USAFreunde



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Es ist die Zeit der FußballWM in Deutschland und alle Welt ist zu Gast bei Freunden. Alle Welt? Nein, zwei kleine Ulmer machen sich in diesem Trubel aus dem Staub und fliegen um die halbe Welt nach Shanghai

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Eigentlich sollte diese Reise ja schon im April stattfinden. Papa hat aber gemeint, er müsse sich einen Hexenschuss zuziehen und ihn auch nach zwei Wochen Krankenhaus behalten.
Und diesmal: Naja, 5Tage vor dem Flug am 19.6. meine ich, mein Radfahrtalent und meine Riskofreudigkeit ausreizen zu müssen. Ungesund, wenn man mit 35km/h in einen entgegenkommenden Radler derselben Geschwindigkeit fährt. Noch viel ungesünder, wenn man meint, sein eigenes Knie sei stärker, als die Kante eines Randsteines…
Naja, die Operation war ein paar Tage her, als wir flogen. Die Drainage am Vortag gezogen hat der Arzt auch gemeint, wenn es nicht mehr blutet, dann kann ich fliegen. Es blutet nicht mehr, also Sonntagabend nach hause fahren und Montag fliegen.

Und ab hier geht es los:

18.06.06
Irgendwie bin ich wieder viel zu spät. Die lange Wartezeit am Sonntag im Krankenhaus zum ziehen der Drainage und für die Flugtauglichkeitsbescheinigung hat meinen Zeitplan durcheinander gebracht. Zum Abendessen hat Mama doch gekocht und ich werde erwartet… Es ist schon nach 18:00, ich habe noch nicht gepackt und in meinen Polo muss jede Menge Zeug rein. Nicht zuletzt mein kaputtes Rad, dass Fabi bitte reparieren soll, während ich in China bin. OK, das mit dem Abendessen wird nix. Mama anrufen… Mist, die ist schon am Kochen. Und morgen früh ist sie, wenn wir losfahren schon in der Schule. Wird wohl nix, mit mal eben sehen und ein Gläschen Wein trinken. Sorry Mama. Aber ich beeil mich! Um 19:30 hab ich hoffentlich mein ganzes Zeug gepackt und fahre los. Bis ich auf der A8 in die 120er-Zone komme, ist es nach 20:00. Also keine 120er-Zone mehr. München – Ulm von Haustüre zu Haustüre keine eineinhalb Stunden. Wunderbar. Mama ist noch wach. Das Abendessen steht im Ofen. Sie hätten zwar schon gegessen, aber gut. Wenigstens bin ich da. Meine Sachen für China, die ich nicht in meiner Studentenbude habe (Jacket, Kravatte …) hat sie schon gepackt. Klasse.
Nach einem Gläschen Wein und einem kurzen Gespräch geht’s aber schon ins Bett. Morgen wird lang…

19.06.06.
Unser Zug nach Frankfurt geht um 14 Uhr irgendwas. Wecker ist auf 11:30 gestellt. Sollte reichen, um fertig zu packen, duschen, frühstücken und an den Bahnhof zu kommen.
Papa meint, das reicht nicht und weckt mich um 6:30. Beim Frühstück steht auch Mama auf… Doch noch nicht in der Schule… ;-)
Was soll ich denn jetzt mit der Zeit tun? Totschlagen, nochmal schlafen? Ne. Papa hat Aufgaben. Mal eben ins Lager fahren. Noch zwei Schlitten holen. Die will er mitnehmen. Im Koffer… Ok, sind nicht groß, die Schlitten, aber 5,5kg das Stück… Eigentlich wollten wir zusammen nur einen Koffer nehmen. Ok, doch ne zweite Tasche. Und wegen der Temperaturen kurze Kleidung. Aber wegen der geschäftlichen Termine brauchen wir auch die „Business-Kleidung“. Aua, das wird knapp, mit den zwei Koffern. Aber es geht. Nur noch wiegen: 20,0kg der eine. 19,8 der andere. Optimal.
Und was nun, um 11:00?? Ok, dann leg ich mich nochmal ne Runde hin. Sind ja sozusagen Reisefertig. Um 11:26 schau ich nochmal auf den Wecker. Kann nicht schlafen. Um 11:30 reißt mich der Wecker aus dem Tiefschlaf. Verdammt! Hab vergessen, das Ding abzuschalten.

