mich zu den anderen Fastfood-Vernichter auf den Boden. Der Hamburger liegt mir noch Stunden später schwer im Magen.

Leider geht es nicht pünktlich weiter. Mit 1 ½ Stunden Verspätung starten wir endlich. Neben mir eine junge Frau, die mit ihren zwei Katzen im Frachtraum reist und ein Mann meines Alters. Beide aus Las Vegas. Sie nutzen die fast 3 Stunden Flug um zu diskutieren in welche Show wir gehen sollten. Sie sind entsetzt als ich einwerfe, wir haben uns noch nicht entschieden ob wir überhaupt eine Show ansehen wollen. Das lassen sie nicht durchgehen. Das Rennen macht Cirque du Soleil Mystere oder „O“. Und so vergeht die Zeit auch wieder einigermaßen schnell.
In Las Vegas angekommen,
 warte ich mit einer Reisegruppe aus Deutschland auf das Gepäck. Da sie überall waren, konnte ich kein anderen Platz finden. Ich war genervt davon zu hören wie die Flughafenangestellten mit den armen Koffern umgehen und wie lange man am Gepäckband warten muß. Die Reiseleiterin hat gleich die ersten Beschwerden bekommen. Wie bei „Wilder Westen inklusive“ und ich bin live dabei… Ich war froh als meine Koffer kommen und ich zum Alamo Schalter kann. Habe ein Cabrio für die Zeit gemietet. Der bis dahin freundliche Alamo Mitarbeiter möchte mir für $15 mehr am Tag einen Ford Mustang vermieten. Will ich aber nicht. Er wird immer patziger. Aber es sind doch nur $15 !!! Trotzdem ! Wenn ich so geizig bin, dann gibt’s eben nur einen Chrysler Sebring oder einen Volkswagen. Eben, hatte ich ja auch gebucht. Von einem Volkswagen war aber nie die Rede. Ich wollte den Chrysler.
Auf dem Alamo Parkplatz kann ich mir ein Cabrio aussuchen. Das war der Plan. Da stehen aber nur 3 babyblaue Beetle Cabrios, die ich nicht möchte. Endlich fühlt sich jemand dafür zuständig mir zu helfen. Ich sage dem jungen Mann, daß ich gerne eine Chrysler Sebring hätte. Kein Problem M’am. 5 Minuten später kommt er zurück. Dach aufgeklappt, laut „I will Survive“ im Radio. Herz was willst Du mehr ! Wir verstauen mein Gepäck, ich werde noch mit der einen oder anderen Tücke vertraut gemacht, dann geht’s los. Immer in Richtung der Lichter.

