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Kuba vom 11. bis 25. November 2008
Warum ausgerechnet Kuba ? Nachdem ich den Film „Buena Vista Social Club“ wollte ich dort unbedingt hin. Die Menschen, die Musik, Havanna – das interessierte mich sehr. Der Grundstock wurde von Svente und Hubi zu meinem 40. Geburtstag gelegt. Erny, Fidel und ich… (von rechts)
Bild Geschenk
Und so kam es, als wir günstige Flüge ab Frankfurt mit Condor gefunden haben, wir flugs buchten. Ab November gab es die Premium Economy Class, die für 80,- mehr pro Flug und Person mehr Komfort und 15 cm mehr Beinfreiheit versprach. Hat sie allerdings nicht gehalten. Letztendlich war es wie in einem normalen Linienflieger. Erny hat nichts von der Beinfreiheit gespürt. 15 cm weniger Abstand und seine Knie hätten sich beim Sitzen an den Ohren eingependelt. Auch das individuelle Entertainment-Programm haben wir nicht entdecken können. Wir waren aber trotzdem froh, nicht in der Economy Class zu sitzen, weil die wirklich wie die Ölsardinen in einer Dose eingepfercht 11 Stunden ausharren mussten.
Einen Parkplatz in Flughafennähe habe ich im Voraus gebucht. Das haben wir auch schon ein paar mal gemacht und es ist wirklich praktisch. Wenn man die hohen Sprit- und Parkkosten an Flughäfen rechnet, sind 60,- € für 15 Tage wirklich nicht viel.
Dienstag, 11. November 2008
Die Koffer sind gepack, aber zu schwer. Also muss das eine oder andere ins Handgepäck oder ganz hier bleiben. Meinem Fön droht letzteres, was ich später bereue…
Gegen 8.30 Uhr sind die Koffer verstaut und wir können los. Der Flug geht um 14.55 Uhr, also habe wir Zeit und müssen uns keinen Stress machen. Dem Navi sei Dank, es hatte quasi Premiere, finden wir den Parkplatz schnell. Wir werden mit anderen zum 10 Minuten entfernten Flughafen gebracht, wo wir feststellen, dass der Flieger eine Stunde Verspätung hat. Wir können trotzdem schon einchecken. Nicht für Normal-Flieger, sondern für die de Luxe Klasse separat. Naja, wir hätten auch Zeit genug gehabt uns in die lange Schlange der Economy-Flieger einzureihen…
Am Schalter neben mir bekomme ich mit, dass man keine Feuerzeuge im Gepäck haben darf. Hatte ich aber. Bevor ich aber vor allen Leuten meinen Koffer danach durchwühle, sage ich unserem Schalter-Mann, was ich dabei habe. Ihn interssiert das nicht, also nehme ich die Feuerzeuge mit. Ich habe Kugelschreiber, Feuerzeuge, Cremes, Süssigkeiten und andere Werbegeschenke für die Kubaner mit. Ich habe vorher gelesen, dass man danach gefragt wird. Also bin ich vorbereitet… und gebe nichts ab.
Hmmm… wir sitzen im Flugzeug auf unseren Plätzen. In der Mitte, der Platz neben mir ist frei. Erny stösst mit seinen Knien an den Vordersitz. Ich kann keine Fuss-Stützen entdecken und mein Sitz fühlt sich auch nicht ergonomisch geformt an. Als angepriesene Annehmlichkeit haben wir ein grosses Kissen und ein Täschchen mit Socken, Schlafbrille, Kopfhörer, ein Tütchen Schokolade und Erfrischungstüchern. So recht können wir den Premium-Teil unseres Fluges nicht entdecken. Eine Stewardess gibt zu den Unterschied auch nicht zu wissen. Wir sind noch nie mit Condor geflogen und eigentlich ist unser Platz so wie in einem Linienflieger. Es wird eine Durchsage gemacht, dass ein Upgrading in unsere Klasse möglich ist. Menschenmassen stürzen nach vorne. Ich bekomme eine Nachbarin, die uns erzählt, in der Holzklasse sitzt man noch enger. Da hat sich ja der Aufschlag gelohnt… Unser Flug war günstig. Hätten wir für den Flug 1.200,-€ bezahlt, da lagen die Preise zum Schluss, wäre es mehr als ärgerlich gewesen.
Wenigstens das Essen ist nicht schlecht. Was ich davon esse…
Nach ca. 11 Stunden erreichen wir Varadero. Der Flughafen scheint kleiner als Paderborn zu sein. Wir müssen einzeln unsere Pässe und Einreisekarten vorzeigen. Es ist Abend, dunkel, warm und die Luftfeuchtigkeit hoch. Alle anderen werden mit Bussen in die Hotels gekarrt. Unser Autovermieter ist schnell gefunden. Erny unterschreibt ca. 100 Zettel und wir bezahlen nochmal eine Versicherung vor Ort. 17,- € pro Tag. Die Dame möchte das Geld gerne in bar. Also muss Erny wieder in das Flughafengebäude und an dem Bankschalter dort Geld wechseln. Auto mieten ist nicht billig auf Kuba und deshalb sparen wir uns, mich als 2. Fahrer einzutragen, was nochmal 140,- € extra gekostet hätte. Das kann man in Mojitos investieren… Später war ich froh, dass ich nicht Fahren musste. Ausserdem bin ich ja auch ein 1a Kartenleser…
Unser Skodia Fabia wartet schon auf uns. Man ist sehr pingelig und wir müssen jede Macke in ein Formblatt einzeichnen. Erny bekommt eine Einweisung, dann fahren wir nach Varadero in unser erstes Hotel, das Sol Palmeras. Zum ersten Mal im Leben bekommen wir ein All-Inclusive-Bändchen. Das Zimmer ist ganz nett. Es ist mittlerweile 22.30 Uhr, ich habe Hunger, aber es gibt nichts mehr. Mojitos haben sie auch nicht, also trinken wir einen Cuba Libre und gehen dann ins Bett.
Mittwoch 12. November 2008
Zum Glück wachen wir zu einer annehmbaren Zeit auf und ich freue mich schon auf das Frühstück. Das Buffet ist wirklich gut. Was mich ein wenig irritiert ist, dass es dort auch Wodka und ähnliche Alkoholika gibt. Andere Länder – andere Sitten.
Die Sonne scheint und es ist warm. Wir schauen uns das Hotel und den Strand an. Scheinbar wütete hier der Hurricane, denn es liegt sehr viel rum draussen. Palmenblätter, Kokosnüsse, Äste. Dann heisst es auschecken und auf die Piste, von Varadero nach Havanna. Plan ist an der Küste entlang zu fahren. Nach einer halben Stunde Fahrt ist mit einem kleinen Schlenker ein Leuchtturm in der Karte eingezeichnet. Da machen wir Halt. Einen längeren Halt, denn just als wir den Leuchtturm erreichen, fährt das Auto nicht mehr. Erny diagnostiziert , dass sich die Antriebswelle gelöst hat und diese ins Getriebe geschlagen ist. Der Leuchtturm ist Militärgebiet, es stehen einige Wärter gelangweilt rum und bieten uns netterweise ihr Hilfe an. Warscheinlich freuen sie sich über jede Abwechslung. Das Auto ist nicht zu reparieren, also versuche ich die Autovermietung anzurufen. Klappt nicht, ich komme nicht durch. Einer der Männer versucht es mit seinem Handy, kommt durch und erklärt dem Vermieter was los ist. Es wird ein neues Auto geschickt. Und wirklich ist nach 40 Minuten ein Mitarbeiter mit einem Seat Altea vor Ort. Wir hätten nicht gedacht, dass das so reibungslos klappt.
Für uns geht die Fahrt weiter durch Matanzas zum Valle de Yumuri, worüber die höchste Brücke Kubas führt. Es gibt einen Lookout. Die Aussicht ist spektakulär. Tausende Königspalmen stehen unter uns, zum Meer hinfällt das Tal steil ab, zum Landesinnere ist es hügelig. Unser nächster Stop ist in Cojimar, einem kleinen Fischerdorf, das durch Hemmingways Roman „Der alte Mann und das Meer“ berühmt wurde. Wir besichtigen die Büste Hemingways und eine dreiköpfige Band spielt für uns Musik.
Auf der Suche nach der Autopista nach Havanna verfahren wir uns dermassen, dass wir glauben nie wieder aus einem Ort raus zu finden. Die Strasse in der Stadt ist unbefestigt und wir teilen sie uns mit Fussgängern, Ochsenkarren und allerlei freilaufendem Getier. Die Schlaglöcher sind so gross, dass ein Smart problemlos darin verschwinden würde. Bin ich froh, dass ich nicht fahren muss…. Sowas wie Schilder gibt es hier nicht, Erny fährt nach Gefühl. Werden wir überholt, versucht er dem voranfahrenden Fahrzeug so gut wie möglich zu folgen. Die kennen sich scheinbar hier aus. Wir werden nie wieder über die schlechten Strassen oder die Schilderwälder hier schimpfen. Durch Zufall kommen wir auf die sogenannte Autobahn nach Havanna. Und irgendwie finden wir nach La Habana Vieja, dem alten Stadtteil, wo unser Hotel steht. Es gibt sogar Schilder dorthin, wir fassen es nicht !! Das alte Viertel hat enge Gassen, Einbahnstrassen. Es sind jede Menge Taxis für die Einheimischen unterwegs. Eine Art Rischkas. Kurz vor dem Hotel versperren uns Poller den Weg. Rechts von uns ist ein Parkhaus, wo wir den Wagen für die nächsten Tage parken. Gleich nebenan ist das Hotel Raquel:
Ein Traum im Art Nouveau Stil, bezaubert dieses elegante Hotel inmitten der Altstadt, nahe der Plaza Vieja. Die romantische Aura dieses Hotels spiegelt sich in allen Details wider: von der barocken Außenfassade zur Empfangshalle die, von Marmorsäulen getragen, in gemtlich-en Ecken zum Verweilen einlädt und das Auge über zahllose Details der Architektur schwei-fen läßt. Von der riesigen Buntglas-Dachkuppel, die eigens von einer kubanischen Künstlerin angefertigt wurde und gefiltertes Tageslicht in die Gänge und Halle des Hotels wirft, dem idyllischen Dachgarten mit Blick auf die Altstadt, bis zu den liebevoll eingerichteten Zimmer ist das Hotel Raquel ein Paradebeispiel zur Stadterneuerung im touristischen Bereich. Sinnbildlich angelehnt an den hebräischen Namen "Raquel", haben alle Zimmer ihre Namen, wie z.B. die Junior-Suite "David" und sind mit Kunstwerken ausgestattet, die dem entsprech-en. Um die Jahrhundertwendevom venezolanischen Architekten Naranjo Ferrer 1905 für eine Handelsgesellschaft erbaut, diente das Gebäude nach einigen Umbauten ab 1912 einem der größten Stoffimporteure als Büro und Lagerhaus. Wertvolle Stoffe aus England, Frankreich, Spanien und den Vereinigten Staaten fanden so ihren Weg über die Einzelhändler bis ins ganze Land.
Die Angestellten im Hotel sind sehr nett, vor allem der Kofferträger Johann. Wir bekommen ein nettes Zimmer mit einem kleinen Balkon, wovon wir über die Dächer der Altstadt sehen können. Wir packen das nötigste aus und begeben uns auf die Dachterrasse. Von hier der Ausblick noch schöner. Ein Kellner aus der Bar kommt und wir bekommen endlich unsere ersten Mojitos. Lecker ! Der Kellner hat eine Speisenkarte dabei und macht uns auf ein Special für heute Abend aufmerksam. Es hört sich gut an, also bleiben wir zum Dinner im Hotel. Wir geniessen noch den Sonnenuntergang, machen uns frisch und gehen zum Essen. Zwischendurch ruft der Reiseleiter an, der uns morgen durch Havanna führen soll. Er erkundigt sich, ob alles ok ist und wir gut untergebracht sind.