Plötzlich macht Papa wieder Hektik. Wir müssen los! Was? Is doch erst 11:30! Neee! 13:30! Naja, Papa sollte sich mal ne neue Uhr zulegen. Seine derzeitige ist wohl heute Nacht stehen geblieben. ;-)
Die zwei Stunden werden mit Zeittotschlagen verbracht, um 14:00 erwischen wir den ICE nach Frankfurt.
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Die Zeit vergeht schnell und in Frankfurt angekommen geht auch alles relativ schnell. Nach dem Einchecken geht’s noch zu McDoof. Was Besseres fällt uns nicht ein, aber von da aus können wir unseren Flieger schon mal angucken.
747-400
Irgendwann fängt dann das Boarding an. Beim Warten gucken wir noch ein Spiel der Schweizer bei der WM. Und die liegen grad in Führung. Weiß aber nicht mehr, gegen wen.
Beim Boarding dann das Unglück. Ein FirstclassGuest meint, er habe genug gewartet und will sich vorbeidrängeln. Gar nicht so leicht, in einem Flieger, der sich gerade mit wuselnden Chinesen zu füllen beginnt. Anstatt zu fragen oder zu warten haut er mir mit den Worten er sei jetzt mal dran, seinen Handgepäckkoffer ans Knie. Danke. Es blutet wieder! Hornochse! Mich wirft es hinten über, über meinen eigenen Koffer und ich reiße drei Chinesen mit. Kommentar des lieben Herrn: Economy kann auch mal warten. Danke und was mach ich mit meinem Knie. Das Pflaster ist schon dunkelrot! So soll es vier Tage bleiben! Und damit nicht genug. Es wird sich entzünden, das Bein wird eingegipst werden, mindestens eine neue OP und mindestens vier Wochen Krücken werden daraus resultieren.
Knie 
Aber das ist eine andere Geschichte und da man es ihm nicht nachweisen kann, bekomme ich auch nix von seiner Versicherung.
Die Flugbegleiter haben alles mitbekommen und kümmern sich rührend um mich. Sogar die Personalien bekommen sie raus, von dem Herrn. Aber bringen wird mir das nichts.
Ansonsten ist der Flug lang.
Schlafen kann ich nicht. Mein Bein tut weh und ist höllisch dick. Ich darf sogar in den Schlafraum der Crew. Aber auch da bekomme ich kein Auge zu.
LH
20.06.06
Um 10:00 Ortszeit landen wir. An mein Knie habe ich mich gewöhnt. Es wird sich nicht ändern, bis wir wieder zurück sind. Nur die Schmerzen werden ab morgen weg sein. Voltaren sei Dank. Am Flughafen geht es durch die Kontrollen. Die gucken hier noch argwöhnischer, als in den USA, sagen aber keinen Ton.
 Der Polizist deutet nur auf mein Foto und dann auf mich. Habe auf dem Foto ganz kurze Haare. Jetzt sind sie länger.

