USAFreunde



New_England_Route

New_England_2008
10

Di 21.10. Andover – Concorde –
 Cambridge – Somervill
e

La Quinta Inn & Suites ist wirklich eine empfehlenswerte Kette, wenn man einen guten Preis bekommt – und bei 60$ kann man mal so gar nicht meckern. Die Zimmer sind geräumig, von der Laundry über Pool bis Wireless Internet ist alles da, was man als Gast braucht – aber das Frühstück ist einfach sinnlos. Außer natürlich, man will sich nur den Magen mit ein paar Kohlehydraten füllen. Wenn man zu den reinen Nährstoffen auch noch Geschmack will, sollte man wo anders sein Glück probieren. Dazu das Gewusel in dem Frühstücksraum, in dem gleich zwei Fernseher vor sich hin laufen. Echt nervig.

Und: jeder Gast produziert einen Müllberg, der alle Anstrengungen der Amerikaner, jetzt doch langsam auf grün zu machen, konterkariert. Wir hatten uns schon gefragt, warum man im Restaurant nicht mehr standardmäßig ein Glas Wasser hingestellt bekommt – von dem ich nicht so genau weiß, ob da jemals irgendjemand von getrunken hätte. Die Antwort fanden wir neulich auf einer Speisekarte: Umweltschutz. Gestern stand in USA Today, die amerikanischen Münzprägeanstalten wollen die Verwendung von Münzen statt Dollarnoten populärer machen (zur Erinnerung: hier zahlt man ab 1$ praktisch immer mit Scheinen, bei uns ab 5 EUR), weil Münzen länger halten und recycelbar sind. Und dann hauen wir jeden Morgen im Hotel einen Kubikmeter Styropor, Pappe und Plastik in die Tonne. Na ja, wat soll’s.


Minute Man Sign


Old Manse
 

Nachdem wir das Frühstück überstanden und die Taschen im Kofferraum verstaut haben (das Gepäck wird jeden Tag mehr), brechen wir zum heutigen Bildungsprogramm auf. Es geht zu den Stätten der ersten Schlachten des Unabhängigkeitskrieges. Die liegen entlang der „Battle Road“ zwischen Concord und Lexington. Hier bezogen die Briten am 19. April 1775 böse Prügel von der aufgebrachten Bürgerwehr der Kolonisten, deren Waffen die Soldaten des Königs in Concord hatten einsammeln wollen. Am Ende wurden die Engländer von 4000 „Minute Men“ zurück nach Boston gejagt und 122 Menschen hatten ihr Leben verlosen. Zahlreiche Heldengeschichten ranken sich um die Ereignisse und Namen wie Samuel Adams oder Paul Revere kann jedes amerikanische Schulkind aufsagen.


North Bridge
 

Nachdem wir uns am Visitor Center mit einer Karte versorgt haben, fahren wir nach Concord. Etwas außerhalb des hübschen Dörfchens trafen die Engländer an der North Bridge auf den fix organisierten Widerstand der Minute Men. All zu aufregend ist das heute alles nicht anzuschauen. Der Concord River fließt träge unter Brücke dahin und hier und dort steht ein Denkmal.


Concord Tree


Wir kehren erstmal in Concord in ein sehr schönes Kaffee ein und fahren dann noch mal zurück zum Besucherzentrum für die Multimedia Show. Die ist denn auch wirklich sehr sehenswert. Die damaligen Ereignisse werden so anschaulich dargestellt, dass sogar die Schulklasse vor uns mucksmäuschenstill hält. Diesen Film sollte man sich bei einem Besuch des Minute Man National Historical Park unbedingt zuerst anschauen, sonst ist die North Bridge halt nur eine Brücke über einen Fluss und die ganzen alten Gebäude – nun ja, alte Gebäude eben.