Das Essen ist sehr lecker und es gibt einen Cocktail aufs Haus. Von unsrem Balkon aus habe ich einen Platz am Ende der Strasse gesehen. Der Plaza Vieja. Da gehen wir jetzt hin. Es gibt zwei Bars und ein Restaurant, bei denen man auf dem Platz sitzen kann. Mitten im November sitzen wir im Shirt draussen und trinken Mojitos. Das war unser Plan - einfach herrlich. Ein paar Mojitos weiter sind wir müde und laufen zurück ins Hotel. Morgen müssen wir zeitig aufstehen, weil wir um 9.00 Uhr zur Stadtrundfahrt abgeholt werden.
Gute Nacht Havanna !
Donnerstag, 13. November 2008
Wir wachen auf und machen die Fenster auf. Die Sonne geht über den Dächern auf. Auch hier im Hotel ist das Frühstücksbuffet sehr gut. Klein, aber fein. Ein Koch erfüllt die Wünsche der Gäste. Rührei, Omlett, Spiegeleier. Das Hotel hat nur 25 Zimmer und es ist angenehm ruhig.
Unser Tourguide Yuri ist pünktlich da. Wir sind die einzigen Touris, die er heute betreut. Ein sehr netter Kubaner, der am Goethe-Institut in Havanna deutsch studiert hat. Wir gehen ein paar Meter und gelangen zu unserem ersten Gefährt an diesem Tag. Einen 1958 Chevy Bel Air. Unser Fahrer fährt geschickt durch die Gassen und um die Schlaglöcher. Wir erfahren von Yuri über Geschichtliches und über die Sehenswürdigkeiten, an denen wir vorbei fahren. Zwischendurch denken wir, der Wagen schafft es keine 10 Meter mehr. Macht er aber… Unser erster Stop ist Plaza de la Revolution, wo es ein grosses José Marti Monument gibt und Fidel stundenlang seine Reden hält. José Marti wird uns im Laufe der Reise ständig begegnen.
José Julián Martí y Pérez (* 28. Januar 1853 in Havanna, Kuba; † 19. Mai 1895 in Dos Ríos, Kuba) war ein kubanischer Poet und Schriftsteller und gilt als kubanischer Nationalheld und Symbol für den Unabhängigkeitskampf des Landes. Seine Eltern waren beide spanischer Nationalität, der Vater im Militärdienst nach Kuba versetzt, die Mutter von den Kanaren.
Hinter vorgehaltener Hand erzählt uns Yuri das eine oder andere über die Reden Fidels und die politische Situation in Kuba. Immer vorsichtig, weil man nie weiss wer mithört… Vorbei am grossen Friedhof fahren wir in die grüne Lunge Havannas, dem Parque Metropolitano. Hier werden oft Woodoo-Anhänger bei ihren Ritualen gesehen. Heute allerdings nicht, obwohl Yuri das im Gefühl hat.
Wir fahren weiter den Malecón, mit Sicherheit einer der spektakulärsten Uferstrassen der Welt, entlang zurück zur Altstadt. Vorbei an dem Luxushotel Nacional, der Niederlassung der USA, dem Prado, einem Castillo bis zum Plaza de San Francisco. Dort wechseln wir in eine Kutsche und fahren eine grosse Runde damit. Zum Beispiel am Capitol vorbei, das 1930 nach dem Washingtoner Vorbild gebaut worden ist. Allerdings ist es durch eine Antenne 1 Meter höher als das Original. Heute ist in dem Gebäude die Akademie der Wissenschaft. Es geht weiter über den Prado, der Prachtstarsse Havannas, zurück zum Plaza de San Francisco.
Von dort aus laufen wir zur Catedral de la Habana, wo Erny von Blumenmädchen geküsst wird. Die Damen stehen auf dem Platz, picken sich „Opfer“ raus und man kann für ein Trinkgeld Fotos machen. Später sehen wir noch Fidel Castro, einen alten Mann mit dicker und eine ähnlich alte Frau mit noch dickere Zigarre. Im Hotel Santa Isabel am Plaza de Armas machen wir eine Pause und erfrischen uns mit einem Mojito. In Havanna trinkt man kein Wasser, da trinkt man Rum ! Havannas Geschichte erleben wir im Museo de Cuidad. Für einen Pesos mehr dürfen wir die Kamera mitnehmen. Geschäftstüchteige Angestellte schieben uns für ein Trinkgeld hinter die Absperrungen der einzelnen Zimmer und machen Fotos von uns. Irgendwie muss jeder sehen wie er an Devisen kommt…
Wir machen eine Mittagspause in einem Restaurant und werden mit Live-Musik und Salsa-Tänzen unterhalten. Über den Plaza Vieja laufen wir zum Museo del Ron, dem Havanna Rum Museum. Am Abend ist in dem Museum ein Konzert „A Cuban night in the 50’s“ mit dem Buenavista Social Club Mitglied Tony Jimenez. Yuri fragt, ob wir dahin möchten und besorgt uns Eintrittskarten für die Veranstaltung. Dann gibt er uns in die Hände einer Mitarbeiterin, die für uns in deutsch eine Führung machen. Sehr interssant und wir können am Ende den Rum testen.
Yuri bringt uns zurück zum Hotel und entlässt uns für eine Verschnaufpause. Um 19.30 Uhr holt er uns wieder ab, um an dem traditionellen Kanonenschusszeremonie in der Festung San Carlos de la Cabana teilzunehmen. Das passt ganz gut, anschliessend ist das Konzert und er will uns am Museum absetzen.
Wir verschnaufen nicht, sondern gehen zum Capitol, das nicht weit von unserem Hotel entfernt ist. Wir laufen ein wenig rum, fotografieren die vielen Oldtimer, würden gerne einen Kaffee trinken, aber finden kein Café. Es ist eins im Stadtplan eigezeichnet, das aber scheinbar nicht mehr existiert. Also gehen die Calle Obispo, der Einkaufsmeile Havannas, entlang und trinken dort einen Kaffee und essen Eis.
Bevor es abends wieder los geht, essen wir in der kleinen Brauerei an „unserem“ Plaza Vieja. Sehr lecker und das Bier schmeckt auch gut….
Yuri wartet schon im Hotel auf uns. Mit einem Taxi fahren wir durch den Tunnel auf die andere Seite der Bucht zur Festung San Carlos de la Cabana. Hier ist täglich um 21.00 Uhr ein Kanonenschuss, der einst das Signal war, die Stadttore zu schließen. Auf dem Weg zu den Kanonen besichtigen wir noch Che’s Arbeitszimmer mit ein paar persönlichen Dingen. Dann kommt der Kanonenschuss. Wir stehen in erster Reihe und danach habe ich nur noch ein Fiepen im Ohr. Das geht nach einiger Zeit weg. Bis dahin aber kann ich schlechter hören…
Unser Taxi wartet und bringt uns zurück in die Stadt. Es ist 21.30 Uhr, das Konzert fängt um 21.45 Uhr an. Perfekt getimet. Yuri kommt noch mit rein, um sich von uns zu abschieden. Ich habe ein paar Kleinigkeiten für seine Frau und die Kinder zusammen gepackt. Wir machen aus, dass wenn er in den nächsten Tagen Zeit hat, er sich nochmal bei uns meldet. Wir hatten wirklich eine schöne Zeit mit ihm und es hat Spass gemacht ihm zuzuhören.
Das Konzert ist spitze. Es sind höchstens 60-70 Leute da, davon 90% eine deutsche Reisegesellschaft…. Wir haben viele Mojitos und viel Spass… Irgendwann hält es niemand mehr auf den Stühlen und alle tanzen und singen mit. Sogar die Deutschen. Die Musik ist gut und wir sind froh, nicht in zu einer Tropicaner Show gegangen zu sein. Irgendwann ist das Konzert zuende und wir laufen durch das nächtliche Havanna zurück zum Hotel.
Freitag, 14. November 2008
Beim Frühstück überlegen wir, was für heute ansteht. Die Sonne lacht und wir laufen durch die Strassen Havannas und sehen uns nochmal die wunderschönen Plazas an. Dann sind wir auf dem Malecón und überlegen zum Hotel Nacional zu gehen. Immer am Wasser entlang. Unterwegs sehen wir die Santaria, eine afroamerikanische Hauptreligion in Kuba, ein Hühneropfer im Wasser bringen. Sie verteilen Öle und beten dabei. Aus Respekt vor ihrer Religion und vor Angst das nächste Opfer zu sein, mache ich keine Fotos. Ich fühle mich auch nicht sehr behaglich ihnen dabei zuzusehen.
Der Weg ist länger als er aussieht und unter Ernys Protest halte ich eins dieser kleinen kugeligen Fahrzeuge, die Nüsse auf Rädern oder Cocotaxis genannt werden, an. Man sieht sie überall durch Havanna fahren. Das Cocotaxi bringt uns zum Hotel Nacional, das das beste in der ganzen Stadt sein soll. Mag sein, mir läge es zu weit abseits vom Geschehen. Wir besichtigen es von Innen und Aussen und landen draussen auf der Terrasse bei einem… richtig: Mojito. Von dort aus hat man einen schönen Ausblick auf die Stadt und das Meer.
In einem Restaurant nahe des Hotels nehmen wir ein spätes Mittagsessen ein. Ich hätte gerne draussen gesessen, aber das Restaurant hat scheinbar nur innen einen Raum. Und der ist auf 10 Grad runter gekühlt. Wir sind die einzigen Gäste und ich bitte die Kellnerin die Klimanalage höher zu stellen. Ich bekomme wirklich Frostbeulen. Nach dem Essen kommen wir an einer Tankstelle vorbei, wo ein offenenr Krankenwagen zum Tanken steht. Wir schauen im vorbeigehen rein, sehen jemanden auf der Trage liegen und mindestens 10 Leute als Passagiere. In Kuba ist jedes Mittel asl Vorbewegungsmittel recht.
Wir gehen den ganzen Weg zurück und sind am frühen Abend wieder in unserem Hotel. Den Sonnenuntergang geniessen wir bei einem Mojito auf der Dachterrasse… Abends gehen wir wieder zum Plaza Vieja in die Taberna de la Muralla, zum Essen und Trinken, für die Life-Musik und die nette Atmosphäre. Es sind auch viele Kubaner hier. Der vollständige Name ist „Taberna Murallo Salm Bräu“. Und Salm Bräu haben wir schon in Wien getrunken…
Uns fällt auf, dass es jede Menge wild lebende Hunde gibt. Viele lungern auf der Plaza rum, in der Hoffnung etwas Essbares von den Tischen zu bekommen. Mir tun die Tiere sehr leid. Ihr Fell ist voller Flöhe, die ihnen das Blutaussaugen. Sie müssen sich ständig kratzen und es ist sichtbar, dass sie keine hohe Lebenserwartung mehr haben. Die Hunde stören mich nicht, aber das sie überall hinmachen, finde ich nicht schön. Man muss immer aufpassen, wo man hintritt.
Während wir dort sitzen, wird eine Bühne aufgebaut. Auf dem Platz wird der Geburtstag Havannas gefeiert und wir sehen die Proben dazu.
Irgendwann sind die Proben vorbei und wir müde.
Samstag, 15.11.2008
Wir müssen heute Geld wechseln. Also suchen wir nach dem Frühstück die Bank, die wir auf der Calle Obispo gesehen haben. Gekauft haben wir ausser Postkarten und Briefmarken nichts. Es gibt ja auch nicht viel anderes. Ansonsten geht unser Geld nur für Essen, Trinken, Trinkgelder und was wir den Menschen auf der Strasse geben, drauf. Wir machen das gerne und sind froh darüber, dem einen oder anderen ein wenig helfen zu können. Wenn es auch nur ein Tropfen auf dem heissen Stein ist.