 Ich nicke eifrig. Dann fährt er sich durch die Haare. Ich soll das wohl auch machen… Anscheinend will er meine Geheinratsecken vergleichen. Richtig geraten. Ich darf weiter. Gepäck holen und durch den Zoll. Alles kein Problem. Am Ausgang werden wir schon empfangen. Der gute Herr Chen (wie sich später herausstellt), der Produktionschef kommt uns mit Fahrer persönlich abholen. 200km Autobahnfahrt stehen an. Wir sind seit 21 Stunden wach… Ein Gespräch mit den beiden Chinesen ist unmöglich. Keiner spricht, was der andere verstehen würde. Selbst die Zahlen zeige sie mit den Fingern anders. Nur Automarken, die kennen sie. Zeigen immer wieder auf verschiedene Autos, sagen einmal ganz laut „Wulwo“ und sind ganz stolz darauf.
Fast alle PKW sind relativ neu; das verwundert uns doch. Aber die LKW – die stammen wohl noch aus den Vorkriegsjahren.. Nach ein wenig „Automarkenraten“ versuchen wir wenigstens eine Mütze voll zu schlafen. Geht nicht. Der Fahrer (wie sich später herausstellt der Chauffeur), fährt wie ein Henker. 180, wo 60 erlaubt ist, die Standspur ist die Überholspur, wenn auf drei Fahrbahnen vier Autos nebeneinander fahren. Anscheinend sind alle anderen Autos sowieso nur Slalomstangen wie beim Skirennen… Ich hätte meinen Führerschein nur noch für Minuten, würde ich so in Deutschland fahren.
Nach 1:30h Kommen wir in Hangzou an. Dort holen wir unseren Dolmetscher von der WTSH ab. Herr Wang spricht ausgezeichnet Deutsch. Wenigstens können wir uns jetzt verständigen. Ein kleines Mittagessen steht als nächstes auf dem Programm. Klein… Es werden mindestens 10 Gerichte bestellt. Und von allem muss natürlich probiert werden. Probieren… Ja… Da war doch was. Wir müssen erst mal probieren, mit den Stäbchen zurecht zu kommen… Für mich ging das nach einigen Anläufen, auch die glitschigen Sachen mit den Stäbchen zu packen, aber Papa ist dafür wohl zu alt oder einfach nur zu grobmotorisch. Also wird nach ein paar Minuten Barbarisches bestellt: Messer und Gabel. Nichts von den Gerichten auf dem Tisch kennt ein Europäer. Alles neu. Aber erstaunlich gut. Reis werden wir auf unserer Reise nicht zu Gesicht bekommen. Das gilt als Armut und Geiz. Reis ist nur eine Sättigungsbeilage. Wer seine Gäste damit voll stopft, der verliert sein Gesicht. Ach ja, klar: Wir sind Gäste. Zahlen dürfen wir natürlich nicht! Selbstredend sind wir eingeladen. Unsere Antwort, dass wir dann aber das Abendessen übernehmen ruft Entsetzen hervor. Das dürfen wir unter keinen Umständen. Der Gastgeber würde sein Gesicht verlieren. Schlimmeres kann einem Gastgeber nicht widerfahren.
Ok. Gut gesättigt geht es weiter. Nochmal 200km nach JongKhang (keine Ahnung, wie man das schreibt). Keine 1:30 sind wir dort. Dem Henkersfahrer sei dank. Sogar der Polizei wird aufgeblinkt, gehupt und sie wird aus der Bahn gedrängt.

 



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Als wir ankommen, steht als erstes die Fabrikhallenbesichtgung

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Fabrik auf dem Plan.