Und dann bin ich auf dem Strip. Wow ! Es ist mittlerweile fast 23.00 Uhr und immer noch mollig warm. Ich stehe an der Ampel, die Musik dröhnt aus meinen Lautsprechern. Das Leben ist schön !! Ich biege ab in die Tropicana Avenue und bin nach kurzer Zeit am Orleans Hotel. Ich bin hellwach und könnte noch stundenlang fahren. Mit offenem Auto über den Strip. Doch Gabi wartet schon auf mich. Ich nehme natürlich im Hotel den falschen Eingang. Sie sitzt am anderen und ich schleiche mich von hinten an. Unsere Wiedersehensfreude ist groß. Wir haben uns über ein Jahr nicht gesehen.
 Unser Zimmer ist schön groß und sehr sauber. Ich bin zum zweiten mal im Orleans. Gabi hat schon für uns Termine im Spa gemacht. Eigentlich wollte ich aus Kostengründen nur eine Nacken- und Rückenmassage. Sie hat uns die (teure) Vollausstattung gebucht. Egal, mache ich auch mit …
Gabi würde jetzt doch gerne eine Show sehen. Nicht mehr heute Nacht… Ich erzähle ihr was meine Mitflieger mir berichtet haben. Also werden wir versuchen Karten zu bekommen. Wofür wissen wir noch nicht so recht. Wir quatschen noch ein wenig, dann fallen mir die Augen zu.
5. Oktober 2006
Es regnet ! Wir können es nicht fassen. Gut ein Cabrio zu haben…
Als erstes gehen wir in den hauseigenen Ticketshop. Wir entscheiden uns für „O“ oder Mystère. Mystère ist billiger und gewinnt.
 Die 72 Ensemblemitglieder entführen den Besucher in eine Traumwelt voller Geheimnisse und Fabelwesen. Phantastische Zirkusnummern mit Akrobaten, Tänzern, Sängern und Clowns. Eine mystische Reise durch das Leben, mit einigen Umwegen über das Unmögliche. In typischer Cirque du Soleil-Manier geschieht dies mit Eleganz, Kraft und Humor. Mystère gilt als beste Show der Familienunterhaltung in Las Vegas.
 Jetzt tritt Plan B in Kraft. Nach dem Frühstück im Courtyard Café im Hotel fahren wir ins Factory Outlet am South Strip Boulevard. Es regnet wie aus Kübeln, aber wir sind ja überdacht. Trotz Cabrio… So recht werden wir nicht fündig. Harry & David rettet uns – dort schlagen wir zu. Mit Tüten voll mit caramelisierten, mit Schokolade überzogenem Popcorn und Trüffeln verlasse ich den Laden. An einem Stand für Naturkosmetik überrumpelt mich eine Verkäuferin und nimmt sich meiner Hände an. Vielmehr sie poliert mir EINEN Fingernagel. Bevor ich mich verdrücken kann, schmiert sie mir eine Paste unters Auge – wir sind in ihrem Bann gefangen. Nach einiger Zeit entfernt sie die Paste und mein Gesicht ist rechtsseitig faltenfrei. Nun ist Gabi auch interessiert. Um es kurz zu machen, die behandelt meine andere Seite auch noch und zum Dank kaufen wir ihr die Creme ab. Man gönnt sich ja sonst nichts.
 Wir laufen noch ein bisschen planlos durch die Mall. Mich überkommt ein wenig die Müdigkeit. Also zurück ins Hotel. Dort testen wir mal Valet-Parking. Nicht schlecht bei dem Wetter - es regnet immer noch. Ein bisschen ausruhen, aufbrezeln, dann geht’s zum French Market Dinner Buffet im Hotel. Es schmeckt uns alles sehr gut. Von Mexikanisch über Italienisch bis zu amerikanischen Spezialitäten gibt es alles. Und erst die Desserts ....
Dann wird es Zeit für unsere Show im Treasure Island. Valet-Parking gefällt uns. Für ein Trinkgeld (nachher) lassen wir unseren Wagen wieder parken. Ich habe bis dahin so überhaupt keine Vorstellung worum es in der Show geht. Wir sind froh auf den höheren Rängen zu sitzen. Ein „Einheizer“ macht seine Späße mit dem Publikum, die wir etwas übertrieben finden.
Wir sind anschließend begeistert und es tut uns nicht leid das Geld investiert zu haben. Allerdings fallen mir zum Schluß fast die Augen zu vor Müdigkeit.
Zurück fahren wir mit offenem Verdeck. Es ist mild und es regnet nicht mehr.
Ich falle todmüde ins Bett und schlafe sofort ein…
6. Oktober 2006
Wir stehen auf, schauen raus aufs Wetter (strahlend blauer Himmel und Sonne) und machen uns ein wenig frisch. Um 09.00 Uhr haben wir unseren Termin im Spa zur Massage. Gabi fragt mich, ob es mir etwas ausmachen mich von einem Mann massieren zu lassen. Tuts nicht. Hier habe ich ja auch einen Masseur. In einem Spind warten Badmantel, Handtuch und Badeschlappen auf uns. Gabis Masseurin kommt. Marke Aufseherin im Frauen-Gefängnis. Leider ist ihre Massage auch aus so. Die Dame quatscht die ganze Zeit und bricht ihr fast die Knochen. Ja, und ich habe Richard. Vor Aufregung sehe ich ihn mir kaum an.
Er macht seine Sache wirklich gut. Leise Musik, gedämpftes Licht. Etwas anderes als die ordinäre Rücken- und Nackenmassage im Sauerland. Er läßt nichts aus. Massiert meine Beine, die Füße (gut, obwohl ich hochgradig kitzelig bin), jeden einzelnen Zeh, den Rücken, die Arme, meine Hände, die Finger. Anschließen Ohren Kopf und Gesicht. Ich schmelze dahin... 80 Minuten lang.... Er ist sehr dezent und paßt auf, daß das Laken nichts freigibt was für mich peinlich werden kann. Ein Gentlemen durch und durch… Und auf einmal flüstert er mir ins Ohr, daß er fertig ist. Ich könnte noch stundenlang da liegen bleiben, schwebe aber dann doch raus… Wir können die Sauna und den Whirlpool sowie das Fitness-Center noch bis abends benutzen. Aber wir halten uns nicht mehr allzu lange auf. Wir haben Hunger auf Frühstück.
Also gehen wir nach dem Duschen zum Breakfasten ins Courtyard Café im Hotel. Als wir vor dem Café stehen und noch einige Bilder knipsen, kommt ein Mann vorbei und fragt uns, ob er uns zum Mittagessen einladen darf. Nee, leider nicht, wir haben ja erst gefrühstückt. Aber nett, daß er uns ausgewählt hat. Oder sehen wir etwa noch hungrig aus ?
Wir fahren mit dem Auto zum Venecian Hotel.