Auch heute ist es schön kuschelig warm. Wir wollen in einem Geschäft Kaffee, Zigarren und Rum kaufen. Yuri hat uns einen Laden gezeigt, in dem man nicht übers Ohr gehauen wird und wo es Original Zigarren gibt. Man wird in den Strassen oft angesprochen, aber erstens ist es illegal die zu kaufen und sie haben kein Zollzeichen oder zweitens, sie können aus Bananenblätter gefertigt sein, was auch kein Genuss ist. Ich hatte vorher gar keine Ahnung was Zigarren kosten und dachte blauäugig für 10,- € erhält man eine ganze Kiste. Ähh… das war der Stückpreis und damit noch günstig. Die Kathedrale ist ganz in der Nähe und wir schlendern nochmal dorthin, weil da der bisher beste Mojito ist, den wir bisher getrunken haben. Danach bringen wir unsere Einkäufe ins Hotel. Es ist wirklich schön, dass es so zentral gelegen ist. Wir machen eine kleine Pause und überlegen, was wir am Nachmittag machen, als das Telefon geht. Yuri. Er ist in der Hotel-Lobby, hat Zeit und fragt, ob wir etwas unternehmen wollen. Natürlich wollen wir.
Er zeigt uns das Mönch- und anschliessend das Zigarren-Hotel. Er erklärt uns Blätter und die Herstellung der Zigarren, was sehr interessant ist. Dann fahren wir mit der Fähre, auf der nur Einheimische sind, auf die andere Buchtseite nach Casablanca. Es ist heiss und wir gehen durch kleine Gässchen hoch auf den Berg zur Christus Statue, einer Nachbildung des bekannten Christus-Monuments von Rio. Von dort aus haben wir einen wunderbaren Blick über Havanna und die Bucht. Gegenüber der Statue ist das Haus, in dem Che Guevara gelebt hat. Wir schauen es uns von aussen.
Es ist mittlerweile Nachmittag und wir könnten etwas essen. Yuri führt uns zu einer Casa Particular mit Paladar. Casa Particular sind die privaten Zimmer , die legal an Touristen vermietet werden. Man erkennt sie an einem Schild mit Zeichen an den Türen. Sicher eine nette Alternative zu den Hotels. Paladar ist ein kleines familiengeführtes Restaurant mit maximal 12 Sitzplätzen. In dem Hostel Dona Carmela finden wir beides. Der Chef des Hauses ist im Garten und grillt für abends ein Spanferkel. Leider können wir uns die Gästezimmer nicht ansehen, weil sie zur Zeit bewohnt sind. Die Wirtin tischt leckerste Speisen auf, die wir gar nicht alle essen können. Ein sehr traditionelles Gericht ist Moros y Cristianos, Mauren und Christen. Reis mit schwarzen Bohnen in einer leckeren Sosse. Mir schmecken die ganzen Beilagen besser als mein Hähnchen. Wir sind papp-satt und spazieren zur Festung El Morro. Zum Glück kommt ein (illegales) Taxi, das Yuri anhält und wir lassen uns zurück in die Stadt fahren.
Heute ist der Geburtstag Havannas. In den Strassen treffen wir auf einen Umzug mit Musikern und kostümierten Männern und Frauen auf Stelzen. Wir schauen eine Weile zu und gehen dann ins Hotel Ambos Mundos, hier hat Hemmingway gewohnt, und verabschieden uns von Yuri, was uns sehr leid tut. Er ist wirklich sehr nett und wir haben eine Menge über Land und Leute erfahren. Vielleicht sehen wir uns irgendwann mal wieder….
Wir gehen zum Hotel zurück, ruhen uns etwas aus, machen uns frisch und wollen den Abend auf dem Plaza Vieja verbringen, wo heute Abend Havannas Geburtstagsfeier stattfindet. Der ganze Platz ist abgesperrt, wir werden ohne weiteres eingelassen, die Kubaner nicht. Das passt uns gar nicht. Nachdem wir die Proben gesehen haben, wollen wir uns auch die Show ansehen. Nicht ohne vorher einen Mojito in der Bar zu trinken. Vor der Bühne sind Stühle aufgebaut. Kurz bevor die Veranstaltung anfängt sind noch jede Menge Plätze frei. Uns gefällt was wir sehen und eigentlich hatte ich gedacht, die Kubaner würden mehr mit der Musik gehen. Vielleicht waren mit uns nur langweilige Funktionäre da, keine Ahnung. Jedenfalls wurde nur sehr verhalten geklatscht.
Die Show ist zuende, wir gehen zurück zum Hotel und schlafen müde ein.
Sonntag, 16. November 2008
Das Wetter ist grau und regnerisch. Heute verlassen wir Havanna in Richtung Vinales Tal, wo wir eine Nacht bleiben werden und dann nochmal für eine Nacht nach Havanna zurück kommen.
Wir verabschieden uns von Johann. Aber wir kommen ja nochmal wieder. Auf unserer Karte sehen wir, dass es am besten ist über den Malecón die Stadt zu verlassen. Was natürlich nicht so einfach ist. Zum einen sind die meisten Strassen Einbahnstrassen in die falsche Richtung, zum anderen ist heute ein Marathon-Lauf in der Stadt und ganze Strassenabschnitte sind ganz gesperrt. Wir wuseln uns vorbei an Läufern, Rischkas, Autos. Immer bedacht darauf, dass wir nicht in den Schlaglöchern stecken bleiben. Hier mal ein dickes Lob an Erny. Er verliert zwar dann und wann die Nerven beim Fahren, was zum Teil an meiner Rechts-Links-Schwäche und meiner mangelnder Orientierung liegt, er hat uns aber immer überall gut rausgeboxt. Hätten wir gewusst wie rar in Kuba Hinweisschilder sind, hätten wir einen Kompass mitgenommen. So ist Erny nach der Sonne plus Uhrzeit gefahren. Hut ab… ich wäre bestimmt immer noch auf dem Autobahnring um Havanna… Ein Navigationsgerät darf man üebigens nicht mit nach Kuba nehmen. Nützt auch nichts, weil es keine Karten für Kuba gibt.
Ok, irgendwann haben wir den Malecón erreicht. Es stürmt orkanartig. Es ist ein bisschen komisch, dass ausser uns niemand anderes auf der Strasse fährt. Nur dann und wann laufen die Marathon-Läufer in der Mitte der Strasse. Haben wir eine Absperrung übersehen ? Wir sind mitten im Marathon-Lauf ! Mit dem Auto… Es stürmt jetzt so sehr, dass die Wellen meterhoch über die Kaimauer kommen und uns treffen. Wir fahren durch tiefes Wasser und die Wellen prassen uns von oben aufs Autodach. Obwohl ich kein ängstlicher Mensch bin, habe ich jetzt furchtbare Angst da nie wieder raus zu kommen oder ins Meer gespült zu werden. Ich kann noch nichtmal mehr Fotos davon machen. Erny behält die Nerven und irgendwie kommen wir in trockenere Gefilde. Bin ich froh !
Und dann sind wir in dem edelen Stadtteil Miramar, wo die Botschaften untergebracht sind. Von dort wollen wir ein Stück Autobahn und dann die Landstrasse in Richtung Westen nehmen. Auf der Autobahn fahren am wenigsten Autos. Pferdekarren, Fussgänger, Kühe, Ziegen, Ochenkarren – es ist alles vertreten. Schlaglöcher, Linksabbieger, Menschen, die per Anhalter fahren wollen. Das ist ganz schön ungewöhnlich, wenn auch interessant, für uns. Wenn man hier Radiodurchsagen machen wollte, auf der A1 befinden sich Ochsenkarren auf der Fahrbahn, bitte überholen Sie nicht und halten Sie sich links, wir informieren sie, wenn die Gefahr vorüber ist, müssten eigens dafür ein eigener Sender angeschafft werden, der nichts anderes macht.
Wir wollen uns Las Terrazas ansehen. Las Terrazas liegt inmitten waldreicher Hügel und ist ein von der Unesco geschütztes Naturreservat. In den siebziger Jahren war das ganz anders, die Landschaft war wegen übermäßiger Abholzung kahl. Die Regierung startete ein Projekt zur Aufforstung und baute auf einem Hügel beim Dorf ein ökologisches Hotel. Bauern aus der Gegend fanden hier Arbeit und die Lebensbedingungen verbesserten sich. Sie brauchten keinen Landbau mehr zu betreiben, waren also nicht mehr vom Boden abhängig und schlugen keine Bäume mehr. Viele kennen die Umgebung wie Ihre Westentasche und wurden zu Guides ausgebildet. Unser erster Stop in dem Reservat ist eine ehemalige Kaffeeplantage. Viel ist nicht zu sehen. Also fahren wir weiter. In der Comunidad Las Terrazas halten wir am Hotel Moka und legen dort eine Mittagspause ein. Das Hotel sieht einladend aus, was man nicht von dem Rest der Gebäude sagen kann. Mitten in dem „Regenbogen Kubas“ reiht sich eine Plattenbausiedlung und sieht fehl am Platze aus. Also bleiben wir dort nicht lange.
Der Weg über die Landstrasse ist zu beschwerlich, denn es gibt absolut keine Strassenschilder. Also nehmen wir die Autobahn nach Pinar del Rio. Dort ist die Autobahn, auch zuende und wir fahren ab, nicht ohne auf die berüchtigten Schleuser zu treffen. Auch ohne Sonne wissen wir wo wir hinwollen und stoppen erst gar nicht als sie sich wild winkend fast aufs Auto schmeissen. Die Region ist für den Tabakanbau bekannt. Und für die Elefantenhügel im Vinales Tal. Genau da wollen wir hin. Für die Nacht haben wir das Hotel El Ermita gebucht. Es gibt sogar ein Schild dorthin !! Leider landen wir im Nirgendwo – zu früh gefreut. War also nichts mit den Hinweisen. Wir geben nicht auf und suchen weiter, müssen auf 2 Meter breiten nicht aspaltieren Strassen wenden. Irgendwann sind wir raus aus dem Ort, wo ich die örtliche Polizeistation sehe. Ich gehe rein und frage die verduzten Polizisten nach dem Hotel. Einer kommt mit raus und zeigt auf eine Anhöhe. Da ist es und wir haben wenigstens eine Richtung. Wir finden jetzt den Weg, weil wir wirklich durch Zufall wieder ein Schild dorthin entdecken, das auch wahrheitsgemäss die Richting zeigt.
Das Zimmer ist einfach, nicht besonders sauber, hat keinen Fön und kein Wasser. Ich würde mir gerne die Hände waschen und teste die Toiletten an der Bar. Auch kein Wasser. Ich frage an der Rezeption nach einem Fön, den sie natürlich nicht haben, und ab wann wir mit Wasser rechnen können. Erst abends. Wir gönnen uns einen Mojito an der Bar und treffen zwei deutsche Frauen, die mit dem Bus angereist sind und in einer Casa Particular wohnen. Sie wollen die schöne Aussicht von unserem Hotel aus geniessen. Im Gespräch stellen wir fest, dass wir die ganze Zeit zusammen im Hotel Raquel waren. So hätten wir ja auch zusammen fahren können.
Der Mojito lässt meine Laune, aber nicht das Wetter besser werden. Mir ist kalt. Irgendwann ist das Wasser wieder da. Eiskalt, was sich auch bis zum nächsten Morgen nicht ändert. Ausserdem ist in der Duschkabine mehr Leben als in der Stadt… Wir bleiben trotzdem im Hotel zum Abendessen, weil wir keine Lust haben nochmal in den Ort zu fahren. Das Essen ist gut und bei der kleinen Portion kommt es auch nicht zur Völlerei…
Wir trinken noch einen Mojito an der Bar und gehen dann schlafen.
Montag, 17. November 2008
Wir wachen auf. Das Wasser ist immer noch kalt, über Nacht hat sich kein Fön eingeschlichen, ich habe schlecht geschlafen und gefroren. Wenigstens lässt sich die Sonne sehen. Ein wenig jedenfalls. Wir verzichten heute Morgen aufs Duschen, weil ich keine Lust habe erst die ganzen Viecher in der Dusche umzubringen. Ausserdem ist das Wasser einfach zu kalt. Egal. Die anderen Frühstücksgäste sehen auch ungeduscht aus. Sie packen sich Lunchpakete für den Tag ein. Wir nehmen uns nochmal Würstchen, schneiden sie klein und wickeln sie in eine Serviette. Draussen haben wir Hundebabies entdeckt und eine Mutter, die auf Nahrungssuche ist. Eigentlich ist es verboten die Tier an den Hotelanlagen zu füttern, aber sie tun uns zu leid. Also geben wir ihnen heimlich die Wurst, die sie auch sofort verschlingen.