Harvard Square
 

Historisch derart erbaut geht es nun weiter nach Cambridge, Ort zweier der berühmtesten Bildungsinstitutionen der Welt, dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) und natürlich der Harvard University, die auch die älteste Uni der USA ist. Einen Harvard-Abschluss braucht man auch fast, um fehlerfrei das Auto in der Innenstadt von Cambridge zu parken. Im ganzen Schilderwald finden wir aber tatsächlich eine Lücke, in der wir die nächsten zwei Stunden für nur 2$ stehen dürfen
 

Cambridge Signs
 

Cambridge ist eine unglaublich aufgeweckte Stadt und erinnert mich an Georgetown in Washington DC. Im Harvard Information Center informieren wir uns über die um 14 Uhr anstehende Walking Tour über den Campus, erstehen dann noch einige Souvenirs (es gibt alles, wirklich alles mit dem Emblem oder Schriftzug der berühmten Uni) und essen Lunch in einem Deli.


Harvard 1


Pünktlich um zwei führt uns dann ein Student in einer recht großen Besuchergruppe auf den Campus, der wie eine grüne Oase mitten in der Stadt liegt. Diese Führung ist unbedingt zu empfehlen. Der Student macht das sehr gut und hat jede Menge Geschichten auf Lager. Wie hätten wir sonst erfahren, in welchem Dormitory Matt Damon gewohnt hat oder dass Tommy Lee Jones Zimmergenosse von Al Gore war? A propos: der ehemalige Fast-Präsident wird morgen in Harvard einer Rede halten. Dafür sind auf dem Campus schon ein großes Podium und jede Menge Stühle vorbereitet – leider nur für Mitglieder der Uni.


Harvard Mass Hall


Wir bekommen die Geschichte einiger Gebäude erzählt, z.B. die der Massachusetts Hall, dem ältesten durchgehend benutzen Universitätsgebäude der USA, in der die Büros des Präsidenten der Uni und darüber Zimmer von Studienanfängern untergebracht sind. Angeblich sucht der Präsident (bzw. zur Zeit: die Präsidentin) die dort Wohnenden persönlich aus.


Harvard 2


Eine kuriose Geschichte gibt es aus der Zeit des Unabhängigkeitskrieges: Washingtons Truppen campierten für eine Weile in den Wohngebäuden und schmolzen so ziemlich alles ein, woraus sich Gewehrkugeln machen ließen. Die Uni verklagte nach dem Krieg die Regierung auf Schadensersatz – Harvard war also die erste Institution, die gegen den jungen Staat vor Gericht ging.


Harvard Statue


Die einstündige (übrigens kostenlose) Führung vergeht wie im Flug. Am Ende stehen wir vor der Statue von John Harvard mit der Aufschrift: „Founder, 1638“, die auch „Three Lies Statue“ genannt wird, denn gegründet hat Harvard die Uni nicht, es gibt sie schon seit 1636 und es ist auch nicht mal Harvard, der da in Bronze gegossen wurde, denn von ihm hatte man gar keine Bilder.


Harvard Church1


Insgesamt alles sehr beeindruckend, fast bekommt man da Lust noch mal zu studieren. Aber nur fast.


Boston Hotel Room


Von Cambridge ist es nun nicht weit nach Somerville. Dort, nördlich der Bostoner Innenstadt, haben wir im La Quinta Inn reserviert, das wir erreichen als es anfängt zu regnen. Zum Abendessen haben wir mal wieder sehr leckere Pizza bei Bertucci’s, zu dem wir uns von unserem TomTom lotsen lassen. Ohne das kommen wir schon längst nicht mehr aus...

 



Gefahrene Meilen: 57
Unterkunft: La Quinta Inn & Suites Boston/Somerville, 140$ (via Priceline)


Mittwoch 22.10. Boston – Wrentham

Heute Morgen ist ein Wetter, bei dem man keinen Hund vor die Tür jagen will: 6°C, dazu ein eisiger Wind, der um unser Hotel pfeift, so dass es sich anfühlt wie kurz über dem Gefrierpunkt. Der Nieselregen trifft wie spitze Nadeln auf die Haut und der Wetterbericht sagt was von erstem Schnee im Norden Maines. Es wird Zeit heimzufahren.