Wieder Valet Parking. Ich gewöhne mich schnell daran… Wir besichtigen das Hotel. Es fasziniert mich immer wieder, wie man Venedig im 2. Stock eines Gebäudes nachbauen kann. Gabi will eine Gondelfahrt machen, entscheidet aber, daß es doch zu touristy ist. Glück gehabt…

Weiter geht’s zum Ceasar’s mit Besuch der Forum Shops und der sprechenden Statuen.

Hatten wir uns mehr von versprochen. Dann ins Treasure Island und

Mirage

Unser Plan ist im Paris Hotel in „Mon ami Gabi“ zu speisen. Ist doch naheliegend. Es ist mittlerweile Abendbrotzeit und wir bekommen einen Platz draußen auf der Terrasse zugewiesen. Kerl, is dat schön hier !

Wir sehen die Wasserspiele im Bellagio gegenüber und könnten vor Freude grunzen…

Das Essen ist perfekt und rundet unser Glücksgefühl ab. Leider ist es doch ziemlich frisch jetzt und uns fröstelt es ein wenig. Rein gehen zum Aufwärmen wäre ein Wiederspruch in sich. Durch die Klimaanlagen ist es mir drinnen viel zu kalt.
Trotzdem laufen wir noch ein bisschen durch das Casino. Alles erinnert Gabi an Paris (klar wir sind ja auch im gleichnamigen Hotel), der Stadt, in der sie im letzten Jahr am liebsten war.
Dann geht’s zurück ins Hotel, wo wir noch ein wenig Geld in die Automaten schmeißen (aber leider nichts gewinnen).
7. Oktober 2006
Heute wollen wir ins Valley of Fire. Ich komme aus dem Bad uns sehe, daß Gabi sich bestens auf unseren Ausflug zu den Roten Steinen vorbereitet hat… Schühchen und weiße Hosen. Sie hat es eher für einen Scherz gehalten, daß ich zum Wandern möchte. Ich steige in meine Zip-Hosen und Trekking-Sandalen. Es ist kein Witz ! Wir werden heute wandern. Also sucht sich Gabi halbwegs passende Kleidung.
Felsformationen, die wie die überdimensionierte Nachbildung eines Elefanten (elephant rock) oder eines Bienenkorbs (beehives) aussehen, oder indianische Felszeichnungen zählen zu den Höhepunkten des Ausfluges. An der Raststation bei den "Seven Sisters" findet man überdachte Tische und Bänke, Toiletten und jede Menge Erdhörnchen, die sich offenbar über etwas Abwechslung durch die Touristen freuen...
Auf dem Weg zum Frühstücken im French Market Buffet im Hotel spricht uns ein Mann an. Er hat noch 2 Gutscheine fürs Frühstück-Buffet. Ob wir die haben möchten. Natürlich ! Ich dachte schon, er will zusammen mit uns frühstücken. Nein, er hat uns einfach nur die Gutscheine geschenkt. Er erklärt uns, man bekommt die Gutscheine beim Pferderennen. Nett, daß er sie mit Gabi und mir teilt.
Über die Interstate fahren wir nach Norden. Mit offenen Verdeck. Rechts und links überholen uns große Trucks. Unsere kunstvoll gefönten Frisuren sehen in Sekunden so aus wie die von Marge Simpsons… Also machen wir nach einiger Zeit das Verdeck wieder zu. Im Valley of Fire angekommen,

 stoppen wir am ersten Klo. Auf unseren Parkplatz hält eine Stretchlimosine und raus kommt eine Cowboy-Hochzeits-Gesellschaft.

