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1.Woche

2.Woche-8.Tag

Donnerstag, 01. Juli 2004

Ernys Geburtstag ! Die 40 sind erreicht !!
Im Hotel gibt es zu Ernys Entsetzen ein Continental Breakfast. Dröge Muffins und Cornflakes.
 Der Kaffee ist so dünn, dass er leicht mit Tee zu verwechseln ist.
Wieder kein American Breakfast...
Egal. Macht mir nichts aus.

Wir machen von Port Angeles aus einen Abstecher zur 18 Meilen weiten Hurrican Ridge im Olympic National Park. Die Aussicht in fast 1600 m Höhe ist gigantisch. Blühende Bergwiesen und die majestätischen Berge des Olympic NPs. Wir versuchen es am Visitor Center nochmals mit einem Kaffee. Das was wir da bekommen ist wieder nur Wasser, in das kurz eine Kaffeebohne gehalten wurde. Mein Launer verschlechtert sich ein bisschen .Aus Zeitgründen und weil es meine Blasen an den Füssen noch nicht erlauben, verzichten wir auf eine Wanderung, obwohl es schon reizt.

Wieder zurück zur Stadt und weiter nach Port Townsend, was entgegen der Richtung liegt, die wir eigentlich einschlagen müssen. Trotzdem hat es sich gelohnt. Port Townsend ist ein Relikt aus viktorianischer Zeit. Der Ort sollte Ende des 19. Jahrhunderts wegen seines guten Hafens zum Tor des Staates Washington werden. Als die Eisenbahnlinie dann nach Seattle verlegt wurde, verflog der Traum schnell. Von dem Optimismus der Gründerzeit zeugen die vielen schönen viktorianischen Häuser, in denen sich Künstler und Aussteiger angesiedelt haben. Wir machen
einen beschriebenen Spaziergang durch die Stadt und besichtigen die sehr schön restaurierten Häuser. Die ganze Kernstadt wurde 1976 zum national Historic District erklärt. Wir kommen ein einen Laden vorbei, der alte Autoteile und auch die passenden Autos dazu verkauft. Erny ist da kaum raus zu bekommen und fotografiert alles, was ihm vor die Linse kommt.
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Das „üppige“ Frühstück verliert seine Wirkung und entscheiden wir uns für ein richtiges Mittagessen. Und weil heute Ernys Geburtstag ist, muß er heute keinen Fisch essen und bekommt mal einen Hamburger. Außerdem versuche ich es noch mal mit Kaffee. Diesmal habe ich Glück. Der Kaffee ist schwarz und stärker und ich bekomme immer wieder nachgeschenkt.

Mit vollen Bäuchen geht es zurück in Richtung Port Angeles. Auf den West Coast Highway 101 fahren wir zum Hoh Rain Forest. Der Wald wirkt wie ein Zauberwald. Von den gigantischen Bäumen hängt Moos, überall wuchern Farne, alles ist feuchtglänzend grün. Wir laufen den „Hall of Mosses“ Trail um tiefer in den Wald einzudringen. Dort sehen wir ein Streifenhörnchen, das sich von uns und unserem Fotoapperat nicht beim Beeren essen stören lässt. Auf der Fahrt zurück zur 101 passiert eine ganze Elk-Großfamilie die Strasse. Wir warten gerne, sitzen zum Glück im Auto und machen Fotos. Sie sind enorm größer als unsere heimischen Rehe und nicht ungefährlich. Leider haben wir immer noch keine Bären gesehen...
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Die 101 führt uns jetzt direkt an der Küste entlang. Leider ist es jetzt etwas diesig und wir können den Sonnenuntergang nicht sehen. Die Strände sind sehr verwildert. Der raue Pazific, Baumstämme und zerspülte Steine säumen das Ufer.