Wir checken aus und fahren zu den Elefantenhügeln, die wir schon prima von unserem Hotel aus sehen konnten. Eine Karte oder Plan haben wir nicht. Wir versuchen so nah wie möglich an die Kegelfelsen, den mogotes, heran zu kommen. Davor wachsen der silbrig schimmernde Tabak auf den flachen Feldern, Ochsen ziehen hier den Flug auf den Feldern. Je näher man dem Tal von Vinales kommt, desto häufiger sieht man kleine fensterlose Schuppen mit einem Dach aus Palmstroh. Das sind die Trockenschuppen für den Tabak. Auch die Wohnhäuser sind nicht gross wie auch später überall. Was aussieht wie bei uns die Häuschen in Kleingartenanlagen, beherbergt hier mehrere Generationen.
Auf einer Strasse nehmen wir wieder eine Anhalterin mit ihrem Kind mit. Die Kubaner fahren viel per Anhalter, eine gute Alternative zu Bussen, die nie pünklich oder gar nicht kommen. Auch als Tourist kann man durchaus Anhalter mitnehmen. Nach einiger Zeit gibt uns die Frau ein Zeichen, dass sie aussteigen möchte. Am Strassenrand stehen 3 ältere Männer, die ins Auto steigen. Hmm… sie sehen nicht vertrauenserweckend aus. Wir fangen an uns zu unterhalten und ich bin erstaunt, was ich von einem Semester Spanisch bei der VHS behalten habe. Die drei sind Brüder und arbeiten an einem Obststand an der Strasse. Der Hurricane hat das meiste zerstörrt, doch sie haben das Häuschen wieder aufgebaut. Die drei sind sehr nett und ich schäme mich fast, dass es mir vor ihnen mulmig war. Als wir an ihrem Häuschen sind, macht uns Alberto einen Vitamin-Drink aus Limetten, Ananas und einer dritten Frucht. Das schmeckt herrlich. Zum Abschied schenkt er uns noch eine Ananas und Früchte, die wir weder vorher gesehen haben, noch den Namen kennen. Lecker ist sie aber.
Wir schauen uns noch ein wenig die verschiedenen Felsformationen an und fahren dann nach Pinar del Rio, wo es eine Tabakfabrik- und plantage geben soll. Wir fahren also in die Stadt. Wieder sind die Strassen zum Teil unbefestigt. Wir fragen nach der Tabakfabrik und finden wie durch ein Wunder dorthin. Leider machen sie dort gerade Mittagspause. Also machen wir uns auf der Suche nach der Vega Robaina, der Farm der lebenden Legende und des mittlerweilen greisen Don Alejandro Robaina, nach dem sogar eine Zigarre benannt wurde. Wir fahren genau wie im Reiseführer beschrieben, finden aber nicht dorthin. Schilder gibt es natürlich auch nicht, wäre auch zu schön gewesen. An jeder Kreuzung stehen die Schleuser und wollen, dass wir das Fenster öffnen. Irgendwann haben wir keine Lust mehr zu suchen und ich frage einen jungen Mann danach. Er erzählt von seiner Mutter, die dort arbeitet, und seinem Baby und wir fühlen uns ein wenig auf den Arm genommen. Er will mit, was wir aber nicht machen. Anhalter mitnehmen ist eine Sache, Schleuser eine andere. Also fahren wir weiter. Er kommt mit dem Fahrrad hinter uns her, überholt und weist uns den Weg. Wir haben das Gefühl, dass das nicht mit rechten Dingen zu geht, denn wir sind nicht bei Don Robaina, sondern stehen an einer Kolchose Rote Rübe. Also drehen wir und verlassen Pinar del Rio unverrichteter Dingen. Auf die Tabakfabrik haben wir auch keine Lust mehr, denn auch dort stehen jede Menge Schleuser.
Also auf der Autobahn zurück nach Havanna. Wieder fahren Trecker kreuz und quer über die Fahrbahn. Auch wir werden mutig. Auf der anderen Seite ist eine Raststätte. Es ist später Mittag und wir könnten etwas essen. Erny fährt über den Mittelstreifen auf die andere Seite… Genauso geht es zurück.
Irgendwie gelangen wir wieder nach Havanna in unser Viertel La Habana Vieja und finden auch auf Anhieb das Hotel wieder. Diesmal ist das Parken umsonst. War es vielleicht vorher auch schon, aber sie haben uns trotzdem Geld abgeknöpft. Es ist wie nach Hause kommen. Im Hotel ist nur noch eine Junior-Suite auf der Dachterrasse übrig. Wir haben schon einfacher gewohnt… Das Zimmer ist ca. 80 qm gross, hat eine Sitzecke, zwei bequeme Betten und ein schönes grosses Bad – mit Fön ! Wir testen es auch sofort und es hat bestanden.
Das ist unser letzter Abend in Havanna und wir sind traurig darüber. La Habana ist alt, hässlich, dreckig, hat aber einen gewissen Charme, der uns gefällt. Die vielen Plätze, an den man sitzen und das Leben betrachten kann, die wunderschönen alten Gebäude, die teilweise zerbröseln oder renoviert werden, die Musik, die überall zu hören ist, und allen vorweg die netten Menschen, die trotz ihrer Armut und Einfachheit unglaublich nett und freundlich sind All das ist Havanna. Und wir werden es vermissen.
Den Abend verbringen wir mit Essen am Exercierplatz. Anschliessend zieht es uns zum Abschied in die Brauerei am Plaza Vieja. Wir sitzen beim Bier draussen und hören der Live-Musik zu. Wieder im Hotel angekommen, wartet Johann, der die Nachtschicht macht, schon auf uns. Wir freuen uns ihn wieder zu sehen. Es gibt noch einen letzten Mojito in der Bar. Ich hole noch schnell die Ananas. Wir haben kein Messer dabei und ich schenke sie zum Abschied Johann. Er hat sicher Kinder, die sie gerne essen. Er freut sich sehr und schenkt mir als Dank ein Plakat von der Tropicaner Show. Er ist wirklich ein sehr netter lustiger Kerl.
Es wird Zeit ins Bett zu gehen. Dank der Biere und Mojitos sind wir angenehm müde.
Dienstag, 18. November 2008
Tagesziel ist heute Cienfuegos. Wir frühstücken in Ruhe im Hotel, packen zusammen und verabschieden uns. Irgendwann kommen wir bestimmt wieder !
Um Havanna gibt es einen halben Autobahnring, den wir nehmen wollen, um in Richtung Süd-Ost zu gelangen. In der Mitte des Rings ist ein Autobahndreick, wo wir von dem Ring runter müssen in unsere Richting. Soweit die Theorie. Wir fahren und fahren. Wie immer ist kein Schild zu sehen. Verhungern müssten wir nicht, es wird an viel auf den Randstreifen gegrillt… Irgendwann ist die Autobahn zuende und, man glaubt es kaum, der Flughafen ist ausgeschildert. Wir sind viel zu weit gefahren. Aber wir haben nirgends einen Hinweis für die A1 gesehen. Es ist schon eine Frechheit, den Autobahnen Namen zu geben, wenn sie absolut nicht erkennbar sind. Also fahren wir zurück und wirklich nur durch Zufall sehen wir eine Strasse neben uns, die ein Fitzelchen Ähnlichkeit mit einer Autobahn haben könnte. Wir fahren noch schnell ab. Durch metertiefe, mit Wasser gefüllte Schlaglöcher fahren wir den unbefestigten Feldweg auf die Autobahn. Geschafft ! Von jetzt an bleiben wir eine Weile hier drauf.
Wir wollen uns auf dem Weg die Schweinebucht ansehen, wofür wir von der Autobahn müssen. Es ist also so weit. Irgendwie finden wir die richtige Abfahrt mit dem Namen Australia. Ich kann mich nicht an ein Schild erinnern... Es soll dort auch ein Museo Central Australia geben. Selbst wenn es uns interessiert hätte, wir hätten den Weg nicht gefunden.
Unterwegs machen wir einen Stop in La Boca, wo es Krokodilfarmen gibt. Wir kommen diesen näher und werden von wartenden Männern von der Strasse gewunken. Wir müssen fürs Parken bezahlen und dann nochmal den Eintritt. Spannend finde ich das nicht wie sich hunderte Krokodile auf einem kleinen Haufen tümmeln. Aus ihnen werden später Schuhe und Handtaschen gefertigt. Gegenüber ist ein Touristenzenrtum, was mir wesentlich besser gefällt als das was wir gesehen haben. Hier gibt es auch Krokodile, aber wir haben keine Lust mehr die anzusehen. Es ist Zeit für ein Mittagssnack, den wir im Restaurant einnehmen. Wir sehen Unmengen Busse dort, aber die Menschenmassen verlieren sich über die Anlage. Es werden Bootstouren mit Schnellbooten angeboten, die aber auch nicht mein Ding sind.
Wir sitzen also dort draussen und lassen uns unser Essen schmecken, als wir Klaviergeklimper, den Ententanz mit dazugehörigen Gesang hören. Ein ganzer Bus Deutscher ! Wir sind froh als sie gehen und zwei Troubadoure kubanische Klassiker anstimmen.
Es geht weiter immer an der Küste entlang. Das Wasser ist glasklar und türkisblau. Am Playa Girón gibt es ein Museum über die Invasion in der Schweinbucht. Wie in allen Museen dieser Art werden die Gefechte ziemlich glorifiziert, weshalb wir uns das auch sparen. Wir machen zwischendurch Halt am Strand und haben zum ersten Mal Kontakt zum Karibischen Meer. Es läd zum Baden ein. Machen wir aber nicht, wir müssen ja noch ein ganzes Stück fahren und wissen nicht wann und ob wir Cienfuegos überhaupt finden… Unterwegs lesen wir zwei Frauen auf, die uns in die Stadt geleiten. Als sie aussteigen, erklären sie uns noch den restlichen Weg zum Hotel. Wie durch ein Wunder entdecken wir auch ein Schild, das die grobe Richting zeigt...
Das Hotel La Union ist sehr schön und zentral gelegen. Wir steigen aus und sofort kommt eine Frau und fragt nach Creme. Ich habe alles in meiner Tasche parat. Meistens, wenn man an bestimmten Punkten parkt, warten dort schon Frauen, die nach Seife, Cremes und Süssigkeiten fragen. Der Mann an der Rezeption spricht sogar deutsch. Wir bekommen wieder eine Junior-Suite, wo man leider die Balkontüren nicht öffnen kann. Aber die Fenster gehen auf und wir geniessen den schönen Aufblick auf den Plaza José Marti, Erny ist er mittlerweile richtig ans Herz gewachsen.