Wir halten überall um Fotos zu machen und zum Laufen. Das Licht sieht ideal dafür aus. Leider heiraten die Cowboys unter dem einzigen Arch im Park und wir verzichten da aufs Knipsen. Es gibt ja noch genug andere Locations (aber nicht so schöne…). Ungefähr 500 Fotos weiterüberlegen wir uns in Richtung Lake Mead zu fahren, um zurück nach Las Vegas zu kommen. Die Strecke ist ziemlich langweilig und wir sind froh wieder Zivilisation zu sehen. In Nord Las Vegas halten wir an einem Rid Aid um für meine Freundin Koch Zahncreme zu kaufen.
Wieder im Hotel angekommen machen wir uns frisch – der rote Staub muß runter. Vorher mache ich noch flugs einen neuen Termin bei Richard. Meine Schulter macht sich wieder bemerkbar und so eine Massage kann ja nur gut tun…
Ich habe zum Abendessen mal Lust auf einen richtigen Burger und wir gehen ins TGI Friday im Hotel. Es warten Unmengen Leute auf einen Platz. Wir sind nur zu zweit, bekommen einen Pipser und es geht eigentlich relativ flott mit uns. Ich freue mich auf meinen ersten Hamburger in diesem Urlaub (der von McDoof zählt nicht).
 Vollgefuttert verspielen wir noch den einen oder anderen Dollar im Casino. Nix Spannendes. Später auf dem Weg zum Zimmer spricht uns wieder mal ein Mann an und fragt, ob wir am nächsten Tag noch im Casino sind. Er hat noch zwei Gutscheine für den Sonntags-Brunch am French-Market-Buffet. Ich schöre, wir waren satt und haben nicht die Bohne hungrig ausgesehen. Natürlich haben wir die Gutscheine gerne genommen… so kann man auch Geld sparen…
8. Oktober 2006
Also gehen wir morgens mit unseren Gutscheinen zum French-Market-Brunch-Buffet. Es ist nicht so sehr voll – das Buffet ist nicht ganz billig. Dafür stehen ca. 150 Leute vor dem Courtyard-Cafe und warten auf Einlass. Das Buffet ist wirklich gut und ich esse mehr als ich eigentlich möchte. Aber es war wirklich gut und man muß doch so viel wie möglich probieren…
Heute nehmen wir uns den oberen Teil des Strips vor. Bellagio,

New York New York,
 Luxor,
 Mandalay,

MGM
 und weils so schön war nochmal ins Paris.
 Ich liebe diese Casinos und will da nicht mehr weg. Das einzige was mich stört ist diese Eiseskälte drinnen. Die haben die Klimaanlagen sicher auf Hochtouren. Ich genieße die Sonne und Wärme so sehr, drinnen bekomme ich einen Kälteschock.
Wir überlegen uns einen (sehr) späten Lunch im Café Bellagio einzunehmen. Wir bestellen uns Sandwiches. Was wir bekommen ist nicht ganz der Knaller - wir hatten etwas besseres erwartet. Aber egal… wir sind satt. Am Nachbartisch beobachte ich zwei voluminöse Damen, die aussehen wie Porzellan-Puppen. Sie verziehen keine Mine als sie sich ihr Dessert reinschaufeln. Bei uns geht’s schon lebhafter zu, wenn wir etwas leckeres Süßes bekommen… Später sehe ich die beiden nochmal. Selbst als sie laufen ist ihr Gesicht total ausdruckslos. Leute gibt’s… Aber das nur am Rande.
Mit offenem Verdeck (wir haben einen Kompromiss geschlossen. Hin mit geschlossenem Verdeck, weils die Frisur schont. Zurück zum Hotel offen, dann ist es eh egal…) fahren wir zurück zum Orleans.