Vor der Heimreise wollen wir ja aber wenigstens noch einen Schnupperkurs Boston absolvieren. Bevor wir die Stadt aber als grau und trüb in Erinnerung behalten, ändern wir schnell unsere Planung: wir verlegen einfach die letzten Besorgungen einen Tag nach vorne, packen schon mal die Taschen und machen morgen den großen Stadtrundgang, denn da soll ja wieder die Sonne scheinen.


Boston Freeway


Das Frühstück im La Quinta boykottieren wir und stürzen uns stattdessen in den morgendlichen Stau Richtung Downtown. So eine amerikanische Rush-Hour muss man ja auch ab und zu mitmachen. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie das hier war, bevor der Tunnel die Autobahn unter der Innenstadt durchführte. Seit fünf Jahren rauscht der Großteil des Verkehrs unterirdisch und so kommen wir doch ziemlich flüssig durch Boston durch. Unser Ziel heißt Wrentham. In einem aufwändigen Auswahlverfahren, bei dem die aus uns zweien beiden bestehende Jury wohl SÄMTLICHE Outlet-Malls New Englands geprüft hat, sind die Wrentham Premium Outlets zum Sieger erklärt worden und eignen sich daher hervorragend zum Füllen der allerletzten Lücken in unseren Reisetaschen.

Bei Cracker Barrel genehmigen wir uns ein sehr üppiges Frühstück, dann erstehen wir tatsächlich noch ein paar Dinge, die unabgehakt auf der Liste standen: bei mir eine Jeans und ein absolut dichthaltender Kaffeebecher, von dem ich vor zwei Jahren in Las Vegas ein Exemplar gekauft und mir seitdem die Hacken nach einem weiteren abgelaufen habe. Sauber!


Nach der erfüllten Mission fahren wir zurück ins Hotel und sortieren unseren Krempel. Nachmittags wagen wir uns dann ins Bostoner Straßengewirr. Ohne Navi ist man hier ziemlich verloren, aber so finden wir gut den Weg zum Parkhaus am Prudential Tower. Wir erkunden ein wenig die Gegend um den Copley Square. Richtig Großstadt hier. Erinnert ein bisschen an New York.


Boston Brownstones


Im Viertel Back Bay stehen wunderschöne Brownstone-Stadthäuser, so ziemlich das teuerste Pflaster Bostons mit coolen Shops entlang der Newbury Street und einem grünen Park in der Commonwealth Avenue. Da es nach wie vor kalt und windig ist, ziehen wir den Spaziergang hier aber nicht all zu sehr in die Länge, sondern begeben uns auf eine Portion Pasta in die „California Pizza Kitchen“ im Prudential Center.


Boston Prudential Tower_1


Pappsatt geht es dann nach oben, nämlich in den 50. Stock, wo der Skywalk einen 360°-Blick auf die Stadt bietet. Heute sind es zwar nur 180°, denn die Hälfte der Plattform ist wegen einer Veranstaltung gesperrt, aber die Innenstadt ist bestens zu bestaunen. Dafür kostet der Eintritt auch nur 8,50 statt 12 Dollar.


Boston Night 1


Boston Night 2
 

Immer wieder beeindruckend so ein Lichtermeer aus 200 Metern Höhe. Wir verbringen hier oben eine ganze Weile, lauschen den Erklärungen des Audio Guides und fahren dann wieder nach unten. Bei Starbucks holen wir noch einen Kaffee, dann lösen wir das Auto in der Tiefgarage aus und fahren zurück im Hotel, das keine 15 Minuten von Downtown entfernt ist.

Gefahrene Meilen: 91


Donnerstag 23.10. Boston - Providence

Pünktlich zum Frühstück verziehen sich die letzten Wolken Richtung Ozean und wir haben strahlend blauen Himmel über Boston. Aber kalt ist es immer noch. Brrr...


Boston Common


Weil das Parken tagsüber ruckzuck über 30$ kosten würde, nehmen wir diesmal die Bahn in die Stadt. Nicht weit von unserem Hotel ist die T-Station Wellington, wo man für 3$ den ganzen Tag parken kann. Bahnfahren in Boston ist absolut idiotensicher: man zieht sich eine Karte am Automaten, die man immer wieder aufladen kann, wenn keine 2$ mehr für die nächste Fahrt drauf sind. Mit der Karte geht’s durch die Schranke – fertig. Das gleiche System wie in New York und Washington. Orientierung ist auch leicht, denn das Streckennetz beschränkt sich auf eine Handvoll Linien.