Vorbei an „Working Forests“ (Wir fragen uns immer noch, ob die wirklich alle wieder aufgeholzt werden...?) geht es weiter bis nach Aberdeen, wo wir nach einer Unterkunft für die Nacht suchen wollen. Wieder ist es spät und dunkel. Aberdeen sieht nicht sehr einladend aus. Wir haben ein Hotel ins Auge gefasst, fragen aber an einer Tankstelle noch mal nach wo es sich zu nächtigen lohnt. Wir lagen gar nicht so falsch. Die Dame dort sagte, daß sie in den anderen Motels noch nicht mal ihren Hund wohnen lassen würde... Wir haben wirklich Glück. Für $ 80 + tax ziehen wir ins Guesthouse Inn and Suits ein. Wir haben eine behinderten gerechte Suite (warum,weil Erny jetzt alt ist...?) mit Fernseher, Video, Mikrowelle, Kühlschrank und seperaten Wohnteil. Außerdem gibt’s ein Hallenbad, Breakfast deluxe und ich habe einen Business Room mit Computer erspäht. Ist auch alles im Preis inbegriffen. Es mag wohl an Aberdeen liegen, daß das Hotel für den Luxus günstig ist... Es ist kurz vor zehn und uns düngt der Hunger. Immerhin ist Ernys Geburtstag und es gelüstet uns nach einem schönen Mahl. Leider schließen die Restaurants in der näheren Umgebung um 10.00 und es bleibt uns nichts anderes übrig als im gegenüberliegenden Burger King fürstlich zu speisen. Egal, wir hatten ja mittags schon gutes Essen...

Ich springe noch kurz in den Computer Raum, der besser ausgestattet ist als manches Büro, checke meine E-Mails und schreibe selbige.

Wetter: ca. 25° C, Sonne, abends bewölkt

 



2.Woche-9.Tag

Freitag, 02. Juli 2004

Ok, das Breakfast deluxe ist etwas unbefriedigend, weil es an Rühreiern und Bacon fehlt. Erny ist etwas ungehalten, weil er schon wieder muffige Muffins und Cornflakes bekommt. Der Kaffee ist auch nicht besser. Mir schmeckt es ganz gut, weil es dort nicht nur Marmelade gibt, sondern auch Cream Cheese, English Muffins und Bagels.

Draussen regnet es. Etwas, was wir fast aus unserem Wortschatz gestrichen haben. Aber da kann Aberdeen nun wirklich nichts zu. Trotzdem lässt der Regen die Stadt noch trister aussehen. Wir sehen, daß wir schnell dort raus kommen.

Unser erster Stop an diesem Tag ist Olympia, die Hauptstadt Washingtons. Es hat mittlerweile aufgehört zu regnen, aber es ist noch bewölkt. Leider wird das Capitol gerade renoviert und wird die nächste Zeit geschlossen sein. Wie uns die Lady am Visitor Center erklärt ist das Gebäude schon sehr alt. 75 Jahre ! Wir können darüber nur müde lächeln. Unser Haus ist über 200 Jahre alt... Wir laufen noch ein bisschen vorbei an „alten“ Gemäuern und Memorials und fahren zu Wagner’s, einer deutschen Bäckerei, wo ich schon mal war. Dort decken wir uns mit Sandwiches
ein, die wir für ein Picknick am allgegenwärtigen Mount Rainier, unserer nächsten Station, brauchen. Außerdem kaufen wir noch Kuchen, den wir nachmittags bei Uli, Gabis Mutter, essen wollen.

Mittlerweile wird das Wetter besser und als wir in Paradies am Mount Rainier ankommen, läßt sich sogar die Sonne blicken und gibt uns die Sicht zur Bergspitze frei. Wir finden einen Platz für unser Picknick, mitten in einer asiatischen Reisegruppe. Sie verbreiten sich immer sehr schnell und treten selten einzeln auf... Nach dem Besuch der Ausstellungen und Aussichtsplattform fahren wir wieder Berg runter. Unterwegs machen wir Halt und kaufen für Gabi ein geschnitztes Vogelhaus. Da hat sie und die Katzen etwas davon...

Nach einem Stop mit Kaffee und Kuchen in bei Uli Spanaway fahren wir zurück nach Puyallup zu Gabi. Sie ist froh, dass wir unbeschadet wieder angekommen sind. Sind wir. Dreckig, aber glücklich... Das Leben ist schön.

Wir haben uns für abends mit der ganzen Family im Red Robin zum Dinner verabredet und wollen dort Ernys Geburtstag feiern. Nach 45 Minuten warten auf einen Tisch (man kann dort nicht reservieren) können wir endlich bestellen. Zwischenzeitlich arrangiert David, Gabis Schwager, ein Ständchen für Erny. Die Kellner schmücken ihn mit Brille und Lufballons und singen klatschend ein Lied.
Und ich ersticke fast vor lachen...
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Wetter: ca. 18° C, Regen und dann bewölkt

 

2.Woche-10.Tag

Samstag, 3. Juli 2004

Für Erny heißt es Abschied nehmen. Wir stehen früh auf und Gabi und ich bringen ihn zum 40 Minuten entfernten Flughafen Seattle-Tacoma. Mir gibt es die Gelegenheit schon mal zu sehen, wo ich das Auto wieder abgeben muß. Erny schäkert mit der netten Dame am Eincheck-Schalter und bekommt einen Platz am Notausgang. Wir trinken noch zusammen einen Kaffee, dann muß er los. Der Abschied fällt uns schwer.