Fabrik2

Es hat 35 grad, gefühlte 70 bei der schwüle. Und wir sind seit 25h auf den Beinen.
Nach einer Stunde sind wir durch. Schon heftig, was die Chinesen hier in nullkommanix aus dem Boden stampfen. Bis 19:00 geht es dann um die technischen Details der Schlittenteile. Muster sind auch schon gemacht. Gleichwertiges wäre in Deutschland nicht bezahlbar. Wir staunen nicht schlecht. Ein paar Kleinigkeiten und Geometrieänderungen hier und da. Zufrieden werden wir um 19:30 am Hotel abgesetzt.
Der Firmenchef persönlich fährt uns in der S-Klasse zum Hotel und entschuldigt sich, dass sie hier nur ein 5sternehotel bieten können. Ein Feldbett hätte gereicht. Wir hätten selig geschlafen.
Natürlich bekommen wir eine Suite.
Das Dinner wird auf 21:30 festgelegt. Wir treffen uns in der Lobby, nach einer Dusche und kurzem Ausruhen.
Beim Essen sitzen wir in einem eigenen Raum nur für uns und die Sitzordnung ist sehr wichtig. Papa und ich müssen mit dem Gesicht zur Tür sitzen; rechts und links von uns der Chef und der Produktionschef. Der Dolmetscher sitzt am andere Ende des runden Tisches. Der Chefingenieur und der Fahrer sind auch dabei. Es wird aufgetischt, dass man denkt, eine Hundertschaft müsse verköstigt werden. Nur das Beste vom Besten. Hummer, Krabben….. soviel, dass es für mindestens zehn weitere Hungrige gereicht hätte. Aber der Chef persönlich entschuldigt sich für die mickrige Auswahl an Gerichten. Was um alles in der Welt ist eine große Auswahl???? Ich kann gerade von allem etwas mehr als probieren und platze fast. Beim Essen will mich der Chef dann testen und prostet mir immer wieder zu. Austrinken ist Pflicht. Aber bei Bier mit 1,9% hat er mit einem deutschen 95kg-Studenten einen denkbar undankbaren Gegner. Wer trinkfest ist, wird in China unter Geschäftsleuten hoch angesehen. Ab sofort werde ich ernst genommen. Man verhandelt nun auch mit mir. Ich bin nicht mehr nur Sohn. Der Dolmetscher kommt fast nicht hinterher. Ach ja: verhandelt wird natürlich auch beim Abendessen. Erstmals geht es schon um Preise und Stückzahlen. Plötzlich ist während des Essens von einem Joint-Venture die Rede.. stopp. Das geht zu schnell. Überrumpeln wollen wir uns auch nicht lassen und lenken das Gespräch behutsam über den Dolmetscher in andere Gefilde.
Um 22:50 ist dann auch alles vorbei. Alle wollen die WM gucken. Aber in China geht man direkt nach dem Essen nach Hause. Nicht wie bei uns noch irgendwo an eine Bar. Das macht man nur, wenn es vorher groß geplant wurde. Also ab aufs Zimmer; 23:00 Uhr… Seit 34 Stunden sind wir unterwegs. Rechtzeitig zur deutschen Hymne schalten wir das Spiel Deutschland - Ecuador ein. Die Tore erlebe ich mit – aber nur, weil ich vom Reporter immer wieder aufwache. Papa dagegen bekommt nichtmal die zweite Hälfte der deutschen Hymne mit. Wow. Keine 25 sec sind vergangen, seit er auf (nicht im) Bett liegt.