 




Boston Old State House


So fahren wir bis Downtown Crossing, von da sind es nur zwei Querstraßen bis zum Boston Common, dem ältesten Stadtpark des Landes. Am Visitor Center holen wir uns für 2$ einen Plan vom Freedom Trail, dann folgen wir der roten Linie auf dem Boden, die zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt führt. Sehr praktisch.


Boston Granary Cemetery


State House, Park Street Church, Granary Burying Ground, Old South Meeting House, Faneuil Hall – alles nicht zu verfehlen. Das Problem: heute scheint Wandertag zu sein und Dutzende von lärmenden Schulklassen sind auf dem Freedom Trail unterwegs. Nerv.


Boston Old and New


Wir bezahlen 5$ extra um das Museum im Old State House zu besuchen, Dreh- und Angelpunkt praktisch aller relevanten Entwicklungen Bostons bis zur Unabhängigkeit – von den Versammlungen der gewählten Vertreter der Kolonie über das „Boston Massacre“ bis zur Verlesung der Unabhängigkeitserklärung. Ich habe die ganze Geschichte mal im Detail gelernt, in der sehr schönen Ausstellung klingelt die eine oder andere Glocke in meinem Gedächtnis. Sogar ein paar Teekrümel der Boston Tea Party werden hier aufbewahrt.


Boston North Church


Wir laufen den Freedom Trail bis zur North Church, der ältesten Kirche Bostons, die am Tag der Schlacht von Concorde und Lexington eine Rolle spielte, als im Kirchturm eine Laterne das Ausrücken der britischen Truppen aus Boston verriet.


Boston Revere House


Der Trail geht noch bis Bunker Hill auf der anderen Seite des Charles River, uns reicht es dann aber. Am Haus des Revolutions-Helden Paul Revere, dem ältesten Wohnhaus Bostons von 1680, vorbei gehen wir zurück zum Quincy Market, wo unzählige Essensstände alle möglichen Köstlichkeiten anbieten. Ich entscheide mich natürlich noch einmal für eine Clam Chowder – es ist die beste, die ich bisher gegessen habe.


Boston Quincy Market


Anschließend gehen wir quer durch die Innenstadt zum hübschen Viertel Beacon Hill. Baumbestandene Seitenstraßen, typische braune Stadthäuser – eine Idylle mitten in der Metropole. Am Charles River braust dafür wieder der Verkehr. Wir gehen noch über die Longfellow Bridge nach Cambridge rüber, vor allem des schönen Blicks auf die Skyline wegen. Am MIT steigen wir dann in die U-Bahn und fahren zurück zu unserem Auto.


Boston Beacon Hill


Auch Boston gefällt uns gut. Natürlich könnte man hier locker noch einige Tage verbringen, so viel Historie gibt es zu entdecken, so viele Museen zu besuchen. Andererseits: wir kennen ja andere Ostküsten-Metropolen wie New York, Philadelphia und Washington schon sehr gut und so viel anders ist Boston denn für den Besucher auch nicht. Ich finde zum Beispiel nicht, dass Boston europäischer wäre, als die anderen Städte. Boston wirkt genauso amerikanisch und damit multikulturell wie die anderen. Wenn man tiefer in die Traditionen eintauchen würde, ergäbe sich sicher ein differenzierteres Bild, aber als Tourist ist das eh nur bis zu einem gewissen Grad möglich. Eine schöne und sehr interessante Stadt ist Boston auf jeden Fall.


Boston Skyline


Es ist halb drei und anscheinend beginnt schon der Feierabend-Verkehr. Die Interstate 93 Richtung Süden ist jedenfalls gut voll. Eine Stunde später sind wir aber in Providence. Der Kreis schließt sich, unsere Rundreise geht zu Ende.