Es ist sehr später Nachmittag, die Sonne geht bald unter. Und wo kann man das besser bei einem Mojito betrachten als von der Dachterasse des Hotels ? Der Ausblick ist wirklich toll und es ist schön ganz in Ruhe da zu sitzen und die untergehende Sonne zu betrachten. Wir machen ein kleines Päuschen im Zimmer um uns dann ins Nachtleben zu begeben. Im Hotel gibt es ein Restaurant und eine Bar, die wir lieber später besuchen. Wir gehen durch die Fussgängerzone und schauen uns die kläglichen Auslagen in den Geschäften an. Es ist kaum jemand auf der Strasse. Restaurants gibt es os gut wie keine. Wir finden eins, in dem man aber vorher Reservieren muss. Schauen wir also weiter. Unterwegs haben wir eine Art Imbissbude gesehen, die nicht sehr gemütlich ist, und damit nur Plan B wird. An einem schönen Kolonialgebäude steht eine Kellnerin und fragt, ob wir essen möchten. Klar. Sie führt uns durch einen dunkelen Gang und plötzlich sind wir in einem grösseren Gastraum, der durch Unterteilungen gemütlich wirkt. Wir sind in einem privat geführten Polynesischen Restaurant. Unser Tisch steht unter der Klimaanlage, was mir nicht gefällt, also ziehen wir um an einen anderen. Ich muss mir Ernys Gemecker darüber anhören. Wir haben jeder ein Bucanero, das lokale Bier, bestellt, das der Kellner an unserem Tisch vom Tablett fallen lässt. Nicht nur der Boden ist nass und voll Scherben, meine Hose auch. Also ziehen wir ein zweites mal um. Diesmal war es wenigstens nicht meine Schuld…
Das Essen ist wirklich sehr gut und reichlich. Die Auswahl in den Restaurants ist nie gross. Schweinefleisch, Hähnchen oder Fisch mit Reis und schwarzen Bohnen und Salat. Uns schmeckt es sehr gut. Ich mag die schwarzen Bohnen. Ausser uns sind nur Kubaner in dem Restaurant, nicht ein Tourist. Obwohl das Hotel voll ist und auch nur um die Ecke sind wir wirklich die einzigen Ausländer hier. Und das ist gut so.
An der Hotel-Bar genehmigen wir uns noch den einen oder anderen Cocktail. Hier schmeckt der Pina Colada ausgezeichnet…
Mittwoch 19. November 2008
Ich habe nicht wirklich gut geschlafen. Eigentlich nicht eine Nacht, seit wir in Kuba sind. In Havanna hat früh morgens ein Hahn gegenüber auf dem Nachbardach gekräht, was sich aber eher wie Schweinegrunzen anhörte, in Vinales bellten ständig Hunde und hier in Cienfuegos war in 50 Meter Luftlinie eine Kirches, dessen Glocken alle 15 Minuten bimmelten.
Nach dem Frühstück sehen wir uns den Plaza José Marti genauer an. Wir brauchen erst mittags auschecken und lassen unsere Sachen auf dem Zimmer. Cienfuegos wird auch die Perle des Südens genannt. Die Gebäude sind nett renoviert. An einer Seite gibt es das Teatro Terry, das Don Tomás Terry 1889 zu Ehre seines Vaters bauen liess. 1895 wurde das Theater mit einer Aufführung von Aida eingeweiht. Gegenüber befindet sich das Museo Histórical Provincial mit einer schönen Kuppel. Vor Kopf steht ein Art-nouveau-Palast, der ursprünglich einem Zuckerbaron gehörte. Heute ist es die Casa de la Cultura Benjamin Duarte. Wir verlassen den Platz und gehen den dortigen Prado entlang. Auch hier reihen sich renovierte kleine Paläste mit schönen Sääulen an die, die es dringend nötig haben. Wir kommen zur Uferstrasse. Mittlerweile ist es ganz schön warm geworden und es gibt kein Schatten. Ich würde mir gerne noch einen anderen Palast ansehen. Wir laufen und laufen, die Sonne brennt uns auf den Pelz. Leider kann man auf der Karte im Reisefüherer nicht erkennen, wie weit es wirklich ist und wir wollen nicht mehr gehen. Erny schaut nach einem Taxi. Jetzt wo wir eins wollen, kommt natürlich keins. Also halte ich einen Pferdewagen an. Unter Protest steigt Erny ein. Besser schlecht gefahren als gut gelaufen. Diese Wagen fahren den Prado hoch und runter und nehmen die Einheimischen auf. Uns fährt der Kutscher in die Innenstadt bis fast vor das Hotel, weil das in einer Einbahnstrasse liegt. Wir sind zufrieden.
Kuba ist ein Dienstleistungsland. Man bezahlt, wenn man irgendwo parkt (es kommt immer jemand, der denkt er wäre ein Parkwächter), Kofferträger, Kellner (wir lassen auch beim inklusiven Frühstück ein Trinkgeld da), Barkeeper, Auskünfte, fürs fotografieren, bettelnde Menschen usw. Aber das ist uns egal. Uns tut es nicht weh und die Menschen dort brauchen die Devisen. Es gibt zwei Währungen in Kuba. Den Peso für die Einheimischen und den Peso Convertible (CUC) für die Touristen. Der Kubaner verdient im Schnitt 13,- € im Monat. Von den Trinkgeldern lebt die ganze Familie, denn mit dem kubanischen Peso kann man nicht viel kaufen. Das Gehalt reicht gerade für einen halben Monat, um mit der Lebensmittelkarte Reis und Bohnen zu kaufen. Der Rest des Monats wird improvisiert oder getauscht. Und wieder mal fallen uns speziell unsere deutschsprachigen Mitbürger auf, die an Guides vorbei gehen, für die nette Tour danken und nicht einmal einen CUC (ca. 0,90 €) als Trinkgeld geben.
Unser Geld ist jedenfalls auch bald aufgebraucht und wir wollen in einer Bank mit der Kreditkarte Geld abholen. Draussen stehen bewaffnete Security-Leute. Wir dürfen nicht in die Bank. Ein Geldtransporter holt Geld aus dem Gebäude. Dafür, dass man mit den Geld nicht viel kaufen kann, machen sie einen grossen Aufstand daraus. Endlich können wir rein und bekommen unser Geld. Noch nichtmal mit Geheimnummer,die wir extra beantragt haben, nur mit dem Ausweis.
Wir checken aus und fahren jetzt den Malecón nochmal mit dem Auto ab bis zu dem Palacio del Valle – klotzen statt kleckern… Irgendwie sind hier doch nicht alle gleich – einige sind gleicher.
Auf dem Weg sehen wir ein Hinweisschild nach Trinidad, unserer nächsten Station. Natürlich finden wir nicht aus der Stadt raus. Wie soll es auch anders sein. Wir stoppen als eine junge Frau von einem Pferdewagen springt. Sie fragt, ob wir nach Trinidad fahren. Tun wir, also kann sie mit. Sie ist sehr nett und wir unterhalten uns ein bisschen in englisch. Und vor allem weißt sie uns den Weg. Unterwegs steigen noch 4 Personen zu und es wird etwas eng auf der Rückbank. Sie bleiben allerdings nicht lange im Auto. Später gebe ich dann immer Zeichen, wieviele Leute zusteigen können.
Wir fahren durch das Gebirge nach Trindad. Ich hätte wohl eher die Küstenstrasse gewählt, aber unsere Navi schleusst uns durch die Berge. Der Ausblick ist wunderschön. Wir hätten gar nicht gedacht, dass Kuba so bergig ist.
Die junge Frau bringt uns bis zum Hotel, worüber wir ganz froh sind, denn Trinidad besteht auch wieder nur aus Einbahnstrasse, Strassen, die nicht befahren werden dürfen und es sind jede Menge Eselkarren unterwegs.
1988 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, ist die alte Stadt Trinidad, gegründet im 16. Jahrhundert, ohne Zweifel ein Juwel der Kolonialarchitektur des Landes. Zusammen mit den geschichtlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten, dem Gebirges Escambray und die Strände, sowie die Gastfreundschaft der Menschen macht diese Region einzigartig.
Das Hotel Grand Hotel Iberostar (5 Sterne) ist überwältigend. Und in der Calle José Marti !! Es ist Mittagszeit und unser Zimmer ist noch nicht bezugsfertig. Ein Angestellter kommt, bringt uns nasse Handtücher zum Erfrischen und einen Cocktail zur Begrüssung. Nach den Formalitäten warten wir in der Lobby und testen schon mal den Mojito hier. Neben dem an der Kathedrale in Havanna ist der hier der Beste. Dann können wir in unser Zimmer. Nicht schlecht Herr Specht. .Man merkt doch, dass das Hotel privat und nicht in Cubanischer Hand ist. Hier stimmt einfach alles. Wir halten uns nicht lange auf und schauen uns die Sehenswürdigkeiten an. Man sieht der Stadt an, dass hier mal Geld war. Bonbonfarbende Kolonialhäuser mit kunstvoll geschmiedeten Fenstergittern säumen die groben Pflastergassen, durch die Esel klappernde Holzkarren ziegen. Auf dem Weg zum Plaza Major halten wir für ein spätes Mittagessen und sitzen im Schatten draussen auf einer Terrasse.
Der Plaza Major wird umrandet von den eleganten Familienresidenzen der reichsten Familien Trinidads. Wir gehen ins Museo Romantico, einst im Besutz der Familie Brunet. Innen sind drei junge Deutsche, die gerade eine Führung in deutsch machen wollen. Also schliessen wir uns an. Auch hier bezahlen wir einen Peso dafür, dass wir innen Fotos machen dürfen. Den anderen ist es zuviel und sie lassen ihre wertvolle Fotoausrüstung am Eingang. Die ältere Dame, die uns durch die Räume führt, hat Witz und Charme. Wir erfahren einiges über die wertvollen Gegenstände, die sich heute noch in dem Gebäude befinden. Erny belohnt sie mit einem Trinkgeld, die anderen gehen grüssend an ihr vorbei. Da haben diese Leute das Geld um weite Reisen zu machen, aber nicht einen Euro übrig, um den Einheimischen ein wenig ihr Leben zu erleichtern.
Wir bummeln noch ein wenig durch die engen Gassen, sitzen hier und da und geniessen den Tag. Überall ist Musik und Mojitos. Letzendlich sitzen wir auf den Stufen zur Casa de la Música und schauen uns den Sonnenuntergang über dem Meer an. Mit dem Untergang wird es auch schlagartig kälter und wir gehen zurück zum Hotel. Wir sehen noch den den roten Himmel aus unserem Fenster, dann ist es dunkel.
Nach einer Pause bleiben wir im Hotel zum Essen. Es ist eine grösse Gruppe Deutscher zum Essen da und wir warten an der Bar auf einen freien Tisch. Überhaupt sind viele deutsche Rentner in Gruppen unterwegs und wir haben ein wenig Sorge, dass Uli und Volker das Durchschnittsalter auf ihrer Tour drücken. Nach einem Mojito können wir ins Restaurant umziehen. Es gibt Buffet heute, womit wir sehr zufrieden sind. Es ist wirklich alles da und wir wissen gar nicht womit wir anfangen sollen. Obwohl mir die Kubaner leid tun, geniesse ich das grosse Angebot und den Luxus des Hotels. Schliesslich bringen wir ja Geld ins Land…
Endlich ist der Grossteil der Gäste abgereist und es wird ruhiger. Wir sitzen nur noch mit zwei anderen Paaren in dem grossen Speiseraum. Auch hier gibt es Live-Musik, wir sind die einzigen, die klatschen und so spielt das Duo nur noch für uns.
Wir trinken noch einen Schlummermojito in der Bar und fallen dann müde ins Bett .
Freitag, 21. November 2008
Das Frühstück im Hotel ist ausgezeichnet. Wir essen uns durch das Buffet… Plan ist, erst ins Valle de los Ingenios, dem Tal der Zuckermühlen, zu fahren und dann ans Meer in unser nächstes Hotel.
Und so tun wir es. Schweren Herzens checken wir aus diesem tollen Hotel aus und fahren nach Menacas Iznaga. Das Tal ist bekannt für seine weiten Zuckerrohrfelder, praktisch das Herz des gesamten cubanischen Zuckeranbaugebiets. Gegen 1830 wurde dieses hübsche Tal in ein Meer aus Zuckerrohr verwandelt. Damals waren hier 73 industrielle und noch eine ganze Menge kleinere Zuckerfabriken in Betrieb. Heute rangiert das Land nur noch so etwa auf Platz 10, viele Felder sind anderweitig bepflanzt und fast alle Zuckermühlen sind außer Betrieb. Der Zuckerpreis auf den Weltmärkten ist im Keller, Speisezucker bringt nichts mehr ein, lediglich mit Rum lässt sich noch ein vernünftiger Gewinn erzielen.