Nach einer kleiner Pause machen wir uns bereit zum Spielen. Heute wollen wir mal Roulette versuchen. Erny hat mir zum Abschied 20,- Euro gegeben. Ich sollte auf eine Zahl setzte. Wir mailen welche wohl die beste ist. Aus Gründen, die ich hier nicht nennen möchte, nehmen wir die 32.
Wir schauen erstmal aus sicherer Entfernung zu wie die anderen das machen und setzten uns an einen Tisch mit freien Plätzen. Neben uns ist ein Mann, der uns die wichtigsten Sachen erklärt. Seit dem wir neben ihm sitzen, gewinnte er ! Wir sind Chicken, tauschen erstmal 10$ in Chips und setzten einen auf schwarz. Wir gewinnen, springen auf und raffen unsere Chips zusammen. Falsch ! Wir bekommen einen Rüffel. Solange der Coupier seinen gläsernen Pömpel noch auf dem Tisch hat, dürfen wir nichts anfassen. Peinlich… An unseren Tisch kommt ein junger Schwarzer. Der muß irgendein Kraut geraucht haben. Die Hunderter wandern über den Tisch. Er verliert alles, scheint es aber so recht gar nicht mitzubekommen. Der nette Herr neben uns geht mit Unmengen Chips. Er möchte etwas davon haben und nicht wieder alles verspielen. Wir werden auch etwas mutiger, setzten auch auf Zahlen (32) und letztendlich gewinne ich 28 $. Ich bin glücklich und einen Frozen Magarita weiter höre ich auf um nicht wieder alles zu verlieren. Hätte ich nicht gedacht, daß mir das soviel Spaß macht.
Müde gehen wir auf unser Zimmer. Gewinnen ist anstrengend…

9. Oktober 2006
Wir frühstücken im Courtyard Cafe im Hotel. Danach steht Ethel M.’s Chocolate Factory auf dem Plan. Es ist schon relativ warm und ich mache mir schon mal Gedanken wie wir die Schokolade an einem Stück ins Hotel bekommen. Vollkommen unberechtigt, denn dafür bekommt man an der Kasse Eisbeutel mit in die Tüten gelegt. Ich besichtige die Pralinen-Produktion. Ich lerne schnell, daß wenn man ein wenig interessiert schaut, man alles probieren darf. Lecker… Mir ist schon ein wenig übel als ich in den Verkaufsraum komme. Gabi hat ihren Einkauf fast abgeschlossen. Ihr Korb ist voll. Mir ist das alles reichlich teuer, kaufe aber trotzdem Pralinen für meine Eltern, Ernys Mutter, die Geburtstag hatte, und unsere Tante im Haus. Ein bisschen als Ausgleich, weil ich soviel probiert habe… Ethel M Chocolates befindet sich 5 Meilen vom Strip (15 Minuten). Der freie Eintritt in die Schokoladen-Fabrik lockt viele Touristen an, die Produktion von feinen Pralinen näher zu betrachten. In der Tour durch die Hallen, werden auf unzähligen Bildschirmen genau erklärt welche Arbeitsschritte nötig sind um aus vielen Rohstoffen, eine wohlschmeckende Praline zu zaubern. Am Ende der Tour bekommen Sie eine Gratisprobe und können dann auch direkt vom Hersteller Schockolade kaufen. Gabi möchte gerne nochmal ins Mandalay zum Chocolate Schwan Kuchen essen. Sie hat ja nichts probiert… Bis wir da sind geht’s mir auch schon besser. Hätte nicht gedacht, daß ich da noch einen Cappuccino und ein Stück Kuchen verdrücken kann. Aber für amerikanischen Käsekuchen könnte ich morden…
Den Nachmittag verbringen mein dicker Bauch und ich am Pool. Es ist schön in der Sonne zu dösen oder zu lesen. Dann muß ich los. Um 17.00 Uhr habe ich meinen Termin bei Richard. Diesmal nur 50 Minuten, aus Kostengründen… Richard begrüßt mich und fragt, ob ich noch wüßte, daß ich schon eine Massage bei ihm gehabt hätte. Na klar, deshalb bin ich doch da… Die Massage tut wirklich gut und ich überlege was es kosten würde ihn dann und wann mal einfliegen zu lassen.
Wieder im Zimmer muß ich erstmal das ganze Öl abduschen. Ich glänze wie eine Speckschwarte.
Heute Abend wollen wir endlich mal in die Fremont Street.
 Es spielt eine Band, ein Saxophon- und ein Klavier-Spieler. Ganz witzig, vor der Band tanzen ein Punker und eine Omi zusammen.
 Wir laufen hoch und runter, schauen nochmal in den einen oder anderen Souvenir-Shop. Es ist eigentlich immer das gleiche. Zum Teil viel Trash, der Rest CSI-Shirts, Kappen, Tassen und wer weiß noch was.