Pvd Skyline 1


Pvd Skyline 2


Da das Wetter bei unserem letzten Besuch von Providence nicht so besonders war, machen wir jetzt noch mal einen Rundgang. Zuerst aber gebe ich noch ein zu kleines Polo-Shirt bei Abercrombie zurück. Das habe ich jetzt tatsächlich drei Wochen lang durch die Gegend gefahren in der Hoffnung, dass wir am Ende noch mal in der Providence Place Mall vorbeikommen. Passt.


Pvd Capitol View


PvD Capitol


Wir gehen zum State House, das in seiner ganzen marmornen Pracht auf einem Hügel über Downtown thront. An der sehr schön angelegten Promenade gehen wir dann den Providence River entlang und klettern schließlich die steile College Street hinauf zum Campus der Brown University. Immer wieder schön die Campi dieser alten Universitäten mit ihren neo-klassizistischen Gebäuden und riesigen alten Bäumen, unter denen die Stunden auf dem Rasen in der Sonne sitzen.


Pvd Brown Univ


Providence ist ein bisschen wie Boston – nur natürlich viel kleiner. Eine sehr angenehme Stadt mit vielen tollen Ecken. Kennt ja eigentlich kein Mensch in Deutschland, den Besuch kann ich aber sehr empfehlen.


Pvd College St


Jetzt haben wir Hunger – auf zu Ruth’s Chris. Ruth’s Chris ist eine Steakhouse-Kette für Prime Beef, dem besten Rindfleisch, das es in Amerika gibt. Eine Tiefkühltruhe haben diese Steaks nie gesehen. Man lässt sie bei niedriger Temperatur reifen, bis das Fleisch mürbe wird. Bei Ruth’s Chris werden die Steaks dann scharf gewürzt, gegrillt und in brutzelnder Butter auf einem heißen Teller an den Tisch gebracht. Das „Sizzle“-Geräusch ist Markenzeichen der Kette und allein beim Gedanken daran ist mir schon immer die Spucke im Mund zusammengelaufen, seitdem wir letztes Jahr in New York das erste Mal bei Ruth’s Chris waren.


Ruth Chris Fries


Der ganze Spaß ist nicht ganz billig, ein Rib-Eye ohne Beilagen kostet z.B. 39$. Das ist natürlich irgendwo verrückt, aber es ist der letzte Abend und so gönnen wir uns das Vergnügen. In Providence gibt es bei Ruth’s Chris keinen Dresscode zu beachten, in anderen Restaurants hat es schon mal einen Hinweis, dass „Business Casual“ erwünscht ist. Jacket wird wohl aber nirgends erwartet.


Ruth Chris Steak


Die Steaks sind wie erwartet perfekt – wobei ich sagen muss, dass das Essen im Red Parka in Glen vor ein paar Tagen durchaus mithalten konnte. Was sich die Küchenchefs bei der Kreation von „Shoestring Potatoes“ als Beilage gedacht haben, wird uns allerdings nicht so ganz klar. Die spaghetti-dünnen und höllisch scharfen Pommes sind zwar superlecker, allerdings kaum zu essen, ohne die Hälfte über den Tisch zu verteilen. Aber der Kellner hat ja so ein schickes Krümel-Messer zum Saubermachen.


Pvd River


Nach einem abschließenden Schokokuchen sind wir voll bis zum Anschlag, zahlen die Rechnung von 120$ und kugeln zum Parkhaus. Drei Stunden parken kostet in Providence genau einen Dollar. Macht Sinn, denn hier wollen die Stadtväter ja, dass man mit dem Auto in die City kommt, wohingegen man die Pendler in Boston lieber im Zug sitzen hat.


Extended Stay Room1


Im Extended Stay in Warwick beziehen wir ein funktional ausgestattetes Zimmer mit Küche, die wir absolut nicht brauchen werden. Wobei: mein letztes Bier, eine Flasche „Pemi Pale Ale“ der Woodstock Inn Brewery, darf der Kühlschrank noch ein paar Minuten kalt halten. Prost!