Gabi und ich sind von dort aus zur nächsten Shopping-Mall. Wir werden auch schnell fündig... Es ist noch früh, aber wir müssen schon wieder unserer Lieblingsbeschäftigung, dem Essen, nachgehen. Dafür hatten wir kein Frühstück. Punkt 11.00 Uhr betreten wir das Red Lobster , wo ich wieder fangfrischen wilden Lachs esse.

Gestärkt geht es in andere andere Mall. Wieder Glück gehabt... die Kreditkarte glüht. Zufrieden und müde fahren wir zurück nach Puyallup.

Wir entscheiden uns für eine Ruhepause, die gut tut. Gabi muß einen Vortrag für die Schule vorbereiten. Ich werde von Uli, Gina und Nick (Ginas und Davids Sohn) zum Pferderennen in Emerald Downs abgeholt. War ich noch nie und bin gespannt. Nachdem ich verstanden habe, wie man seine Wette abgibt, mache ich mich daran ein Pferd auszuwählen. Weil ich nun absolut keine Ahnung von Pferden habe und die Jockey wie nasse Säcke auf den Pferden hängen, entscheide ich mich das Pferd mit dem schönsten Namen zu wählen. Ich setzte pro Rennen auf 2 Pferde, jeweils $2, was ich für einen Anfänger als angemessen halte. OK, „Where is Bubba“ hat nicht gewonnen, aber dafür hat mich „Bad Cop no Donut“ um $8 reicher gemacht. Alles in allem habe ich immer wieder Gewonnenes eingesetzt und somit nur $2 Verlust gemacht.

Nach dem Rennen gibt es ein Feuerwerk zum 4. Juli, dem Independance Day. 20 Minuten geht das Spektakel und ich bin beeindruckt.

Wir warten 1 Stunde auf den Shuttle zum Parkplatz. In der Zeit wären wir 10 mal beim Auto gewesen, aber im Amiland läuft man ja nicht... Fast genauso lange warten wir im Auto und draußen bewegt sich nicht ein Fahrzeug. Wir sitzen in der Falle. Stunden später bin ich froh, endlich im Bett zu liegen.

Wetter: ca. 22° C, Sonne und Wolken

 

2.Woche-11.Tag

Sonntag, 4. July 2004

Es ist Independance Day, aber die Geschäfte haben trotzdem geöffnet. Gabi muß zur Arbeit nach Fort Lewis, wo es heute Truppenbelustigung gibt. Wir frühstücken ausgiebig und lassen den Tag langsam angehen. Sie muß dann los und ich sitze noch ein wenig vor dem Computer. Zufällig fällt mir ein, das es in Deutschland Abend ist und Chatzeit. Lange kann ich mich nicht im Chatroom aufhalten, Gina und Uli warten auf mich. Wir wollen noch mal die Kreditkarte zum Kochen bringen... Shop until you drop…. Natürlich verfahre ich mich. War noch nie ein guter Pfadfinder. Aber als 1a Kartenleser bin ich bald wieder auf dem richtigen Weg.

Nach unserer Tour durch Bed & Beyond und Ross fahren wir zu Safeway, um für unsere gemeinsames Abendessen einzukaufen. Wir wollen der Einfachheit halber im Backofen grillen. Ich brauche bei den Vorbereitungen nicht helfen und „muß“ die Zeit in der Hängematte im Garten verbringen. Nick leistet mir Gesellschaft und erklärt mir die heimische Tierwelt, die uns, als wir draußen unser Gegrilltes essen, einen Besuch abstattet. Waschbär und Eichhörnchen sagen sich auf Ginas Anwesen gute Nacht.... Vorher drehe ich noch mit David eine Runde auf dem neu erstanden Tandem. Natürlich muß ich hinten sitzen. Wir sehen uns eine Neubausiedlung an und machen Hausbesichtigungen. In den Häusern ist schon gestrichen und ein Teil der Möbel sind eingebaut. Wir entscheiden uns für ein Haus mit offenem Kamin, 3 Schlafzimmern, 2 Bädern, großer Küche und riesen Wohnzimmer. Es kostet „nur“ $130.000, was uns vergessen lässt, daß es nur einen Meter vom nächsten Haus entfernt ist und die Nachbarn quasi am Familiengeschehen teilnehmen können. Man baut hier auch nicht für Generationen was ich an der Sperrholzkonstruktion noch nicht verputzer Häuser sehen kann... Warum auch ? Mir gefällt es.