Uns dünkt schon wieder der Hunger und wir dinieren im Carson Street Cafe im Golden Nugget.
Wieder draußen müssen wir noch ein bisschen laufen und sehen dabei zwei Lichtshows. Ein bisschen anders habe ich mir das vorgestellt. Fands nicht ganz so prickelnd. Vielleicht haben wir nur die nicht ganz so interessanten Shows erwischt.
Mit offenem (!!) Wagen geht’s zurück ins Hotel.

Die Hauptstrasse ist in Downtown ist scheinbar gesperrt und wir fahren eine Umleitung durch dunkle Strassen zurück zum Licht. Uns ist ganz schön mulmig. Ich mußte ja unbedingt Cabrio fahren…
10. Oktober 2006
Wir haben heute lange geschlafen. Ich mache mir wie jeden Morgen einen Kaffee auf dem Zimmer. Heute wird nicht gefrühstückt ! Wir planen zum Lunch-Buffet zum Bellagio zu fahren.
Zu „The Buffet“. Hört sich gut an, oder ? Auf dem ersten Blick erscheint auch alles sehr fein. Allerdings sind die Kellner eine Spur zu laut (aber sehr zuvorkommend), schieben lautstark ihren Geschirrwagen durchs Restaurant und rufen sich über die Tische Privates zu. Und wenn ich mir so die Tischmanieren einiger anderer Gäste ansehen... na, das haben wir doch anders gelernt. Das Essen allerdings ist eine Wucht. Der Kaffee auch. So gut wir bei Starbucks und Seattle’s Best. Ich futtere mich durch sämtliche Fischgerichte. Wozu sich mit Brot und Kartoffeln aufhalten ? Nach einer Pause sind wir bereit für den Nachtisch. Es fehlt an nichts und wir probieren vieles. Zum Glück gibt es nur Häppchen und man kann wirklich einiges testen.
Vor dem Bellagio warten wir auf die Fontänen.
 Vergeblich. Sie fangen erst ab 15.00 Uhr an. Wir sind zu früh. Schade, denn die sehe ich wirklich gerne. Trotzdem tut’s gut so in der Sonne zu stehen.



Wir entscheiden am letzten Tag das zu machen, was wir schon die ganze Zeit wollten. Relaxen. Gabi legt sich ins Bett, ich an den Pool. Neben mir liegt eine Amerikanerin aus Pennsylvania, die Freunde in Eberbach (glaube in Hessen) hat. Eine ganze Weile unterhalten wir uns über die Schönheiten Deutschlands. Nach einiger Zeit wird mir das Liegen doch zu langweilig. Ist einfach nicht mein Ding…
Immer noch pappsatt vom Büffet brauchen kein Abendbrot. Wir wollen es nochmal mit Roulette versuchen. Wir sind jetzt Profis und wissen, daß wir nicht alles zusammen raffen dürfen solange der Coupier uns kein Zeichen gibt …
Wieder setzte ich um die 32 herum. Gabi steht mehr auf 28. Beide gewinnen wir dann und wann. Unsere Chipshaufen werden immer höher. An den Tisch kommt ein Mann, legt 300 $ hin, verspielt sie bei zwei Spielen und geht wieder ohne eine Mine zu verziehen. Wir sind beeindruckt, riskieren aber fast nie mehr als 2-3 Dollar pro Spiel. Chicken ! Tja, und da wir mit 32 und 28 öfters gewinnen, setzten die anderen Spieler ähnlich. Wir sind ihre Glücksbringer. Wir hören auf als wir genug Margaritas und Baileys getrunken, Chips gewonnen und unsere Glückssträhne zuende ist. Immerhin bleiben mir 95 $ Gewinn. Bei Gabi ist es ähnlich. Wir sind ganz platt. Roulette ist unser Spiel und wir verstehen nicht, daß wir uns vorher mit den Automaten aufgehalten haben…