Wir kommen zum Torre Iznaga, einst der höchste Turm Kubas, den wir schon von Weitem ausmachen. Der Turm ist anlässlich einer Wetter gebaut worden. Im Iznaga-Clan gab es zwei Söhne. Der eine wollte den höchsten Turm bauen, sein Bruder den tiefsten Brunnen. Die Glocken des Turmes riefen die Sklaven damals zur Arbeit und ein Wächter überblickte das gesamte Tal und meldete Brände und Austände.
Zum Parken werden wir wieder eingewiesen, nicht ohne den obligatirischen Obolus zu entrichten… Der Turm steht wie sein Spagel mitten in der Landschaft. Wir gehen die gefühlten 5000 hölzernen und sehr engen Stufen, so kommt es mir bei der Hitze vor, des 44 Meter hohen Turmes rauf. Es sind noch andere Deutsche da und wir können verschnaufen, wenn uns jemand auf den kleinen Stiegen entgegenkommt. Die Pausen nutze ich zum Fotografieren. Die Aussicht ist herrlich und durch die Fenster hat man schöne Motive.
An dem Turm grenzt das Herrenhaus der Familie Iznaga, das heute ein Restaurant und Souveniershops beherbergt. Davor preisen einheimische Frauen iher Häkel- und Stickarbeiten an.
Es ist nach Mittag und wir machen uns auf den Weg zum Playa Ancón, wo wir die nächsten zwei Nächte im Hotel Brisas del Mar all inclusive verbringen. Auf der Landzunge gibt es nur 3 Hotels und unseres ist schnell gefunden (auch ohne Schilder…). Die Hotelanlage ist weitläufig, aber überschaubar, wie ein Dorf angeordnet. Unser Zimmer ist erst gegen 16.00 Uhr bezugsfertig. Also verbingen wir die Zeit mit lesen und Cocktails schlürfen am Pool. Tut auch mal gut. Erny erkundigt sich nach einem Tauchlehrgang, doch es findet zur Zeit keiner statt für blutige Anfänger. Dann können wir auf unser Zimmer. Es schein ganz ok, hat aber sicher schon bessere Zeiten erlebt. Der Balkon zur Meerseite ist sehr schön. Das Wasser und der Strand wird aber durch die Bäumde davor verdeckt. Wir nehmen unser Badezeug und wollen endlich mal im Meer schwimmen. Es ist ein wenig frisch, aber nach einiger Zeit geht es. Wir schwimmen zum ersten Mal im Meer ! Ausser in der Nordsee und einmal auf Zypern hatten wir noch nie das Vergnügen. Wir hatten schon die herrlichsten Strände, wie in Australien, aber es waren dort entweder Quallen, Haie oder Krokodile. Oder es war einfach zu kalt, weil wir meistens im Winter fahren. Ein wenig schwimmen, dann reicht es auch schon und die Sonne geht fast unter.
Nach einem Cocktail gehen wir in den Speiseraum etwas essen. Das Buffet ist gross, aber durch die vielen Gäste herrscht ein ziemliches Gewusel. Ein Kellner bastelt aus Servietten Blumen und schenkt mir eine. Dafür schenkt ihm Erny Trinkgeld …
Wir wollen uns noch ein die Beine vertreten und hören schöne Musik. Wir gehen in die Richtung und sehen eins der beiden A La Carte Restauarnts der Anlage. Kleiner, gemültlicher, open-air. Am nächsten Tag machen wir dafür eine Reservierung… An der Bar kann man in Schaukelstühlen schön abhängen, was wir auch machen. Scheinar gibt es auf der Bühne in der Nähe eine Gäste-Belustigung und wir könnten Bingo spielen. Machen wir aber alles nicht. Einfach nur sitzen und den Mojito geniessen – mittem im November. Irgendwann ist es Zeit fürs Bett. Den nächsten Tag wollen wir am Strand die seele baumeln lassen.
Freitag, 21. November 2008
Beim Frühstück beschliessen wir doch nicht den ganzen Tag am Meer zu verbringen. Das ist uns zu langweilig. Wir fahren die ca. 12 km zurück nach Trinidad Stadt und gehen dort noch ein wenig durch die Gassen. Auf dem Souvenirmarkt kaufe ich eine handgearbeitete gestickte Decke. Wir trinken etwas in einen der zahlreichen kleinen Bars, in den man draussen sitzen kann. In unserer wird nicht nur musiziert, es gibt auch ein professionelles Tänzerpaar. Schön, wenn Schritte zueinander passen … Überhaupt ist die ganze Stadt voller Musik und Eselkarren.
Am späten Mittag fahren wir zurück ins Hotel. Wir nehmen noch einen kleinen Snack ein und legen uns dann an den Strand. Aus Deutschland habe ich Taucherbrillen und Schnorchel mit. Für Erny ist das ein Vergnügen, ich bekomme Platzangst unter Wasser. Also schwimme ich nur und beobachte immer Erny’s neonorangen Schnorchel… Es ist schön so am Strand zu liegen, Erny versorgt uns mit Cocktails von der Strandbar, ansonsten liegen, lesen und braten wir in der Sonne. Bis es uns zuviel wird. Wir würden verrückt werden, wenn wir zwei Wochen am Strand liegen müssten. Das war das Äusserste…
Auch hier haben wir bis abends kein Wasser. Irgenwann ist es wieder da und wir können duschen. Für 19.30 Uhr haben wir unseren Tisch reserviert. Das Restaurant ist wirklich nicht gross, das Essen dafür vorzüglich. Kreolische Küche. Unser Kellner fragt, ob wir gerne Hummer essen. Die Kellner und der Koch machen das nebenbei. Kostet umgerechnet 9,- €. Ich esse keinen Hummer, aber Erny. Es soll etwas dauern, deshalb gehen wir schon mal ans Buffet. Ich mag die schwarzen Bohnen mit Reis sehr gerne und könnte mich nur davon ernähren. Naja, ich muss ja auch nicht, ich kann. Erny hat kaum aufgegessen, als der Mega-Hummer kommt. Schon zerteilt nimmt der Kellner das Fleisch aus der Schale und serviert es ihm auf einen Teller. Eine riesen Portion. Wir haben einen Tisch an der Balustrade nach draussen. Plötzlich stehen hinter uns ein paar Kubaner. Ich denke schon, jetzt werden wir ausgeraubt, da bringt der Kellner ihnen heimlich ein paar Biere. Wir prosten ihnen zu.
Natürlich habe ich viel zu viel gegessen. Die Auswahl ist nicht so gross wie im Buffet-Restaurant, aber sehr gut. Es gibt auch ein schönes Nachtischbuffet. Vanilleeis mit Schokoladensosse geht immer noch rein.
Wir beenden den Abend wieder an der Bar mit Cocktails und stellen fest, dass sie nicht ganz so gut sind wie in den Bars, in denen man bezahlen muss. Die geben sich mehr Mühe.
Samstag 22. November 2008
Heute verlassen wir Trindad über Sancti Spiritus zur Insel Cayo Santa Maria. Wir frühstücken in Ruhe, packen zusammen und verlassen das Hotel.
Auf dem Weg nach Sancti Spiritus nehmen wir eine ältere Frau mit. Sie spricht ein wenig englisch, weil sie als Köchin zur See gefahren ist. In Deutschland hat sie schon mehr gesehen als wir. Sie erzählt uns eine Menge über ihr Leben, das nicht einfach ist, in Kuba. Auch ihr Sohn lebt an der Armutgrenze. Sie haben zum Leben zu wenig und zum Streben zu viel. Sie schimpft über sehr das Regime. In der Stadt lassen wir sie raus. Wir fahren zum alten Stadtkern.
Sancti Spiritus ist einer der ersten sieben Siedlungen (Villas) auf kubanischen Boden. 1514 wurde die Stadt von Diego Valázquez gegründet. Die Altstadt der Provinzhauptstadt empfängt uns mit einem Verkehrsgewühl aus Fahrrädern, Oldtimern und Pferdekutschen. Wir finden einen Parkplatz am Plaza Parque Sánchez (heute mal nicht José Marti). Um den Platz herum stehen einige renovierte neoklassizistische Stadtpaläste. Wir schauen uns die hübschen Gebäude an und gehen durch die engen Gassen. In einer Strasse ist Markt. Es werden Schuhe und Bekleidung angeboten. Leider kann ich die Preise nicht entdecken. Wäre interssant gewesen. In der Fussgängerzone herrscht reges Treiben, wie bei uns an Samstagen.
Wir verlassen die Stadt in Richtung Norden. Schilder gibt es nicht. Doch es gibt sie, aber unser Instikt sagt uns, dass wir ihnen nicht folgen sollten. Und wir hatten Recht…
Unterwegs halten wir in dem Städtchen Remedios, um einen Kaffee zu trinken. Mittlerweile ist es bewölkt und nicht mehr ganz so warm. Ca. 20°C und uns ist kalt. Auf Anhieb finden wir das Zenrtum nicht. Irgendwann sehen wir eine Kirche, in dessen Richtung wir versuchen zu fahren. Da sind wir. Wir parken am Platz in der Mitte des Ortes. Und der heisst…. ? Richtig Parque Marti, wie sonst. Sehr viel hat die Stadt nicht zu bieten.
Von dort aus geht es weiter zu unserem nächsten Ziel, Cayo Santa Maria. Um dorthin zu gelangen müssen wir über einen ca. 50 km langen Damm, der eigens dazu errichtet worden ist, Touristen auf die wunderschöne Insel zu bringen. Wir bezahlen eine Benutzungsgebühr für den Damm und unsere Personalien werden aufgenommen. Leider ist das Wetter trübe und die Farben des Wassers kommen nicht richtig zur Geltung. Wir fahren vorbei an vielen kleinen Mangroveninselchen. Die Flamingos und Kormorane halten scheinbar Winterschlaf – wir sehen nicht einen. Dann sind wir am Hotel Melia Las Dunes Cayo Santa Maria, das jüngste von drei Hotels auf der Insel. Es ist sehr exquisit. Am Empfang nehmen wir auf der Sitzgruppe Platz, bekommen einen Cocktail und die Rezeptiöse erklärt uns das Hotel. Wir bekommen einen Plan, ohne den wir uns sicher verlaufen hätten. Mit einem Wägelchen werden wir zu unserem Haus gebracht. Dieses Häuser sind nett in einer Runde angeordnet und jede beinhaltet 24 Zimmer. Wir haben ein schönes Zimmer mit Meerblick. Es gibt bis 15.00 Uhr Mittagessen. Jetzt ist es 14.30 Uhr, also los. Mit Plan… Das Buffet ist überwältigend und auch zu kurz vor Schluss ist es noch prall gefüllt. Wir bald auch…
Wir schauen uns ein wenig um in der Anlage. Es gibt hier wirklich alles. Und alles sehr nobel. Wir sehen uns die Poolanlagen und den Strand an. Wegen des frischen Wetters ist dort nicht viel los. Das Hotel ist in zwei Abschnitte unterteilt. In einem Familien mit Kindern und junge Leute, in dem anderen das gesetztere Alter. Woran merkt man, dass man alt ist ? Richtig, wir waren (zum Glück) nicht in dem Teil mit den Kindern…. Es gibt jeweils verschiedene Pools, um die die Villen angeordnet sind.
Und was macht man in einem All-Inclusive Resort (ich habe übrigens allergisch auf dieses Bändchen reagiert…) bei schlechten Wetter ? Cocktails trinken. Also gehen wir an Bar. Das Hotel scheint fest in Kanadischer Hand zu sein, überall nur englische oder französische Töne. Wie wir so an der Bar sitzen und die Cocktails testen, setzt sich ein Paar neben uns und wir hören deutsche Töne. Wir kommen ins Gespräch. Sie sind froh mal Deutsche zu treffen. Wir unterhalten uns sehr nett über unsere Reisen. Sie haben im letzten Jahr eine Rundtour gemacht und sind in diesem Jahr zum Tauchen da. Es ist aber schon ein paar Tage schlechtes Wetter (haben wir ein Glück gehabt) und sie haben nur vier Tauchgänge machen können. Wir unterhalten uns wirklich gut und testen nun zusammen die Cocktails. Wir haben den Miami Vice für uns entdeckt… Es stellt sich raus, dass wir zusammen nach Kuba geflogen sind und auch der Rückflug gleich ist. Sie haben für heute Abend einen Tisch in einem der A la Carte Restaurants gebucht, wir werden ans Buffet gehen und morgen mal sehen, ob wir in einem Restauarant reservieren können.