Gefahrene Meilen: 67 Meilen


Freitag 24.10. Rückflug Providence
 – Philadelphia – Frankfurt


Den heutigen Tag werden wir im Sitzen und vor allem wartend verbringen. Darauf in Flugzeuge einsteigen zu dürfen und darauf wieder raus zu kommen.

Nach dem Aufstehen haben wir es nicht eilig, sind aber trotzdem um 9 Uhr schon marschbereit. Zeit für ein standesgemäßes Frühstück. Dafür lassen wir uns in Wrentham zum nächstgelegenen Denny’s lotsen. Unglaublich aber wahr: wir waren noch nie bei Denny’s. Zum Frühstück ist die Kette aber bekanntermaßen eine sichere Bank, die Portionen sind gigantisch und wir hinterher mehr als gut bedient.


 




Embraer 180


Die Rückgabe des Mietwagens ist schnell erledigt, eine ungewollt von mir abgeschlossene Tankoption noch rückgängig gemacht und so setzt uns schon gegen 10.30 Uhr der Shuttle-Bus am T.F. Green Airport von Providence/Warwick ab. Check-In an den Automaten von US Airways geht auch fix, unser Gepäck passiert die Röntgenmaschine wie auch wir kurz darauf die Sicherheitskontrolle. Die ist bei diesem kleinen Flughafen alles in allem recht entspannt, nervig finde ich ja trotzdem das Gedöns mit Schuhe und Gürtel ausziehen. Irgendein Sprengstoffscanner wird in mein Handgepäck gehalten – was es alles gibt. Conny wird beim versuchten Schmuggel einer Wasserflasche erwischt – Anfängerin!

Das alles hat keine halbe Stunde gedauert und jetzt haben wir viiiel Zeit, denn Abflug nach Philadelphia ist ja erst um 13.30 Uhr. Der verzögert sich dann noch um 20 Minuten, wegen Verspätung des Inbound-Flights, und wie es dann so ist, wenn einmal ein Flug verspätet ist, dürfen wir dann noch ein paar Schleifen über Philadelphia drehen. Aus unseren planmäßig knapp zwei Stunden Umsteigezeit wird dann wieder mal nur eine, was ein bisschen schade ist, da wir gerne noch eine Kleinigkeit gegessen hätten.


Pvd Sound
 

Dabei hätten wir uns gar nicht beeilen müssen, auch der nächste Abflug wird um 30 Minuten verschoben. Irgendwann sitzen wir dann doch alle an Bord, hinten in der Maschine schrauben noch die Mechaniker in der Küche rum, dann meldet sich der Kapitän: die „minor maintenance issues“ seien behoben, dafür gebe es jetzt ein „security issue“ und der ganze Flughafen sei gesperrt! Kein Flug geht raus, nix kommt rein und wir müssen auf jeden Fall an Bord sitzen bleiben! Ach herrje, das haben wir auch noch nicht erlebt.


PHL Stopover
 

Nach einer weiteren halben Stunde, in der nichts passiert, werden die Türen geschlossen und die Maschine rollt Richtung Startbahn, wo es jetzt natürlich einen schönen Stau gibt. Mit einer Verspätung von 1.15h heben wir schließlich ab. Na ja, wir hatten ja eh nichts vor.

Über den Flug gibt es nichts weiter zu berichten. Wie Nachtflüge halt so sind. Unbequem, dafür nicht all zu lang. Nach zwei Filmen und einem kleinen Nickerchen wird Kaffee und ein „Danish“ gereicht, dann beginnt auch schon der Anflug auf Frankfurt. Die Hälfte der Verspätung ist aufgeholt, um kurz vor 7 Uhr stehen wir am Gate.

Der Zoll interessiert sich zum Glück überhaupt nicht für uns. Um 7.30 Uhr sitzen wir in der S-Bahn nach Hause und die Reise ist endgültig vorbei.


fazit


line-005


Wie anders könnte unser Fazit ausfallen als: Es war super in New England!

Bis auf den kurzfristig von der Agenda gestrichenen Abstecher nach Kanada haben wir alles gesehen und gemacht, was wir auf dem Zettel hatten. Organisatorisch hat alles bestens geklappt – gut vorbereitet ist eben halb gereist.