Mittlerweile veranstalten die Nachbarn, die schon in der Siedlung wohnen, ihr Feuerwerk. Leider nur Böller, die uns das Gefühl geben, daß in der Nachbarschaft Krieg herrscht. Das macht unser Dinner nicht unbedingt gemütlich.

Gegen 21.00 Uhr verlasse ich die Familie. Auf meinem Weg sehe ich den Mount Rainier, rot im Licht der untergehenden Sonne. Was ein Bild. Ich beeile mich, hole meine Kamera von zuhause und fahre ein paar Meilen zurück. Leider sind die Bilder nicht so schön geworden. Wie ich gehofft habe.

Gabi kommt um 23.00 Uhr müde und ausgepowert nach Hause. Mit einem gewonnen Gartenstuhl für sie und einem T-Shirt für mich. Wir schlafen in dieser Nacht mit Ohrenstöpsel. Der Krach hört nicht auf, das amerikanische Volk feiert !

Wetter: ca. 23° C, Sonne und Wolken

 

2.Woche-12.Tag

Montag, 5. July 2004

Es ist heute Feiertag in USA. Geschickterweise werden Feiertage auf einen Montag oder Freitag gelegt, damit die Nation ein langes Wochen-ende hat.

Wir haben uns mit Gina und Nick verabredet und wollen nach Seattle ins neue Sience Fiction Museum. Nicht, dass ich mich dafür interessiere, die anderen wollten gerne dort hin. Trotzdem kannte ich mehr als mir bewusst war. Allerdings war der Eintritt mit $13 absolut überteuert und wir waren nach einer Stunde wieder raus. Mit dem Shuttlebus fahren wir in
die Innenstadt, die Monorail ist immer noch defekt.
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Susanne mit Freundin Gabi

Anschließend gehen wir unsere Lieblingsbeschäftigung nach: shoppen und essen. Wir laufen durch verschiedene Geschäft und kaufen Dinge, die unser Herz erfreuen... und die wir eigentlich gar nicht brauchen. Jeder findet etwas. Unseren Lunch nehmen wir in der „Cheesecake Factory“ ein. Sehr zu empfehlen. Unser Essen ist gut und reichlich. Wir beschießen uns die Hälfte in ein Doggie Bag packen zu lassen, um Platz zu las-sen für den köstlichen Käsekuchen, den es in 100 Variationen gibt. Meiner ist mit Erdbeeren und frischer Sahne....

Vollgefressen schleppen wir uns zum Shuttlebus, der uns zum Parkplatz bringt. Noch im Auto beschließen Gabi und ich einen kleinen Lauf zu machen, wenn wir wieder zuhause sind. Das schlechte Gewissen übermannt uns. Wir springen in die Turnschuhe und fahren (!) zum Spanaway Park, wo es auch einen See gibt. Wir haben vergessen, daß Feiertag ist und das amerikanische Volk gerne die freie Zeit in der Natur verbringt, spielt und grillt. Egal, laufen wir eben um die „Hinternisse“.

Das Gewissen ist beruhigt und daheim schieben wir unsere Left Overs vom Mittag in die Mirkrowelle...

Den Abend beenden wir mit Fernsehen.

Wetter: 25° C, Sonne

 

2.Woche-13.Tag

Dienstag, 6. Juli 2004

Nach dem Frühstück fahren wir nach Tacoma ins Glassmuseum. Es ist leider nicht
befriedigend, weil dort eher wenig Glas ausgestellt wird. Wir sind enttäuscht.
Die Glasbläserei ist das einzig interessante an dem Museum.
Vielleicht haben wir die Künstler auch bloß nicht verstanden.
Meine Freundin Anja bestätigt nachher meine Vermutungen über
die Künstler, die sie zum Teil persönlich kennt.
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Wir legen eine Pause bei Starbucks ein bevor wir zurück nach Puyallup fahren. Wir wollen noch zu Costo, einem Großhandel, um einiges an Drogen zu kaufen. Beladen mit Großpackungen Aspirin, Allergiemittel und anderem machen wir uns den Weg nach Hause. Gabi muß heute Abend in die Schule.