Im Zimmer brezeln wir nach einer Pause (zum Ausnüchtern) uns auf und gehen zum Abend essen. Es ist ziemlich laut und voll. So wie es ist, wenn so viele Gäste auf einmal essen wollen. Nach dem Essen suchen wir uns wieder einen Platz an der Bar. Es spielt jetzt eine Band und es wird getanzt. Obwohl das Hotel sehr nobel ist und fünf Sterne hat, geht hier alles ziemlich locker ab. Es ist warscheinlich ein typisch deutsches Denken, dass es in solchen Hotels einen Dresscode gibt. Ich fühle mich jedenfalls gut und das liegt nicht nur am Alkohol… Ich freue mich auf meinen Schlaf. Keine Hühner, Hunde oder Kirchen in der Nähe. Die Matraze ist auch bequem. Um 3.30 werde ich durch einen sehr lauten Fernseher geweckt und kann nicht mehr einschlafen. Leider kann ich nicht ausmachen ob da rechts, links oder unter uns jemand auf seinen Ohren sitzt. Ich will auch nicht auf Verdacht irgendwo anklopfen. Dann wird er doch noch abgestellt und ich schlafe nochmal ein.
Sonntag, 23. November 2008
Wir wachen auf und das Wetter ist gut !! Strahlend blauer Himmerl. Was wollen wir mehr. Nach dem Frühstück will ich einen Tisch in einer der Restaurants für den Abend reservieren. Es sind edliche Leute vor mir, aber jetzt stehe ich hier und warte. Dann ist nur noch ein Paar vor mir, die aber ihr Hochzeitsessen da am Schreibtisch planen. Es kommen viele Kanadier zum Heiraten her. Ich warte ewig um dann zu erfahren, dass erst in einer Woche wieder ein Tisch frei ist. Ich glaube, weil keine Saison ist, ist auch nicht jedes Restaurant geöffnet. Egal, gehen wir eben ans Buffet. Dann stehe ich an dem Bankschalter an, um Kleingeld für die Trinkgelder zu bekommen. Erny macht sich derweil etwas Sorgen, weil ich nicht wieder komme. Der Plan liegt im Zimmer. Ich muss auch gestehen, dass ich meinen Rückweg nicht direkt gefunden habe… So habe ich aber noch mehr von der Ferienanlage gesehen.
Heute ist der Entspannungs-Pool-Tag, weil es am Strand zu stürmisch ist. Von unserem Zimmer aus können wir die rote Fahne sehen, die signalisiert, dass man nicht ins Wasser darf. Es ist gar nicht einfach zwei freie Liegen zu finden. Wir haben leider verpasst zu nachtschlafender Zeit unsere Handtücher auf die schönen Teakholz-Liegen zu legen. Dann finden wir doch noch zwei und verbringen einige Zeit wieder mit Lesen, Braten und Cocktails trinken. Es gibt schlimmeres, aber nicht viel. Nach einiger Zeit iat uns ist das wirklich zu langweilig. Wir bringen unsere Sachen aufs Zimmer und gehen lieber am Strand spazieren. Das Wasser ist wunderschön türkisblau und der Sand weiss. Wenigstens können wir durch das seichte Wasser laufen, wenn wir schon nicht schwimmen können. Hier hätte sicher auch das Schnorcheln mehr Spass gemacht. Es ist ziemlich windig, aber angenehm mit der Sonne. So wird es auch nicht zu warm.
Anschliessend gehen wir ein Eis essen., schlendern zur Bar und testen, ob die Cocktails noch genauso gut sind wie am Vortag. Sind sie ! Irgendwann gehen wir zurück aufs Zimmer, machen uns frisch und haben unser Abendessen am Buffet. Wir treffen die netten Deutschen wieder, die uns erzählen, dass es heute Abend furchtbar voll ist. Man kann sich frische Speisen zubereiten lassen, aber die Schlange davor schein endlos. Also essen wir das, was wir uns so auf den Teller packen können. Nach dem Essen spazieren wir wieder zur Bar…
Mal für zwei Tag in so einer Hotelanlage zu sein, auch noch mit All-Inclusive, ist ja ganz nett, aber wir können uns nicht vorstellen, sowas länger zu machen. Gerade hier auf Cayo Santa Maria ging hinter uns das grosse Tor zu und man ist von der Aussenwelt abgeschirmt. In Trinidad konnten wir wengistens noch in die Stadt. Hier auf der Insel ist ausser 2-3 Hotels nichts. Man sieht von Land und Leuten rein gar nichts ausser beim Transfer ins und aus dem Hotel. Das wäre nicht unser Ding.
Montag 24. November 2008
Nach dem Frühstück nehmen wir Abschied von diesem Traumhotel. Zurück in die wirkliche Welt Kubas. An der Ausfahrt stehen drei Frauen, die wir mitnehmen. Eine Kellnerin, zwei Zimmermädchen. Heute ist das wetter wieder traumhaft, aber es sind immer noch keine Tiere auszumachen. Die beiden Zimmermädchen haben es nicht sehr weit bis nach Remedios, die Kellnerin muss bis nach Santa Maria, was zufällig unser nächstes Ziel ist. Geschickt weißt sie uns den Weg, haben wir uns verfahren, fragt sie Passanten. Das kann ich natürlich auch, mit dem Unterschied, dass sie die Antworten auch versteht.
In Santa Maria wollen wir als erstes zu dem Che Guevara Monument. Er ist uns auf der ganzen Reise ständig begegnet, auf jedem Mülleimer ist das bekannte Bild… Die junge Frau hat ihren Glückstag heute, weil sie ganz in der Nähe wohnt. Wir sind nach zwei Stunden dort angekommen, normalerweise braucht sie über drei Stunden für eine Strecke, wenn ein Bus fährt.
Natürlich ist heute das Museum geschlossen. Uns reicht es aber auch von aussen zu schauen. Er wird sehr glorifiziert. Wäre Che jetzt noch am Leben, würde sicher heute kein Hahn mehr nach ihm krähen.
Wir versuchen in die Stadt zu kommen. In den engen Strassen wirbt man um uns als Übernachtungsgäste in den zahlreichen Casa Particlars und Paladars.Wir finden einen Parkplatz in einer Seitenstrasse, wo ein Parkwächter schon auf uns wartet.
Santa Clara ist die Provinzhauptstadt von Villa Clara und wird von vielen leider links liegen gelassen. Die Gegend um Santa Clara hat nach Pinar del Rio die besten Tabak-Anbauböden, wovon die Stadt auch im wesentlichen lebt. Nach der Revolution gründete Che Guevara als Industrieminister eine Haushaltsgerätefabrik. Dadurch entstand eine engere Bindung zwischen dem Commandante und der Stadt. 1958 hatte er mit seinen Truppen die Stadt eingenommen, was noch an den Einschüssen im Hotel Santa Clara zu sehen ist. 29 Jahre später hielt er wieder Einzu in der Stadt: ein riesiges Mausoleum wurde seine letzte Ruhestätte. Hier gibt es auch eine grosse Universität, an der wir vorbeikommen. Hässliche Plattenbauten reihen sich aneinander. Ob es sich hier angenehm lernt ?
In der Nähe des Parkplatzes ist der verkehrsberuhigte Parque Vidal, nein nicht José Marti, so heisst hier nur die Biblioteca… Wir schauen uns den Platz und die Gebäude drumrum an. Es gibt ein Theater, ein Museum, ein paar Gebäude werden gerade restauriert. Die Stadt sieht gemütlich aus. Im Reiseführer lesen wir, dass es eine Tabakfabrik gibt, die Fábrica de Tabacos Constantino Pérez Carrodegua. Wir haben immer noch keine gesehen und wollen dort hin. Wir fragen einen Polizisten, der uns die Richtung zeigt. Es gibt sogar einen Einkaufsstrasse in der Stadt, die wir entlang gehen. Reichhaltig ist das Angebot nicht. In einem Café machen wir Pause und bestellen Kaffee Americano. Neben uns am Tisch sitzen zwei deutsche Männer. Ich frage sie, ob sie wissen wo die Tabakfabrik ist. Sie haben diese schon vergeblich gesucht und können uns auch nicht helfen. Wir unterhalten uns ein wenig über unsere Art Urlaub zu machen. Sie sind mit öffentlichen Bussen unterwegs und übernachten in Casa Particulars. Mit dem Auto zu fahren würden sie sich nicht trauen. Und wir würden nicht versuchen mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu kommen.
Nach einiger Zeit verabschieden wir uns voneinander und wir gehen in die Richtung, die uns der Polizist gezeigt hat und finden schon mal die Strasse. Die Fabrik entdecken wir nicht. Zufällig sehen wir wieder einen Freund und Helfer, der uns weiter die Strasse runter schickt. Wir finden schon mal einen Tabak- und Rumladen, in dem es sogar einen Stadtplan gibt, der sich nützlich erweist, wenn man noch nicht weiss, wo das nächste Hotel ist… Die nette Dame im Laden zeichnet uns den Weg zum Hotel, das ausserhalb und nicht mehr auf dem Plan liegt, ein. Die Fabrik ist schräg gegenüber.
Dort erfahren wir, dass man nur mit einem Voucher aus einem Reisebüro hinein kann. Ok, dann eben nicht. Wir gehen zurück und kommen wieder an dem Café vorbei. Die beiden Männer sutzen da noch. Ich erkläre ihnen, dass wir die Tabakfabrik gefunden haben und erkläre ihnen den Weg. Da wollten sie dann auch noch hin. Auf dem Weg zu unserem Auto kommen wir zufällig an dem Reisebüro vorbei und fragen nach dem Voucher. Kein Problem, aber es wir knapp. Jetzt ist es 14.15 und um 15.00 Uhr machen die zu. Wir wollen trotzdem und überlegen sofort vier zu nehmen, damit die beiden Männer mitkönnen, denn auch sie wollen morgen schon weiter. Für je zwei CUC Eintritt kann man nicht viel falsch machen. Der Ticketaussteller redet und redet. Über seine Zeit in Deutschland. Wir sitzen auf heissen Kohlen, denn wir müssen ja noch zurück zur Fabrik laufen. Endlich ist er fertig, wir bezahlen und nehmen die Beine in die Hand. Zurück am Café ist einer der Männer am Essen, der andere wartet auf sein Sandwich. So schnell können sie jetzt nicht umdisponieren… Spontanität will gut überlegt sein. Vielleicht später noch. Das wird nichts, weil um drei Ende im Gelände ist. Egal, wir beeilen uns jetzt.
Wir sind alleine bei der Führung und die junge Frau, die mit uns durch die Räume geht, macht ihre Sache sehr gut. Hier werden zwei Sorten Zigarren gerollt. Romeo y Juliea und Montecristo. Es sitzen ca. 60 Frauen und Männer auf engen Raum und verarbeiten die Tabakblätter. Vorne sitzt jemand, der aus der Zeitung oder Romane vorliest. Wir schauen uns noch die Qualitätskontrolle (an jeder Zigarre wird überprüft ob, der Durchzug perfekt ist) und die Verpackung an. Endlich haben wir eine Tabakfabrik gesehen.
Für den Rückweg lassen wir uns Zeit und kommen wieder an dem Café vorbei. Die beiden Männer sind weg. Wir suchen uns einen freien Platz und bestellen eine Kleinigkeit zu essen, auf die wir ewig warten müssen. Dann ist es Zeit, nach unserem Hotel, das einzige, das wir nicht im Reisebüro sondern über das Internet gebucht haben, zu suchen.