21.06.06
Um 8:00 sind wir beim Frühstück mit dem Dolmetscher (Herr Wang). Um 9:30 will uns Herr Huang (Firmenchef) abholen lassen. Als wir um 9:15 das Hotel zahlen wollen, ist alles schon gezahlt. Aber das war es vor einer Woche schon. Selbst die komplette Minibar war schon inbegriffen. Wir haben aber nichtmal die Zeit gehabt, den Champagner anzugucken.
Nun wird das zweite Fabrikgelände besichtigt. Sichtlich stolz führ uns Huang herum. Ein riesiges Areal! Arbeitsumstände – dieses Wort wird dem nicht gerecht. Sklavenarbeit würde man das hier nennen. Aber alle sind freundlich und stolz, hier arbeiten zu dürfen. Anscheinend werden sie hier für chinesische Verhältnisse gut behandelt. Man darf sich wohl keine Gedanken darüber machen, wenn man in China produzieren lässt. Tut man es doch, gehen beide unternehmen drauf. Zumindest aber der Europäer.
Der Tag bringt nicht viel Erzählenswertes. Mittags wird wieder „ein Snack“ im Restaurant verspeist. Snack… dass ich nicht lache.
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Also abnehmen werde ich hier nicht!!! Ansonsten wird verhandelt und besprochen, gefeilscht und erklärt… Herr Wang übersetzt und leitet die Unterredung. Das nötigt mir doch einiges an Respekt ab. Da sitzen drei Chinesen, zwei deutsche und ein Dolmetscher und der hat eigentlich am meisten zu sagen und doch wieder nichts….
Was mir auch gefällt, ist, dass ich wirklich was zu sagen habe. Ich dachte eigentlich nur, dass ich „mal so mitdarf“ um meinen Dad nicht allein dastehen zu lassen. Aber ich bin voll mit in den Verhandlungen dabei. Und selbst mein alter Herr ist abends erstaunt darüber, wie gut ich mich geschlagen habe und wie viel ich ihm helfen konnte. Das tut gut.
Ach ja: nach dem Mittagessen wurde zwei Stunden weiterverhandelt in einem Fußmassagesalon. Angenehm. Nur hatte der Dolmetscher wohl nicht nachdrücklich genug gesagt, dass mein knie nicht mitbehandelt werden soll – oder die Masseurin hat es verdrängt. Nach 10 min, in denen sie um mein Knie einen Bogen gemacht hat, landet ihre Handkante direkt darauf. AUA! Na ja, bluten tuts eh die ganze Zeit… und so doll weh hats dann doch nicht getan. Aber sie weiß jetzt, dass sie da nicht ran darf. Apropos ran dürfen. Hätten wir was gesagt, hätte es die Massage bestimmt auch privat im Hinterzimmerchen gegeben. Zweifelhaft sah das Etablissement jedenfalls aus. Aber das stand wohl so auf dem Programm. Es war als Überraschung angekündigt worden. Die Mädels rissen sich förmlich darum, die Europäer massieren zu dürfen. Ab diesem Tag fiel uns auch auf, dass fast alle Mädchen mir hinterher guckten. Mein Vater schien nicht ganz so interessant. Als Herr Wang merkte, dass wir es geschnallt hatten, meinte er, ich würde hier wohl dem schönheitsideal entsprechen…
Gegen Abend gibt es natürlich auch wieder ein Festmahl. Herr Huang fängt mit bloßen Händen einen Fisch aus einem Aquarium und besiegelt somit seinen Tod. Die Frösche, Aale und Schlangen lehnen wir aber dankend ab.
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Nachdem wir alle gesättigt sind geht es heute Abend kurz ins Hotel zum Einchecken – natürlich wieder 5 Sterne und eigentlich ausgebucht, aber Herr Huang kennt natürlich jemand und wir bekommen noch ein Zimmer. Allerdings müssen wir ca 15 Minuten warten und als wir in unser Zimmer kommen ist es zwar sauber und aufgeräumt, aber wir werden den Eindruck nicht los, dass hier gerade jemand ausquartiert wurde…
Nach dem Einchecken stehe heute aber der Barabend auf dem Programm. In einer Bar singen leicht bekleidete Mädchen höllisch laut und schlecht und bieten ein Bühnenprogramm. Herr Huang versucht es wieder, mich (und meinen Vater) besoffen zu machen

Bier
 und setzt zusätzlich noch drei Mädels auf mich und zwei auf meinen Vater an. Wir schaffen es aber nach kurzer Zeit, wenigstens die Bar zu wechseln, dass wir uns unterhalten können. Hier läuft dann auch wieder Fußball. Die Mädels schaffen es nicht, ihren Auftrag zu erfüllen und wir ziehen uns soweit aus der Affäre, dass wir uns einfach mit

Maedels 

ihnen unterhalten. Dann sind alle zufrieden. Nur Herr Huang wohl nicht, will er doch, dass uns jeweils (!) zwei Mädchen mit aufs Zimmer begleiten. Der Dolmetscher rettet uns dann… Am nächsten Tag entschuldigt sich Herr Huang dann – war wohl ein bisschen zuviel Bier bei ihm… *grinns*

22.06
Wieder ein Tag, der mit weiteren Verhandlungen 
busi
verbracht wird.
Gegen Abend werden wir dann nach Hangzou zurück chauffiert.

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Ab jetzt sind wir Touristen. Allerdings ist es schon zu spät und wir sind zu geplättet, um noch viel von Hangzou angucken zu können. Ausserdem kommen heute Abend ein paar Deutsche von einer anderen Firma nach Hangzou und wir werden gebeten, die Gruppe zu begleiten, da sie denselben Dolmetscher haben. Nur, das sind typisch Deutsche Herren. Echt peinlich. Sie sind die Allergrößten. Die Chinesen haben ja keine Ahnung von gar nichts und deshalb müssen wir auch zum Italiener zum Abendessen. O-Ton: „So chinesisches Essen ist soch immer nur dreckig. Sowas kann man einem Europäer doch nicht vorsetzen.“ Das Essen beim Italiener war lausig – wen wunderts – und teuer. Wenn die wüssten, was ihnen entgeht. Wir sind froh, nach dem Abendessen den „müden Mann“ mimen zu können und verschwinden schnell im Hotel. Am nächsten Tag erfahren wir, dass sich unsere deutschen „Freunde“ wohl in einer Bar bis auf die Knochen blamiert habe. Warum, das erfahren wir nicht. Dazu schweigt der neue Dolmetscher – ein „Junge“ in meinem Alter, gerade fertig mit dem Studium in Hannover und heißt – genau: Herr Wang.