Es ist Zeit auf Zimmer zu gehen. Gabi muß immerhin um 05.00 Uhr aufstehen. Ich etwas später. Außerdem muß ich noch das eine oder andere zusammen packen.
11. Oktober 2006
Der Rückflug
Gabi läßt sich um 05.00 Uhr wecken. Ich werde auch wach, döse aber wieder ein.
Der Abschied fällt uns schwer. Wir hatten wirklich eine schöne Zeit zusammen. Wer weiß wann wir uns wieder sehen. Aber wir schreiben uns ja jeden Tag. Und das schon seit Jahren.
Ich muß mich auch fertig machen, packe mein Zeug zusammen und breche auf zur Autovermietung. Die letzte Fahrt mache ich auch im geschlossenen Wagen. Es ist kurz nach 07.00 Uhr und noch reichlich frisch draußen. Ein letztes mal wird mir das Auto gebracht (Valet Parking ist prima !). Ich entdecke noch zwei neue Flaschen Wasser im Kofferraum und überlasse diese den netten Autoholern. Dafür packt er mir das Gepäck in den Kofferraum. Überhaupt sind die Jungs beim Valet Parken alle sehr nett gewesen. Für ein Trinkgeld.
 Alamo war gar nicht so leicht wieder zu finden. Als ich ankam wars dunkel und ich bin in Richtung Licht gefahren. Jetzt fahre ich zu den Rental Car Returns und finde Alamo nicht wieder. Irgendwann entdecke ich ein Schild und folge dem Pfeil.
 Zum Glück überholt mich ein Alamo Bus und ich düse hinterher.
 An der Station wird das Auto schnell gescannt, noch gefragt, ob alles ok war und weg ist der Mensch. Ich wuchte meine Koffer alleine aus dem doch tiefen Kofferraum. Der Busfahrer ist zuvorkommend und schleppt mein Gepäck in den Bus. Er läßt mich bei United raus. Draußen ist eine Schlange und man sagt mir, ich solle mich anstellen. Ich soll pro Koffer 2,- $ bezahlen. Verstehe ich nicht und gehe rein um mich dort mal umzusehen. Eine United Angestellte erklärt mir, ich müsse am EasyCheck-in meine Bordkarten ziehen. Ups. Ich hasse Automaten. Das hat sie mir wohl angesehen und gesagt, es stehe jemand zur Hilfe bereit. War dann ganz einfach. Meine Buchungsnummer funktioniert nicht, aber als ich meinen Pass scanne, werden meine Flüge auf dem Bildschirm aufgelistet. Wunderwelt der Technik. Meine Bordkarten sind auch sofort da.

Habe mein Gepäck abgegeben und bin durch die Kontrollen. Schuhe aus, Wasser wegwerfen, Gürtel ab. Als ich das alles hinter mir habe, gehe ich erstmal frühstücken.
Danach stelle ich fest, daß mein Flieger über eine Stunde Verspätung hat. Liegt aber noch im grünen Bereich… habe noch 1,5 Stunden für Chicago. Im Flieger sitzt zufällig die gleiche Frau neben, die schon die ganze Zeit neben mir vor dem Abflug gesessen hat und auf deren Tasche ich aufpasse, als sie nochmal shoppen geht. Sie hat nicht soviel Glück. Sie hat nur eine Stunde um den Flieger nach Washington zu erreichen. In Chicago steige um ins nächste Flugzeug. Nach 7,5 Stunden bin ich in Frankfurt. Ziemlich groggy. Dann nach 2,5 Stunden Gate suchen und warten, fliege ich 40 Minuten nach Paderborn, wo mich Erny schon erwartet. Im Flieger waren wir nur eine handvoll Leute. Also haben die Zollbeamten Zeit, jeden per Handschlag zu begrüßen. Habe ich etwas zu verzollen ? Nein. Wo komme ich her ? Ich war im Amiland. Zigaretten, Alkohol, Medikamente ? Aspirin ist doch kein Medikament, oder ? Also nein. Bargeld ? Ja, ein bisschen ist mir geblieben. 15.000 $ ? Waaaas, sehe ich nach 15.000 $ im Gepäck aus ? Doofe Frage. Also bitte meine Herren, ich will jetzt endlich nach Hause.
 Erny freut sich mich zu sehen und ist gespannt auf meinen Bericht.

 Ich war zum 3. Mal in Las Vegas und es wird sicher nicht zum letzten Mal gewesen sein. Las Vegas kann zur Sucht werden… und ich freue mich schon auf den nächsten Besuch.


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