Erstmal suchen wir unser Auto. Wir sind exakt den Weg zurück gegangen und eigentlich ist Erny ein guter Fährtenleser. Aber das Auto ist weg. Wir versuchen nochmal systematisch zu überlegen, wo wir hergekommen sind. Wir müssen richtig sein. Und auf einmal geht uns ein Licht auf…. das steht es und wir haben es nicht erkannt. Es war pottendreckig als wir nach Santa Clara gekommen sind. Jemand hat es gewaschen !!! Als wir zum Auto kommen, grinsen uns drei alte Kubaner, einer davon einbeinig, an und haben noch ein Eimerchen in der Hand. Erny entlohnen sie dafür und ich gebe ihnen ein paar Cremes, die Seife und Duschgel aus dem letzten Hotel. Sie freuen sich darüber. Selbst wenn sie es selbst nicht alles gebrauchen, sie können es tauschen.
Wir machen uns auf den Weg raus aus der Stadt zum Hotel und folgen dem eingezeichnet Weg auf dem Stadtplan. Dachten wir jedenfalls. Bzw. ich als 1a Kartenleser. Es erschwert die ganze Sache ungemein, dass keine Strassenschilder zu sehen sind und plötzlich stehen wir auf dem Wochenmarkt. Mit dem Auto. Erny manövriert das Auto geschickt um die Schlaglöcher herum, nicht ohne vorher zu schauen, ob in selbigen Kinder spielen. Er ist nach fast zwei Wochen Profi. Irgendwie kommen wir auf den Ring, der um Santa Clara herum führt. Ich gebe mein bestes und versuche mit Logik herauszufinden wo wir sind. Wir fahren über einen Bahnübergang, und kommen zu einem Kreisverkehr. Ich glaube zu 90%, dass das unsere Strasse ist. Also fahren wir herein, sonst werden wir es nie wissen. Wir fahren und fahren. Unser Hotel liegt ausserhalb, aber so weit ? Nach ca. 20 km drehen wir um und überlegen nochmal systematisch. Wir fragen jemanden, der sich aber auch nicht auskennt. Aus unerfindlichen Gründen kommen wir noch ein paar mal an diese Strasse. Die Leute an einer Bushaltestelle grüssen und schon. Dann entdecken wir eine andere Ausfahrt an dem Ring und wir haben Glück. Nach ca. 5 km ist unser Ziel erreicht, das Hotel Villa La Granjita.
Die Hotelzimmer sind in kleinen Rundbauten untergebracht. Einfach, aber sauber, nachdem ich die kleinen Viecher auf meinem Nachtisch mit Mückenstray erledigt habe. Ein Fön gibt es nicht, wie ich mit Entsetzen feststelle. Ich kann auch keinen leihen. Wir ertränken meinen Frust mit einem Pina Colada an der Bar, die direkt an den Swimmingpool grenzt. Die Sonne ist untergegangen und es ist recht frisch jetzt. Im Hotel ist ein Restaurant, in dem wir abends wieder am Buffet essen. Es ist nicht voll, vielleicht noch sechs andere und ich überlege schon, warum es so viel zu essen gibt, als ein ganzer Bus Deutscher einfällt und sich über das Restaurant verteilt. Ich mache sofort die Frauen mit Fönfrisuren aus, die ich am nächsten morgen fragen will, ob sie mir ihren Fön ausleihen. Leider sind sie nur zum Essen hier und dann wieder verschwunden.
Nach dem Essen zieht es uns zurück zur Bar. Hier ist heute Abend Belustigung. Ein paar mehr Gäste finden sich dafür ein. Drei kubanische Paare präsentieren uns 30 Minuten lang verschiedene Tänze. Ein paar Cocktails weiter ist es uns doch zu kalt und wir betten unsere müden Häupter auf die insektenfreien Kissen.
Dienstag, 25. November 2008
Heute heisst es für uns Abschied nehmen. Nach dem Frühstück packen wir unsere Koffer und Rucksäcke. Wir lassen Shampoo, Duschgel usw. auf dem Zimmer und schleppen es nicht wieder mit.
Laut Karte müssen wir wieder nach Santa Maria um dann in Richtung Varadero zu fahren. Wieder kommen wir zu dem Ring and einen Kreisverkehr, an dem aber ein Teil des Kreises gesperrt ist. Irgendwie schaffen wir es auf den Ring. Der nächste Ort heisst Santo Domingo. Es gibt auch ein Schild dorthin, aber in die gegenüberleigende Richtung. Wir glauben dem nicht und fahren weiter, drehen dann und versuchen es doch. So kommen wir in ein Wohngebiet. Als es uns zu bunt wird und wir immer weiter in die Stadt geraten fragen wir jemanden. Der muss erst ins Haus seine Brille holen. Wenigstens kann er uns zeigen wo wir sind und wo wir hin müssen. Wir sind jetzt wieder auf der Straße von gestern, wovon wir die ersten 20 km schon von kennen…
Die Straße nach Vardero ist unspektakulär. Kleine Ortschaften, entlos lange Zuckerrohrfelder. Dazwischen Benjaminis, die so gross sind wie hier Kastanienbäume. Dann sind wir in Varadero. Ich kann nicht rausfinde, ob es eine Art Stadtzentrum gibt. Es gibt den Parque Retiro Rosone mit einem See, Leguanen und Flamingos. Gegenüber des Parks ist ein Restaurant, wo wir etwas essen. Mittlerweile ist es Nachmittag. Das Essen schmeckt sehr gut, dazu kräht ein Hahn im Hinterhof. Passt zu meinem Chicken … Im Park wollen wir noch einen Kaffee trinken. Kann man aber nicht. Nur Rum. Aber das wollen wir heute nicht, weil wir ja mit dem Auto unterwegs sind und auch noch fliegen müssen. Die Flamingos und Leguane haben heute scheinbar ihren Strandtag. Nur einen Strauss und zwie Kamele haben sie zurück gelassen.
Wir fahren die Straße entlang, wo die ganzen Hotels angesiedelt sind. Je weiter man dort entlang fährt, desto besser werden die Häuser. Quasi vom Plattenbau zur Luxusvilla. Wir sehen auch das Hotel, in das Uli und Volker demnächst ihren Urlaub verbringen. Es sieht sehr schön aus und ist fast am Ende der Straße. Dann schauen wir uns die andere Seite der Straße an. Hier gibt es kleinere Hotels, die ich auch sehr reizvoll finde im Gegensatz zu den Bettenburgen. Im ehemaligen Haus von Al Capone kann man Kaffee trinken, was wir auch machen. Wir sitzen auf der Terrasse und die Sonne geht langsam unter. Wunderschöne Fotomotive.
Dann ist es Zeit zum Flughafen aufzubrechen. Wir sind alleine auf der Straße und ich ziehe schon mal lange Hosen und Turnschuhe an. Am Flughafen gegeben wir das Auto wieder ab. Die Dame kontrolliert jede Macke im Lack (wir haben sie vorher auf den Vertrag einzeichnen müssen), öffnet den Kofferraum, um sich das Ersatzrad anzusehen. Das ist ok, aber beim Werkzeug feht der Schraubeschlüssel. Ich sage ihr, dass ich nicht weiss, ob da überhaupt vorher einer drin war, gescheigendenn einer rein musste. Nach einigem hin und her ruft sie den Mann an, der uns vor zwei Wochen das Auto gebracht hat. Der kann sich natürlich auch nach dieser Zeit nicht mehr daran erinnern. So müssen wir nicht dafür aufkommen, was ich sowieso nicht getan hätte. Sowas hatten wir noch nie in all den Jahren, in denen wir mit Mietwagen unterwegs sind.
Im Flughafen treffen wir das Ehepaar wieder, das wir auf Cayo Santa Maria kennengelernt haben. Es ist schön, sie nochmal zu sehen. Die letzte Nacht haben sie in Varadero verbracht. Wir haben uns noch einiges zu erzählen. Im Flieger besuche ich sie mal, als ich mir die Beine vertrete. Sie sitzen wie Sardinen eingequetscht und tun mir leid. Wir haben unsere reservierten Plätze beim Einchecken geändert und sitzen in der ersten Reihe. Neben mir der Platz ist frei, was aber nicht viel nützt, weil die Armlehne nicht verstellbar ist. Und wieder sind die Sitze nicht wirklich ergonomisch, sollen aber weiter nach hinten verstellbar sein. Naja… Ich schlafe trotzdem schnell ein, werde aber (leider) von Erny geweckt, weil es Essen gibt. Kein Chicken- or Pasta-Einheitsessen, sondern Rinderfilet. Der erste Pluspunkt in dieser Klasse. Ich kann aber nicht essen und Erny erbarmt sich meines Abendbrotes. Einschlafen kann ich nicht mehr richtig. Schon gar nicht mit dem Tischchen vor dem Bauch. Irgendwie geht die Zeit doch rum, wir haben ein wenig geschlafen und wir sind wieder in Frankfurt. Als Geschenk gibt es von Condor einen Lindt-Weihnachtskalender. Na dafür hat sich die Premium-Klasse doch gelohnt. Mit dem Bus des Parkplatzvermieters fahren wir zu dem Parkplatz zu unserem Auto.
Nach zwei Stunden sind wir zurück im verschneiten Sauerland – Dinge die die Welt nicht braucht. Ich meine den Schnee, nicht das Sauerland…
Fazit
Wir waren von vielem angenehm überrascht. Vieles Negatives, was wir gelesen haben, hat sich nicht bewahrheitet. Es hat auf der Autobahn nach Pinar des Rio niemand Nägel auf die Fahrbahn geworfen, damit unsere Reifen platzen und wir ausgeraubt werden können, wilde Hunde in Havanna haben uns nicht angefallen, die armen Tieren waren viel zu sehr damit beschäftig, ihr Flöhe wegzukratzen, wir hatten selbst nachts in Havanna nie das Gefühl, hinterrücks überfallen zu werden, Chiccas haben sich Ernys nicht an den Hals geworfen, zu essen gab es fast alles, der Strom war nur dann und wann mal weg und das Wasser war auch immer zur abendlichen Dusche wieder zu Stelle.
Auch empfanden wir die Kubaner nicht als aufdringlich. Ein freundliches „No, gracias“ hat gereicht, um Zigarren-Verkäufer auf der Straße, Restaurant- oder Pensionsbesitzer oder Markt-Händler zu sagen, dass wir nichts benötigen.
Die Menschen dort haben wir als sehr freundlich und hilfsbereit empfunden. Anhalter, die wir mitgenommen haben, wiesen uns den Weg und haben uns mit ihren wenigen Broken Englisch und meinen noch kleineren Brocken Spanisch ein wenig über Land und Leute erzählt.
Witzig fanden wir, dass man auf dieser klassischen Rundtour doch immer mal bekannte Gesichter gesehen hat. Denn so klein ist Kuba auch wieder nicht.
Manchmal war es nervig, dass man ständig suchen musste und ich dachte, wärste jetzt mit dem Bus unterwegs. Für Che Guevara Schilder ist Geld genug da, für Hinweis-Schilder nicht. Macht auch keinen Sinn. Oder doch, so können die Kubaner wenigstens das Land nicht verlassen. Sie finden den Weg ja nicht… Wenn dort irgendwann mal der Sozialistmus beendet ist, mache ich in Kuba eine Zweigstelle für Schilder auf.
Gelernt haben wir, dass wir nicht mehr ohne Immodium auf Reisen gehen. Irgendwie hatten wir eine Vorahnung und obwohl wir dazu nicht neigen, hatten wir beide Fidels Rache … Zum Glück habe ich noch einen Tag vor Abflug Immodium in der Apotheke gekauft. Auch macht es Sinn Freiräume im Koffer mit Tempos oder Klopapier auszufüllen… Auf den Toiletten gab es in den seltesten Fällen Toilettenpapier. Da lagen geviertelte Servietten vor den Klos, wo ich auf Anhieb gar nicht drauf gekommen bin, dass das für die Gäste ist…
Wir werden sicher irgendwann nochmal nach Havanna kommen. Und dann sind hoffentlich die schönen alten Autos noch da, die Menschen immer noch so nett und McDonalds hat noch keine Filialen dort.
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