23.06.
Heute sind wir wirklich Touristen. Mit dem kleinen Herrn Wang machen wir Hangzou unsicher, gehen am Westlake entlang und bei gefühlten 120°C auch noch auf einen der umliegenden Bergrücken zu einer kleinen Pagode.
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Wieder unten steigen wir in einen Bus und fahren zum Lingjang-Tempel. Hier steht einer der berühmtesten Buddhas: Der lachende Buddha. Foto Und überhaupt: Der steht nicht, der ist, wie ca. 3000 (Dreitausend) weitere in den Fels gemeißelt.
Buddha

Buddah
 
Wir gucken auch in den Tempel selbst hinein, aber dort tritt man sich fast tot, sodass wir uns bald wieder auf den Rückweg machen.
Als wir auf die Uhr gucken, ist es auch schon früher Abend. Wir haben doch eigentlich kaum etwas gemacht… Zum Abendessen gibt es heute wieder etwas Chinesisches.

24.06.
Heute gibt’s nochmal eine Besichtigung der Westlake-area in Hangzou, bevor wir vom Chauffeur abgeholt und nach Shanghai gefahren werden. Leider ist das Wetter heute aber nicht so toll. Wir machen trotzdem eine Bootstour auf dem Westlake, kommen in ein ziemlich heftiges Gewitter
Boot

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und lassen uns davon erstmal nicht unterkriegen. Auf dem Westlake gibt es eine Insel, in dessen Mitte wieder ein See ist, in welchen dann wieder Inseln sind. Eigentlich ist es eher ein Atoll und richtig erklären kann man das irgendwie auch nicht. Aber schön ist es
Insel

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Als wir wieder von der Insel zurückfahren, geht ein so heftiges Unwetter los, dass wir uns ein Taxi ins Hotel nehmen und schon mal packen. Kurz darauf holt uns auch schon der Chauffeur ab und bringt uns nach Shanghai. An seine Fahrweise haben wir uns schon gewöhnt.
autobahn
 
Gegen 20:00 sind wir dort und checken im
Hotel am Bund
(Prachtpromenade am Huang-Pu-River) ein.
 Vom Hotel aus sieht man schon den berühmten Fernsehturm von Shanghai, auf den wir gleich noch hinauffahren. Leider ist es in Shanghai immer etwas diesig, neblig und voller Smog, sodass die Fotos nicht ganz so toll geworden sind

 



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Als wir von unserem Spaziergang und der Fahrt unter dem Fluss durch zurückkommen, ist es schon so spät, dass wir kein Restaurant mehr finden. Im Hotel wollen wir aber auch nicht essen, also geht’s – volles Risiko – an eine dieser Garküchen. Und nun?!? Wir verstehen kein chinesisch, die verstehen kein Wort englisch… Wo ist der Dolmetscher? Es ist schon interessant, wie schnell sich ein Mensch an Annehmlichkeiten gewöhnt. Jetzt müssen wir es wieder mit Hand und Fuß probieren. Das Einzige, was die Frau versteht, ist „Chicken“. Ok, nehmen wir Chicken… Aber dass das eine „Chicken-Noodle-Soup“ wird, die wir dann (und vor allem mein Dad) mit Stäbchen essen müssen, weil es Gabeln/Löffel gar nicht erst gibt, darüber haben wir uns keine Gedanken gemacht,
bei der Bestellung.
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 Naja.
Nach einem kleinen Kampf ist die Belustigung der Bedienung dann auch zu Ende und wir fallen ziemlich erschlagen ins Bett. Diese Hitze ist ganz schön anstrengend.

Garkuechen2

WeiJi7


www.usa-stammtisch.de