Ich relaxe ein wenig und fahre dann wieder nach Spanaway zu Uli. Diesmal ohne Umweg – ich finde es direkt wieder. Wir unterhalten uns noch ein wenig, dann heißt es Abschied nehmen. Ich hoffe, dass wir uns bald wieder sehen. Leider sehe ich David und Gina, die noch bei der Arbeit sind, und Nick, der in seiner Day Care ist, nicht mehr. Werde später noch mal anrufen.

Auf meinem Weg springe ich noch mal in den Safeway um einiges einzukaufen. Unter anderem mein Abendessen. Chicken Teryaki. Sah leider besser aus als es schmeckt und mir wird nach der Hälfte übel. Das wars also nicht... und kein Vergleich zu dem Chicken Teryaki in der Cheesecake Factory.

Zuhause packe ich meinen Koffer. Nein, ich propfe ihn voll, sitze drauf, aber es will sich nicht schließen lassen. Also muß was geht in den Rucksack. Mit Mühen bekomme ich ihn zu.

Gabi kommt gegen 22.00 und bringt noch das eine oder andere mit. Sorry, nix geht mehr. Die English Muffins bekomme ich noch unter, der Rest muß bleiben...

Wir quatschen noch die halbe Nacht und fallen dann müde ins Bett.

Wetter: ca. 20° C, bewölkt

 

2.Woche-14.Tag

Mittwoch, 7. Juli 2004

Wir stehen früh auf, heute geht’s nach Hause. Ich breche zeitig auf, der Highway nach Seattle ist immer sehr voll. Zwischendurch wird der Verkehr wirklich zähfließend, aber im Großen und Ganzen komme ich gut durch. Kurz vor der Einfahrt zur Vermietstation piept die Tankanzeige. Na, das habe ich gut gemacht. Ich kann den Wagen leer wieder abgeben. Der Mann, der mir (leider) das Auto abnimmt ist sehr nett und erklärt mir genau den Weg in den Flughafen. Wär mir lieber gewesen, er hätte den Koffer geschleppt. Zum Glück finde ich einen Gepäckwagen, anders wäre ich nicht weit gekommen.

Ich checke ein und die Mädels am Schalter machen einen Anhänger an den Koffer „HEAVY“. Jau, habe ich gemerkt. Der schwere Rucksack bleibt mir. Hier habe ich keine Probleme bei der Durchleuchtung meiner Sachen und ich komme schnell durch. In einem Buchladen kaufe ich mir noch ein neues Buch, weil mein letztes fast ausgelesen ist. In englisch, aber einfach.

Im Flugzeug habe ich einen Platz neben einem sehr ausladenen Mann. Er nimmt fast meinen Sitz mit ein. Wenn ich gerade sitze, klebt meine Schulter unter seinen Achseln. Also sitze ich leicht schräg. Freundlich ist er und lässt mich an seinen zuckerfreien Süßigkeiten teilhaben. Auf der anderen Seite sitzt eine überforderte indische Mutter mit ihren zwei hyperaktiven Söhnen, die permanent Schnalzlaute von sich geben. Ich bin froh, dass ich mit ihnen nur 4,5 Stunden bis New York verbingen muß.

In New York beeile ich mich. Habe nur 45 Minuten um das Flugzeug zu wechseln. Ich flitze los und finde auch schnell meinen Gate. Wir haben nicht viel Platz zum Warten und werden immer wieder von einer Angestellten zusammengepfercht wie Schafe. Diesmal sitze ich neben einer älteren Dame aus North Carolia. Wir verstehen uns sofort. Oder besser, ich verstehe nicht alles was sie sagt, ihr Dialekt ist zu stark...

Wir stehen noch am Gate und es kommen immer wieder Durchsagen. Es wird eine bestimmte Person gesucht. Ist nicht zu finden. Allerdings sind seine Koffer schon an Bord. Also muß alles wieder raus. Die Container werden nach den Koffern durchforstet. Aus Sicherheitsgründen darf das nicht sein. Ok, alles wieder drin, es geht mit Verspätung los. Auf dem Weg zum Rollfeld stoppen wir wieder und der Captain spricht zu uns. Nichts geht mehr auf dem Flughafen JFK. Eine Maschine wird mit Landeschwierigkeiten erwartet. Das einzige, was fährt, sind die Rettungs-, Feuerwehr- und Polizeiwagen. Ist aber alles noch mal gut gegangen und die Einsatzfahrzeuge kommen zurück. Wir müssen uns jetzt hinten anstellen und
mit 2 Stunden Verspätung fliegen wie endlich ab.

Nach 7,5 Stunden bin ich in Frankfurt und Erny holt mich ab.
Ein wunderschöner Urlaub ist zuende.