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Ein Gradierwerk ist eine Anlage zur Salzgewinnung. Sie besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisigbündeln (vorwiegend Schwarzdorn) verfüllt ist; der Salzgehalt der hindurchgeleiteten Sole wird durch die natürliche Verdunstung des Wassers erhöht. Viele Gradierwerke sind Teil einer Saline.

Vom 16. zum 17. Jahrhundert hatte sich als technische Innovation die sogenannte Dorngradierung durchgesetzt, die es Salinen, deren Solequellen einen geringen Salzgehalt aufwiesen, ermöglichte, eine konzentrierte Sole zu versieden.


Die Sole rieselte durch meterhohe Wände von Dorngestrüpp aus den Zweigen des Schwarzdorns und wurde von Wind und Sonne konzentriert.

Gleichzeitig setzen sich Verunreinigungen der Sole (wie z. B. Kalk oder Gips) im Reisig ab und bilden den grau-braunen Dornstein

Gradierwerke werden in Deutschland oft zu Kurzwecken betrieben. Durch die herabrieselnde Sole wird die Luft in der Nähe des Gradierwerks mit Salz angereichert, die Wassertröpfchen binden Partikel in der Luft. Dies wirkt sich ähnlich wie bei Seeluft beispielsweise bei Pollenallergikern und Asthmatikern und anderen positiv aus. Durch das Einatmen salzhaltiger Luft werden die Atemwege befeuchtet und die Wandungen der Atemorgane positiv beeinflusst. .

Des Weiteren besitzen die feinen Salzkristalle eine sekretlösende Wirkung, die die Atemwege intensiv von Bakterien reinigen und die Schleimhäute abschwellen lassen. Viele Ärzte und Heilpraktiker empfehlen aus diesen Gründen einen längeren Aufenthalt an der See oder in Kurorten, welche sich den Effekt der Gradierwerke zu Nutzen gemacht haben







Bad Westernkotten liegt am Südrand der Westfälischen Tieflandsbucht, etwa 70 Kilometer östlich von Dortmund und 30 Kilometer westlich von Paderborn.




Naturräumlich liegt Bad Westernkotten in der Soester Börde und gehört zum Übergangsbereich zwischen der Nordabdachung des Haarstranges und dem Ostmünsterland.

Bad Westernkotten ist heute ein staatlich anerkanntes Heilbad, dessen Heilanzeigen auf den örtlichen Heilmitteln Sole und Moor basieren.

Die Landschaft nördlich des Hellweges wird als untere Hellwegbörde, die südlich des Hellwegs als obere Hellwegbörde bezeichnet.


1842 setzte Rentmeister Erdmann, ein Verwalter der in Westernkotten begüterten Familie von Papen, zum ersten Mal Sole zu Heilzwecken ein und legte damit den Grundstein für den heutigen Kurort.



1958 erhielt der Ort den Titel „Bad“ verliehen. 1975 erfolgte die Ausweisung als „Staatlich anerkanntes Heilbad“. Heute ist der Kurbetrieb mit Abstand der größte Arbeitgeber im Ort. .
 
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