Woodstock Bridge


Unsere Route hätte man sicher auch in zwei Wochen schaffen können. Moosehead Lake weglassen, den einen oder anderen Aufenthalt straffen – geht auch. Dass wir uns drei Wochen Zeit genommen haben, hatte aber den Vorteil, flexibler zu sein, hier und da was schieben zu können oder einfach auch mal einen halben Gammeltag einzulegen, den man braucht, damit die Reise auch als Urlaub funktioniert. Die langen Fahrtage waren schon anstrengend – insgesamt sind wir 2.471 Meilen, also knapp 4.000 Kilometer, in den drei Wochen gefahren.


Acadia Lakes


Bei allen tollen Erlebnissen war sicher der Acadia National Park ein besonderes Highlight. Für mich ein „Must-see“ der USA, unabhängig davon, ob man sich für die Ostküste interessiert oder nicht. Die Foliage dort war unglaublich, die Mischung aus schroffer Küste, Wäldern und Bergen ist einmalig. Hier werden wir bestimmt noch mal herkommen. Die White Mountains oder Vermont muss man nicht unbedingt noch mal bereisen, dafür ähneln die Regionen zu sehr dem, was wir hier in Deutschland vor der Haustür haben.


Boston Longfellow Bridge 2
 

Sehr gut haben uns die Städte gefallen. Portland, Providence oder Burlington sind gute Beispiele für die Revitalisierung der Innenstädte, Boston ist da natürlich noch ein gutes Stück voraus, denn hier fing man früher an, die von Verödung bedrohte Stadt umzukrempeln. Generell spielen dabei die Universitäten eine große Rolle, in deren Umfeld stellt sich automatisch urbanes Leben mit Kultur und Gastronomie ein.


Meredith 2
 

Riesenglück hatten wir mit dem Wetter. Das wechselt in New England ja generell recht schnell, wobei sich in den White Mountains und vor allem am Mount Washington als erstem Hindernis die aus dem Nordwesten heranziehenden Wolken auch gerne mal halten. An der Küste bleibt schlechtes Wetter selten länger als ein Tag. Die Temperaturen waren anfangs tagsüber noch im T-Shirt-Bereich, nachts war es allerdings richtig frisch und in der letzten Woche durchgehend frostig. Generell ist eine Reise durch die Gegend schon vom Wetter abhängig, bei drei Wochen Regen nützen die schönsten Laubfarben nichts.


Jordan Pond 2
 

A propos Laubfarben: dafür war unser Timing perfekt – abgesehen von den White Mountains, wo der Peak schon vorüber war. Die Foliage allein lohnt die Reise nach New England und ich würde auch nur diese Jahreszeit empfehlen. Im Frühjahr sehen die Wälder aus wie bei uns, im Sommer sind zu viele amerikanische Touristen in der Gegend unterwegs und im Winter wird es richtig kalt.


Rockport Houses
 

Ein bisschen Pech hatten wir mit dem Dollarkurs. Der war bei der Buchung einiger Unterkünfte ein paar Monaten zuvor noch im Bereich von 1,55 – 1,60 EUR und zum Glück hatten wir für die teuersten Unterkünfte auch schon damals einen Großteil bezahlt. Das haut ansonsten schon ein Loch ins Budget, wenn man dann 30 Cent weniger für den Euro bekommt. Shopping lohnt sich natürlich trotzdem...


Portland Ft Williams 2


Unsere Unterkünfte waren alle gut. Bei den Hotels haben wir mit Priceline durchgehend gute Erfahrung gemacht und die Bed & Breakfasts waren alle toll, jedes für sich auf eine andere Weise, was halt auch eine schöne Abwechslung ist zum relativen Einerlei der Hotels. Generell muss man in der Gegend im Oktober nicht unbedingt vorreservieren, es gab überall genug Vacancy. Ausnahme: Bar Harbor am Columbus Day Weekend.

Alles in allem eine Reise, die man als USA-Fan irgendwann mal gemacht haben muss!

 

 




New_England_Routearrow_rechts